Das aktuelle Drink Magazin für Barkeeper und Gäste - Über den Umgang mit Medien / Teil 3


Vor einigen Woche erreichte mich eine Anfrage aus dem Haus des Drinks Magazins - Für Barkeeper und Gäste. Ich selber habe das Magazin mit dem Austritt aus der DBU gekündigt und, regelmässige Leser dieser Seite wissen es, bedauere es auch nicht sehr. Bei der freundlichen Anfrage ging es aber nicht um mich, sondern um eine Mitarbeiterin des Le Lion. Man fragte an, ob es ok wäre, Frau Caroline Thompson für eine Serie über Barmaids zu interviewen. Ich leitete die Anfrage weiter, schließlich möchte man niemanden im Wege stehen, und wünschte Caroline viel Erfolg damit.

Das Interview fand während der Internorga statt. Ich war dort recht stark eingebunden, und verfolgte es nicht weiter.

Wochen später klingelte mein Telefon. "Hey Jörg, ist das Le Lion jetzt Marken Botschafter für Dooleys ?"

Wie Bitte? Was? Man erzählte mir von einem DOOLEY'S gebrandetem Artikel über Caroline Thompson. Ich war etwas irritiert. Und wie ich mir es dachte, war es Caroline auch. Davon war weder Ihr, noch mir gegenüber niemals die Rede. Da alle Anfragen via eMail statt fanden, schaute ich noch einmal nach. Nirgends ein Wort davon, das es sich um eine Brand unterstütze Serie handelt. Soweit ich es verstanden habe, eine Serie zum DOOLEYS Barmaid Cup.

Das Magazin befindet sich hier auf recht dünnem Eis - meiner Einschätzung nach ist so ein Vorgehen unlauter. Der Weg vor Gericht ist die Sache nicht wert - denn letztes Endes hat dieses Heft eh keine nennenswerte Reichweite oder irgend eine Wichtigkeit. Doch DOOLEYS in Verbindung mit dem Le Lion ist ein absolutes "No Go".

DOOLEYS ist ein Produkt für Supermärkte und gehört in keine anständige Bar. Da helfen auch Aktionen um Barmaids meiner Meinung nach nicht, das Image der Marke bartauglich zu machen. Die Kombination Le Lion und DOOLEYS ist in meinen Augen Image schädigend. Und viel unangenehmer noch finde ich diese unlauteren Praxen für Frau Thompson. Das Sie jetzt mit einem Produkt was Sie nicht schätzt in Verbindung gebracht wird, hat Ihr gar nicht gefallen.

Es sei hier richtig gestellt: Die Verbindung zu DOOLEY'S war Frau Thompson weder bekannt, noch in Ihrem Sinne.

Ich frage mich, wie das Magazin diese Serie seinem Kunden verkauft. Wir als "benutztes" Haus haben davon zumindest keine Ahnung gehabt.

Man darf mich nicht missverstehen - ich habe nichts gegen Supermarkt Produkte. Ein Teil des Spektrum. Nur würde ich ein Produkt wie DOOLEYS niemals in einer Bar benutzen, geschweige den trinken. Not my cup of Tea. Aber erwähnte ich glaube ich bereits.

Nachdem ich einen Blick auf diesen Artikel geworfen hatte (das Haus hatte mir nach Anfrage doch zwei Belegexemplare zugestellt) war die Verwunderung noch größer. Ich meine nicht die Berichterstattung über Frau Thompson. Sie ist eine tolle Mitarbeiterin hier im Le Lion. Ich meine, wenn man sich den Auftritt und die Mediadaten dieses Heftes anschaut, könnte man durchaus den Anschein gewinnen, dieses Haus möchte einen professionellen Anschien erwecken. Aber ein Blick auf die miesen Bilder im Artikel sprechen eine andere Sprache. Kann man sich bei den Anzeigen Preisen wirklich keinen professionellen Fotografen leisten? Oder ist das Qualitätsverständnis desjenigen, der solche Artikel frei gibt, einfach ein anderes?

Möge jeder seine eigenen Erfahrungen daraus ziehen. Über den Umgang mit Medien, und solchen die gerne welche sein möchten.

