30.08.2010

Bar Symposium - Polens erste Barmesse


Heute erhielt ich eine Email von Tomek Roehr, mit einer Bitte, der ich selbstverständlich mit großer Freude nachkomme:

„Dear Friends and Bloggers,

In two weeks on 13th & 14th September the first edition of Bar Symposium Warszawa will take place in Poland.

BSW is a unique event in Poland aimed at bartenders, hospitality managers and lovers of good spirits and cocktails. During the two-day meeting numerous lectures, workshops and panel discussions will be held with Polish bartending specialists, world-renowned experts and distinguished guests from abroad. The venue building will also host stalls of the biggest international and Polish brands of spirits, and leaders from the hospitality industry.

I would be grateful if you could let your readers know about this event.

If you would like further information please get in touch.
Bartending is an art. Don't miss Bar Symposium!

www.barsymposium.pl“ 


Dieser Aufruf ist nicht ganz uneigennützig. Denn schließlich habe ich das große Vergnügen, diese erste „Ausgabe“ einer Bar Show als „Speaker“ mitzugestalten.

Und ich freue mich sehr darauf. Dank an Tomek an dieser Stelle. Ich liebe das Neue, Unbekannte. Eine neue Barshow ist immer etwas ganz besonders. Barshows haben eine Halbwertszeit. Die einen mehr, die anderen glücklicherweise noch nicht feststellbar. Es gibt großartige Messen, BCB und Paris Barshow z.B., die vom ersten Tag an gut waren und jedes Jahr die Messlatte höher legten. Andere, wie London, habe ich ein wenig aus dem Fokus verloren. Dabei geht es gar nicht ausschließlich ums Programm oder um die Referenten. Vielmehr ist die Aufbruchsstimmung, die herrscht, das größte Vergnügen. Neue Kontakte treffen aufeinander, das „Feuer“ leuchtet ein wenig mehr in den Augen. Wenig ist institutionalisiert, keine Claims abgesteckt. Es bildet sich etwas... ich freue mich darauf, Teil dessen zu sein.

Ich selber habe natürlich gedacht: worüber spreche ich mit den Kollegen aus Polen? Und ich habe mich bewusst für etwas entschieden, über was ich sehr gut sprechen kann: Das Le Lion. Man möge mir meine vordergründige Einfältigkeit verzeihen. Also, ich persönlich könnte viele Stunden über meine Bar sprechen. Und wenn ich an mich als Zuhörer denke, frage ich mich ja selbst:Was möchte ich hören?
Und da ich die Bar liebe, will ich ehrlich sein: Ich könnte nicht nur stundenlang darüber reden, sondern auch stundenlang zuhören (werde ich beim BCB wieder unter Beweis stellen - erstklassiges Progamm btw). Nur, auf Augenhöge sollte es bleiben. Ehrlich, unterhaltsam, praxisnah. 

Der Ton macht die Musik. Und selbst, wenn es schon einige Monate her ist, hat Frau Schneider im "Willkommen im Zirkus" für mich interessant beschrieben, wie unterschiedlich das Vorgetragene von den Gästen aufgenommen wird. Nun,  danke für den Reminder an Frau Schneider. Ich freue mich auf Barsymposium. Auf viele interessierte Kollegen. Auf regen Austausch. Auf Augenhöhe.

12.08.2010

"Wenn man eine Leidenschaft für Alkohol hat, muss man nicht Barkeeper werden. Dann reicht es, Alkoholiker zu werden."

Mein persönliches Zitate 2010. "Welt Zitat" sozusagen: "Wenn man eine Leidenschaft für Alkohol hat, muss man nicht Barkeeper werden. Dann reicht es, Alkoholiker zu werden." Und diesmal kommt es nicht aus einem altem Barbuch oder von einem legendenhaften Top Mixologen. Es kommt vom Mann hinter der Bar, von Yared Hagos-Fassahan, Roomers Hotel Frankfurt. Es kommt aus diesem Interview mit Yared aus der Welt. Lesenwert! Und es finden sich noch andere Perlen. Wie diese hier "Drinks sind ja auch immer eine Visitenkarte." Wer Gin Tonic trinkt, kann auch im T-Shirt kommen. Er trägt einen inneren Smoking." 

Yared, Danke! Ganz großes Tennis, you made my day. Link Lese Empfehlung Nr.1 für heute Nacht!

Der Hintergrund zum Welt Zitat 2010 (von Yared) sind Dinge, die im Beruf Bartender in der Regel noch wichtiger sind als der Drink selbst. Der Gast zum Beispiel. Und noch mehr. Ein wenig ging es um dieses "Über den Drink" hinaus ja auch in meinem Aufruf zum "Le Lion bildet aus - Commi de Bar" Post. 

Von dieser "un-offiziellen"Ausbildung zum Bartender durch ein jährige Commi de Bar Tätigkeit im Le Lion, hatte ich unter anderem hier bei einem "11 Fragen an Jörg Meyer" Interview mit dem englischem Drinks Factory Blog gesprochen.

Irgendwie kam das ganze dann schließlich in America an. Das NY Barfly fragt: "Are you down for this apprenticeship" und "Inside Food and Beverage" schreibt: "Le Lion hungry for fresh blood"(und der Titel gefällt mir!).

Wow! Und tatsächlich kommen die ersten Bewerbungen aus dem Ausland an. Und ich bin sehr gespannt. Viel mehr allerdings hat mich gefreut, das sich bereits drei junge Herren aus Deutschland beworben haben, die allesamt einen guten Eindruck machen. Die ersten Vorstellungsgespräche sind terminiert und ich hoffe zum Anfang Oktober jemand neuen einzustellen. Falls noch jemand eine Bewerbung abgeben möchte: Bis Ende August würden ich für diese erste Runde Bewerbungen B
berücksichtigen. Wenn wir die Stelle erfolgreich besetzen werden, wäre eine nächste Stelle aller Wahrscheinlichkeit ab August 2011 zu vergeben - falls jemand langfristig planen möchte.

Ich selber werde nun für gute zwei einhalb Wochen "abtauchen" - Urlaub nennt man das glaube ich. Und obwohl mein "Facebook #off" auf eben jener Plattform für allgemeine Belustigung sorgte ("Schaffen Sie eh nicht Herr Meyer...") werde ich erst ab dem 30.8.2010 Rede und Antwort stehen. Aber: der Form halber: Bewerbungen werden an mich weitergeleitet und wir werden uns wegen Vorstellungsterminen melden.

Ich konnte nun so etwas komisches wie "Dieser Blog macht Urlaub" schreiben, muss Sie aber enttäuschen. Trotz Rückzug auf Sozialen Netzwerken und telefonischer  Erreichbarkeit, kann es durchaus passieren, das mir noch ein Text über die Tastatur rutscht. Schreiben ist mir nämlich größtes Vergnügen. Und nichts anderes soll man ja im Urlaub tun. Daher, wer weiss ob ich die Zeit finden werde für ein, zwei Text.

