01.09.2010

Champagner, der Wein der Bar. Ein manchmal undankbares Geschäft, ein erstklassiger Underdog und empfehlenswerte Champagner Händler

Auf dem BCB 2009 hatte ich das Vergnügen einer Podiumsdiskussion rund um das Thema Wein in der Bar beizuwohnen. In einem seltenen hellem Moment entsprang mir der Satz :"Champagner ist der Wein der Bar". Ein Ausruf, der den geschätzten Kollegen Scholl immer wieder zu Begeisterung auflaufen lässt. (Was meist kurz darauf durch eine Bestellung einer eben guten Flasche als Ausdruck einer gemeinsamen Bestätigung unterstützt wird.)

Wir hatten im Le Lion mit einer umfangreichen Weinkarte gestartet und nur sehr wenige Flaschen verkauft. Im Gegensatz dazu, verkaufen wir seit Eröffnung des Löwen sehr erfolgreich Champagner jeder Gattung. Champager gehört für mich in die Bar, und gelegentlich auch zur einen oder anderen Lebenslage.

Wie formulierte es Frau Bollinger einmal so richtig: "Ich trinke Champagner, wenn ich froh bin, und wenn ich traurig bin. Manchmal trinke ich davon, wenn ich alleine bin; und wenn ich Gesellschaft habe, dann darf er nicht fehlen. Wenn ich keinen Hunger habe, mache ich mir mit ihm Appetit, und wenn ich hungrig bin, lasse ich ihn mir schmecken. Sonst aber rühre ich ihn nicht an, außer wenn ich Durst habe." Ganz nach meinem Geschmack Lily.

Champagner ist oft ein "Marken Geschäft". Es gibt Marken, die werden von Bartendern müde belächelt. Andere wiederum, werden mit großer Inbrunst verkauft. Und mit großer Regelmässigkeit schaffen es die großen, geschätzten Häuser am Markt, die leidenschaftliche Arbeit des Bartenders mit Füßen zu treten. 

Dann kommt er zum Vorschein, der unschöne Anblick, wenn ein geschätzter Brand am Ende des Tages doch nur eines will. Masse statt Klasse.

Einer dieser großen "Bartenders Choice Brands" hat das ganze in den letzten Wochen mal wieder auf die Spitze getrieben.  Im Katalog des Nationalen Importeurs wird der gute Tropfen für 37,70 € die Flasche netto für Gastronomen angeboten. Ich selber kaufe Ihn, wenn ich Ihn in Deutschland kaufe, für ca. 34,00 € ein fern des eigentlichen Importeurs. Und seit gut zwei Wochen steht er für 28,00 € in der Metro.

Gut, könnte man denken. Dann mach Dir doch den Keller voll Meyer und heul hier nicht rum!

Sicher, eine Art das ganze anzugehen. Nur, stört mich solche hundsmiserable Markenführung eines Champagner Brands außerordentlich. Cash und Carry ist das Ende der Exklusivität. Wenn ein renommiertes Haus einen solchen Weg geht, finde ich das mehr als bedauerlich. Was bleibt ist der wahlweise parallel Eigenimport über Frankreich, da bekommt man den seht guten Tropfen für unter 25,- € oder schlichtweg: Auslisten des fantastischen Champagners. Wir werden sehen...

Da lobe ich mir meinen guten alten Hauschampagner. Kein "bekanntes" Brand, sehr gut gemacht, sehr gutes Preis Leistungs Verhältnis. Gerade im offenen Ausschank und als Filler für Drinks zu Empfehlen. Keinesfalls Anspruchslos, eher das Gegenteil. 

Der Rosé konnte mich bislang noch nicht wirklich überzeugen, aber das von vielen Bekannten Kritikern ausgezeichnete Cuvée Preference ist seltsamer Weise nahezu unbekannt in Deutschland. Für mich einer der Besten Value for Money Champagner, die es in Deutschland gibt.

J. Lassalle - Cuvée Preference BRUT. 


Norddeutschen Gastronomen sei der Händler Johannes Kemnitz ans Herz gelegt. Weitere gute Champagner am Start; z.B. Gosset. Cuvée Preference hier Netto knapp unter 20,00 € für TOP Champagner!

Privatkunden und für kleine Bestellungen sei einer der besten Online Champagner Shops der Republik empfohlen: WEIN NACH MASS. Die Auswahl ist unglaublich gut sortiert - viele hervorragende Häuser statt der Großen (mit der schlechten Markenführung).

Ich freue mich auf den Champagner Slot beim BCB 2010 mit Hendrik Thoma. Und Natürlich über Ihre Meinung zum Thema Champagner in der Bar, Hier im Kommentar und auf dem BCB - würde mich freuen, Sie dort auf ein Glas begrüßen zu dürfen.