09.12.2013

Sonntag, 2. Advent 2013, 15.12.2013: Löwen mixen im Schumann's

Während meiner Lehrzeit 1995/1996, an den seltenen freie Abenden, öfter aber an den "noch nicht aufgestandenen" Vor/Nachmittagen  studierte ich alle erdenkliche Literatur zum Thema Bar in meiner seinerzeit leider etwas ungepflegten Junggesellen Einzimmer Wohnung.

Die Bar hatte mich gepackt und ich versuchte alles "in mich aufzusaugen", was ich in die Finger bekommen konnte. Die Zeiten waren anders als Heute. Eine Firma namens Google gab es noch nicht - AltaVista war der Marktführer der Suchmaschinen. Aber im allgemeinen war die digitale Ausbeute zum Thema bescheiden. Das 9600 Baut Modem surrte oft die ganze Nacht über, die Telefonrechnungen waren oft mittelmässig dreistellig - für einen Auszubildenden ein finanzielles Desaster.

Zu dieser Zeit traf man Bartender im Fachverband oder in der Bars. Und 100 mal kopierte Din A4 Blätter, schlecht lesbar, waren ein Quell verborgenen Wissens.

Hinzu kamen Bücher. Davon gab es wenige. Aber zwei "Autoren" waren und sind im deutschsprachigen Raum Legende. Franz Brandl und Charles Schumann.

"American Bar - The Artistry of Mixing Drinks" von Schumann war eines meiner ersten Bücher. Ich kaufte es gebraucht in einem Antiquariat und stellte erst später fest, das es sich um eine Erstausgabe handelte. Ich habe dieses Heiligtum später an einen Freund "verliehen". Er hat Sie angeblich "verloren", besorgte mir eine x. Auflage und signierte Sie noch hässlich mit ein paar ungewollten Worten. Der Freund erwies sich über die Jahre als Idiot, charakterlich eine Katastrophe, und die Freundschaft zerbrach. Wahrscheinlich habe ich Ihm die American Bar nie verziehen. Warum auch?

Es ist die Bibel. Der Heilige Gral. Und einigen Unkenrufen zum Trotz, und einigen modernen Bibel "Anwärtern" zuwider: Charles Buch wird immer "DIE BIBEL" für mich immer bleiben.

Aber zwei weitere seiner Bücher: Schumann's Barbuch und sein Tropical Bar Buch, machen die "Sammlung" erst komplett. Ich habe Sie dutzende male gelesen. Alle drei. Alleine, in meiner Auszubildenen Wohnung. Immer wieder. Jazz dazu gehört, und tag geträumt. Nie langweilig.

Ich liebe diese beiden Bücher wegen Ihrer Geschichten und habe Ihnen und Charles, auch wenn er es sicherlich gar nicht weiss, viel zu verdanken.

In Schumanns Barbuch gab es die Geschichte des Guten Löwen von Ernest Hemmingway. Wegen dieser Geschichte habe ich die erste Bar LE BON LION genannt, was dann später zum LE LION • Bar de Paris, wurde.

Im Jahre 2002 oder 2003 (bin mir nicht ganz sicher) gab es ein Bartender Training in Hamburg. Charles Schumann war der Referent. Seiner Zeit musste man für diese Training noch "zuzahlen" obwohl Sie von einem Brand gesponsert waren. Ich glaube seiner Zeit waren da um die 80 € für einen Tag im Marriot Hotel Hamburg. Wäre heute der Ernsthaftigkeit wegen ebenfalls wünschenswert.

Ich werde diesen Tag nie vergessen. Charles kam in den Raum und eröffnete mit "Mixen werd ich heut nicht, das könnt Ihr eh alle besser als ich..." und erstickte damit jede Hoffnung Bartending Tricks vom Meister zu lernen. Dafür erzähle er seine Geschichte und Geschichten. Ruchte Zigarillo und trank dutzende Espressi.  Und gab sich stundenlang einem Q&A hin. Hier lernte ich so unglaublich viel für den Löwen. Nie wieder gab es einen so komprimierten Tag, so viel Informationen in so kurzer Zeit.

Die Idee der Innenstadt Lage war nach dem Schumann's Q&A unausweichlich - und viele dutzende anderer Details habe ich von diesem Tag als Anregung im Le Lion umgesetzt.  Dieser Tag war ein Meilenstein in meiner Bartender Zeit.

Und ein weitere "meiner" Meilensteine findet nun nächste Woche, am 15.12.2013, in München statt. Knapp 10 Jahre später hat mich Charles eingeladen, bei Ihm im Schumann's einen Abend lang zu mixen. Und ich bin sprachlos, freue mich riesig und passe durch keine Tür mehr... Wow. Das hätte ich mir bei der Lektüre seiner Bücher vor 17,18 Jahren nie erträumt. Ich ebenso wenig, als ich vor zehn Jahren an seinen Lippen hing. Und jetzt steht ich da, auf einem Plakat von  Guenter Mattei entworfen, und werde im Schumann's zusammen mit Mario Kappes, dem Ur-Löwen, mixen. Ein klein wenig Sprachlos...

Ein großer Dank an Charles und sein Team. Ihr seid die Größten!

Falls Sie also Sonntag in München sind, kommen Sie ins Schumann's. Die Löwen sind da los. (Und ich glaub es immer noch nicht...)





01.12.2013

Die X-BALLS - Der Video Highball Adventskalender der BOILERMAN BAR Hamburg. Ein Vor-Weihnachtsgeschenk an die Besten Gäste der Welt.