Kommentare

  1. Carolin Thompson19. Mai 2011 um 11:42

    Bisher konnte ich nie etwas negatives ueber die DBU berichten, selber war ich fuer mehrere Jahre Mitglied und bin nur aus zeitlichen Gruenden Anfang des Jahres ausgetreten.
    Natuerlich bekam ich waehrend meiner Zeit in London mit, dass mehr und mehr Bartender der Sektion Hamburg ausgetreten waren.
    Aus gutem Grund, wie ich ja nun feststellen musste.
    Sehr ueberrascht war ich ueber die Anfrage der Drinks direkt nach meinem Austritt.
    Genauso wie von dem Geschmack des Journalisten des Artikels, Herrn Tacke, dem ich als Gast schon zum wiederholten Mal Drinks im Loewen serviert hatte.
    Als letztes haette ich erwartet, dass jemand, der sich in dieser Barszene bewegt und Bars wie den Loewen besucht und dessen Art von Drinks schaetzt, einen Artikel schreibt, der ein Produkt wie Dooley's bewirbt.
    Persoenlich kann ich mich nicht erinnern jemals eine Flasche Dooley's an einer meiner vorherigen Arbeitsplaetzen gesehen zu haben, genauso kann ich mich ueberhaupt nicht mit dem Wettbewerb des Barmaid Cups identifizieren. Es geht doch um gute Drinks, neue Ideen und ein guter Gastgeber zu sein. Da einen Unterschied zwischen Damen und Herren zu machen ist meiner Meinung nach nicht richtig. Gaebe es einen Wettbewerb fuer nur maennliche Bartender waere es doch auch nicht fair. Stellt sich die Frage, ob Dooley's ein Produkt nur fuer Frauen ist?!
    Schlechtes Marketing.

    Leider ist dieser Artikel nun veroeffentlicht und dient hoffentlich als schlechtes Beispiel und warnt jenen, der eine Presseanfrage der drinks erhaelt.

    Carolin Thompson

    AntwortenLöschen
  2. Mal abgeshen davon, ein Interview mit Caro im Rahmen einer Serie über Barfrauen...wow, ist ja ne total neue Idee!

    AntwortenLöschen
  3. Es muss fairer weise folgendes erwähnt werden. Die DBU hat mit dem Drinks Magazin und damit mit diesem Artikel nichts mehr zu tun. Die DBU hat das Heft seit einigen Jahren an eine private Firma übertragen und kann keinen Einfluss mehr darauf nehmen. Es gibt lediglich eine Artikel Strecke im Anhang, wo die einzelnen Sektionen berichten dürfen. Soweit ich das verfolgen konnte, gab es dort in der Vergangenheit auch Unzufriedenheit von Seiten der DBU da hier von Seiten des Magazin Artikel nicht veröffentlicht wurden, die von Seiten der DBU vorgelegt waren.

    Die Diskussion über die Qualität des Drinks Magazin und deren Praktiken hat nichts mit der DBU zu tun.

    AntwortenLöschen
  4. Dankeschoen fuer diesen Nachspann Herr Meyer (Jörg ) damit ist denk mal alles wichtige und notwendige gesagt!
    Walter F. Kaufmann

    AntwortenLöschen
  5. Tjoah, erinnert mich an das unscharfe Foto von mir im Artikel über die Internorga 2011, in dem ich mit 'Cocktail Plant' in Verbindung gebracht werde ...
    War eine SEHR unschöne Überraschung! Besonders, weil ich erst durch einen Barkeeperkollegen darauf aufmerksam wurde, direkt im Anschluss die seit Wochen in der Küche liegende, noch eingeschweißte Ausgabe auspackte und seine Behauptung sich bestätigte.

    WENN die schon ungefragt ein Foto von mir abdrucken (womit ich ja grundsätzlich überhaupt kein Problem habe), dann bitte eines, was einigermaßen taugt und mich nicht mit R2S-Produkten in Verbindung bringt.

    Ich würde, wäre ich Schreiner schliesslich auch keine Werbung für Ikea machen!