Falls nicht, möge man man es mir verzeihen. Falls Ihnen in den nächsten Wochen ein Rotes Buch mit der Aufschrift "Wahre Worte Weiser Wirte" über den Weg läuft, riskieren Sie einen Blick. Ca. Zwanzig Wirte wurden dort interviewt. Meine Person ebenso. Vom Clubbetreiber und Discomacher, vom Bartender ohne und Bartender mit Stil. Vom Atlantic und vom Kiez... Und gerade die Damen und Herren aus dem Kiez und der Eckkneipe sind eine wahres Vergnügen. In Kürze werden weitere Trailer auf www.wahreworteweiserwirte.de und ich habe diese heute vorab gesehen und Sie sind echtes Entertainment! Also, gerne in kürze noch einmal versuchen. Lohnt sich.

05.08.2010

Jürgen Deibel über PISCO - Pisco Inferno 2010

Jürgen Deibel kommt gerade aus Lima zurück und hat dort die Barshow Lima (!) organisiert. Wow. Er hat mir von seiner Reise einen Text über Pico geschrieben. Sozusagen als Aufwärmung für das Pisco Inferno. Here we go:


Jürgen Deibel :"Peru – Pisco und mehr

Die Reise nach Peru zieht sich. Direkte Flüge ab Deutschland gibt es derzeit nicht, man muss eine Zwischenstation machen. Amsterdam, Madrid oder Miami bieten sich an, letztere aber alleine wegen der Einreiseformalitäten nur bedingt. Ist man dann endlich in Lima angekommen, findet man eine neue Welt. Nicht nur dass die Jahreszeiten entgegengesetzt den europäischen sind, auch Mentalität und Verkehr sind für den Europäer sicher zuerst eine Herausforderung.

Lima liegt, entgegen der weitläufigen Meinung, nicht in großer Höhe sondern gerade mal ungefähr 60m über dem Meeresspiegel des Pazifik. Das Wetter wird im Winter selten unter 10°C kalt aber auch nicht über 16°C warm - bei einer Luftfeuchtigkeit von über 90% an manchen Tagen. Im Sommer wird es dagegen auch selten über 30°C warm, aber ebenfalls mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Nach der Ankunft im Hotel führt der erste Weg mit Sicherheit zur Bar. Landestypisch wird man dort, falls nicht schon beim einchecken, mit einem Pisco Sour empfangen. Dieses Nationalgetränk ist es, dass den Pisco nun auch bei uns stärker in den Vordergrund rückt.

Meine ersten Reisen nach Peru führten mich zu vielen Pisco Produzenten in den 5 Provinzen südlich der Zentralprovinz Lima. Ica, Arequipa, Moquegua, Tacna und Lima sind für die Herstellung von Pisco zugelassen. Alle Regione, bis hoch zu der höher gelegenen Region Arequipa, werden von dem Klima des Pazifiks beeinflusst. Immerhin hat Peru eine Küstenlänge von mehr als 2500 km entlang des Pazifik!

Neben diesem Kriterium zeichnet peruanischen Pisco die Traubenauswahl aus: Nur acht Trauben sind zugelassen, jeweils unterteilt in vier sogenannte nicht-aromatische Trauben und vier aromatischenTraubensorten:

Nicht-aromatisch : Quebranta, Negra Criolla, Mollar, Uvina
Aromatisch: Italia, Torontel, Albilla , Moscatel

Pisco aus diesen Trauben bekommt man sowohl sortenrein, sogenannte Pisco Puro, oder als „Blends“, die sogenannten Acholado.

Wird die Vergärung der Traube unterbrochen und direkt destilliert entstehen die bei Kennern als pur zu genießenden sehr geschätzten Mosto Verde Pisco, die eine außergewöhnliche Geschmacksvielfalt und Intensität aufweisen. Zwischen 10 und 18 kg Trauben können hierfür für einen Liter Pisco benötigt werden!

Die Herstellung der Brände – es sind Weinbrände! - erfolgt durch einmalige Destillation des Weines der genannten Traubensorten. Die Destillation erfolgt in Alembiques oder Falcas. Die Kunst des Brennmeisters ist maßgeblich für die Qualität, denn eine nachträgliche Bearbeitung, auch nicht mit Wasser, ist ausdrücklich verboten. Das Destillat wird nur noch über mindestens drei Monate geruht und kommt dann direkt in die Flaschen. Eine wahre Leistung der Destillationskunst!

Derzeit sind mehr als 400 Brenner registriert und stellen unterschiedliche Pisco her. Nicht jeder produziert alle Varietäten, doch findet man leicht mehrere hundert verschiedene Pisco in einem gut sortierten Supermarkt! Zumindest in Lima und den größeren Städten Perus.

Wenn man erstmals den peruanischen Pisco pur probiert erschließt sich für den (allenfalls an chilenischen Pisco gewöhnten) europäischen Gaumen eine neue Welt. Wird er dann noch in den klassischen Drinks wie Pisco Sour (3:1:1), Capitán oder Chilcano verarbeitet, weiß man, was Genuss bedeutet.

Peru bietet also, neben der besten Küche Südamerikas und den landschaftlich reizvollen Klimazonen (es gibt 5 Klimazonen in Peru) auch für den Liebhaber gepflegter Barkultur einiges. Man muss nur wissen, wo man hingeht! Und dafür lohnt sich auch ein langer Flug.

Jürgen Deibel

International Independent Spirits Consultant
Deibel Consultants und Deibel’s Academy of fine spirits, Hannover"

Jürgen Deibel wird einen einführenden Beitrag zum Thema Pisco auf dem PISCO INFERNO 2010 halten. Zusätzlich wird er das Tasting "eröffnen" und zu beginn moderieren.  Neben seiner Academy of fine spirits und seiner Tätigkeit als Consultant ist er meines Wissens: 1st Cognac BNIC Educator,
Sherry Educator & Director Lima Bar Show, Peru. Ich freue mich, das wir Ihn für Tasting gewinnen konnten.

www.deibel-consultants.com 

PODCAST Interview: KANALGrün. die geliebte PR und einige offene Fragen...

Gestern hat KANALgrün ein Podcast Interview mit mir veröffentlicht. Das findet man ---> HIER.

Leider lässt KANALgrün kein „einbinden“ zu. Ich habe den Link heute einige male verschickt und bekam einige Antworten zurück, die mir zurück schrieben: „Häää ? Wo denn?“.

Ich muss gestehen, die Aufmachung des KANALgrün ist etwas unübersichtlich. Unter, unter dem ganzen Web 2.0 Gedöns findet man den kleinen Play Button.

Gefunden? Gut so.

Ruhig ganz anhören, lohnt sich!

Heimo, mit dem ich das Interview geführt habe, habe ich ursprünglich über Twitter kennen gelernt. Das Interview dauerte, ich glaube 30 bis 40 Minuten und ist hier verständlicher Weise etwas zusammen geschnitten worden. Mein Dank fürs interessante PODCAST an dieser Stelle ans Team nach München.

