06.04.2011

April 2011: Ich nehme Aperol aus dem Programm - Sommer 2011 "Spritz frei!"

11%Vol - Wo soll die Reise hingehen, Aperol?


Die Würfel sind gefallen. Eigentlich stand der Entschluss schon länger fest. Den letzten Anstoß gab die Venuez 2011. Dort traf ich wieder einmal Leonardo Leuci. Ein großartiger Kollege, der in Rom eine sehr kleine "Speakeasy" Bar betreibt.

Das schöne an den "kleinen" Bar Messen in Holland oder beispielsweise Paris ist, das man wenige Personen trifft, für diese aber viel mehr Zeit hat. Venuez 2011 war fantastisch. Allein schon der Gespräche mit Leuci wegen. Wir sprachen über Italienische Bitters, Vermouth und Liköre. Und deren teilweise dramatischen Wandel in der letzten Zeit. Über kleine, unbekannte Hersteller, echten Vermouth, guten Bitter, Handarbeit, Leidenschaft ... so ein typisches Bar Messen Gespräch halt.

Unter anderem zeigte er mir die "neuste" Änderung an Aperol - muss irgendwie an mir vorbei gegangen sein. Aperol jetzt mit 11 % Vol. "Jetzt reicht es dann auch" dachte ich mir. Aperol stand eh bei mir auf der roten Liste*.  Das war der letzte Ruck um Aperol nun endgültig als ernstzunehmendes Getränk aus der Back Bar zu nehmen. 11% ? OMG!

Mein eigentliches Problem mit Aperol ist eigentlich ein anderes: "Aperol Spritz". Dieses belanglose Getränk wird nun auch seit einiger Zeit im einer kleinen Bar in Hamburg bestellt. Und irgendwie mag ich dieses Getränk nicht. Belanglos, willenlos, banal ist meine Meinung zu dieser unverständlichen Mischung.

Gut, ich gestehe. Wir wollten jetzt ja nicht mehr arrogant sein. Immer freundlich zum Gast, Ihn nicht belehren, seine Entscheidung respektieren. So war doch jetzt der neue Tenor, der auch von den Bühnen der Barshows zu uns schwingt. Wie soll ich es erklären? Ich bin rückfällig geworden. Aber nur bei Aperol! Versprochen! Und außerdem habe ich diese Entscheidung nunmehr gefällt, weil der bisherige Weg der Holzweg war. Bislang haben wir nach jedem Spritz geschwängerten Wochenende einfach den Preis in der Kasse erhöht. Von Anfangs ich glaube 7,- € bis jetzt gut 14,- €. Aber das ist nicht richtig.

Nichts spricht gegen die üblichen 1€ bis 2 € Aufschlag für Vodka Drinks - ganz klar! Aber 14,00 Euro für einen belanglosen billig Drink ist in der Tat eine unverschämte Nummer. Und das möchte ich nicht. Ich habe mir geschworen, Value for Money zu liefern. Wer uns kennt, weiss das wir unsere Gäste mehr als schätzen und jeden Wunsch möglich machen. Nur, eine Bar sollte Ecken und Kanten haben, ein Konzept und sicherlich nicht alles servieren. Und um so nicht unsere geschätzten Gäste abzustrafen bleibt nur eins: APEROL muss raus aus der Bar! Und so wird es sein. Die letzten zwei Flaschen sind angebrochen. Herr Kappes, bitte nicht mehr nachbestellen.

Der Sommer 2011 kann kommen - ganz ohne Aperol Spritz. Zeit für einen guten Americano...
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* Rote Liste - Bitte um Ergänzungen

• RED BULL
• Café late
• Entkoffeinierter Espresso
• Prosecco
• alkoholfreies Bier
• Aperol
•..

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#Edit - 7.4.2011

Ich habe mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. Aperol hat in Italien 11% Vol. In Deutschland seit 2006 wieder 15 % Vol. Im Gespräch mit dem Italiener erzählte er mir vom Wechsel dieses Getränkes, von Anfang 18% auf nunmehr 11 %. Mich hat es ein wenig geschockt, das dieser Bitter im Mutterland selbst nur noch 11% Vol hat (In Holland gab somit anscheinend Italienische Ware)

Der Ausschlag gebende Grund für meine Entscheidung Aperol aus der Bar zu nehmen ist allerdings dieser Spritz.

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#Edit2 - 7.4.2011

Herr Groll und Herr Monteiro haben völlig recht. Dieses Aperol aus der Bar nehmen ist halbseiden und verlogen ...