    AntwortenLöschen
  6. Nennen wir Roß und Reiter. Der Artikel stammt von mir. Der Vorwurf des "Unlauteren" trifft also mich. Zum Hintergrund: Die Artikelreihe wird von mir betreut und verantwortet. Die Marke Dooley's tritt zwar als Sponsor auf, hat jedoch keinen Einfluss auf die Inhalte. Das bedeutet auch, dass mich allein fachliche Kriterien leiten. Insofern stehe ich zu meiner Auswahl von Carolin Thompson und zuvor Ramona Ripp. Ich bin auch davon ausgegangen, dass das Sponsoring zweit- oder drittrangig ist, weshalb ich es bei der Anfrage nicht eigens erwähnt habe, was, nebenbei bemerkt, nicht mit böser Absicht geschah, sondern in der puren Arroganz, dass nur meine fachliche Einschätzung die Artikel leiten. Daran aber lag mein Fehler. Ich hätte es erwähnen müssen, um Carolin in erster und Jörg in zweiter Linie die Möglichkeit zu geben, sich davon zu distanzieren. Dafür habe ich mich - was Jörg nicht erwähnt - bereits vor drei Wochen bei Carolin und ihm ausführlich entschuldigt und tue dies an dieser Stelle explizit noch einmal. Es tut mir leid, wenn ich euch so einen Imageverlust zugefügt habe.

    Allerdings haben beide auf meine Mail bzw. SMS nicht wieder reagiert, sondern wählen nun den öffentlichen Weg des Blog Prangers gegen das Magazin DRINKS. Ich muss kaum betonen, dass ich kein großer Freund dieser überkommenen Methode aus dem Mittelalter bin. In meiner Ausbildung wurde mir beigebracht, dass man zunächst denjenigen, den man öffentlich durch das Dorf treibt, die Gelegenheit zur Klar- bzw. Richtigstellung gibt. Auch das könnte man als einen Aspekt von Ehrenhaftigkeit ansehen - aber nun gut, hier moniert einer, der zunächst einmal einen eigenen Fehler einzugestehen hat.

    Unabhängig davon wird mein Versuch in der Artikelreihe weiterhin der bleiben, die besten Vorbilder und Nachwuchstalente vorzustellen und irgendwie fände ich es höchst bedauerlich, dass dieses Ansinnen am Sponsoring einer Marke scheitern sollte, die sich seit vielen Jahren schon für eben dieses Thema nachweislich engagiert.

    Heinfried Tacke, Redaktion Drinks, Berlin

    AntwortenLöschen
  7. Werter Heinfried,

    Ich habe Dich als Person aus meinem Artikel gehalten weil nach meinem Dafürhalten das Magazin selbst für solch einen lapidaren Umgang verantwortlich ist. Richtig ist, das Du dich bei mir und Caroline entschuldig hast, dafür mein Dank - falsch ist, soweit ich das sehen kann, das ich zumindest auf Deine Emails nicht reagiert hätte.

    Ich treibe hier weder eine Sau durchs Dorf, noch Prangere ich hier jemanden Mittelalterlich an. Ich habe den Umgang des Magazins Drinks mit Interviewpartnern kritisiert. Und deren Umgang mit z.b Bildmaterial. Das Level hier ist unter Abizeitungsniveau.

    Man bekommt keine Texte zur Freigabe geschickt und auch keinen Hinweise welche Fotos verwendet werden. Der Text enthält auch noch fachliche Fehler über Frau Thompson - das habe ich ausgelassen. Ein Belegexemplar wie man es von guten Häusern gewohnt ist - Fehlanzeige. Bei Kritischer Nachfrage hast du dich, fairer weise erwähnt, sofort drum gekümmert. Ich finde den Umgang des Magazin Drinks mit solchen Artikeln in mehreren Punkten grob fahrlässig.

    Du publizierst ohne Rücksprachen und erwartest von anderen, im Falle einer Kritik, das Sie im Vorfelde alles mit Dir abstimmen?

    Come on. Mein Text ist eine Kritik die unangenehm ist. Ist es gleich unehrenhaft? Fühlt sich vielleicht an wie ein Artikel in einem "Fachmagazin" wo man plötzlich als Dooleys Botschafter wahrgenommen wird. Dies ist ein Blog, er lebt von Kommentaren. Du nutz doch gerade die Chance zur Klar -und Richtigstellung. Ein Feature übrigens, das das Drinks Magazin so nicht anbietet...

    AntwortenLöschen
  8. Genau, auch mir werter Jörg,

    und muss ergo die Möglichkeit zur erneuten Klarstellung nutzen.

    1. Nur wörtlich abgedruckte Interviews bedürfen der Freigabe bzw. Autorisierung. Schon um nicht in der Verdacht der Einflussnahme zu kommen, gebe ich keine von mir namentlich gezeichneten Artikel vorher heraus - weder an Firmen noch an sonst wen. Das ist eine alte journalistische Grundregel.