Im Anschluss an das Interview gibt es eine kleines Gespräch der Moderatoren zum Thema. Im Groben geht es dabei um drei Punkte:

1.) Wie können wir Hern Meyers Anklage abbilden?

Naja, etwas harte Worte. In Kürze: Ich erwähne im Gespräch das die meiste PR Arbeit mit Bloggern oberflächlich, desinteressiert und viel zu kurzfristig abgebildet wird. Es wird besprochen, das eine PR Agentur solche „Kommunikation mit Multiplikatoren“ ja professionalisiert, dafür Systeme entwickelt, diese Kommunikation organisiert. Ein Inniges Verhältnis, echte Leidenschaft, lesen, kommentieren und Interesse für die Sache aufzubauen kostet viel Zeit, damit Geld und die Frage ist, ob der Kunde bereit ist das zu zahlen, bzw. ob er in Zukunft bereit sein wird, gerade in diesen Teil mehr zu investieren.


Nun, meine Meinung: So wird das nichts. Am Anfang des PODCAST unterhalten sich die Moderatoren über die SCROLL Edition der Welt und bemerken richtig das Bloggern ein selbstreferentieler Haufen (Haufen kommt von Meyer!) sind, deren Welt sich um Twitter, Facebook und Co. dreht. Die auch nicht über den Teller Rand schauen. Nun, um bei der PR Branche zu bleiben: Scheint mir hier nun ebenfalls ein wenig selbstreferentiel.

Wir debatieren hier, auch auf diesem wie ich finde hörenswerten Podcast, über die Vielfalt der PR Welt und sehen Schwierigkeiten in der Umsetzung der Basics? Relations, eine langfristige Sinn-hafte Beziehung zu den verschiedensten Multiplikatoren aufzubauen, scheint mir die Hauptaufgabe der PR. Wenn ich es nicht schaffe dem Kunden das zu verkaufen, dafür irgendwelche Aussendungen, Events und anderes Brum Borium präsentiere, scheint mir das Thema PR verfehlt.

Setzen, Sechs. Na gut, vier minus - für „Schönschreiben“!

Ich meine, wir reden hier nicht von Pressearbeit auf Augenhöhe mit dem Niedersächsischen Landboten. Wir wollen hier jetzt schon Bundesliga und drüber spielen, oder?

Leidenschaft kostet kein Geld - Sie sollte Grundvoraussetzung sein. Ich möchte Menschen für eine Sache begeistern ohne Leidenschaft? Na ich weiss nicht. Es ist eine zeitliche Herausforderung? Ja klar! Nur statt Unmengen an Agenturzeit in fragwürdigem Aktionismus zu verschwenden, stellt sich doch die Grundfrage: Was sollte ich bei all meinem Tun WEGLASSEN, um mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Zwischenmenschliche Beziehungen sind in meinen Augen der wichtigste Schlüssel zum Erfolg. Diese zu fördern, muss eine Triple AAA Priorität für jede Agentur haben.

Beispiel. Herr T. betreut Spirituosen Kunden XYZ. Es sollte die intrinsische Motivation des zuständigen Mitarbeiters (Her T. also) sein, beispielsweise alle wichtigen Blogger für seine Projekte zu kennen und mindestens auf ein oder zwei Blogs pro Tag einen sinnvollen Kommentar zur Sache zu geben oder sich sonst irgendwie bemerkbar zu machen. Das regelmässige Lesen und Mitgestalten solcher Inhalte finde ich die eine absolute Triple AAA Aufgabe.
Und das ist kinderleicht. Und das Beste daran: Da ich mich nur mit sinnvollen Kommentaren angenehm bemerkbar mache, bedeutet das, das ich mich zuerst ein wenig in die Materie einarbeiten muss. Schadet ja niemanden, oder?

Schön sind ja immer die Presseveranstaltungen und Events auf denen die Mitarbeiter der PR Agentur händeringend nach etwas Small Talk suchen und dann über die am Nachmittag einstudierten 3 Facts mit einem ihren Gästen reden wollen.

Hui ... noch jemand einen Gin & Tonic?

Ich will das ganze gar nicht aufbauschen. Und sicherlich nicht den PR Agenturen erklären wie Sie Ihre Arbeit machen sollten. Der Externe weiss immer alles besser. Wissen Sie wie viele Gäste ich jeden Tag treffe, die mir hilfreiche Tips geben. Ich mag Sie trotzdem (ich kann so etwas nach jahrelangem Training sehr charmant überhören!)

Das kennt jeder Gastronom nur all zu gut. Nur, einerseits bin ich ja Empfänger der PR Arbeit und kann nur das Beurteilen was wie bei mir ankommt. Sicherlich wäre so eine Beziehungspflege zeitintensive - nur: Wer will hier eigentlich was von wem?

Und wahrscheinlich lässt einem das Tagesgeschäft nicht viel Zeit für tiefgehende Beziehungspflege. Nur, ist das nicht auf Dauer das Wichtigste was man in der PR machen kann?

Ich vergleiche das mit einer guten Bar und Ihren Stammgästen. Wir Bartender müssen Sie Kennen. Und ich als Chef muss dafür Sorge tragen das JEDER meiner Angestellten Sie und Ihre Eigenarten kennt. Das fängt an der Tür an und hört am Tresen auf. Diese Nuancen, dieses Individualisieren unserer zuvor standardisierten Dienstleistung unterscheidet eine gute Bar von einer Schlechten. Und sicherlich auch die langfristig wirtschaftlich erfolgreiche von einer nicht so erfolgreichen.

Und wer sich in die Menschen eingearbeitet hat, wird sogar Wege und Mittel finden mit sehr wenig Aufwandt und Kosten sehr viel „Gegenleistung“ zu bekommen. Ganz sicher.

Mit Leichtigkeit spielen altgediente Profis hinter der Bar die Klaviatur, die langjährige Stammgäste immer wieder kommen lässt und diese an besonderen Abenden zu besonderen Umsätzen verleitet. Warum? Weil wir uns um Sie kümmern. PR ist in meinen Augen nichts anderes. Ich bekomme das wieder, was ich investiere. Technische Spielereien, tolle Präsentationen und Hochglanz Events in Ehren. Ja, alles schön, und gut, und teuer. Geht aber auch anders. Und dazu empfehle ich: Anfangen. Denn das Ganze wird mir im Moderatoren Gespräch zu Gigantisch dargestellt. Wer soll das Bezahlen, wer hat schon soviel Zeit... ? Ich rede gar nicht davon das die Blogs tagelang gemonitort werden. Das ganze ist so verschwindend gering, das der RSS Feed nach wenigen Minuten guter Vorbereitung geladen ist um jeden Tag, innerhalb von 10 bis 15 Minuten up to date zu sein. Und man beachte die neue Pflichtübung für PR‘ler: „Two Comments per day keeps the bankruptcy away...“ 


Die Zweite kurz Diskussion: Bezahlen von Bloggern, Blogeinträgen, flattr. „persönliches und privates trifft auf wirtschaftliche Interessen“.Kurz: Her mit der Kohle! 

