28.02.2013

Heute schließt das TRADER VIC'S Hamburg - letzte Chance für einen Besuch.

Small trader vics

 

Heute Abend schließt eine Cocktailinstitution in Hamburg. Ein Institution von der viele Hamburger heute noch nicht wissen, das es Sie in Ihre Stadt gibt (respektive gab).

Bei einigen war die Bar und das Restaurant TRADER VIC'S beliebt, den zum frühen Abend bot man kostenlos "polinesische" Snacks an. Von der Geschichte hinter dem Brand allerdings, wussten die meisten Hamburger, so mein Eindruck, recht wenig.

Bartender flößt der Name  TRADER VIC'S und der des ehemaligen Founders und Bartenders VICTOR BERGERON andererseits gehörigen Respekt ein.

Ihm wird, der eingefleischte Trinker wird nun aufhorchen und protestieren, die Erfindung des MAI TAI zugesprochen. Deutlich unbekannter ist der zweiter Anwärter auf diesen "Nicht von dieser Welt" Drink: DON the BEACHCOMER - anderes Rezept, andere Story. 

Suffering Bastard, Samoa Fog Cutter, Scorpion um nur einige andere Drinks zu nennen.

Außerdem gilt Trader Vic als derjenige unter seinen Zeitgenossen. der die TIKI KULTUR, starke Rum Drinks und fast märchenhafte Geschichten aus einem fiktiven Zielgebiet namens Polinesien, zu Weltruhm verhalf.

Seine Bartender Bücher sind legendär, im Original rar und schwer gesucht. Die Bücher sind noch heute wertvoller Quell an Informationen für jeden Bartender und ohne diesen weit gesegelten Segler, der die Welt bereiste und ein Bein im Kampf mit einem Hai verlor, ohne diesen Haudegen und seine Bars auf der ganzen Welt, wäre die Barkultur um eine bedeutende Person ärmer gewesen.

Voller Respekt verneige ich mich Richtung San Francisco und erhebe heute Abend einen Mai Tai auf Victor. Wenn alles klappen sollte, im Trader Vic's Hamburg.

Und ich mußte sehr schmunzeln, als ich vor gut zwei Jahren einen Post zu lesen bekam, der von einem Zeitungsartikel aus dem  Jahre 1957 berichtete. Das, um ehrlich zu sein, machte mir diesen Herren vollends Sympathisch.

Der Artikel erzählt von Trader Vic, Vitor Bergeron und seinen Mythen, der er erschuff. In der Regel gab er keine Interviews aber er verstand es, das Image des weit gereisten Seglers in alle Welt zu verkaufen. Der Artikel zeigt einen anderen Bergeron. Einen sympathischen, ehrlichen Bartender. Der sich hart sein erstes Geld verdient hat, Seekrank war, keine Schiffsreisen mehr unternahm. Das meiste seiner Inspiration kam von einem einzigen Besuch auf Kuba. Das Bein verlor er ob einer Krankheit im Kindesalter. Ich liebe diesen Artikel, zeigt er doch Realität und Mythos auf sympathische Weise.

Zwei Jahre nach diesem Artikel, sollte Trader Vic einen herben Rückschlag einstecken. Die Hilton Gruppe eröffnete 1958 das luxuriöseste Hotel seiner Kette in Havana, das Havana Hilton. Im Keller befand sich das erste Trader Vic's Kuba, sozusagen kam er nach ca. 25 Jahren auf die Insel zurück, die Ihm den Ursprung seiner Mixkarriere bereitete. Knapp ein Jahr später übernahm Fidel Castro die Regierung und relative kurz danach das Hotel. Er nannte es Havana Libre und es wurde sein Regierungssitz für mehrere Jahre. Eines der luxuriösesten Hotels der Welt war im gerade gut genug. "Wasser predigen, Wein trinken" -  soviel zum Sozialismus.

Und in dieser Zeit schrieb Trader Vic auf seine Barkarte in Havana folgenden Zusatz :"No more fine Cuban Rum since that stinker Fidel Castro took over - but never a hallura lot of menus - VIC" - damit konnte er sicher ein, das Herr Castro zumindest seine Menüs nicht weiter verwenden würde. 

Link zum Post by Darcy O'Neil

Also, Heute Abend, am 28.2.2013, sollten Sie das Trader Vic's Restaurant und Bar im Radisson Blue am Dammtor besuchen. Und Ihren letzten Mai Tai im Trader Vic's Hamburg genießen.

 

 

 

 

20.02.2013

Die Markteinführung von Tanqueray Malacca Gin Limited Edition - weder chaotisch noch gehypte.

Malacca Car


Anfang Februar kam die lang ersehnte Remake Edition des Tanqueray Malacca Gins nach Deutschland. Um den 6.2.2013 erschienen die ersten Preise in den Onlineshops. Ich veröffentlichte eine Screenshot von BARDEALER.de der seiner Zeit die Flasche mit 119,00 € anbot. Deutlich über dem erwarteten Preis. So sammelte ich die Tage Screenshots und Preise.