    2. Entscheidend aber ist der Prangergedanke und den verteidige ich vehement. So gut und wichtig die neue Form des Bürgerjournalismus ist via etwa der Social Media Portale. Sie verletzen wiederholt eingespielte Regeln der öffentlichen Kommunikation, eben u.a. dem Angegriffenen vorab die Gelegenheit zur Gegendarstellung zu geben. Phil Duff hat darüber übrigens bemerkenswert in seinem letzten Artikel in der Mixology räsoniert und einige Beispiele für leichthin herausgepostete Kommentare aufgezeigt, die indes mit heftigen Abwertungen einhergehen. Ich sehe und verfolge das mit großer Sorge - unabhängig davon, dass wohl nicht nur mir klar ist, dass du am liebsten die DRINKS abschaffen würdest, wenn du könntest.

    3. Meine Frage an dich persönlich ist: Warum haben wir das nicht unter uns geregelt und zusammen nach einer Lösung gesucht, den Fehler wieder gerade zu biegen? Das meine ich auch mit der von mir monierten Ehrenhaftigkeit in Bezug darauf, dass wir Zwei uns doch eigentlich kennen und - wenigstens von mir aus - schätzen. Denn nach wie vor halte ich dagegen: Die Lesart, dass ihr, die Bar Le lion und Frau Thompson, durch den Artikel zu Botschaftern von Dooley's werdet, teile ich nicht. Ich nehme sie eher als geschickte rhetorische Zuspitzung war. Das Thema der Artikelreihe ist: Weibliche Vorbilder und Nachwuchstalente am Tresen, nicht Dooley's. Um diese unabhängige Lesart - trotz Sponsoring - werbe ich händeringend.

    4. Ganz wichtig ist mir auch dies: Du rufst öffentlich dazu auf, nicht mehr mit der DRINKS zusammen zu arbeiten, da sie mit unlauteren Mitteln arbeite. Fakt ist: Ich habe den Fehler begangen, den ich nicht wegreden will. Meine Kollegen möchte ich aber, dass sie davon ausgenommen werden. Sie haben nichts damit zu tun und sollten in ihrer Arbeit deswegen auch nicht behindert werden. Lass uns da korrekt bleiben und keine generellen Verurteilungen aussprechen, solange sie nicht valide belegt werden können.

    Darf ich zuletzt für alle, die diese Diskussion ggf. verfolgen, noch hinzufügen, dass eines meiner zentralen Bestreben eigentlich ist, diesen unnötig aufgeworfenen Graben zwischen den angeblich guten und vermeintlich schlechten Branchenmagazinen zu überwinden. Man wandelt dabei ständig zwischen abgezäunten Welten - obwohl es doch um eine gemeinsame Sache geht: Die Bar, ihre Kultur, ihre Vielfalt, ihr Genuss, und allen voran: Das besondere Können von vielen Einzelnen. Und sieh da: Man macht es wieder nicht richtig. Ist doch scheiße doof, oder?

    Um nicht anomyn zu bleiben:
    Wieder Heinfried Tacke
    Red. Drinks,
    Berlin

    AntwortenLöschen
  9. Eine Lehrstunde. Wie man sich mit nichts, oder sagen wir mit nichts Nennenswerten ins Gespräch bringt.

    Eine Meisterleistung, lieber Jörg!

    Herzlichst,
    Jean-Pierre, rivabar

    AntwortenLöschen
  10. Geschätzter Heinfried,

    na, jetzt kommt doch langsam Schwung rein (so sehr, das es selbst Jean Pierre liest). Diese Online Medien sind fantastisch, oder? Hier kann man Artikel diskutieren und etwas „klarstellen“...

    Wo fange ich an. Nun, zunächst einmal mit einer Entschuldigung. Ich habe mich geirrt und einen Fehler gemacht. Pardon. Ich werde Dir gleich auch erklären was es mit diesen Fehler auf sich hat. Ich werde in numerisch antworten, wie Du es vorgegeben hast, um den Überblick zu behalten.

    1.)