Die Boilerman X-Balls - "straight ballin" für echte Highballer



Hamburg, 1.12.2013

Geschätzte Freunde der Boilerman Bar, geliebte Highballer,

Vor etwas mehr als einem Jahr, im September 2012, eröffnete ich mit meinen Gechäftspartner Rainer Wendt, die BOILERMAN BAR am Eppendorfer 211 in Hamburg. Wir kamen zu dieser Bar, "wie die Jungfrau zum Kinde"...

Eher zufällig erfuhren wir seiner Zeit, das die damalige erst kurz geöffnete Bar Eberhardts wieder die Pforten schließen wollte. Eigentlich hatten wir noch kein "Wachstum" geplant.  Unser kleiner Löwe fiel endlich, nach mehr als vier Jahren, auf die Füße. Aber Rainer und ich hatten in den Bar-Räumen am Eppendorfer Weg 211 gemeinsame Trink Geschichte erlebt und für uns geschrieben. Früher, lange vor der "Bar Eberhardts" und dem "Zwo11". Damals tranken wir in der OLD FAHSION BAR. 

Und neben diesen "alten Geschichten" hatte ich nach ein, zwei Wochen ein gutes Bauchgefühl bei der Idee diese Bar zu übernehmen. Ich saß wochenlang im und um das Eberhardts herum und schnupperte die Atmosphäre. Und immer deutlicher zeichnet sich ein Konzept vor meinem geistigem Auge ab. Fernab von der geliebten Classic Bar Idee des Le Lion, sah ich hier am Eppendorfer Weg 211 eine hochwertige Nachbarschafts Bar.

Ich entwickelte für diese Nachbarschafts Bar ein Konzept rund um eine in Vergessenheit und oft fehl interpretierte Getränkekategorie: die Highballs. Unkomplizierte, interessante Drinks, extrem schnell zubereitet in Kombination mit bester Qualität und einem gutem Preis Leistungs Verhältniss. Dazu entspannte Atmosphäre. Zeit für "Highballs and Music".

Die BOILERMAN BAR wurde und ist ein ungeahnter Erfolg für uns. Die Bar  wurde mehr als angenommen. Nachbarn und Barflys lieben unsere kleine Bar. Und wir auch. Mit so einem Zuspruch hätten wir nicht gerechnet. WOW

Zeit für ein großes DANKESCHÖN an unsere Freunde und Gäste. Ein Dank an die Besten Gäste, die eine Bar haben kann. 

Die Boilermen and Women laden aus diesen Grund den ganzen Dezember über zu den X-BALLS ein.

Die X-BALLS sind der Video Weihnachtskalender der Boilerman Bar Hamburg.

Jeden Tag im Advent laden wir unsere Gäste in der Zeit von 18.00 bis 19.00 Uhr auf 24 Highballs auf unsere Kosten ein. Das ganze servieren wir mit einer täglichen kleinen Videobotschaft aus dem Lebens echter Boilermen und Highballer. Ich hoffe, Ihnen gefallen unsere Advents Highballs und der Video Kalender so gut, wie er uns beim produzieren Spaß bereitet hat.

Verfolgen Sie die X-BALLS auf unserer Youtube X-Balls Playlist oder auf der Facebookseite der BOILERMAN BAR HAMBURG




Ach ja: Sollten Sie Highballs so lieben wie wir, freuen wir uns, wenn Sie sich bei unserer HIGHBALLER ASSOCIATION unter www.highballer.net anmelden.

Ich wünsche eine tolle Adventszeits und stets gut zubereitete Highballs.

Keep straigth ballin!




21.11.2013

persönliches Trinkprotokoll - Boilerman Bar


Persönliches Trinkprotokoll: 

Location: The Boilerman Bar.
Uhrzeit: ca.19.00 - ca. 24.00 Uhr
BiD (Bartender im Dienst): Dr. Busch

Verzehr:
- 11 x Dubonnet Highball
- 2 Espresso
- Mineralwasser, unzählige
- 1 Fl. Rolinck Lager Bier
- 1 gut geschenktes Glass Bollinger
- Zwischendurch eine Pizza von Al Volo am Boilerman Tresen.


Eine volle Bar, charmante Gäste, gute Gespräche. Ab 21.00 platzt der Boilerman langsam aus den Nähten. Nicht schlecht für einen Mittwoch denke ich und bestelle wieder einen Dubonnet Highball.

Ich beobachte unsere Gäste. Ausgelassene, entspannte Stimmung. Viele Rauchen jetzt. Die ersten zwei, drei Highballs fordern Ihr Nikotin. Ich habe heute ca. 5000€ für den Umbau der Lüftungsanlage überwiesen - Das Ergebniss ist beeindrucken. Ich geniesse die "gute Luft", beobachte, bestelle einen Dubonnet Highball.

Am Ende des Abends waren es 11. Kein Rausch, aber berauschende Stimmung. Dubonnet Highball ist das Mittel der Wahl. Fantastischer Drink. Um mich rum, nach 4-5-6 "erwachsenen" Highballs, fällt der eine oder andere in den Rausch. Lässt sich fallen. Gibt sich der Droge hin.

Ich bleibe Herr der Lage. Vom Alkoholgehalte her war es ca. eine Flasche Wein. Über 5 Stunden.

Dubonnet, Piçon, Cascade Highball. Die alten Bücher sind voll davon. Und wenn man sie richtig zubereitet schmecken Sie unglaublich gut.