  • Der Hauslieferant der Löwen, die Weinquelle, ging mit hanseatischer Gelassenheit das Thema an und seine Flaschen für 36,90 überlebten ein paar Stunden im Online Shop, dann waren Sie ausverkauft.
  • Auf der Hanse Spirit bot Dirk Becker ein paar Flaschen feil, so haben mir Kollegen berichtet: ca. 45,- € die Flasche.
  •  Bottleshop.de startete Online mit 41,99 € - am Abend war die Flasche bei 99,90 €. Einige Tage später erhaschte ich einen Screenshot für 149,99 €. Heute steht der Artikel für 119,99 € im Shop, allerdings mit dem Zusatz "AUSVERKAUFT".
  • Der gleiche Händler (Münchner Getränke Service GmbH) betreibt einen e-Bay Webshop wo man Ihn auch für über Hundert Euro zum Sofort Kauf fand. Die Angebote sind verschwunden, es scheinen sich Käufer gefunden zu haben.
  • Heute bietet Spirituosen-Superbillig im Shop Flaschen für 68,85 € an. 
  • Ebenfalls heute findet man auf ebay Angebote von Spirituosen-Raritäten.de Thomas Radermacher Berlin für 129,10 € "Sofort-Kaufen".
  • Auf einem Foto des ebay-Anbieters "Tequiller01" sind heute 7 Flaschen der Edition zu sehen, der Preis beträgt 69,90 € pro Flasche bei "Sofort Kaufen".
  • Der Private Verkäufer "lesist" biete eine Flasche per ebay Auktion bis zum 23.2.2013 an. Startgebot: 70,00 €, derzeit keine Gebote.
  • Derzeit finde ich keine Angebote von anderen Ländern auf ebay.
  • Auf Hood.de bietet derzeit der private Verkäufer "collector-09" eine Flasche für 159,99 € "Sofort-Kaufen" an.
  • Spirituosentheke.de hat auf seiner Facebook Seite eine Foto mit einer halben Palette Tanqueray Malacca veröffentlich. Der Untertitel lautet:"Heute wurden wir mit 22 Kisten des limitierten Tanqueray Malacca beglückt. Jetzt muss der Gin nur noch kurz durch kalkuliert werden und dann steht er in den kommenden Tagen bei uns im Shop zum Verkauf. http://www.spirituosentheke.de/gin/gin-marken-1/tanqueray-gin.htmlEin Klick auf den Shop zeigt, das derzeit kein Malacca angeboten wird. So eine Kalkulation kann eine haarige Sache sein und sich schon einmal über Wochen hinziehen. Vielleicht habe ich es auch einfach nur verpasst und die 132 Flaschen wurden bereits beim Händler abgekauft. 

Vielleicht macht man hier auch das, was viele zu machen scheinen: Abwarten.

Soviel zur aktuellen Malacca Preis Situation in Deutschland. Ein unterhaltsamen Vergnügen. 

Marco Beier / der MIXOLOGY MAGAZIN Blog übt Kritik. 

Vor ein paar Tagen nun veröffentlichte Marco Beier im Mixology Blog eine Artikel mit der  Überschrift:

"Tanqueray Malacca - Vom eigenen Hype überholt?"  

Dort nun holt Herr Beier ein wenig aus und verteilt Seitenhiebe auf DIAGEO und die zuständige Agentur. Es wäre lange nicht klar gewesen, in welchem Preissegment sich dieser Gin ansiedeln würde. DIAGEO schien bei dieser Einführung eher Lehrling als Meister gewesen zu sein. Die Aktion wirke nicht sorgfältig geplant, er stellt sogar infrage ob dieser "unkontrollierte Hype" eventuelle gar gewollt sei? Man verliert sich in Sichtachsen und beklagt die Fotoqualität des ausgesandten Pressematerials. 

"Und dann das Roll-Out. Keine Samples an Medien, Blogger oder meinungsbildende Bartender". LVMH wird für seine gelungen Einführungen diverser Limited Editions im Vergleich gelobt. Die Mixology übliche "Offenlegung" verrät  zum Schluss : "Mitglieder der MIXOLOGY-Redaktion haben sowohl Malacca der sündhaft teuren Sammler-Version Prae-Relaunch als auch Malacca der Wiederauflage verkostet. Für diesen Artikel spielten unsere Verkostungsnotizen keine Rolle…."

Nach der Lektüre des Artikel war ich etwas unsicher. Redet Herr Beier hier von gleichem Produkt und der gleichen "Einführung" die ich beobachten konnte? Spaß beiseite. Es mögen unterschiedliche Eindrücke bei so einer Sache entstehen. Konkrete Beispiele, die das ganze fundamentiert hätten, fehlten mir in Marcos Text. Meine Eindrücke waren ganz andere.

Malacca für den Löwen

Malacca Lion

Schon vor einigen Monaten kontaktierte mich DIAGEO Global und lud mich zum internationalen Launch des Malaccas nach London ein. Ich sagte ab - zuviel Termine derzeit, diverse Reisen geplant, Prioritäten sind zu setzen.