    Gut, es ging hier nicht um rein juristische Spitzfindigkeiten. Es geht um professionellen Journalismus. „Verdacht der Einflussnahme“ hört sich natürlich nach TOP Journalismus an. Aber wir wollen die Kirche im Dorf lassen. Es handelt sich hier nicht um die Politik Seiten der FAZ oder den Wirtschaftsteil der FT. Wir reden hier von Euren Bar Magazin. Die Artikel, bzw deren Auswahl dicht am Anzeigenkunden. Daher hinkt der Vergleich für mich ein wenig. Es geht um Grundregeln. Die der Ernsthaftigkeit und Professionalität. Korrektur Text zur Ansicht, Fotos vorher absprechen, Gesprächspartner über Branding informieren etc. Ich sitze hier leider nicht in Hamburg und weiss den genauen Wortlaut nicht mehr - aber Sinngemäß hat der Artikel, ob des stolzen journalistischen Grundsatzes des nicht Korrektur lesen lassens, Fehler. Z.B ist die Auszeichnung die Frau Thompson lt. Artikel irgendwo gewonnen hat (irgendwas mit London) falsch. Reiche die korrekte Bezeichnung gerne nach, wenn ich wieder in Hamburg bin. Wenn wir hier von Grundregeln reden, fangen wir doch mit korrekten Inhalten an.

    2.)
    Der Prangergedanke ist komplett falsch. Das ist eine nette Metapher, die nicht greift. Bürgerjournalismus hat so diesen leicht arroganten Unterton, so von oben herab, den nur eingefleischt Print Journalisten an den Tag bringen können. Im Bürgerjournalismus werden weder mehr noch weniger Regeln öffentlicher Kommunikation verletzt als sonst wo. Wird hier wirklich so schwer Angegriffen, oder handelt es sich um eine berechtigte Kritik (die zwar nervt, aber eventuelle berechtigt ist). Der Vergleich mit dem Philip Duff Artikel hinkt. Gut, es ist hinter den Kulissen geklärt worden, aber Herr Duff hat sich bei mir und Roman ernsthaft und aufrichtig entschuldig. Schlichtweg weil sein Artikel Fehler enthält. Ich habe im Vorfeld mit DIAGEO gesprochen und Roman war für die WC nominiert und wurde dann wieder rausgenommen. Wer da schlecht recherchiert hat war Herr Duff. Hinzu kamen eine gewisse Sensation‘s Lust denn den Artikel gab es auch im englischer Sprache, im Australischen Bartender Magazin. Titel: Sweet Little Lies. Im Original wurden Namen genannt und Brands offen kritisiert. Die deutsche Version war da etwas abgeschwächt. Herr Duff hat sich entschuldigt und das habe ich in diesem Fall akzeptiert. Mixology hat mir und Roman eine Gegendarstellung angeboten, die ich abgelehnt habe. Ich weiss nicht ob Roman das genutzt hat, so weit ich weiss nicht. Der Artikel von Herrn Duff ist fehlerhaft. Aber zurück zum Pranger. Ich habe Dich nicht angeprangert. Drinks habe ich kritisiert. Bringt mich zu Punkt 3

    ...

    AntwortenLöschen
  11. ...

    3.)
    Hier kommt meine aufrichtige Entschuldigung. Du hast recht. Ich hätte Dich zumindest noch einmal fragen sollen, wie Du das regeln möchtest, statt her gleich los zu posten. Das tut mir aufrichtig leid. Entschuldigung. Ich habe überlegt warum mir das passiert ist und die Erklärung kam mir gleich: Für mich war es eine Kritik am Drinks Magazin, für Dich eine an Deiner Person. Mir kam beim Schreiben gar nicht der Gedanke das Du das so sehr auf dich beziehen könntest. Dabei liegt es ja, aus der jetzigen Perspektive, auf der Hand. Es ist ein wenig wie mit dem Dooleys Artikel. Jeder Mensch, der nur einmal im Le Lion war, hätte sofort die Hände über dem Kopf geschlagen, wenn er ein Dooleys Logo im Zusammenhang mit Le Lion liest. Dir hingegen ist das einfach nicht aufgefallen, du hattest deinen Fokus bei dem Thema Weibliche Vorbilder und Nachwuchstalente. Darüber hinaus hast du das offensichtliche übersehen. So wie ich anscheinend jetzt hier. Ich sehe tatsächlich nicht Dich in der Verantwortung für diesen Fehler, sondern die verantwortlichen Herausgeber des Magazins. Wer Sponsor Artikel Serien verkauft, muss seine Mitarbeiter darauf hinweisen, das dies vorher zu klären ist. Und das theoretisch auch schon aus rechtlichen Gründen abfragen. Außerdem sollte er Qualitätssichernde Massnahmen aufstellen. Artikel zur Freigabe gegen checken lassen, Bild klären etc. So mein empfinden.