Hier möchte ich den drei Moderatoren in allen Punkten der Anklage zustimmen. Blogger drehen sich die Medallie oft, wie sie wollen. „Ich machs aus Leidenschaft - aber ein „Produktionskostenzusschuss“ kann ich Ihnen doch in Rechnung stellen, oder?“

Was für eine verlogene Mischpoke. Ich finde bezahlen von Blogs und Bloggern überhaupt nicht verwerflich. Verwerflich finde ich dies nicht transparent zu tun. Es gibt gewerbliche Blogs. Die schalten Anzeigen oder haben sonst geartete Bezahlmodelle. O.k. Solange das Transparent und nachvollziehbar ist - wunderbar. Für Artikel selbst bezaheln bleibt in jeder from des Publizierens eine schmierige und schwierige Sache. Ich würde mal Sagen: Finger weg!

Blogger die „Produktionskostenzuschüsse“ in Rechnung stellen sollte man die Zusammenarbeit kündigen. Das erinnert mich an Advertorials im Print. Pfui Bäh.

Interessiert doch eh niemanden ernsthaft. Und es ist ein erbärmliches Armutszeugnis für den Blogger, der sein Tun selber nicht verstanden hat. Bloggen ist am Ende des Tages eine Form des Selbstmarketings. Und daraus ergeben sich so viele Möglichkeiten „Geld zu verdienen“, das das Bezahlen von Inhalten auf einem Blog eher lächerlich erscheint. Wer einen gescheiten Blog schreibt, echten Inhalt liefert, einen Mehrwert, einen Nutzen, mit Talent und Geschick, wird für seine Mühen immer in irgend einer Weise belohnt. Fern ab von Bezahlen des Geschriebenen. Ansonsten macht der Blogger, wie ich denke, etwas falsch.

Zwei Sätze von der KANALgrün Crew fand ich interessant, man entschuldige mir hier das Goldwagenlegen.


1. „Bin ich jetzt ein Blogger aus Passion oder mach ich daraus ein Business Modell?“ 

2. „Aber da sind wir noch in der Zwischenphase wo wir uns gerade befinden, und wo sich jeder Blogger auch entscheiden muss: In welches Lager er irgendwann einmal gehen will. So das wir dann eine bestimmte Gruppe an Bloggern behandeln wie Journalisten, Journalistisches Umfeld mit dem ganzen professionellen Anspruch den wir dann haben und es wird dann aber auch Liebhaber Blogs geben, auf die wir anders zugehen müssen“ 

Nun, zu Aussage eins bleibt zu sagen: entweder oder? Ein Business Modell aus der Passion machen - dann wird ein Schuh raus. Lesebefehl: CRUSH IT - Gary V.

Zu zwei: Gut, Blogger sind ein unprofessioneller Haufen voller Befindlichkeiten - und anstrengend, unterschreibe ich sofort. Aber das Bild das hier vom realem Journalisten gezeichnet wird ist in meinen Augen ebenso erschreckend. Die Maschine in der er steckt: hochgradig professionalisiert und kommerzialisiert lässt wenig Platz für echte Leidenschaft. Ist der professionelle Journalismus hier etwa unten angekommen? Scheint so. Zum Glück findet man auch genügend Ausnahmen.

Beim dritten Thema geht‘s ums Bildmaterial. Schön oder Authentisch?

Sicherlich haben Print und Profi Publisher ganz andere Ansprüche als der kleine Blogger. Und eventuelle macht auch hier eine „individualisierte“ PR Mehr Sinn als das Massenhafte verschickte uniformen Bildmaterials. Und ich glaube, ich habe mich in diesem Blog auch schon mal über Agenturen ausgelassen, die den Versand von Bildmaterial hochgradig unprofessionell gestalten. 10 MB Anhänge und mehr. Ich verstehe nicht warum Agenturen immer noch soviel Anhänge verschicken statt DROPBOX oder ähnliche Lösungen zu nutzen. Aber was soll‘s. Anderes Thema...

Es geht hier auch um „Authentisches Bildmaterial“ - ganz wichtig. Aber „Schönes“ Bildmaterial darf doch im Idealfall auch „Authentisch“ sein, oder? Aber noch viel Wichtiger, und das ist in der Diskussion untergegangenen. Es geht vordergründig darum, keine Bilder mit Inhaltlichen Fehlern zu verschicken. Der beworbene Drink in besprochener Presseaussendung ist definitive nicht im Glas. Das war eine kleine PR Panne (Hat aber letzten Endes deshalb zu einer Veröffentlichung bei mir geführt.)

Ich könnte mich stundenlang übers Thema unterhalten. Und die drei Moderatoren und Heimo sicherlich auch. Daher wünsche ich mir, Heimo jetzt bist Du gefordert, das jeder Mitarbeiter von Ketchum (bald heißt die Agentur : emanate ) hier jetzt bitte unter realem Namen einen sinnvollen Kommentar zur Diskussion abgibt. Sozusagen zum Warmwerden. Ich bin gespannt obs klappt. 

Danke noch einmal nach München.


Abschließendes:
  •  Seminar: Mein Angebot für PR Agenturen steht noch : Lust auf den Kanonenschlag? (Unter dem  Comfort Bild geht's los...)
  • Zeit: Dieser Post hat mich ca. 1,5 Stunden gekostet. Zeit die ich eigentlich nicht habe. Jetzt werde ich aller Wahrscheinlichkeit morgen wieder meinen Steuerberater ob der fehlenden Buchhaltung vertrösten oder jetzt noch ein par Stunden dranhängen. Variante zwei ist derzeit gewählt. Kurze Nacht ick höre Dir trapsen.... Aber, ich glaube das, das Beantworten wichtiger war als ein paar Stunden Schlaf mehr. Weil eine PR Agentur jetzt einen Kanonsschlag bucht, was mir Umsatz bringt. Oder ein Folge Interview auftaucht ...oder oder oder. Irgend etwas wird passieren. Und sei es das Heimo seine Kollegen motiviert, wir hier eine brauchbare Diskussion lostreten, und das anderen Web zwo Nullern auffällt oder dies irgendwie besprochen wird. Und Und Und ...den Ratenschwanz kann man sehr lang weiter spielen. Und zwar zu recht. Es lohnt sich. 
  • Eigentlich ist mir hier Ketchum immer noch eine Antwort schuldig...

04.08.2010

Kurzer Interner Hinweis: Blogger / Blogspot Kram

Ich hoste meinen Blog bei Google / Blogger. Nicht besonders hübsch aber recht unkompliziert. Derzeit gibt es, wie man auch in einigen Foren lesen kann, noch nicht gelöste Probleme zum Kommentieren.  Seit gut drei Wochen kann ich selbst via MAC nicht mehr kommentieren, via iPhone klappt das. Das Problem ist seit einigen Wochen bekannt, keine sinnvolle Antwort von Google bislang.