Vor gut zwei Monaten dann kontaktierte mich Heiko Tagawa und fragte mich, ob ich Interesse hätte, einige Flaschen des Malaccas für die Bar Le Lion zu beziehen. Seinerzeit sagte er mit, das Produkt wird um die 30,- € liegen, ohne Gewähr, aber so als grobe Richtung. Ich sagte ihm zu.

Vor ca. drei, vier Wochen wurde es konkret. Über andere Märkte und Angus Winchester hatte ich erfahren, das Malacca sozusagen ein "Bartender" Projekt ist. Eine Limitierte Auflage die in erster Linie den Bars zur Verfügung gestellt werden soll. Sozusagen ein "Danke Schön" an den On-Trade - für Premium Objekte die mit Premium Spirituosen arbeiteten. Nunmehr teilte mir Heiko mit, das ich 30 Fl. pro Objekt vorbestellen könnte, dank BOILERMAN sozusagen jetzt 60 Fl.  Bei Bezug über Lühmann würde mein Preis ca. 35 - 40 € sein. Wieviele Flaschen ich gerne Vorbestellen möchte? Ich entschied mich für die volle Menge. 14 Tage später war die Ware bei Lühmann, der Preis war etwas geringer und somit völlig in Ordnung. Ich belud ein Car2go Smart, verdoppelte damit wahrscheinlich seinen Wert. Einen Tag später war die Ware im Keller und dank Bankeinzug mein Firmenkonto um ca. 2000,00 € erleichtert.

Kein Chaos, keine Hektik, Nichts. Auch von anderen Hamburger Kollegen hörte ich ähnliches. Auch von Kollegen aus anderen Städten. Die echten Fachhändler hat die Flaschen einfach nicht in die Shops eingelistet weil sie zu überwiegend "normalen" Preisen unter der Hand an die Bar &  Bartender geben. 

Einige ärgerten sich im Nachhinein, das Sie nicht mehr vorbestellt hatten. Aber ist das ein Fehler von DIAGEO? Sicherlich, die Kapitalbindung, gerade für kleine Bars, ist bei diesem Vorgehen nicht unerheblich. Aber ansonsten lief alles wie am Schnürchen. Zwei Telefonate und eine email von Heiko, ein Telefonat mit der Weinquelle. 10 Kisten ins Lager tragen. Fertig.

Ich habe ein paar Tage gebraucht, bis wir den Malacca Martini als Bartenders Choice auf die Karte gebracht haben. Seitdem verkaufen wir Malacca. Ganz Luehmann Style mit hanseatischer Bedachtheit. Wir werden Malacca nicht künstlich verknappen oder abwarten ob sich der Preis nach oben entwickelt. Die Flaschen werden aufgemacht, ausgeschenkt und wenn Sie ausverkauft sind, sind Sie ausverkauft.  So einfach ist das. Vielleicht werden die letzten Malacca Drinks eher an Stammgäste verteilt, selbstverständlich ohne "limitierten" Preisaufschlag. Soweit zum Löwen.

Irrungen und Wirrungen

Doch zurück zu Marcos Text. In Hamburg kein Chaos. Keine Spur. War es in München so anders? Ist es DIAGEOS "Fehler" wenn wenige Händler das Produkt zu hohen Preisen in die Shops stellen? Ich finde nicht. Zum Glück leben wir in der freien Marktwirtschaft. Die Nachfrage bestimmt den Preis. Ein fantastisches System. Das sich einige Händler mit überhöhten Preisen nicht zwingend einen Gefallen tun, ist ein anderes Thema - und doch möchte ich eine Lanze für Sie brechen: 

Eine limited Edition ist für einen Händler oft auch ein undankbares Geschäft. Vom Hersteller (DIAGEO) als "Danke Schön" gedacht. In Deutschland aber vertreibt DIAGEO keine Produkte direkt an die Gastronomie. Man ist auf Händler für den Vertrieb angewiesen. Wenn nun beispielsweise einige hundert Flaschen für verschiedene Gastronomen der Stadt beim Händler angeliefert werden, finde ich es ein ganz normales herangehen, das man dem Händler auch einig Flaschen "zur freien Verfügung" zukommen lässt. Dieses Phänomen betraf übrigens auch die von Marco benannte TWITTER Konversation zwischen mir und Angus, die wir später über private Nachrichten zu Ende geführt haben. Angus hatte sich schlichtweg gewundert, warum überhaupt Flaschen in den Handel gekommen waren - das war nämlich nicht in allen Märkten so.

Jetzt hat also ein Händler einige Flaschen besonders guten Stofffes und es bleibt die Frage, was tun? Sie wie Lühmann zum fairen Preis in den Shop stellen? Hätte ich wahrscheinlich nicht gemacht. Das Produkt war in Stunden ausverkauft. Von Jägern und Sammlern die sonst nie bei Lühmann bestellen. Ich hätte es wahrscheinlich als "Draufgabe" guten Kunden einzelnend angeboten. Wenn man schon keinen Monitären Vorteil mit solch einer Lieferung hat, dann nutzt man Sie zumindest zur Stammkunden Bindung oder ähnlicher Wertschöpfung.