Mir scheint, als wußte man früher viel vom eleganten Trinken. Auch früher fingen die Folgetage oft um 6.00 Uhr morgens an. Weinhaltige Highballs sind eine kleine Offenbarung. Und einen Teil des Weinschorle trinkenden Eppendorfs konnten wir davon schon überzeugen.



20.11.2013

Warum nur warum...?

...reden Bartender in Ihrer Bar am Gast immer so oft über Drinks. Und Zutaten.

In einer guten Bar sind die Drinks immer perfekt und die Zutaten erstklassig - das bedarf keiner Betonung!

Zeit für die wichtigen Themen!

19.11.2013

Über Internationale Bartender/Cocktail Wettbewerbe

Internationale Bartender/Cocktailwettbewerbe von Spirituosen Firmen haben einen großen Stellenwert in der Bartenderwelt bekommen. Beängstigend groß. Zu groß. Die Geister, die wir riefen...

Jeder ist der größte, ernstzunehmenste, wichtigste Wettbewerbe der Bartender Welt. So zumindest die Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung der Veranstalter.  Das Wunsch und Realität hier oft weit auseinander liegen, stelle ich immer wieder, immer häufiger fest. Größe hat halt noch nie was mit Qualität zu tun gehabt.

Vor einigen Wochen erhielt ich eine email von den Veranstaltern eines solchen weltklasse Wettbewerbes. Inhalt ungefähr: 

"Hallo Jörg, wir starten mit einem neuen Jahr von xxxxxx. Wir möchten Dich wieder für die Jury in einigen Ländern gewinnen. Dies und das sind die Rahmenbedingungen. Wir haben diese email an eine Vielzahl von Judges geschickt. Falls Du also Interesse hast, in diesem Jahr wieder dabei zu sein, freuen wir uns von Dir schnell zu hören. Es ist first come, first serve. ....

Mit freundlichen Grüßen

Die Super Duper Bartender Wettbewerbs Zirkus Macher! "

Ich habe gerne und sofort abgesagt. Wer seine Jury mit Massen-emails nach dem Prinzip First come, first serve aussucht, scheint mir keine wirkliche Idee hinter dem Wettkampf zu haben. Es geht ja eh mehr um die Youtube Clicks und Facebook likes.  Ich bin dann mal raus, aus diesem Zirkus. 

18.11.2013

Ist Ihre Bar-Existenz bedroht? Qype heißt jetzt Yelp. Abgelegt unter: Vermeidung von Abhängigkeiten.

Irgendwie ist es fast an mir vorbei gegangen. Wäre ich nicht vor ein paar Tagen via Twitter auf einen Link aufmerksam geworden. Yelp hat Qype gekauft. Das hatte ich mitbekommen. Ich hatte auf beiden Portalen einen Account um unsere Öffnungszeiten, Zahlungsmöglichkeiten etc korrekt anzulegen. Diese Acounts mussten vor ein paar Wochen "zusammengeführt" werden.  Denn Ende Oktober "verschwand" Qype von der Bildfläche. Yelp hatte übernommen. 

Qype, als auch Yelp, hatten mich in der Vergangenheit öfters angerufen, um mir Premium Mitgliedschaften zu verkaufen. Jedes Jahr das gleiche Gespräch. Das bisherige Geschäftsmodell dieser Portale erscheint mir total unlogisch. Denn das schlimmste, was man hier als Unternehmen machen kann, ist "Werbung" zu kaufen. Platzierung. Uncooler geht es nicht. Der totale Verlust der Glaubwürdigkeit.  Das war immer ein No go für mich. Ich habe die Daten auf den Portalen gepflegt, den schließlich, das will ich Ihnen nicht abstreitig machen, sind bei einem gewissen Klientel diese Portale beliebt und führen zu Suchanfragen nach Adresse etc. Hier sei übrigen die neue Statistik Funktion von Yelp einen Blick wert. Interessant, wie ich finde. Außerdem versuche ich, negative Beschwerden die "Hand und Fuß" zu scheinen haben, auch wenn es sich oft um Missverständnisse handelte, zu beantworten (Wenn es denn die Zeit zulässt)

Yelp hatte also bislang in Deutschland keinen nennenswerten Stellenwert. In Amerika sind Sie Marktführer. Mit der Übernahme von Qype sind Sie nun meiner Einschätzung nach auch Marktführer der Bewertungsportale in Deutschland. Und seit Ende Oktober ist Qype digitale Geschichte.

Vor ein paar Tagen stieß ich nun auf diesen Link: Qype-Übernahme durch Yelp: Löschen von positiven Bewertungen durch Yelp? Und auch im Yelp-Forum hagelt es wehen der Übernahme des Qype Inhalts und der dort abgegebenen Bewertungen hier mit Geschichten von geschädigten Geschäftsinhabern Kritik.

In Kürze: Bei der jetzt erfolgten Immigration der Qype Bewertungen in die Yelp Profile der Geschäfte wurden die Bewertungen nicht eins zu eins übernommen. Sie wurden durch einen "Filter" geschickt. Und es entsteht der Eindruck, als wurden viele, überwiegend positive Bewertungen, gelöscht. Die Negativen hingegen bekommen oft mehr Gewicht. So der Anschein der Kritiker.