Ich habe jetzt den Flattr Code aus dem Template entfernt - da hier eine Fehlerquelle vermutet wird.
Außerdem habe ich das Kommentieren umgestellt auf Pop Up Fenster, statt in Text Einbindung. Dies ist zwar sehr häßlich, scheint mir aber gerade nicht anders gelöst werden zu können.

Das interessante ist, das einige Personen durchaus normal kommentieren konnten, andere, ich selber, hingegen nicht mehr. Falls jemand eine Lösung für das Problem kennt, bitte ich um Nachricht. Mir fehlt die Zeit das weiter zu bearbeiten, allerdings finde ich ein Blog mit nicht funktionierender Kommentar Funktion nicht akzeptable. Also Bar Geek sucht Blog Geek. Danke. Weiterlesen! (und Kommentieren...)

Eine "fiktive" Stellenanzeige fürs Le Lion: Gesucht: „Commi de Bar“

Was waren das noch für Zeiten. Als Bartender durchs Land zogen und in einer kleinen Bar in einer Großen Stadt anheuerten. Sie kamen vom Kreuzfahrtschiff, aus allen Teilen der Welt. Sprachen vielleicht neben Englisch noch eine andere Sprache. Hatten viel gesehen, Ihren Mann gestanden. Konnten erfahrenen Gästen auf Augenhöhe begegnen. Konnten auch mit Ihren Berufsbild, dem Barmixer, „alt werden“.

Nicht das ich dieses Zeiten erlebt hätte. Ein wenig habe ich über diese alte Zeit „gehört“. Von alten Bartendern. Selbst die gibt es heute eigentlich nicht mehr. Alte Kreuzfahrtzeiten, die Europäischen Grand Hotels ... da muss jemand mittlerweile schon ziemlich alt geworden sein, um davon zu berichten. Und das in dem Beruf. Gastronomische Berufe haben eine deutlich verkürzte Lebenserwartung.

Wenn man mal wieder jemanden aus der „alten Garde“ trifft, freue ich mich über die Geschichten von ganz früher. Da wurden Gurken Scheiben eingefroren um im Winter Pimm‘s servieren zu können ! Dieser und andere Tips und Tricks. Und was ganz klar in meiner Vorstellung hervortritt: Großartige Zeiten für Hochstapler. Da wurde Reputation und Erfahrung ersponnen und erlogen. Wer konnte es schon kontrollieren. Klasse Zeiten !

Und dennoch, wer Reputationen aufbauen wollte machte erst einmal eine gescheite Kellner Lehre in einen Guten Haus. Anschließend, meist schon alles „in House“ geklärt, ging es dann für ein Jahr an die Bar. „Mann“ war Commi de Bar. „Einfach mal die Schnauze halten“ sagte mir ein Mitglied der alten Garde, Ex Commi im Vier Jahreszeiten Hamburg. Vor einigen Jahrzehnten versteht sich.

Wer das Jahr absolviert hatte, war Barmixer. Recht einfaches System wie ich finde. Und recht effektive. Schlägt jede mir bekannte Ausbildungsform für Bartender um Längen. Barschulen können einem so etwas in meinen Augen nicht vermitteln. Und IHK Prüfungen erst recht nicht. Aber das ist ein anderes Thema.

Also, wer ein guter Bartender werden will, sollte in einem guten Haus arbeiten. Sicherlich besteht nicht die Garantie das er dadurch ein guter Bartender wird. Talent ist eine Vorraussetzung und Idioten schaffen es egal wo, das Ding an die Wand zu fahren. Außerdem könne gute Adressen auch schlechte Ausbilder sein...aber, ich verliere mich. Zurück zum Thema.

Aber dennoch, so ein „klassischer“ Commi de Bar Weg macht für mich Sinn. Die vorherige Ausbildung in einem guten Hotel ist in meinen Augen mehr als Sinnvoll. Nicht absolutes Muss aber dennoch ein absolut richtige Grundlage.

Dort lernt man, so meine Einschätzung, Dinge, die niemanden Schaden könnten. Basics, die man später nur noch schwer vermitteln kann. Dinge, die einen als Mitarbeiter im Gastgewerbe in Fleisch und Blut übergehen sollten und mittlerweile oft eher die Ausnahmen sind.

Ich will hier nicht von Mitarbeitern des Löwen sprechen, aber so das eine oder andere bekommt man auch heute noch bei Besuchen rund um den Globus mit. Einiges ist leider sehr ernüchternd. Basics, das Mindestmass an Verhaltensregeln oft Fehl am Platz. Essen hinter der Bar, Telefonieren, SMS etc sind überall anzutreffen und mir ein Graus im Auge. Aber auch so schöne Spiele wie zwei Bartender an der Bar, ein einzelner Gast und die beiden unterhalten sich permanent über privates ... Hackt es eigentlich?

„Call me Spießer“ aber ich stehe auf so Old Skool Geschichten. Von diversen Ungeflegtheiten in Garderobe und sonstigen Verungleisungen einiger Bartender ganz zu schweigen. Joviales „Duzen“, Hin-knien zu Gästen, Gäste betatschen, High Five und andere Verhaltensstörungen, "einen auf Buddy machen" - zum Kotzen.

Schlechtes Benehmen wohin man sieht. Daher: zwei, drei Jahre hoffentlich anstrengende Ausbildung in einen gutem Haus könnten Helfen. Muss nicht, kann aber. Also in meinen Augen sehr guter Grundstein für das Gastgewerbe. Außerdem noch für einen weiteren Effekt. Gastgewerbe ist Knochenarbeit. Extrem Anstrengend. Und eigentlich immer unterbezahlt. Und bei einer schlecht Bezahlten Ausbildung im guten Hotel mit einigen Dutzend Überstunden pro Monat bekommt man in meinen Augen ein gesundes Verhältnis zu dem Job. Bartending ist Knochenarbeit. Es hat viel mit solchen unliebsamen Dingen wie Mise en Place zu tun. Wer darauf trainiert wurde das das Mise en place IMMER, IMMER perfekt zu sein hat (weil sonst ein kolerischer Oberkellner alles andere als freundlich sein wird) hat eine gute Schule für die Bar durchgemacht.

Und, noch eins: Hierfür möchte ich Herrn Kappes heilig sprechen. Er hatte eine Welt Idee. Statt Japanese Barset das Vileda Wisch Set für den jung Bartender. Denn neben Mise en place ist Bartending: Putzen und Pflege. Das mag in großen Häusern ob unterschiedlicher Personalkosten anders geregelt sein, in einem kleine Haus hingegen müssen alle ran.

Und da hilft es nun einmal extrem, wenn man einen angewöhnten Zugang zu solchen lästigen aber notwendigen regelmässigen Arbeiten hat. Also, alles in allem: Vorab Ausbildung im guten Hotel/Restaurant in meinen Augen kein Fehler. Eher positive zu werten.