    4.)
    Wenn wir hier schon spitzfindig über Grundregeln des Journalismus reden wollen, dann bitte auf ganzer Linie. An welcher Stelle rufe ich im Artikel öffentlich dazu auf, nicht mehr mit der DRINKS zusammen zu arbeiten? Wie schon oben erwähnt, der Fehler liegt in meinen Augen nicht bei Dir sondern beim Haus. Klar, wenn jemand das Le Lion kritisiert, sind indirekt immer alle Mitarbeiter davon betroffen, ob Sie an dem Abend gearbeitet haben oder nicht. Und es ist Ehrenhaft Dich hier vor deine Kollegen zu stellen. Aber unnötig. Ich will das Magazin auch nicht abschaffen. Es ist mir eigentlich egal. Ich habe es hier und anders wo schon öfters kritisiert. Und jetzt wieder, weil es uns direkt betroffen hat. Ich finde ich war in meiner Kritik recht konkret und habe nicht generell Verurteil. Was habe ich den nicht valide belegt?



    Meine Kritik soll hier auch keine Gräben unnötig aufwerfen. Aber ich will ehrlich bleiben. Das Drinks Magazin vertritt für mich keine gemeinsame Sache. Die Sichtweisen zum Thema Bar, deren Kultur, deren Vielfalt, deren Genuss liegen sehr oft ganz weit weg von dem, was ich mir dazu vorstelle. Aber einen Vergleich zwischen Magazinen habe ich hier nicht angesprochen. Das ist von Dir da reininterpretiert worden.

    Gruß

    Jörg Meyer

    AntwortenLöschen
  12. Jean Pierre, Vielen Dank!

    freut mich, das mein nichts sagendesGeschwätzt selbst Vati aus dem Riva rüber schlendern lässt und er ein wenig hier verweilt...

    Herzlich Willkommen


    Jörg

    AntwortenLöschen
  13. Jörg,

    so langsam klären sich die Dinge doch.

    Fakt ist: Wenn bei uns, der DRINKS, Inhalte mit dem Anzeigenkunden abgestimmt werden, schreiben wir über den Artikel Advertorial drüber, was auch presserechtlich gefordert ist. Diese Inhalte werden in logischer Folge nicht namentlich gezeichnet. Alle anderen Artikel - egal über wenn oder was geschrieben wird - stehen allein in der inhaltlichen Verantwortung der Autoren und sie sollten auch als solche wahrgenommen werden. Wenn es nun Leser gibt, die dies als anzeigenkundennah ausdeuten, ist das - wieder einmal - eine Lesart von mehreren.

    Kurz gesagt: Mit mir wird es das von dir gewünschte und monierte Prozedere vorherige Textabstimmung sowie Bildauswahl etc. nicht geben - und ich denke, so sehen das auch meine anderen DRINKS Kollegen.

    Der eigentliche Punkt ist aber, wie unabhängiger oder auch kritischer oder eben eigener Journalismus gelingt in einem Marktfeld, wo mit jedem Produkt Geld verdient wird, über das geschrieben wird. Wiederum Fakt ist, dass wir Autoren bei DRINKS - jedenfalls en gros - im Vergleich wohl am wenigsten auf der pay roll der Industrie stehen und, so weit ich meine Kollegen kenne, es auch abweisen würden, das zu tun. Wir sind es auch, die sicher am wenigsten monetär von unserem Schreiben profitieren - immer zuerst die Anbieter und die Bars. Ich staune immer wieder, wie es in den letzten Jahren aber gelungen ist, uns genau das Gegenteil anzuheften. Ich staune ebenso darüber, dass diese Unabhängigkeit, die nur der Status des Journalisten gewährt, uns als Manko ausgelegt wurde, und dass die doch selbst marktbeteiligten Experten, seien es Botschafter oder Berater oder selbst Produkte vertreibende Vertreter bzw. Hersteller, als die freieren Urteilsgeber auf den Schild gehoben wurden. Auch dagegen argumentiere ich hier an und betone deshalb ausdrücklich unsere internen Spielregeln, die für mich tatsächlich für sauberen Journalismus stehen.

    Kurz gesagt: Ich habe es langsam satt, wie auf wohlfeile Art und zu Unrecht Stimmung gegen uns gemacht wird - und an dem bist du sicherlich nicht unbeteiligt, oder? Nur wer ist, wer sind denn die eigentlichen Nutznießer all dessen?? Das sollte mal offengelegt werden und dafür hat, wie ich finde, der Artikel von Phil Duff einen interessanten Anfang gemacht, wenngleich ich vermisst habe, dass er seine eigenen Zahlströme benennt und wie er in einem solchen Fall mit der Unabhängigkeit seines Urteiles umgeht.

