15.12.2009

Warum ich auch 2010 die BARZONE nicht besuchen werden


In der aktuellen Fizzz wird ein wenig Werbung für die kommende Barzone in Berlin 2010 gemacht. Das ist völlig in Ordnung. Schließlich ist barzone powered bei Fizzz. Kommt beides aus dem gleichen Haus, dem Meininger Verlag. In der aktuellen barzone Vorberichterstattung  gibt es unter anderem ein Interview mit Zlata Seidel „Barzone Management“. 



Beim lesen des Textes musste ich ein wenig schmunzeln. Unter anderem ist dort zu lesen:

 „Wie unterscheidet sich die barzone von anderen Branchenveranstaltungen? Zlata Seidel: Auch wenn andere gerne den Vergleich mit uns suchen: die barzone hat sich als Vorreiter positioniert, der die übrigen Veranstaltungen der Branche entscheiden prägt. Das gastronomische Know-how, das im Rahmen der barzone vermittelt wird, ist einzigartig und nirgendwo sonst kann sich der Besucher so geballt und umfassend über die aktuellen Trends und Management Tools informieren. ...Natürlich gibt es Nachahmer ...“ bla bla bla

„Hossa die Waldfee“ schießt es da einem durch den Kopf - hat da jemand zuviel Energy Drinks getrunken? Man versucht sich ja irgendwie diesen Realitätsverlust zu erklären. Ich meine ich und die barzone waren schon zu Beginn keine Freunde. Vor der ersten barzone stand ein ähnliches Problem im Raum. Man positionierte sich als Bartender nahe Messe, als Innovation, mit den besten Kontakten zur Barszene. Und schon damals dachte (und schrieb ich glaube ich auch) : Wer hat es erfunden? Barzone auf jeden Fall nicht. Das Format gab es schon, wurde in Deutschland gut sieben Monate vorher zum ersten mal vom Mixology Magazin als barconvent in Berlin durchgeführt. Die Glanzleistung der barzone bestand seiner Zeit darin Konzept und sogar Location (!) zu kopieren und als neu auszugeben. Nicht weiter verwerflich - aber schlechter Stil. Und von Bartender Nahen Kontakten, gar zur Bartender Szene konnte da keine Rede sein. Hoch in Ihrem Szene gastronomischen Elfenbeinturm sass das Fizzz Magazin und kannte so ziemlich keinen aktuellen Namen in der Barbranche. Auch das nicht weiter schlimm. Man versucht sich ja auch zu bessern. Nur sich dann hinzustellen und als Bartenders Best Buddy auszugeben, schrie nach Kritik.

Nun, zwei Jahre zogen ins Land. Es gab bereits den dritten Barconvent und auch die zweite barzone und irgendwie hatte sich eine vermeintlich harmonische Koexistenz ergeben. Nicht das ich deswegen zur barzone gefahren wäre. Ich finde es nach wie vor eine Zweitveranstaltung zum Barconvent. Aber o.k. Soll jeder machen was er will. Und außerdem, sind mittlerweile von mir geschätzte Kollegen als Referent auf der barzone und haben dort „Ihre Bühne“ gefunden. Also Kritik zurück fahren. Man will ja keinen geschätzten Kollegen indirekt kritisieren. Macht man nicht, wäre ja schlechter Stil. Das überlassen wir ja denen, die das besonders gut können.

Aber dann dieser Text in der aktuellen Fizzz . Wow. Frau Seidel, entschuldigen Sie, ich finde schlechter Stil. Vielleicht regt sich da so ein bisschen hanseatisches „Understatement“ in mir - aber so etwas macht man doch nicht. Man nutzt nicht die eigene Plattform um sie selbst als so innovative in den Himmel zu heben. Können andere machen. Wird wahrscheinlich keiner, aber das ist ein anderes Problem.

Wer sucht den Bitte den Vergleich mit der barzone? Hand aufs Herz. Es gibt neuerdings genau zwei Messen, die so ein wenig mit Ihrer in einer Ecke stehen. Der barconvent und die erstmals im Frühjahr stattfindende Barkultour in Stuttgart. Die Barkultour ist ein sehr gewagter Versuche einer regionalen Barmesse im Süddeutschen Raum. Und hat überhaupt nicht im Geringsten die Idee  sich mit dieser barzone zu vergleichen. Und der barconvent? Warum sollte er. Ist ja Qualitätsgarant. Braucht den internationalen Vergleich nicht scheuen. Und vergleicht sich sicherlich nicht mit der barzone. Hat übrigens auch die Klasse einzugestehen, das Sie dieses Konzept nicht erfunden haben (Auch wenn Sie das Konzept nach Deutschland gebracht haben - und nicht die barzone!). Sonder das es aus London, Amsterdam und Co. kommt. Also Internationales High End Level beim barconvent. War doch auch Ihr Eindruck beim Besuch im Oktober, oder?

Oder reden Sie von der Internorga. Sind gar Sie der Meinung die barzone würde die Internorga entscheidend prägen? Ich weiss nämlich nicht, wen Ihr Messlein in Berlin da sonst prägen sollte? Sie ziehen da mittlerweile ein Ding durch, was sein Publikum gefunden hat. Perfekt! Aber prägend Innovative? So mit Ansage?  Würde ich nicht unterschreiben. Und eines noch: beim Barconvent, beim der Cocktail & Spirits in Paris, der Venuez in Amsterdam, der BAR  in London etc kann sich der geneigte Besucher durchaus umfassend über die aktuellen Trends und Management Tools informieren.Vielleicht sogar besser als auf der barzone. Aber man will ja nicht den guten Ton verlieren. Belassen wir es dabei. Mindestens ebenbürtig.

Die barzone hat Ihr Publikum gefunden. Ist wie gesagt: toll. Ein bisschen Brauerei, ein bisschen Energy Drink und noch ein paar TK Barsnacks aus der Fritteuse. Ist doch o.k. Muss ja nicht immer Barkultur in Reinstform sein. Völlig in Ordnung. Was allerdings dieses anmassende „Wir sind die wichtigste Messe der Branche soll“ hab ich nicht verstanden.