Aber darum geht es nur zum Teil. Eigentlich geht es mir ja um den Commi de Bar. Den „Lehrling der Bar“. Bartender Generationen sind mit diesem System Großgeworden. Und es macht in einen Augen verdammt viel Sinn. Wer in einer guten Bar arbeitet, die Gepflogenheiten dort studiert, kann, und das meine ich ernst, ohne jemals einen Drink für Gäste zubereitet zu haben, ein besserer Bartender sein, als viele die gleich am ersten Tag schon fast den Barchef gemimt haben. Wer in einer guten Bar arbeitet, sieht eine Menge. Jede Nacht. Neben der Theorie auch jede Menge Praxis jenseits des Shakers. Und das ist in meinen Augen eine gute Schule. Und eine gute Bar sollte es sich schuldig sein, das ein Neuling selbstverständlich NICHT die Drinks zubereitet. Auch nicht an einem ruhigen Sonntag Abend. Und wenn es eine gute Bar mit einem gutem Team ist, sieht man sich auch in der Verantwortung, dem Commi ein Wissen über den Abend hinaus zu vermitteln.

Eigentlich ein großartiges System. Und da wir gerade im Le Lion personell knapp besetzt sind, neben meiner Person derzeit noch Herr Kappes und Herr Bornhöft, und wir in naher Zukunft auf Grund der kommenden Wintersaison und neuer Projekte wie dem Tasting Room neues Personal einstellen möchten, würde ich neben zwei neu zu schaffenden Stellen gerne auch eine als Commi de Bar anbieten. Neben Herrn Kappes, dem Barchef vom Le Lion, wird derzeit gerade eine zweite Stelle in Kürze neu besetzt. Zum Winter hin werden wir noch einen Bartender und eben einen „Commi“ einstellen. Zeit dieses Vorhaben zu bewerben. Nur würde sich so eine Stellenbeschreibung in unseren Zeiten nicht ganz so lesen wie man es gerne poltisch korrekt hört. Wenn man schreiben dürfte was man wollte, würde man das dann vielleicht so schreiben:

Stellenanzeige

Wir suchen eine Commi de Bar, ab September / Oktober 2010. Wir verstehen einen Commi de Bar als „Auszubildenen zum Bartender“. Ich verspreche dem Bewerber das wir ihm diesbezüglich eine umfangreiche Ausbildung anbieten werden, so er den gewillt ist, die hierfür notwendigen Leistungen zu erbringen. Ich erwarte von einem Commi einen Arbeitseinsatz von 200 bis zu 220 Stunden pro Monat. Die Bezahlung gleicht eher der eines „Praktikums“ und wird 1000,00 € pro Monat Brutto betragen. Bewerber sollten mindestens 20 Jahre alt sein und sehr gutes English sprechen. Ich erwarte gute Umgangsformen und ein gepflegtes Äußeres, bin hier aber, im Gegensatz zu den Umgangsforrmen, zu Interpretationsversuchen bereit.

Eine vorangegangene Ausbildung in der gehobenen Gastronomie begrüße ich, ist aber nicht Ausschlag gebend. Ihre Arbeitszeit wird auf ein Jahr begrenz sein. Wenn Sie also wie wir glauben, das sich trotz eines sehr großes Arbeitseinsatzes und sehr schlechter Bezahlung das Jahr als Commi im Le Lion wegen einer sehr gute Ausbildung zum Bartender auch für Sie lohnen wird, sollten Sie mit eine Bewerbungs-Email schicken:  Joerg @ lelion.net

Ihre Bewerbung sollte, wenn es irgendwie möglich ist, nur als Email bei mir landen. Mich nerven diese Bewerbungsmappen. Ihre Bewerbung sollte enthalten: ein aktuelles Photo, ein Lebenslauf, Zeugnisse etc. Darüber hinaus sollten Sie mir mittels eines Textes erklären, warum Sie gerne ein Jahr als Commi de Bar bei uns Arbeiten möchten. Der Form halber sei erwähnt, das dies Angebot selbst redend für Damen, als auch für Herren gelten würde!

Im Grunde genommen würde man es gerne so direkt schreiben. Oder noch kürzer:


Jemand Lust auf die Reise?

03.08.2010

Ein Geschenk zum 150 jährigen Geburtstag von Campari: Gran Classico Bitter - Kaufempfehlung.

Gran Classico Bitter von Tempus Fugit Spirits, Product of Switzerland


Vor gut drei Monaten, erhielt ich eine Probe von Markus Lion, Absinthe.de . Darin eine Flasche Gran Classico Bitters. Als wir telefonierten, sagte Markus: "im Prinzip Campari nach der alten Machart..."



Ah ja. Nun denn, hörte sich interessant an. "Ja, wenn Du eine Flasche übrig hast, teste ich das Produkt gerne". Kurze Zeit später traf der Gran Classico Bitter im Le Lion ein. Und irgendwie hatte ich in dieser Woche nicht die Zeit für einen Test. Die Herren, mit denen ich in der Regel das Vergnügen habe im Le Lion zu arbeiten, hingegen waren ob des Paketes ganz interessiert. Ich hatte kein Zeit aber sagte Ihnen, probiert wenn Ihr wollt...

Ein paar Tage später sah ich die angebrochene Flasche in der Bar und fragte nach Feedback. Der Tenor im Prinzip: "Nee, das ist nichts. Kein Campari...".

O.K. Irgendwann werde ich auch einmal testen. Dachte ich. bureau Umzug, neue Projekte. Die Flasche wanderte. An einen kühlen Ort (Gut so!). Allerdings damit auch ein wenig "Aus dem Auge, aus dem Sinn."

Vor drei Wochen hatte ich die Flasche wieder in der Hand. Und irgendwie war gerade ein Glas in der Nähe. Und viel wichtiger:  Zeit war da. Also. ein Probe Schluck pur. Ich war angenehm überrascht. Also "soooo" schlecht fand ich Gran Classico nicht. Mir fehlte im bureau der Vergleichs Campari aber das Produkt allein für sich gefällt mir durchaus. 

In der Farbe fehlt viel vom Campari Rot. Eher Gold Töne, Bernstein ist im Glas. Die Nase: Kräuter, Zitrusfrüchte, Bittertöne, Anklänge von Vermouth, Wein. Sehr gelungen.

Der Geschmack ebenfalls. Angenehm öllig, kräutrig, leichte Schärfe. Im ganzen wie ich finde Grand Classico sehr gelungen. Auf Eis ebenfalls ein schöner, leichter Bitter mit feinen Aromen. Und da ich in meinem Lebens schon ziemlich viel Cynar getrunken hab, kann ich behaupten, das es irgendeinen Ton in Grand Classico gibt, der dem Cynar nahe kommt.

Ohne einen Preis für den Deutschen Markt zu wissen (sicherlich jenseits des im LEH so erfolgreichen Camparis) eine Kaufempfehlung von mir - Vorerst zumindest zum testen. Gran Classico erinnert mich an die Anfangszeiten von Antica Formular. 5 bis 6 facher Preis eines Standard LEH Vermouth. Und permanenter Beschaffungsnotstand in Deutschland.