Heute nun telefonierte ich mit ein Yelp Mitarbeiter  - es ging um die Account Umstellung, ich erhielt nach wie vor Emails mit der Bitte  meine "Geschäfte" auf Yelp zu registrieren, ich hatte dies aber schon erledigt. Wo ich Ihn nun schon am Apparat hatte, fragte ich Ihn nach diesen Online diskutierten Problemen.  Er bestätigte mir diese, konnte diese aber auch recht plausibel erklären:
  • Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es die, bzw. eine der größten Zusammenführungen der Online Geschichte was den Inhalt dieser beiden Webseiten betrifft. Bei solch einem Projekt, so finde ich persönlich, sind Fehler "möglich". Sie dann abzuarbeiten allerdings auch "nötig".
  • Yelp hat einen Filter mit 36 (?) Punkten kreiert. Die Idee dahinter ist, solche Bewertungen auszufiltern, die durch die Geschäftsinhaber selber forciert wurden. Sprich man hat Kunden und Freunde gebeten das Geschäft positive zu bewerten. Meine Frage wie man so etwas denn feststellen will, wurde natürlich nicht beantwortet. Geschäfte bei denen die positiven Bewertungen "organisch" statt mit Druck gewachsen sind, sollte der Filter nicht (so hart) treffen.
  • Le Lion hat jetzt 67 Beiträge auf Yelp und in der Summe 4,5 Sterne. Auf Qype waren es ca. 150 Beiträge (bin mir nicht mehr ganz sicher), davon ca. 10 mit weniger als 5 Sternen. Ich finde das alles nicht tragisch und will mich nicht beschweren. Ich erwähne dies, da ich nicht ein einziges mal in irgendeiner Weise eine einzige Qype Bewertung beeinflusst habe. Der Filter scheint nicht ganz so ideal zu funktionieren, wenn mehr als 50-60 Prozent verschwinden. Aber wie gesagt. Mich stört es nicht!  Man darf solche Bewertungsportale halt nicht zu wichtig nehmen. Dazu gleich mehr.
  • Der Mitarbeiter erklärte mir, das die Immigration noch nicht ganz abgeschlossen ist. Accounts und Bewertungen noch teils geprüft werden und somit in Kürze eventuelle wieder "mehr" Bewertungen auftauchen.
  • Außerdem, und das ist nicht ganz unwichtig: Wenn ich Ihn richtig verstanden habe, müssen auch die User, die die Bewertungen abgegeben haben, von Qype auf Yelp wechseln. Wenn Sie dies unterlassen, bleiben deren Bewertungen nicht sichtbar. Das erscheint mir fair. Und wenn man bedenkt wie viele früher aktive Qyper heute etwas besseres zu tun haben, werden halt nicht alle "alten" Kommentare freigeschaltet.
Ich glaube die Boilerman Bar hat es nicht ganz so hart getroffen. Ehrlich gestanden bin ich mir nicht sicher, wie viele Bewertungen wir da vorher bei Qype hatten. Unseren Eppendorfer Nachbarn Al Volo hat es soweit ich das sehen kann "härter" getroffen. Fast alle Bewertungen gelöscht (nur noch 7 da) und jetzt von 5 auf 3,5 Sterne.

In der Online Diskussion geht es teils heiß her. Von Existenz Bedrohung ist die Rede. Und an diesem Punkt wird meiner Meinung nach 1.) mächtig übertrieben oder 2.) der Falsche verantwortlich gemacht.

Sicherlich kann man von Yelp erwarten, das Sie diese Immigration anständig durchführen. Und es sieht so aus, als wenn da nochNachholbedarf ist.  Mich konnten die Argumente im Telefonat heute aber auch überzeugen. Erst mal abwarten. Und nicht hektisch werden.

Aber wenn hier von Existenz Bedrohung die Rede ist, hat man sein Geschäft auf die falschen Säulen aufgebaut. Egal ob Qype oder Yelp, egal ob Premium Kunde oder nicht - wenn ich meine Existenz wissentlich in die Hände fremder Portale gebe, scheint mir ein Fehler im Geschäftsmodell vorzuliegen.

Bewertungsportale sind "nice to have" - mehr nicht, zumindest Inhaltlich. Man kann Sie ignorieren, sie pflegen, sich um sie kümmern. Man sollte Sie wie erwähnt nicht unterschätzen was das "verzeichnet sein" angeht. Die mobile Generation sucht Adressen etc. von "unterwegs". Ein Korrektes Profil erscheint mir förderlich. 

Muss man alles auch gar nicht pflegen und beachten, wenn man seine Gäste hat und der Laden läuft. Das hängt sicherlich auch von der Größe der eigenen Unternehmung ab.   Aber eines darf man auf gar keinen Fall: Von Fremden Portalen abhängig sein. Ähnlich wie von anderen großen Online Portalen wie Facebook etc. 

Selbst wenn ich bei FB eine Page mit 40.000 und mehr likes habe, kann diese mir morgen dort einfach genommen werden - oder hat man die AGB's mittlerweile geändert? Wenn Ihnen Ihre Facebook Page genommen wird, können Sie dann immer noch mit Ihren Gästen kommunizieren? Nein? Zeit für Plan B!

Wenn ein großer Anteil Ihres Umsatzes wirklich von Bewertungsportalen abhängig ist, sollten Sie schleunigst daran arbeiten, das zu ändern. Man darf als Unternehmer nicht von Fremden abhängig sein, oder man muss um diese Abhängigkeit wissen und sich dann nicht beschweren.  Das muss man immer im Hinterkopf haben. Die beste Werbung, die Lebensversicherung für ein gutes Geschäft, ist gute Arbeit und die daraus entstehende Mund zu Mund Werbung. Zufriedene Kunden. Mühsame Arbeit. Jeden Tag ein paar mehr. Es dauert, und irgendwann sind es genug. 

Da kann dann jedes Bewertungsportal der Welt schreiben was es will. Der Laden brummt dann auch mit ein, zwei oder drei Sternen. 