Andere Händler haben sich für einen deutlich teureren Abverkauf entschieden. Da könnte man nun mit erhobenen Zeigefinger den Anstand solcher Händler in Frage stellen - aber auch das finde ich in der Regel zweifelhaft. Denn ein Großteil der Anklagenden ärgert sich doch nur, das er/sie nicht möglichst viele Flaschen für kleines Geld kaufen konnten um diese dann später teuer Weiterzuverkaufen oder seine Sammlung aufzuwerten. Diese Moral schient mir in weiten Teilen verlogen. 

Der Löwe kauft regelmässig beim Shop bardealer.de . Und wenn dieser jetzt seine Flaschen Malacca teuer zu Geld machen will, ist mir das vollkommen Recht. Wir kaufen regelmässig bei barrealer.de denn einige Preise sind dort unschlagbar. Dem interessierten Gastronom sei nahegelegt, das der Shop ab gewissen Mengen auch Gastro Konditionen anbietet. Für mich also alles in Ordnung. Zum Glück lebe ich im Kapitalismus, zum Glück entscheidet der Markt. Ich werde das nicht strafend werten.  

Ist dieser freie Markt, die freie Preisfindung, nun also die Schuld von DIAGEO? Ich denke nicht. Der Vergleich zu LVMH hinkt meiner Meinung nach gnadenlos. Die ARDBEG und CO's  bringen eine Sonderedition nach der anderen raus. Haben sich mit Ihren Member Clubs etc.  Ihren eigenen Sammler und Connaisseur Vertriebskanal aufgebaut. Und konzentrieren sich mit voller Breitseite auf private Freaks, Jäger und Sammler. Ganz im Gegensatz zur MALACCA LIMITED EDITION. Da sind die Empfänger Bars und Bartender. Und das ist ein lobenswertes Zeichen! Szenenapplaus für diese Idee an DIAGEO.

FMCG sind ein dreckiges Geschäft. In der Regel werden wir Bars & Bartender benutzt mit einem einzigen Ziel: So schnell wie möglich viel Umsatz im Fach- und Einzelhandel bzw. C&C. Vertrauern und Marke in der Bar aufbauen, dann rauf auf die Handels - Überholspur und Sch..ss auf die Bars.  Ganz selten gibt es da Ausnahmen. Und das sollte viel öfter geschehen. Die Malacca Limited Edition ist da ein kleiner Schritt, der mir sehr gut gefällt. 

Sicherlich, bei den im Raum schwebenden 3000 Flaschen für den deutschen Markt wird nicht jede Bar eine Flasche bekommen haben. Und auch nicht jeder Bartender.

Der eine oder andere Bartender nimmt sich eine Flasche oder zwei mit nach Hause. Ein für die Sammlung, eine zum Trinken. Dabei sollten wir Sie in den Bars öffnen und ausschenken. Als Belohnung für unsere tollen Gäste und Stammgäste. DIAGEO gibt uns damit einen USP zurück. Etwas - was in der Regel nur in einer Bar getrunken werden kann. Das ist ein charmantes Toll - in Zeiten des Gin-Hypes.  Danke dafür von mir. Ich hoffe die Idee findet Nachahmer. Wenn Bars und Bartender statt Connaisseuren, Jägern und Sammlern mit einzigartigen Produkten unterstützt werden, lobe ich mir das sehr. Möge es Nachahmer finden. Und mögen die Bartender Ihre Flaschen aus der Homebar aussortieren und Ihren Gästen zu großartigen Martinis einschenken.

Zurück zu den Wurzeln: Es geht um Bars und Bartender - nicht um den Medien Zirkus! 

Ein paar Zeilen haben mich bei Marcos Artikel besonders irritiert. Der Mann ist Bartender, das geschätzte Magazin Mixology immer "Bartender Nah". Dieser Artikel lies das in meinen Augen manchmal nicht ganz erkennen. 

Magazine, Blogger und "meinungsbildend Bartender" sind immer nur Vermittler. Sie nehmen Informationen auf und geben Sie weiter. Oft gefiltert, mit Ihren Meinungen versetzt. Wenn jemand den direkten Weg gehen kann, werden diese "Vermittler" in manchen Fällen überflüssig. Daher hat mich der Satz:  "Und dann das Roll-Out. Keine Samples an Medien, Blogger oder meinungsbildende Bartender" irritiert. Das ist doch großartig!

Warum wertvolle Flaschen vergeben? Man will doch keinen reinen medialen Hype erzeugen wollen? Wozu, wenn das Produkte für sich spricht und der Weg bekannt ist? Ich zähle mich einmal völlig überheblich zu den "meinungsbildenden Bartender" und freue mich, hier übergangen worden zu sein. Wir sollten uns mal selber nicht zu wichtig nehmen. Ein unorthodoxer Weg - Warum nicht? Für Bartender doch perfekt. Sind Bartender somit plötzlich zum wichtigsten Medium für eine (limitierte) Flasche geworden, und nicht der Medien Hype - was wollen wir mehr? 

