Lesermail: Brands sind in einer guten Bar wichtig!

In meinem Text "PR for Runaways" habe ich mir erlaubt, einen Satz von mir zu geben, der einen geneigten Leser dazu veranlasste mir eine "Leser Mail" zu schicken:

Meine Aussage: "Brands sind in einer guten Bar nicht wichtig".
Darauf, wie ich finde, ein lesenswerter Konter:
"Lieber Jörg Meyer,

hier spricht die Industrie, aber nicht nur die, sondern  in Personalunion auch ein gelegentlicher Gast und Freund gepflegter Cocktails.

Mit Kommentaren und /oder Beiträgen in den verschiedenen Foren der "Königsklasse" halte ich mich grundsätzlich zurück, denn als Industrieller und Hobbymixer ist man da ja nicht drin. Das ist auch in Ordnung so.

Nun hat mich Ihre jüngste Festsstellung (im Zusammenhang mit der kritischen Betrachtung von PR) "Brands sind in einer Bar nicht wichtig", doch zur virtuellen Feder greifen lassen. 
Zweifellos machen Marken allein aus einer schlechten Bar keine gute, auf den Meister kommt es an. Aber ich glaube Sie unterschätzen oder verkennen vielleicht das Wesen der Marke. Sie ist doch ein soziales Wesen, die mit dem Gast kommuniziert, sie erzählt eine eigene Geschichte, die sie von der ihres Nachbarn unterscheidet und weshalb diejenigen, die mir ihr vertraut sind und sie sozusagen in ihr Herz geschlossen haben, sich immer wieder liebevoll ihr zuwenden. Stellen Sie sich in Ihrer Bar eine Batterie namenloser Flaschen vor, die sich nur durch Ihre generelle Inhaltsangabe voneinander unterscheiden. Nur "Gin" oder "Wodka" beantworten eben nicht die wichtigen Fragen wie: wo kommst Du her, wer hat Dich erfunden, wer hat Dich hierhergebracht, wie lange bist Du schon hier, hast Du Geschwister, wer steht da neben Dir? Fragen ohne Antworten, ein orientierungsloser Gast zahlt und verläßt das Lokal.

Gut geführte Marken haben diese Antworten in sich, ohne daß der Bartender noch etwas beizutragen hätte. Muß er ja auch nicht (immer), denn er macht in Ruhe und ungestört den perfekten Cocktail. Also, ich finde, Brands sind wichtig!"*
* Der Autor ist mir bekannt. Da ich Ihn aber nicht zu dieser Veröffentlichung gefragt habe, finde ich es angebrachter seine Mail anonym zu veröffentlichen.  Vielleicht gibt er sich ja in den Kommentaren zu erkennen.

Ich habe dazu eine Antwort "im Kopf" und reiche diese in Kürze "nach" - bis dahin interessiert mich Ihre Meinung: "Sind Brands in einer guten Bar wichtig? Wenn ja, warum?

Kommentare

  1. Ich bin hin und her gerissen.

    Es steckt viel Wahres in Ihrem Post, aber nunmal auch viel Wahres im oben anonym aufgeführten Text.

    Marke ist eines der wichtigsten Mittel sowohl für Anbieter, als auch für Abnehmer.
    Eine gutgemachte Marke soll Vertrauen aufbauen, Qualität übermitteln und positive Gedanken hervorrufen.
    Eine stimmige Marke ist also nie negativ zu sehen, sondern immer positiv.

    Um die Kurve jetzt auf die Bar zu bekommen, stellt sich eben die Frage, was eine stimmige Marke für das jeweilige Barkonzept ist.
    Ich lehne mich jetzt einfach mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass dem Großteil der Löwenbesucher (speziell Cocktailkundige) das Herz aufgeht, wenn sie das Backboard sehen.
    Und das liegt dann nunmal an den Ihnen bekannten und geschätzen Marken, die sie dort erkennen können.

    Grüße
    j.

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