    AntwortenLöschen
  14. Ich habe mich indes für Folgendes im Verlauf von 16 Jahren Schreiben in unserer Branche entschieden: Ich versuche über Produkte und deren Kategorien so zu informieren, dass sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. Das heißt zugleich auch, dass ich über - so weit möglich oder mir geläufig - alle Marktteilnehmer möglichst frei ohne eigene Wertung schreibe. Mir wäre im Umkehrschluss eine Inszenierung als Kritiker- oder "Nur-ich- weiß-was-Qualität-ist" Guru zuwider. Ich vertraue auf die eigene Genussurteilskraft meiner/unserer Leser, auch weil Genuss relativ und streitbar ist, und ich sehe meine Aufgabe darin, die Leser, wo weniger kundig, so gut wie möglich dazu in die Lage zu versetzen.

    Das mag man als zu smart und wertfrei empfinden - oder eben als marktnah ausdeuten. Ich gebe mal - längst unseren eigentlichen Disput verlassend, aber ich glaube, es betrifft die Kulisse für ihn - zu bedenken: Zeigt sich wirklich unabhängiger Journalismus dadurch, dass man Muster wie Groß gegen Klein, Neu gegenüber Alteingeführt, David gegen Goliath, Nische gegen Konzern, oder auch "Nur wir stehen für wahre Qualität" hübsch inszeniert? Und - hoppla, verkehrte Welt - nicht viele Anzeigen im Heft, sondern eher zu wenige - machen dich extrem abhängig.

    Ich finde, man sollte mal über die gern kolportierten Klischees gegenüber unserem Magazin nochmals nachdenken. Das Dooley's Sponsoring also hin oder her: Im Vordergrund steht das Thema Förderung der Frauen an der Bar. Und wer nun meint, das sei ein alter, unnötiger Zopf, der schaue sich mal die typischen Ergebnislisten der Wettbewerbe an. Wenn ich mich recht entsinne, waren in Barcelona, wo wir ja beide unlängst waren, im Weltfinale einer großen Marke auch wieder keine Frauen vertreten.

    Also, mach mich schlauer, wo ich falsch liege.

    Lieber Gruß!

    Heinfried T.

    AntwortenLöschen
  15. Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,
    liebe Freundinnen und Freunde der gepflegten Barkultur,

    der Emotionalitätsgrad, mit der diese Diskussion geführt wurde und wird, lässt mich vermuten, dass unsere Marke Dooley's nur Auslöser, nicht nicht der wahre Grund für diese Diskussion ist.

    Mir geht es an dieser Stelle daher nur um fachliche Aufklärung zu unserer Marke Dooley's:

    1. Dooley's ist unbestritten der höchstprämierte und damit qualitativ der beste Creamlikör der Welt, soweit wir den Weltmarkt überblicken.

    2. Dooley's ist einer der mixfähigsten Creamliköre, denn die Rezeptur von Dooley's weist in etwa 40% weniger Fett aus als man sie üblicherweise in bekannten Creamlikörmarken findet. Dass der Geschmack darunter nicht gelitten hat, siehe Punkt 1.)

    3. Wir halten hier ca. 250 Drinks- und Cocktailrezepte mit Dooley's vor, die wir aus der internationalen Bartenderszene erhalten haben. Ca. 50 dieser Rezepte sind im Web veröffentlicht.

    4. Der Dooley's Barmaid-Wettbewerb erfreut sich bei allen Teilnhmerinnen großer Beliebtheit, unter anderem auch deswegen, weil Dooley's als Creamlikör so unglaublich viele Mixmöglichkeiten bietet.

    5. Mit dem Barmaid-Cup fördert Dooley's seit Jahren den weiblichen Barkeepernachwuchs. Was kann daran schlecht sein?

    Diese Fakten müssen niemand sich schämen lassen, unter dem Patronat von Dooley's vorgestellt zu werden.

    Ihr

    Rüdiger Behn
    Geschäftsführer Waldemar Behn GmbH
    - Feine Liköre seit 1892 -
    Kadekerweg 2
    24340 Eckernförde
    r.behn@behn.de

    AntwortenLöschen
  16. "Wiederum Fakt ist, dass wir Autoren bei DRINKS - jedenfalls en gros - im Vergleich wohl am wenigsten auf der pay roll der Industrie stehen und, so weit ich meine Kollegen kenne, es auch abweisen würden, das zu tun."