Statt dessen vertieft sich Marco in Fotoqualität - kritisiert  "Sichtachsen" … Hallo? Wen zur Höhle sollte so etwas interessieren? Außer Medientreibende. Das ist doch ein wenig Marketing Quatsch. Ohne Bedeutung. Nicht eine kostbare Zeile wert.

Dahingegen verrät die sog. "Offenlegung": "... Für diesen Artikel spielten unsere Verkostungsnotizen keine Rolle…" . Und das ist bedauerlich. Denn das wäre das einzige, was mich an einem Artikel über Malacca aus Bartender Sicht wirklich interessiert hätte. Schmeckt das Original wie der Remake?

Ich habe ein Flasche Original Malacca gefunden und bestellt. Ich werde Ihn mit ein, zwei Bartender im Vergleich zur neuen Limited Edition verkosten. Ich bin bespannt. Denn das interessiert mich wirklich. Sie nicht auch? 


 

 

 

 

19.02.2013

Zuviel Gin macht auch keinen Sinn . Der "Vodkatini" ist tot - es lebe der Wodka Martini

Vodka Martini

 

Ich betrat die "Gold Bar" des Nobis Hotels Stockholm um ca. 22.45 Uhr. Ich brauchte einen Drink. Um 17.00 Uhr war ich schon einmal hier. Der Barmanager lud mich am frühen Abend  auf einen Strawberry Basil Smash ein. Mehr als 20.000 Stück haben Sie bislang davon verkauft. Ein frischer "wake me up" am frühen Abend - perfekt.

Jetzt hatte ich mich "davon geschlichen". Es war der Vorabend der schwedischen Bacardi Legacy. Es gab ein Abendessen mit den Finalisten, der Jury und Gästen von Bacardi. Nach dem Abendessen kam was kommen musste. Ein Bar-Tour durch Stockholm. Und da habe ich mich "davon geschlichen".

Die letzte Wochen waren "hart".  Die Deutsche Legacy kostete, selbstverschuldet, eine Menge Kraftreserven. Es folgte der nicht weniger großartige, aber ebenso kräftezehrende, Besuch der Pariser Bar LES COQ im Löwen. Das Ergebnis: Wenig Schlaf dafür aber eine nicht zu leugnende Menge an guten Alkohols in den letzten Tagen.

Ich war Müde. Unendlich erschöpft.  Ich kam ins Hotel und tat, was ein Mann tun mußte: Ich ging für einen letzten Drink in die "Gold Bar". Ich brauchte einen Drink. 

Daiquiris hatte ich heute und die Woche über schon etliche getrunken. Nach Säure war mir nicht mehr. Ich brauchte etwas frisches, reines, starkes.  Es ging mir nicht um ein sensorisch, gustatorisches Drink Erlebnis. Ich brauchte einen Drink, zum "freimachen".

Meine Gedanken formierten sich um einen Martini Cocktail. Im Grunde genommen hatte er bereits jetzt keine Flucht-Chance mehr, alle Wege waren abgeriegelt. Die Brücke zu den Sours abgerissen, der Weg zu den Old Fashions versperrt. Es war Martini Time. 

Ich scannte die Gin Auswahl im Rückbüffet. Bloom war mir jetzt zu floral,  Monkey 47 für diesen Moment zu kräuterig,  Tanqueray und Beefeater  klassisch Wacholder, aber nichts für heute Abend.

Ich suchte nach dem perfekt Match für einen kristallklaren, crispen "Good Night Martini"  - so klar, kalt und entspannt, das die Woche ein verdientes Ende fand. Plötzlich blieben meine Augen an einer Flasche direkt neben der Gin Auswahl hängen. Ich grübelte. Gedankenexplosion im Kopf. Was für ein verwegener Plan. Ich musste schmunzeln. Damit würde der gute Mann, der mich bereits mit Namen begrüßte, niemals rechnen.

 

Also,warum eigentlich nicht?

Vielleicht war es der junge, freundliche und ambitionierte Bartender, der seit gut drei Minuten um mich herumtanzte und nur auf ein Zeichen wartete Gin, Vermouth und Bitters in einem Rührglas zu vereinen.  Seine als Kompliment gedachte Erwartungshaltung an mich  erhöhte den Druck. Ich fand gefallen Ihn mit meiner Bestellung zu überraschen, seine Erwartungshaltungen zu brechen. 

Aber es war da noch mehr in dieser folgenschweren Bestellung. Mir wurde plötzlich klar, es war an der Zeit mit unseren Gewohnheiten zu brechen. Wir waren Gedanklich festgefahren, Zeit für die Revolution. Oder zumindest für die Rückbesinnung. Zeit für die Vielfalt, die Reflexion, den ehrlichen Vergleich, das Abwerfen des uns begrenzendes starren, wacholderlastigen Korsetts. Zuviel Gin macht auch keinen Sinn! Die Müdigkeit war verflogen, ich war voller Vorfreude auf meinen Drink und meine revolutionäre Bestellung.