Ich finde also, bei all der Diskussion um diesen Filter "Fehler" bei Yelp, darf man als Geschäftsinhaber seine eigenen Fehler nicht ausser Acht lassen. Und außerdem: Nichts ist für die Ewigkeit. Die Karten werden neu gemischt. Finde ich persönlich auch reizvoll. Ich begrüße sogar eine Bereinigung der Bewertungen. Auch wenn die Umstellung noch nicht ganz rund läuft. Ich bin gespannt, wie Yelp seine Arbeit fortsetzen wird und ob es Ihnen gelingt, mit anderen Geschäftsmodellen als mit Werbung Geld zu verdienen.  Neue Besen kehren gut, sagt der Volksmund. 



P.S. Wenn Sie irgendwo im Text ein Help finden, machen Sie ein Yelp draus. Diese Autokorrektur des Online Editors treibt mich in den Wahnsinn. Eine Abhängigkeit die ich irgendwie nicht abstellen kann...

17.11.2013

Drogen dealen in der Bar. Ueber: Drogen, Gin und Tonic, falsche Bitterlimonaden, Goldberg Tonic und eine Hommage an den Gin und Soda

Bartender, so hört man oft, sind die letzten "legalen" Drogendealer. In der Regel handeln wir eine (noch) "legale" Droge: Alkohol.

Kokain, "kolumbianischer Feinstaub", ist in vielen, gerade urbanen Bars ein Thema. Leider. Ich finde Kokser ein erbärmliches Völkchen. Selbst wenn die Tender und die Bar dieses Übel nicht unterstützen, sprechen die Feinstaub Reste in den Waschräumen der einen oder anderen Bar eine eindeutige Sprache. Die Leistungsgesellschaft fordert Ihren Tribut.

Aber neben der "gewünschten" Droge Alkohol und dem von einigen Gästen konsumierten Übel Kokain dealt jede klassische Bar mit der grössten und gesundheitsschädlichsten Droge überhaupt. Seit je her. 

Die Sterblichkeitrate bei Missbrauch dieser Droge schlägt Alkohol um Längen, die Verbreitung und Abhängigkeit ebenso. Volksdroge Nr. 1. Ich selber bin abhängig. Die Rede ist vom Zucker.

Wenn ich mir den Konsum in unseren Bars anschaue und die wöchentlichen Bestellungen an Liter flüssigen Zuckers aufaddiere ist klar: Zucker Missbrauch ist  auch Gang und Gebe in unseren Lokalen. Ganz zu schweigen von all dem anderen "zuckerhaltigen" Zutaten.

Machen wir uns nichts vor. Wir Bartender erfreuen uns seit Jahren an dem gewandelten Trinkverhalten. Klassiker haben es auf die Karten geschaft - und auch in Köpfe unserer Gäste.
Wir haben viele Drinks der 80er als zu Süß verteufelt. Einige der "neuen", jetzt gerne getrunken "Klasiker" sind was Zucker angeht aber oft auch ein Wolf im Schafspelz.

Ein Grossteil dieser nun beliebten Bestellungen enthält Zucker. Selten wenig. Oft als "frisch" verkauft mittels Zugabe von Zitrussäften. Sweet & Sour ist das Mittel der Wahl, um das Ganze angenehm zu verstecken.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich mag solche Drinks. Liebe Sie. Gin Basil Smash lässt grüssen. Ich schätze mal ein durchschnittlicher Basil Smash, so wie jeder Sweet and Sour Drink, enthält zwischen 25 und 45 Gramm "reinen" Zucker. Zwei, drei Drinks gleich eine Tafel Schokolade. Mit Zitronenaroma. Nur um das Ganze mal zu verbildlichen.

Und Ihnen ist klar das Alkohl eine Menge Kohlenhydrate enthält... also wir reden hier nicht von den 5-6 cl ordentlichen Gin. Das ist ein weiteres Thema. Ich wollte hier jetzt nicht das Thema Kalorienzählen beim Trinken aufmachen (Ein aktuelles Foto des Autors an dieser Stelle würde hier meine Glaubwürdigkeit unterstreichen...)

Nun ist es wie mit jeder Droge. Massvoll ist das Zauberwort.

Und am Ende der Nacht ist das die eigentliche Aufgabe des Bartenders. Massvoller Konsum, bzw. dazu anzuleiten, dem masslosen auch gekonnt einhalt zu gebieten. Sei es jetzt Droge Alkohol oder Droge Zucker. Der Gast braucht gelegentlich Führung. Nicht von oben herab. Elegant, so das er es eigentlich gar nicht merkt.

Gäste bestellen neben den beliebten Sweet and Sour Drinks jetzt u.a Old Fashioneds, Moscow Mules und Unmengen von Gin and Tonic.

Das ist zu begrüssen. Allerdings reden wir bei all diesen jetzt erfolgreichen Drinks auch immer über Zucker-haltige Drinks. Old Fashioned ist Alkohol mit einen 10-20% extra Zucker Schuss. Moscow Mule, der sophisticated "Verdränger" des Vodka Red Bull, ist in erster Linie eins: Sehr viel Zucker (Im Gingerbeer).

Und auch wenn Ginger Beer vielleicht nicht ganz zu den Ur-Bitterlimonaden gehört, wird es heute doch oft zu diesen gezählt. Und damit kommen wir zur erfolgreichsten Bitterlimonade der klassischen Bar: Tonic. Und somit zum Besteller: Gin & Tonic.

