28.06.2010

Die Mixology Bar Awards 2010 - Vertrauliches Jury Treffen bei Herrn Blattner, Widder Bar, Zürich

Grandseigneur  Scholl und El Duderino Gabanyi
Mein Gott ist das Schön. Unglaublich.  Die Bar: umwerfend. Das Hotel - Wow Wow Wow. Die Stadt im Sommer - ein Traum. Die Gesellschaft - einzigartig. 24 Stunden - dutzende Male WOW. Was für ein Tagesausflug.

Doch fangen wir von vorne an. Gregor Scholl hat mich schon vor langer Zeit gefragt, ob ich mich bereit erklären würde, als Jury Mitglied bei den Mixology Bar Awards teilzunehmen. Eine verlockende Frage, doch zunächst einmal hatte ich seiner Zeit abgelehnt.

Der Bar Convent Berlin ist für mich seit je her die wichtigste Bar Veranstaltung des Jahres in Deutschland. Die Bar Awards, bei denen LE LION im vergangenen Jahr ebenfalls ausgezeichnet wurde, sind für mich ebenfalls wichtigste Auszeichnung unserer Branche in Deutschland. Schlicht weg weil es von Menschen kommt, deren Arbeit ich sehr schätze.

Dennoch ist diese Aufgabe eines Awards aller Wahrscheinlichkeit eine extrem undankbar. Ich habe es in den vergangenen Jahren eher am Rande mitbekommen: jede Entscheidung, die "Besten" des letzten Jahres auszuzeichnen, wird Ihre Kritiker finden. Warum also sich "unbeliebt" machen?

Nun, einige persönliche Gespräche, einige Flaschen Bollinger und etwas Reflektion zu den Awards haben mich mit der Zeit umgestimmt. Und nach dem gestrigen Tag in Zürich muss ich gestehen, ich bin froh, die diesjährigen Awards mitzugestalten. Denn das, was mir gestern in Zürich präsentiert wurde war extrem gut organisiert und hat diverse Änderungen zu den Vorjahren erfahren, die ich mehr als gelungen finden.

Ich möchte hier an dieser Stelle nicht zuviel preisgeben. Das sei Helmut, Sanjay und Co. vorbehalten.
Eines sei erwähnt. In diesem Jahr gibt es eine große Auswahl von Jurybeiräten die aktive bei der Findung der Besten unserer Branche mit integriert waren. Das Netzwerk setzt sich zusammen auf Brand Ambassadoren und umtriebigen Menschen des Bar Bizz. Diese Personen reisen viel und haben ein umfassendes Bild der deutschen Barszene. Die Empfehlungen dieses Crowd Scoring geben somit ein deutlich besseres Bild des IST Zustandes im GSA Land ab.

Die Arbeit gestern bestand darin, diese Empfehlung für die Nominierungen der Awards auszuwerten.  Hinzu kam das Überarbeiten und  Definieren der Kategorien, um hier für höchst mögliche Transparenz zu sorgen.

Das Team von barworkz wird die Nominierten, den Jurybeirat und die Kategorien in Kürze publizieren.
Nach einem sehr arbeitsreichen Tag (und einer großen Nacht voll Vergnügen) kann ich aber sagen, das ich das Gefühl habe, das das Ergebnis der Nominierungen sehr gut ist. Ich finde es spiegelt den IST Zustand unserer Branche im vergangenen Jahr wieder. Sicherlich, eine 100% Übereinstimmung wird es nie geben. Und die Grenze von neuerdings maximale fünf Nominierten pro Kategorie (Ausnahme bei Spirituosen) zieht ein noch schärferes Bild.

Die Nominierung ist somit noch konzentrierter. Sie ist in meinen Augen jetzt eine wichtige Auszeichnung.

Wie ich auf der langen Jury Sitzung erfahren habe, gab es im letzten Jahr sehr viel Kritik zu dem Awards. Das wird denke ich immer so sein. Ein Großteil dieser Kritik war extrem produktive und Helmut hat diese Kritik ausdrücklich gelobt. Einige Kritik zu später Stunde allerdings, direkt ausgelebt an einigen Jury Mitgliedern, war wohl eher in Art und Weise erschreckend. Ich hoffe, das mir diese Mischung aus Arroganz, Eitelkeit, Neid und Unsportlichkeit in diesem Jahr erspart bleibt - wir werden sehen.

Die eigentliche Jury um den Vorsitzenden Gregor Scholl setzt sich mit Ihm wie folgt zusammen: Beate Hindermann, Sefan Gabanyi, Markus Blattner, Stefan Stevancsecz und mir. Um einen Teil eventueller Kritik gleich abzuschmettern, haben wir Jury Mitglieder entschlossen, das Bars der Jurymitglieder und deren Teammitglieder nicht nominiert werden können. Bei so großen Talent Schmieden wie dem Schumanns werden somit eventuelle ein oder zwei sehr talentierte Kollegen bei Nominierungen ausgeklammert - mir erschien diese Lösung allerdings eine  Grundvorraussetzung für eine faire Jury Arbeit. Ich finde es bei den TOTC "schwierig" wenn Jurymitglieder teilweise Preise gewinnen. Sicherlich verdient - aber eventuelle fragwürdig.

Ich würde mich über Gedanken, Kritik, Anregungen zu den Bar Awards via Kommentar freuen und bin gespannt, wie die bald erscheinende Liste der Nominierungen aufgenommen wird.