Die Freunde am Überraschungsmoment, die Sekunden eines verwirrten Gesichtsausdrucks. liesen mich bestellen:

 "Vodka Martini please, Grey Goose, Noilly Prat, Orange Bitters"

Es hätte den Bartender hart erwischen müssen, ich dachte ich würde ihn damit sofort zu Boden ringen. Aber der Mann war gut. Maximal ein Bruchteil einer Sekunde konnte man sehen, das er sich kurz neu sammelte, dann war er wieder Herr der Lage, ganz Profi, ganz fünf Sterne Haus.

"You prefer a Twist, Sir?"

"Lemon Twist please."

"Perfect choice Sir, I love it with the dash of Bitters..."

Er nahm die Flasche Grey Goose mit und ging in seine Mixstation. Ich hörte bald darauf die Klaviatur der feinen Martini Zubereitung in der mittlerweile ruhigen Bar und das Knacken von Eis.

Heute, genau jetzt, für meinen ersten Wodka Martini seit mehr als zehn Jahren musste es Grey Gosse sein! Aus mehreren Gründen.

Zum einen war ich Gast des Hauses Bacardi. Ich mag gute Umgangsformen. Warum also nicht die Premium Wodka meines Gastgebers für meinen Come Back Wodka Martini nehmen? 

Aber jenseits höflicher Umgangsformen sprach mehr für einen gezielten Griff zur Grey Goose Flasche. Grey Goose ist eine Ikone, ein Synoniem für Premium Wodka, der Vorreiter dieser Kategorie. Und diese Kategorie hatte ich in den letzen Jahren mit Füßen getreten. Zu Recht. Wodka, so der typische Bartender Gedankengang, ist dezent, was die Aromatik angeht. Soweit, so gut. Nur Premium Wodka oder Super Premium Wodka, hatte diese Kategorie in Verruf gebracht. Immer Absurder wurden die Preise, immer Absurder die Marketing Versprechen. Diamant Staub gefilter etc. 40,- 40,- 50,- € plus die Flasche.

Es war richtig, das wir uns seiner Zeit diesem immer absurderen Marketing widersetzt haben. Aufstanden, unsere Gin Flaschen nahmen und in den Krieg zogen. Gegen Dummheit, Marketing und inhaltlose Marketing Versprechen. Gegen die lächerlichen Stilblüten von Super Duper Premium Wodka. Für den Geschmack, die Vernunft, den Value for Money. Mit gutem alten Gin in der Hand.

Was waren das für Zeiten. Als wir, die Wächter des Guten Geschmacks aber auch des Gegenwertes, Gin für 20 bis 25 € in die Höhen lobten, Und Wodka für plus 30,00 € abstraften. Inhaltsloser Marketing Quatsch. Und heute, kaufen wir Gin für 30, 40, 50, 60 € der Liter und fühlen uns gut dabei. Alles Richtig denken wir  uns und geben uns unreflektiert dem Gin Marketing und seinen mittlerweile absurden Preisen hin. Warum also, haben wir uns so über Wodka aufgeregt?

Und jetzt sitzt man in Stockholm, in freudiger Erwartung seines ersten  Wodka Martinis seit Urzeiten. Und freut sich. Möchte sich entschuldigen beim Premium Wodka. Möchte im erzählen "Komm, hör zu - ganz so war das nicht gemeint. Du musst mich verstehen, es waren andere Zeiten"...

Und der Wodka hat mich verstanden. Er steht vor mir. Im goldenen Glas. Hat Klasse, lächelt mich an und signalisiert mir "Schwamm drüber". Und ich trinke einen großen Schluck und bin begeistert. Eiskalt, clean, mit einer unbeschreiblichen feinen Struktur läuft er über meinen Gaumen. Die Zitronen Zeste ist etwas dominant in der Nase - der Drink ist perfekt. 

Ich liebe Martinis und habe viele getrunken. Wenn ich überlege wie oft mich ein Gin Martini auch schon angestrengt hat, wie oft man zur Hälfte des Glases schon nicht mehr weiter trinken wollte, ist dieses Geschmackergebnis  zum niederknien schön. Warum? Weil es simple ist aber elegant. Frisch. Charmant und nicht anstrengend. Und weil man mit keinem Bartender der Welt um diesen Drink philosophieren muss. Man trinkt Ihn. Und ich schwöre mir, das war nicht mein letzter Wodka Martini. 

Ein Wodka Martini scheint mir ein zu unrecht unterschätzter Drink. Eins ist klar. Wir müssen Ihn abgrenzen zu diesen oberflächlichen "Tini" Gesaufe in den Staaten. Ein Vodkatini ist kein Wodka Martini. Ein ordentlicher Martini, mit gutem Wodka, wie er beispielsweise im DUKES in London seit Jahrzehnten zubereitet wird, ist eine Offenbarung. 