Deutschland wird unbestreitbar von einer Gin & Tonic Welle überrollt. Der Gin & Tonic hatte den Ruf des klassischen Longdrinks der Bar. Wenn uns jemand noch vor 10 Jahren gesagt hätte, Gin & Tonic wird "Groß", hätten wir ihn belächelt. Dieser Drink galt nicht als Massentauglich - er war früher eher Erkennungszeichen von lichtscheuen Barflys.

Heute wird in Deutschland Gin & Tonic getrunken. In den Bars und zu Hause. Erst gab es die Vielfalt an Gin, seit einigen Jahren die Vielfalt an Tonic. Jetzt haben Beide zusammen Ihren Weg gemacht.

Dafür von mir ein Standing Ovations. Beim diesjährigen Bambi hatte ich genau 2 Nachfragen nach "Vodka Red Bull" und wir servierten mehrere hundert Hendrick's &  Tonic. Wow.

Aber ich bin mir nicht sicher, ob der grosse Erfolg des Gin & Tonic neben dem Gin Hype und dem coolness Faktor nicht schlicht und einfach einer simplen Tatsache geschuldet ist: Zucker. Läßt sich die Klasse eines Gin & Tonics mit seiner Geschichte Marketingseitig gekonnt in Szene setzen, muss jedem von uns klar sein: Heutiges Tonic hat mit der ursprünglichen Idee von Tonic Water imemr weniger gemeinsam.

Es gibt viele neue Tonic Water. Und fast alle haben (zusammen mit den "Alten" die oft mit der Zeit Ihre Rezeptur geändert haben) eines gemeinsam: Sie enthalten heute sehr viel Zucker. War Tonic früher "Chinin Water" (Bitter, und man konnte ob der medizinalen Wirkung nicht Unmengen trinken) ist es heute halt eher Limonade. Bitter ade.

Ich denke, der Gin Tonic wurde in den letzten Jahren auch wegen der modernen, süssen Limonade "Tonic" so erfolgreich. Zucker sells baby! Und ich befürchte, in der heutigen Zusammensetzung tragen nahezu alle Bitterlimonaden mit den Aufdruck "Tonic" diesen ein wenig zu Unrecht.

Mittlweile rollt die nächste "me too" Tonic Welle durchs Land. Viele neue Tonics kommen auf den Deutschen Markt. Z. B. Goldberg von MBG.

MBG ist meiner Meinung nach groß und bekannt geworden, weil man sehr erfolgreich auf bestehende Trends aufspringt und diese dann gut kopiert und perfekt vermarket. Effect (Energy Drink Kopie von Red Bull) ist ein erfolgreiches MBG Produkt. Mexikanisches Bier, Prosecco und Hugo Holunderblüten Aromen ebenso. Dieses Kopieren und Perfektionieren ist nicht zwingend Innovative, MBG aber wie ich denke damit sehr erfolgreich. 

Wenn MBG ein Goldberg Tonic auf den Markt bringt, scheint deren Marktforschung grünes Licht gegeben zu haben. Tonic wird somit Großraumdiscotheken und Massentauglich. Nischenprodukte sind nunmal nicht die Stärke von MBG. Aber Masseprodukte verstehen Sie. Nichts Falsch daran. 

Wie man in einer Goldberg Pressemitteilungen verlautbaren lässt:

"Crispy , tasty, different: Die innovative Unternehmensgruppe MBG International Premium Brands GmbH, Paderborn, stürmt mit einem neuen Player im Bittersoda-Segment die deutschen Bars: GOLDBERG & SONS. Die vier charakterstarken Sorten Bitter Lemon, Tonic Water, Ginger Ale und Intense Ginger begeistern Gastronomen, Bartender und Gäste mit purem Premium-Geschmack und intensiven Flavours. Dabei überzeugt GOLDBERG vor allem durch seine hervorragenden Fähigkeiten als Stand-alone-Bitterlimonade." (Quelle:  Pregas)

Die Fähigkeit zur "Stand Alone Bitterlimonade" (Ich liebe Marketing Abteilungen für solche Wortschöpfungen) ist für mich vor allem eins - eine süßliche Limonade. Angepasst an einen breiten  Markt. Damit Sie auch als Limonade schmeckt. Aber damit ist MBG mit seiner süßen Schöpfung GOLDBERG TONIC nicht allein. Warsteiner hat Le Roc auf den Markt gebracht und der Branchenführer Schweppes hat seine Rezeptur über Jahre zu einer Limonade "verkommen" lassen. In kürze bringt Schweppes Edellimonaden im Retro Gedanken als Extra Linie. "Altes Rezept" etc. Man darf gespannt sein. Alle die auf den fahrenden Tonic Zug aufspringenden "Me too Tonics" haben aber wie ich finde eines gemeinsam. Sind sind süße Limonaden für den Massenmarkt.

Ich selber liebe Gin & Tonic. Und ich mag auch viele der "neueren", lieblichen Tonic Limonaden die vor ein paar Jahren auf den Markt kamen. 1724, Thomas Henry oder Fever Tree z.B. .  Aber ich stelle fest, das ich mit diesem neuen Limonaden oft nur ein, zwei Gin & Tonics mag.
Ich mixe mir persönlich mittlerweile oft Gin, Tonic mit etwas Soda Wasser. Viel Gin, etwas Tonic, etwas Soda. So gefallen mir die "neuen" Gin and Tonics ebend oft besser. Gerade an Abenden wo es mehr als zwei Gin and Tonic werden.