    Interessant, was Herr Tacke hier schreibt. Im Vergleich zu wem? Und was genau impliziert diese Aussage? Bitte um Aufklärung.

    Verbindlichst, HA.

    AntwortenLöschen
  17. Helmut,

    danke für den Hinweis. Meine Bemerkung kann tatsächlich in den falschen Hals geraten. Ich hätte sauberer formulieren müssen. Es hätte heißen müssen "im generellen Vergleich." Im Endeffekt beziehe ich mich a) auf eher latent schwellende Vorwürfe gegen das Magazin, für das ich schreibe, also DRINKS, und b) auf den Artikel von Phil Duff und den Kontext, den er damit öffnet. Ich denke, dass wird auch durch den Verlauf der Diskussion, um die es sich hier dreht, deutlich.

    M. a. W.: Ich möchte schlicht ein Kriterium stark machen: Die Unabhängigkeit des Autoren. Dass ich ein Befürworter des journalistischen Konstrukt bin, ist sicher deutlich geworden. Und das sollte auch der entscheidende Tenor sein - nicht gegen irgendwen sonst. Auch nicht gegen Mixology. Ihr macht einen tollen, hoch engagierten Job und habt ohne Frage in den letzten Jahren für die deutsche Barszene Enormes geleistet. Und auch Jörg Meyer gebührt - wie wir ihn kennen, gern streitbar - diese Anerkennung, wie ich finde.

    Heinfried T.

    AntwortenLöschen
  18. Lieber Jörg,

    ich weiß solch Gastlichkeit zu schätzen.

    Ich habe weder den Artikel gelesen noch darüber geblättert, die Fotos angeschaut, noch zuvor von Frau Thompson im Barkontext gehört. Da war Nichts. Plötzlich ist da was, aus dem Nichts.

    Meine tiefste Verbeugung, Du bist ein Marketingexperte PUNKT kein Interpretationsspielraum.

    Herzlichst
    Jean-Pierre, rivabar

    AntwortenLöschen
  19. Vergnügen bereitet der gegenseitige Schlendrian. Offenbar schlenderst Du oft genug bei Vati vorbei, um das Zum-riva-Schlendern zu registrieren. Schlendern hat was - Gelassenheit, Großmut, Zurückhaltung, Reflektion.

    Ich empfehle schlendern, wenn der Grad der Verbissenheit zunimmt und nehme an, dass Ihr genau das gerade praktiziert. Oder weshalb ist der vergnügliche Kommentarfluss abgebrochen?

    JP, rivabar

    AntwortenLöschen
  20. Die Presse sieht sich gerne als vierte Gewalt im Staate und versucht sich krampfhaft diesen Status zu bewahren. Doch die vierte Gewalt im Staat hat längst den Sündenfall hinter sich und lässt sich - nicht nur durch Anzeigen - finanzieren. Ob das nun die Publikation ist, die solche Artikel als versteckten Nachlass für Printwerbung gibt, oder der Journalist der mit einem Kickback daran profitiert.

    Es ist egal! Presse will immer (15 Jahre Prinzip blablabla) unabhängig sein - kann es aber nie. 'Follow the Money' oder 'An dessen Tisch ich sitz, dessen Lied ich sing'.

    Viel schlimmer als dieses positive Aufnehmen von Dingen ist das Verschweigen eben solcher. ARD, ZDF und Andere machen es vor. Es ist viel wichtiger was man nicht bringt als was man bringt. Und damit trifft die DRINKS schon auch der Vorwurf, einseitig zu berichten.

    Und genau deshalb braucht es das Internet mit seinen Blogs als die 5. Gewalt, die eben Dinge auf den Tisch bringt, die ansonsten von der Presse verschwiegen werden.

    Ich bin aus der Branche, möchte aber annonym bleiben. Auch eine schöne Möglichkeit des Internets.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Was verdient ein Bartender …? Teil 5. Warum Bar Owner Ihre Arbeitsverträge checken sollten. Bar/Tender als Marke

Achtung Unterhaltsam ! Ein Gespräch mit Miguel Fernandez Fernandez. Der Weg zum Bartender - ein Zwischenstop!

A "Open Letter" to DIAGEO: Dear DIAGEO, you may have a WORLD CLASS Problem in Moscow...