Ein Vodkatini hingegen bleibt auf der Black List. Warum? Weil die TINIS so 90er sind und für all das sprechen was Wodka schlecht gemacht hat. Aber, jetzt, wo wir Bartender wieder gelernt haben, wie man anständige Martinis mixt, spricht nichts gegen eine Wodka Martini. Ein Wodka Martini schreit nach einer guten Bar! Gerne eine Hotel Bar mit Steinway Flügel. Ich sehe gut gekleidete Menschen um mich rum sitzen, die sich angeregt unterhalten.  Und zwar nicht über Drinks. Sonder über das Lebens.  Sie trinken Wodka Martinis - und sind verdammt cool dabei. 

"Bartender, einen Wodka Martini bitte!"

 

07.02.2013

Tanqueray Malacca Gin Edition 2012 hits germany ...



Many traders and bars in germany received yesterday the first bottles of the remake of Tanqueray Malacca Gin  - The Edition 2012. Officially DIAGEO announced this "Limited Edition" (100.000 bottles globally) for german market around 30 to 40 € per bottle. But the market will decide. First german online shops try it "a little bit higher"   ...let's wait and see, even more important - let's try it!

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Screenshot from www.bardealer.de from the 6.2.2013.

02.02.2013

Juniper-Lovers: This Tonic will blow your mind - Fentimans Light Tonic Water

Fentimans Light Tonic Water

Botanically brewed Light Tonic Water with Quinine, Lemongrass , Kaffir Lime leaves and Juniper berries. Fresh citrus character, less quinine, 30% less calorines, gluten free, suitable for vegans ...

But the best thing:

It gives a KILLER classic GIN and TONIC!

I LOVE IT!





01.02.2013

Wingman Modus "on" - Der professionelle Bartender lässt sich nicht weg"app"en. Über das Tanzen...

IMG 4572

Vor ein paar Tagen erhielt ich eine Email von einem geschätzten Stammgast. 

 

Betreff: "Die Wingman App ist da!"

"http://www.deutsche-startups.de/?p=86613

für alle Kunden zweiter Klasse, welche sich nicht auf die diskrete Hilfe des Bartenders verlassen können!"
 
Ich habe mich über das Lob gefreut. Recht hat er. Ein ordentlicher Bartender ist der beste WINGMAN den ein Gast haben kann. Bevor ein Bartender mit der Zusatzqualifikation  "brauchbarer WINGMAN" versehen werden kann, vergehen in der Regel Jahre. Der gekonnte WINGMAN MODUS ist eine der schwer erlernbaren Königsklassen des professionellen Bartenders. Von Wenigen beherrscht, von Vielen lächerlich praktiziert. So lächerlich, wie so ein WINGMAN APP.
 
Wir, Generation TOP GUN, wissen das ein guter Wingman lebenswichtig sein kann. Und wir, die jede Nacht hinter der Bar stehen, wissen das eine gute Wingwomen jeden Wingman haushoch schlägt- Ein anderes Thema...
 
Ich bin geneigt kurz abzuschweifen. Smartphones & App's. Dieser ganze Wahnsinn der uns jeden Tag in der Bar begegnet. Das nimmt unmenschliche Züge an. In einer Bar wird performt. Es wird getrunken. Gesprochen. Sinniert. Und auch geflirtet. Es wird ein ausgeklügelter Gesellschaftstanz getanzt. So etwas muss man lernen. Und wenn ich den einen oder anderen Gast "Generation Web x.0" sehe , wie er sich stundenlang mit dem Smartphone beschäftigt, aber nicht mit der Bar um sich herum, denke ich: Hoffnungslos. Wer den Gesellschafts-Tanz erlernen will muss üben - nicht surfen. 
 
Man kann nicht einfach in eine anständige Bar gehen und von hier auf jetzt glauben, das man dort ernstgenommen wird. Verlegen wirft man die vermeintlich richtigen "IT TRINKER" Vokabeln, die jeden Bartender beeindrucken sollen, in die Runde: "Rye, Gin, Artisanel, Classic with a Twist, Wermut etc". Den gestandenen Bartender wird dieses Halbwissen, dieses auswendig gelernte "So geht das heute" Vokabular kalt lassen. 
 
Er wird diesen Bar Neuling respektvoll aber auch etwas reserviert bedienen. Diese Emporkömmlinge der modernen Barkultur, die glauben nach der Lektüre von drei, vier Cocktail Blogs und ein, zwei Klugscheisser Apps auf Ihrem Smartphone jede Bar betreten zu können um hier ernst genommen werden. Es geht nicht darum "unwissend" zu sein. Waren wir alle einmal. Es geht darum zu glauben mit ein paar Kniffen, Tricks und Apps die Welt verstanden zu haben weil man ja auch so klug ist … Lächerlich.
 
Eine anständige Bar behandelt Ihre Gäste respektvoll - anständig halt. Aber ernstnehmen tut die Bar diese erst nach Monaten oder Jahren. Man muss ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Die Kunst des "Sich in der Bar bewegen" beherrschen. All die vielen Kleinigkeiten die notwendig sind, um auch als Gast in der Bar gut da zu stehen. Man kann in die Bar gehen, seinen Moscow Mule bestellen ("Bitte mit Gurke, Sie wissen schon") und so tun als sei man ein cooler Hund. Wir werden Sie höflich bedienen. Aber den gegenseitigen Respekt müssen Sie und Wir uns verdienen. Da hilft kein APP. Da hilft die Schule des Lebens. Die Hochschule der Nacht. Und ein anständiger Bartender.
 