Und ich finde immer mehr Gefallen an einen Highball (Boilerman lässt grüssen) Namens Gin & Soda. Wir bemerken im Le Lion auch vermehrt Gäste, die neben Gin & Soda auch Gin auf Eis bestellen. Pur. Perfekt! Die positiven Ausläufer der Gin Craze.

Bei all dem Gerede und Hype um Gin & Tonic sollten wir uns als "dealer" vor Augen führen, das wir eine Menge Zucker an den Mann, die Frau bringen.

Und der aktuelle Gin & Tonic und Moscow Mule Erfolg ist in meinen Augen ebend auch im hohen Zuckergehalt dieser Getränke begründet. Das denkt man bei einem Gin & Tonic auf den Blick nicht - ist aber so. Seine Historie läßt den ordentlichen Anteil Zucker nicht vermuten. Er hat sich gewandelt. Zur Limonade der "besseren" Gesellschaft (Das Volk trinkt Vodka Energy...). Der Zucker ist allerdings bei Beiden ein großer gemeinsamer Nenner.

In der Bar wurde schon immer Alkohol durch Zucker schmackhafter gemacht. Zucker ist eng mit der Geschichte der Bar und der des Cocktails verbunden. Es spricht nichts dagegen. Nur sollte man es sich auch von Zeit zu Zeit vor Augen halten. Und wer das eine oder andere Gummibärchen Wasser verteufelt, sollte einmal schauen, was er so täglich an seine Gäste ausschenkt.

Bitte: trinken Sie weiter Gin & Tonic! Aber probieren Sie mal einen Gin & Soda Highball. Oder Gin auf Eis. Stufe Drei des Gin Hypes sozusagen. Martinis brauche hier nicht mehr erwähnen, oder?

Ich finde, trotz der Vielzahl an Tonics , es ist noch Platz im High End Segment: für ein Old Skool Tonic Water. Mehr Tonikum statt Limonade. Mit sowenig Zucker wie möglich und soviel Chinin wie sinnvoll.  

Es ist noch Platz für eine echte Bitterlimonade.

16.11.2013

Bill Deck im Interview


Vor gut einem Jahr wurde ein Interview mit Bill Deck veröffentlicht - irgendwie ist es mir erst in den letzten Tagen "aufgefallen".





Zu Bill Deck hege ich eine besondere Beziehung. Im ersten Jahr meiner Ausbildung, 1995, besuchte ich oft und gerne die mittlerweile geschlossene Harry's New York Bar in Hamburg.

Der Barchef dieser Hamburger Institution, Peter Kallweit, wurde mir zu einem grossen Vorbild und stellte mich zwei Jahre später für meinen ersten Bar- Job ein.

Peter schenkte mir seiner Zeit den Harry's New York Bar Cocktailkalender von und mit Bill Deck. Mr. Deck war mit seiner 1974 eröffneten Harry's New York Bar München auch Lizensgeber für die HNY-Bar's in Hamburg und auf der MS Europa. 

Ich hatte sozusagen Herrn Deck damit als Cocktail - Pin Up in den ersten drei Jahren in der Küche meiner kleinen ersten Wohnung hängen. Beim Umzug kam dieser Kalender leider abhanden - ich verfluche noch heute die beiden Umzugshelfer für diesen Verlust.

Wie dieses Video Interview zeigt, war Herr Deck ein "Meilenstein" für die deutsche Bar.

Er etablierte die Bosten Shaker, das Chilie Con Carne und hatte einen nicht ganz unbekannten Bartender, der das Handwerk bei Ihm erlernte, names Karl Georg. 

Viele andere Anekdoten rund um die flüssige Geschichte der Stadt und diese Bar - ich liebe solche Interviews.

Mario und ich hatten beim letzt-jährigen Club de Cantineros Event ein paar "magische" Stunden mit Herrn Deck und seinem Team in der nunmehr Pussers Bar.

Geschichten vom Feinsten, vorgetragen von einer Legende unserer Branche, stets freundlich, unterhaltsam und mit Bill Ramsey Akzent - unbezahlbar!

Der Abend endete unten im Piano Bereich. Mario spielte für uns Klavier, die Pusser's Brigarde versorgte uns mit ausgezeichneten Drinks und Bill Deck feuerte eine Geschichte nach der anderen in die kleine Gruppe. Ein außergewöhnlicher Moment, den ich jedem von Ihnen Wünsche.

Daher eine dringende Empfehlung: Besuchen Sie Bill Deck bei Ihrer nächsten München Visite.


15.11.2013

Neues Bartender Magazin: Berlin 8cl


In den vergangenen Wochen habe ich oft in Berlin übernachtet. BCB, Tribute to Bambi, Zuckerhut, Bambi etc.

Ich habe immer in verschiedenen Hotels gewohnt und war jedes mal überrascht das dort diese mir bis dahin unbekannte Bar Zeitschrift "Berlin 8cl" ausliegt.

Erfreut über die Tatsache das das Standard Ausschankmass im Berlin nunmehr 8 cl beträgt, wirkte das nähere Studium des Fachblatts etwas ernüchternd...

#Doppelbilder_fuer_Bartender



14.11.2013

Fachzeitschriften und Ihre Glaubwürdigkeit

Von Zeit zu Zeit pflege ich eine anachronistische Gewohnheit: Ich lese sogenannte „Newsletter“.  Jens O Brelles ART LAWYER ist so ein favorisierter Newletter.
Zugegeben. Keine typischer Bar oder „Trink" relevanter Inhalt. Gut so.