Als professioneller Bartender sollte und darf man nie den Preis und die Wirtschaftlichkeit außer Acht lassen. Nur sollten wir als Profis auch nie eine andere wichtige Sache außer Acht lassen - den Genuss.

Antica Formular ist ein fantastischer Vermouth. Nur eben oft auch sehr dominant, fast süß. Ich selber benutze häufig den kleinen Bruder, Punt et Mes. Aber eben nicht immer. Es ist überhaupt nicht verwerflich mit nur einem roten Vermouth in der Bar zu arbeiten. Nur ab einer gewissen Anspruchshaltung bringt eine größere Auswahl einfach mehr Farbe ins Spiel. Und wenn unser Konzept High End erstklassig sein will, kann sich das auch durch eine größere Produktvielfalt manifestieren. Viel wichtiger noch und seltener anzutreffen, der Bartender der diese Vielfalt zu nutzen weis und diese perfekt einsetzt. Und für mich kommt da nun auch Gran Classico ins Spiel.

In diesem Jahr feiert Campari den 150 jährigen Geburtstags. Und "endlich" gibt es eine interessante Alternative. Nicht das ich glaube, eine Bar könnte ohne Campari auskommen. Aber Gran Classico stellt nun einiges in Frage. Wenn ich versucht habe Menschen das Spirituosen Konzept vom Le Lion zu erklären war meine Erklärung immer: Wir kaufen nichts was es im LEH gibt. Ausnahme ist z.B. Camapri - dafür gibt es keinen Ersatz.

Jetzt schon. Oder genauer gesagt jetzt gibt es ein Upgrade. Ein Add on. Wie gesagt, eine Bar ohne Camapri bleibt für mich undenkbar. Aber jetzt kommt eine für mich hochwertige Alternative in Haus. Weg vom LEH. Jede hochwertige Bar sollte so wenig LEH wie ebend möglich listen. Und jetzt kann man den Gästene ien Alternative anbieten.

Und dennoch ist Vorsicht geboten. Früher galt die goldene Negroni Regel. Du kannst den Gin gegen viele andere oft weße Spirituosen tauschen (Tequila, Genever...) und den Vermouth anpassen aber eine Konstante, der Campari, bleibt. Ein Gran Classico Negroni ist eine doch schmeck bar andere Geschichte.

Die Frage ist ob es uns gelingt, unseren Gästen diesen Schritt zu erklären und Sie zu leiten. Wer einen Campari will, weil er genau SEINEN Campari Geschmack möchte, soll Ihn haben. Nur das Gute an unseren Bars ist ja, der das Barmöbel selbst mehrmals die Woche mir experimentier freudigen "Auch Experten" bevölkert ist und wir uns über Jahre eine Art Vertrauen erarbeitet haben. 

Und wer einen Teil seiner Arbeit darin sieht, diesen Gästen immer wieder auch Neues und Gelungenes zu präsentieren, dem wird mit Grand Classico Bitter ein weiteres, wie ich finde gelungenes, Werkzeug an die Hand gegeben. 

Ähnlich wie beim Gold Engel, der kein echter St. Germain Ersatz ist gilt: Gran Classico ist kein Campari Ersatz. Rezepte müssen auf Gran Classico angepasst werden. Modifiziert. Aber wer sich genusssüchtig darauf einlässt kann in meinen Augen mit neuen "Dimensionen " belohnt werden. Eine Nische, sicherlich. Aber deswegen stehe ich gerne hinter der Bar. Weil es um Kleinigkeiten geht, um die Nische, um den Genuss. Ja doch, auch ums Geld verdienen. Wird schon nicht vergessen...

Was fehlt, ist die derzeitige Bezugsmöglichkeit. Ich bitte um Quellen...

Ich muss vielleicht noch eine Sache "einwerfen". Letzten Endes breche ich hier eine Lanze, weil ich glaube, Gott möge mich vor all zu gutem Marketing schützen, das hier Enthusiasten eine alte Machart wiederentdeckt haben und sich ein beleben lohnt. Die "Italien Bitters of Turin" aus der Mitte des 18.ten Jahrhunderts. Aber darüber haben schon andere gutes geschrieben:



02.08.2010

Verlose kurzfristig zwei Karten zum PISCO INFERNO - Bastian Heuser hat das zu verantworten

Die Geschichte ist so kurz wie der Abend hier heute kurzweilig ist (bei der zweiten Montecristo No.4). Bastian Heuser schickte mir ob meines indirekten "Ich suche PISCO Drinks" Aufrufs gleich mal ein Rezept. Das Wiederum möchte ich der Nachwelt, bzw. der Bar Welt nicht vorenthalten. Hier ist es:

Tokio-Lima Sour°

4 cl Honjozu Sake
2 cl Peruanischer Pisco (Acholado oder Quebranta passen)
3 cl frischer Limettensaft
2 cl Zucker
1/2 Eiweiss
Peychaud Bitters

Glas:
Sourglas

Garnitur:
Camparistaub*

Zubereitung:

Den oberen Rand des vorgekühlten Gästeglas am Fruchtfleisch einer Zitrone befeuchten und in den Camparistaub stecken, sodass ein Rand entsteht. Alle Zutaten in einen Shaker geben, diesen mit Eiswürfeln füllen und kräftig 30 Sekunden (30 mal) schütteln, dann in das Gästeglas abseihen.

* Ca. 150ml Campari auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Für 24 Stunden bei 50° im leicht geöffneten Backofen backen.


Und ehrlich gestanden kam mir bei dieser Pisco Rezept Zusendung eine Idee. Ich würde gerne Ihr bestes Pisco Rezept kennen lernen. Alles außer Pisco Sauer. Und Pisco sollte schon einen Dominanten Anteil im Drinks haben. Zu gewinne gibt es zwei Karten für Pisco Inferno am Samstag. 

Das Pisco Inferno wird nämlich derzeit, neben den ganzen Piscos die Herr Steffens aus der Welt zusammen gestellt hat, freundlicher Weise von zwei Firmen die in Deutschland Pisco vertreiben unterstützt. Und aus beiden Häusern können an den Termin keine Teilnehmer zusagen. Somit stell ich die beiden Plätze, die eigentlich unseren Sponsoren zu gestanden hätten, in deren Namen zur Verfügung.

Die Teilnahem ist recht Einfach: Poste Dein Pisco Rezept hier im Kommentar. Herr Kappes, Herr Meyer und Herr Sørensen werden Donnertag zwischen Mitternacht unsere Favoriten auswählen und bis nach Feierabend aus mixen und bestimmen. Sprich Freitag morgen habe ich zwei Tickets an die beiden besten Rezepte (wie wir finden) zu vergeben. Das ganze wird hochgradig kurzfristig und alles andere als Objektive. Aber, ein Spaß ist es trotzdem. Also, ich bin gespannt wer die 75,00 € Startgebühr fürs Pisco Inferno noch gegen ein gutes Rezept einlöst. Und wie gesagt: bitte als Kommentar, kein Pisco Sour.