Der Barbesuch ist ein Wechselspiel. Sicherlich, das Personal sollte was Klasse und Qualität angeht vorlegen. Doch wir brauchen auch Gäste die sich bemühen. Wir alle wollen doch eine unglaubliche Atmosphäre erschaffen. Da hilft es wenig, wenn ein Gast mit Smartphone-Spasmus in der Ecke zuckt. 
 
Der WINGMAN MODUS ist die Hohe Kunst eines eingespielten Bartender/Gast Teams. Diese APP will uns glauben lassen, das der WINGMAN einzig und allein auf das plumpe Ansprechen von Frauen zu reduzieren ist. Zeigt es doch wieder wie eindimensional diese APP Jünger sind.
 
Ein eingespieltes WINGMAN Team aus Bartender und Gast kennt sich seit Jahren. Die Stärken und Schwächen, die Geschichte, Vorlieben, Interessen, Beliebte Gesprächstheme etc. 
 
Sicherlich, man kann an einem Samstag Abend auch den Kontakt zwischen Herren und Damen herstellen. (Entschuldigen Sie meine veralteten Gedankengänge - selbstverständlich auch zwischen gleichgeschlechtlich interessierten! ) Aber wenn dann doch bitte mit Klasse - oder? 
 
Das hat nichts mit flachem Angebaggere zu tun. Das ist eine Kunstform. Die verloren zu gehen droht.  Dank solcher APPs. Besser gesagt dankt unbeholfenen, untranierten Gästen die glauben Technik könnte Lebenserfahrung schlagen. Apps züchten Umgangs Zombies - grauenvoll.
 
Im perfekten Wingman Modus, Old School, Barman Style, kann ein Samstag Abend eine ungeahnte Entwicklung bekommen. Mit drei Gewinnern. Zwei Personen die eine Gute zeit haben bzw. zwischen denen es kribbelt, und einem Bartender der aller Wahrscheinlichkeit guten Champagner aufmacht und sein Herz am rechten Fleck hat. Ein Ehrenmann! 
 
Ein Wingman wird nicht per paypal gezahlt. Er wird gar nicht bezahlt - er wird respektiert. Ihm kommt ein Glas von guten Champagner zu, er lächelt. WINGMAN MODUS ist  kein Geschäftsmodell. Zumindest für gestandene Personen - bei APP-Würstchen mag das anders aussehen. 
 
Diese raren Momente wo dieses "Samstag Abend Dreieck" entsteht, sind magische Momente. Es kribbelt in der Luft. Wahnsinn. Und warum? Weil professionelle Bartender einfach die besten Menschenkenner jenseits der 17.00 Uhr Grenze sind. Ihr Feingefühl kann man nicht weg"app"en. Kein App der Welt schlägt eine Bartender. Nichtmal ansatzweise. Unmöglich. 
 
Das mag anders sein wenn man in einem Info Call Center der Bahn arbeitet. Oder sonstigen weg"app"baren Berufen nachkommt. Bartender ist krisensicher. Lässt sich nicht digitalisieren. Niemals.
 
Glauben Sie mir: APP Programmierer wird es in Jahren zu Haufe geben, bis einer das APP Programmierer App entwickelt hat. Gute Bartender sind jetzt schon rar, werden gut bezahlt, haben einen krisensicheren Job und sind ehrbare Ritter der Nacht - keine Würste. Schon mal über einen Job Wechsel nachgedacht ?
 
Ein Gast / Bartender Gespann im WINGMAN MODUS arbeitet sich respektvoll zu. Der Gast bringt andere Gäste und macht sie mit dem Bartender bekannt. Der Bartender sorgt sich um den Stammgast. Er macht ihm Kontakt zu anderen Gästen. Interessanten Gesprächspartnern, Business Kontakten mit ähnlichen Bedürfnissen. Viel wichtiger als das Geschäft: Man sorgt für Gesprächspartner. GESPRÄCH. Kein dummes Geplapper. Manchmal verknüpft man zum Geschlecht der Begierden. Gekonnt schaft man das magische Dreieck der Bar. Wir knüpfen Kontakte. In einer guten Bar zumindest. Mit anständigen Bartendern, Maids und Gästen.
 
Wenn Sie also das nächste mal in eine Bar gehen, stellen Sie doch einfach mal Ihr Smartphone aus. Reden Sie mit Gästen. Setzen Sie sich alleine an die Bar und üben Sie sich im Ansprechen von anderen Menschen. Nicht im abbaggern! In der Konversation!  Es geht um ein Gespräch unter Fremden. Das kann unglaublich anregend sein, viel Aufregender als die Status Updates Ihrer 2312 Facebook "Freunde".
 
Üben Sie den Tanz. Wenn Sie sich eingetanzt haben, bedarf es keiner Führung mehr. Sie gleiten dahin - Was für ein Gefühl !    Un-APP-bar!