Ein selbstreferenzieller Haufen, über den Verlust der Vielfalt und ein Griff ins Bücherregal - Lesevergnügen für den werdenden Gastronomen

Gestern wurde ich gleich zweimal angesprochen. Ja, Du schreibst wieder... ABER deutlich weniger als zu Deinen besten Zeiten .... Bitters-Blog ... Barbaublog... etc.

Nun, dem kann ich wenig entgegensetzen. Allerdings gibt es hierfür Gründe. Als wir 2006 anfingen zu „Bloggen“ war die online umtriebige Barszene eine andere. Im Blog schrieben ich und Stephan über Themen rund um die Bar, und via Kommentar fand ein bundesdeutscher Austausch statt. Andere „Kanäle“, großtenteils Facebook, waren bei vielen Bar-Interessierten noch nicht etabliert. Was blieb, war der Austausch via Kommentar. Ein Großteil der damaligen Kommentatoren (Mitteilungsbedürftigen im positiven Sinne) bloggen heute selbst. Die Kommentare auf den mittlerweile fast unübersichtlich gewordenen Bar-Blogs sind allerdings heutzutage rar gesät. Sind Bar Blogger ein Selbst Referenzieller Haufen geworden ??? Ähnlich eines Mixologen, der seine Drinks im Kopf hat, aber nicht seine Gäste??? 

Vielleicht etwas zu hart formuliert, den schließlich schätze ich diesen "Haufen" sehr.  

Glücklicherweise, Grund Zwei für mein weniges Schreiben, habe ich einige anstrengende Wochen hinter mir. Umzug - privat, als auch mit dem Büro. Früher hatte ich mein Büro zu Hause, heute habe ich es „neben“ den Löwen verlegt.

Ich liebe Bücher - und obwohl ich bei diesem Umzug einige Kartons aussortiert habe, ist ein ziemlich großer „Haufen“ übrig geblieben. Ein Großteil dieser Bücher, ich habe Sie nie gezählt, aber es wird sich gesunden dreistelligen Bereich bewegen, befasst sich in irgendeiner Weise mit Gastronomie. Viele, man wird es erahnen, rund um Cocktails & Bar. Aber dennoch lange nicht alle. Die letzten zwei Jahre waren turbulent und erst jetzt ist mir aufgefallen, wie wenig Zeit ich doch für Bücher in den letzten Jahren aufgebracht habe.

Jetzt, beim Umzug, hat man fast alle wieder einmal in der Hand (Ich spreche hier von den Gastronomischen Titeln - meine privates Vergnügen möchte ich hier nicht ausbreiten). Bei vielen Titeln kommen einem Erinnerungen hoch. An alte Zeiten: Page im Hotel, Ausbildung zum Kellner, Arbeiten am Tisch, Alles über Restaurants, Hotels und Küchen, Wein, Wein,Wein - Gastrosophisches, Gastronomisches etc... Alte Ideen, Visionen, Gedanken .... fantastisch! Ich bemerke in den Tagen des „Ein & Auspackens“ welche Vielfalt mir in den letzten Jahren abhanden gekommen ist - Gastronomie bedeutet so viel mehr als der perfekt Sazerac. Ich bekommen Lust zum Lesen - und habe doch keine Zeit. Im Moment nicht einmal genug Platz. In meinem (jetzt leider sehr kleinem) Büro steht das erste Regal. Zum Glück Tief genug für drei Reihen Bücher  hintereinander. Chaos in der Bücher Sammlung. Einige Kartons müssen noch im Keller auf Ihre Entfaltung warten. Bei den nächsten Regalen werde ich umräumen und in der Zwischenzeit mir unkontrolliert ein Buch aus dem Regal nehmen, ein wenig drin lesen und es hier unter der Rubrik: „Ein Griff ins Bücherregal - Lesevergnügen für den werdenden Gastronomen“ vorstellen.

Ich lade ein zu einer Reise durch mein mittlerweile ca. 15 Jahre altes Archiv aus Büchern und Dokumenten. Wer Lust hat, ist herzlich eingeladen, mitzureisen. Möge die eine oder andere Anregung für Sie dabei sein.  Ein guter Bartender ist noch lange kein guter Gastronom - wir, Sie und ich, sind noch Lichtjahre davon entfernt - aber es schadet ja nie, ein Ziel vor Augen zu haben.

Kommentare

  1. Herr Meyer, zur Bestandaufnahme ihrer privaten Bibliothek empfehle ich Delicious Library.
    ISBN-Code (so vorhanden) werden über die iSight-Kamera gescannt und die Infos aus dem Netz gezogen. Bei dreireihigen Bücherregalen (Oh Graus wenn man da was sucht) eine super Hilfe...

    Aber die Zeit werden Sie ja nicht finden. Und mit der Zeit findet man nix mehr.

    Technik-affine Grüße aus der fränkischen Provinz,

    der Herr Berger

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  2. Werter Herr Meyer,

    ich las Ihre Frage bezüglich des selbstreferenziellen Haufens schon in der letzten Woche auf Twitter und machte mir dazu bereits meine Gedanken, kurz danach erschien der Artikel von Herrn Adam über das "Blog meets Gastro"-Meeting, in dem er ebenfalls Kritik an der Bloggerschaft äußerte.

    Es gelten für mich Meinungen generell zwar gleich schwer, aber ob der Erfahrung von Ihnen beiden, trifft mich persönlich dieser Meinungsfetzen schon sehr. Die Frage, die ich mir stelle ist, was kann ich tun um die "Gemeinde" oder auch den "Haufen" zu motivieren, nicht nur über die Getränke und Zutaten zu reden, sondern die Kollegen dazu zu bewegen, diesen Mikrokosmos einmal (oder mehrmals) zu verlassen.

    Cocktails und Zutaten machen schließlich noch lange keine Barkultur aus.

    Mit Bitte um Mithilfe.

    Gruß,

    Jörg Kalinke

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  3. @ Berger - Du must mal Deinen Namen "ändern" - ich denke immer es ist Cocktailwelten Christian ....

    Erstklassiger Tip ! Kann man Dich trotz IKEA Leibeigenschaft noch als IT Consulter buchen?

    @ Jörg Kalinke

    Zunächst einmal sollte man dummes Geschwätz von ADAM & MEYER nicht zu wichtig nehmen!

    Desweiteren solltest Du Dich nicht berufen fühlen, die "Anderen" (Gemeinde & Haufen), zu irgendetwas zu motivieren. Wenn schon - motiviere Dich selbst !

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  4. Herr Meyer,

    wir Leibeigenen sind jederzeit buchbar!
    Und bevor das ruchbar wird: schick mir ne Mail...

    Bis eventuell Samstag im Löwen, bin das Wochenende in Hamburg.

    Berger, Christian (so rum besser?)

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