Die "indirekten Sponsoren" für diese Freikarten:

Die Herren Dauelsberg & Lobmeyer von
Pisco Peru GbR - mit den PISCO Qualitäten Pisco Ocucaje.

und 

Frau Ana Rosa Trelles Santana de Elflein von 

Pisco de Oro e.K. - mit den Qualitäten von Pisco Vinas d ORO

Vielen Dank and dieser Stelle für den support. Also, ich freue mich auf Pisco Rezepte.

*Edit: Nach dem Pisco Inferno werden wir ein kleines Pisco Kompendium zum Download zur Verfügung stellen. De Rezepte die uns hier gut gefallen, würden wir dort gerne mit aufnehmen.

Ein Sonntag Abend mit Marian Beke, Søren Sørensen, dem für mich ungewöhnlichstem Drinks Menu seit Jahren und einem Löwen, der noch nicht ganz glaubt was Ihm da blüht...

Ich hatte es als Cocktail Weekend Teil II bereits angekündigt: Marian Beke mixt im Le Lion. Ich halte Ihn für einen der talentiertesten und ins besonders schnellsten Bartender die derzeit hinter den Tresen der Welt stehen. Sein Arbeitsstil finde ich unglaublich beeindruckend. Seine Drinks haben mich bei einigen London Aufenthalten nie enttäuscht - das Gegenteil war der Fall.

Am kommenden Wochenende, am Sonntag den 8.8.2010, wird Marian nun mit Unterstützung von Søren Sørensen einen Abend lang seine Drinks im Le Lion präsentieren. Um 20.00 Uhr geht es los und ich würde mich freuen, wenn Sie mit uns diesen Sonntag Abend verbringen möchten.

EIN WICHTIGER HINWEIS. Wir berechnen keinen "Eintrittsgeld", Sie müssen sich allerdings via email an Joerg @ lelion.net verbindlich anmelden! Dies ist kein regulärer Le Lion Abend. First come, first serve. *Man beachte ebenfalls die *"Fußnote"

Als mir Søren heute Nacht das Drinks Menu geschickt hat, musste ich zweimal hinschauen. Für mich, das ungewöhnlichste Drinks Menü was ich seit langer Zeit gelesen habe. Geplant sind derzeit folgende Drinks (unter Vorbehalt der Zutaten ... ganz sicher bin ich mir im Moment noch nicht bei der einen oder anderen Position)


Cherry-Wallnut Martinez
Old Tom style Gin aged in cherry wood with whole wallnuts rolled up with sweet stevia leaves vermouth and maraschino liquer finished with float of bitter chocolate and chilly oil...
Serve on side: cherries in chocolate and galliano picled walnuts

East Sea Martini
Soschu infused with gin botanicals, dry sherry, green bamboo salt and korean sea wheat, all stirred together with dash of yuzu bitters
Glass is rimmed in salted pine honey and served with catch of the day ....

24V Cobbler
Electric wine cobbler include fresh cranberries, chocolate eau de vie, dashes of 24 v bitters, maple syrup and fresh lime squeezed. Garnished with cobbler shaped ice and traditionally silver service...

Name of Samurai
Fresh cutted levandel, japanese whisky mellowed with bamboo charcoal, ginger infuse sake, madarine bloosom water and vanila sugar...

Stout Flip
Stout beer, whole goose egg, heavy cream, dried hops, dark sugar syrup, finished up with bitter sweet brullee on top

Seoul Swizzle
matcha powder and sencha green tea,sweet spice and wood cordial, cognac from barrel swizzled with local blossoms and lime ...

Pims Punch
morning pre-bottled and well chilled in soda bottles to be served freshly as pims punch and ticked up with some xantan gum to keep bubbles inside ..
(Randnote des ungläubigen Bar Owners: Wovon spricht der Mann? Hilfe...! Aber Saucool...)


Sørens Drinks (hat gleich Mengenangaben mitgeschickt, guter Mann. Hier kenne ich sogar Zutaten!)

The Jackalope

50 ml applejack
15ml grade b maple
15ml fresh lemon juice
8 ml fresh orange juice (Hat der hier gerade 8 - acht (?) geschrieben ...??)
shaken! served in a absinth rinsed goblet/coupe

The Dillinger:

40ml dill aquavite
20ml cream
20ml creme de cacao
stir - strain


Jack n' Rolla

60 ml Applejack
barspoon Benedicktine
barspoon Grenadine
squiced lime wedge
build in rocks glass with huge chunk of ice

*Ich hab jetzt ein wenig Respekt vor Sonntag und frag mich gerade ob der Gute Marian mit einen LKW anrollt? Ich hab keine Ahnung wie viel er von diesen Infusionen mitbringt und denke frühes kommen sichert eine gewisse Auswahl. Zur Not kann ich mir aber auch vorstellen, das er selbst einen Gin & Tonic unglaublich cool ins Glas bringt ... Um es kurz zu machen: Ich garantiere Gar nichts, befürchte aber das es ein sensationeller Abend wird.

Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Und sei es nur um mich einmal richtig ins Schwitzen kommen zu sehen ... 

P.S. Ich werde versuchen Rezepte zu veröffentlichen - wenn ich Sie denn verstehe!

Drinks List & Recipes PDT Hamburg

Am 2. Mai 2010 haben wir mit Jim Meehan zusammen in Hamburg das PDT Hamburg (Members only / Membership by appointment) eröffnet. Und da ich gerade fürs Pisco Inferno nach "neuen" Pisco Drinks suche, fiel mir glücklicherweise der Pisco Drinks des PDT Hamburg ein:

BEE’S SIP

Chamomile Pisco, Junmai Sake, Honey and Elderflower Liqueur
We hope this is the May flower you’ve been waiting for after all those April showers.

Bee's Sip recipe

2.5 oz. Chamomile Infused Barsol Quebranta Pisco
1 oz. Masumi “Okuden” Junmai Sake
.5 oz. Barenjager Honey Liqueur Stir with ice and strain into a chilled,
St. Germain rinsed coupe Garnish with a lemon twist
(Jim Meehan, Spring 2008)


Chamomile Infused Barsol

Quebranta Pisco 1 x 750ml Bottle of Barsol Pisco .5 oz. In Pursuit of Tea Chamomile Flowers Infuse for 15 minutes then fine strain Yield is .95 bottle

Wir haben seiner Zeit in Ermangelung von Herrn Meehans Wahl Quebranta von Piscos Vinas de ORO genommen (über Weinquelle).

Die Infusion ist sehr einfach und der Drink hat überzeugt!
Hier nun die gesamte PDT Hamburg Karte mit Rezepten
 


Drinks List & Recipes PDT Hamburg



Disclosure: Piscos Vinas de ORO ist so freundlich und unterstützt das Pisco Inferno mit Ware und beteiligt sich an den Kosten für die Referenten.