Im aktuellen Newsletter schreibt O. Brelle von einem  Gerichtsurteil im Zusammenhang „Kennzeichnungspflicht gesponserter Beiträge“. Es geht hier um eine vom aussterben Bedrohte Gattung: Printmedien. Und darum, das diese Dinosaurier öfters, oder leider mittlerweile oft,  „verdeckte“ Advertorials veröffentlichen. Auftrags-Artikel von Anzeigenkunden, Artikel nach Kundenwunsch. Schleichwerbung. Diese Artikel sind aber nicht einwandfrei als solche kennzeichnen.

Unweigerlich und unmittelbar musste ich beim Lesen von Brelles Zeilen an den deutschen, europäischen und auch globalen Markt der Fachzeitschriften für Drinks, Bars und Bartender denken. Diese Advertorials in Print und Online (in verschiedensten Formen) sind hier Gang und Gebe. Und werden natürlich in den allermeisten Fällen eben sowenig oder unkorrekt gekennzeichnet.

In den letzten Jahren habe ich öfters an größeren, runden Besprechungstischen gesessen. Meine Meinung war gefragt. Für diverse Projekte oder Kampagnen von Spirituosen-Herstellern bzw. deren Agenturen oder jenen, die es werden wollten. Diese dort gewonnenen Einblicke in die „Käuflichkeit“ unserer Fachmedien, und mit welcher Selbstverständlichkeit diese diskutiert wurden, hat mich Anfangs irritiert. Und von den Agenturen etc. keine Form des Unrechts-Empfindens. Das hat mich fast noch mehr interessiert.  „Wir schalten hier die und die Anzeigen und bekommen dann die Print Story und das Blog Feature „obendrauf““ und andere Deals sind Agentur Normalität. Wahnsinn.  Nach wie vor empfinde ich solch ein Gebaren als nicht richtig, und wie Brelles Artikel zeigt, auch als formell „gesetzeswidrig“. Schön, wenn Sie wie in Brelles Fall die Mitbewerber gegenseitig anzeigen. Mich würde interessieren ob und wie der Auftraggeber bestraft würde. Den ihr Verhalten ist in meinen Augen ebenso verwerflich.

Ich will hier nicht mit erhobenen Zeigefinger stehen. Die Käuflichkeit als solches ist in meinen Augen kein Problem. Schließlich verfolgen die Herausgeber in der Regel (auch) wirtschaftliche Interessen. Und da stehen insbesondere Printmedien nach wie vor vor einem ungeahnten Umbruch. Ihnen Fehlen Ideen, wie man „anständig“ sein Geld verdient.

Das große Problem dabei ist diese „Heimlichtuerei“ beider Seiten. Die offensichtliche „Dummheit" der Anzeigenkunden, solche Artikel zu bezahlen, und die des Mediums, solche Dienstleistungen „anzubieten“ (Man findet Sie in der Regel nicht in den gedruckten Mediadaten)

Dummheit deswegen, weil der dadurch entstehende Schaden für Brand und Publikation meines Erachtens auf lange Sicht sehr hoch ist.

Beide Seiten verspielen im jovialen Schulterschluss Ihr höchstes Gut: Glaubwürdigkeit.

Wenn ich heute ein durchschnittliches deutsches „Bar/Drinks/Spirituosen/Bartender“ Fachmagazin durchblättere, kommen mir i.d.R. 25-50% aller Beiträge gesponsert oder „gekauft“ vor. Es werden sicherlich real deutlich weniger sein. Aber in der Regel sind solche Advertorials so einfach zu erkennen, das das Blatt mit jeder Ausgabe mehr Glaubwürdigkeit verspielt und offenkundig seine Leser für minderbemittelte, nichts ahnende Kundschaft hält.

Ebenso wie der Brand. Der hier doch einerseits um Kunden und „Anhänger“ wirbt, im Umkehrschluss aber mit solchen Advertorials die Aussage trifft :“Ihr seid doof und merkt es nicht, wir sind clever und veräppeln Euch"

Das ist respektlos. Von oben herab. Das Gegenteil von Augenhöhe. Aber: Man merkt es. "F**K YOU !" denkt man da eher als Leser und hebt den geistigen Mittelfinger.

Das führt dann unweigerlich dazu, das man von Ausgabe zu Ausgabe „das schlimmste“ annimmt. Und man liest ein Advertorial nach dem anderen heraus, wo wahrscheinlich gar keins war:
Ist die Glaubwürdigkeit erst mal ruiniert, publiziert es sich recht ungeniert.

Und auf der anderen Seite hilflose  Spirituosen Hersteller mit einen Stab an „besten" Agenturen die für solche einen Kindergarten Quatsch auch noch vier- und fünfstellige Budgets bezahlen. Wer soll solch eine Firma denn noch ernst nehmen? Sie verspielt Glaubwürdigkeit und Sympathie statt sich diese wie geplant zu „erkaufen“.

Sympathie und Glaubwürdigkeit kann man sich nicht erkaufen, die muss man sich erarbeiten. Die Welt hat sich verändert. Get used to it.

Ich würde mich freuen, wenn die Fachmagazine in Zukunft Ihr Artikel eindeutig kennzeichnen würden. Vielleicht bin ich dann überrascht, das die Anzahl der Advertorials viel geringer ist, als von mir angenommen. Aber einen Trickbetrüger traut man nunmal nur kurze Zeit. Das hohe Gut Vertrauen ist schnell verspielt und lang- und mühsam aufgebaut. Das gilt für den abendlichen Service hinter der Bar ebenso wie für Hersteller von Spirituosen und Medien.

Marketing Abteilungen von Spirituosen Herstellern neigen zu altertümlichen Weisheiten. Pouring Verträge sind ähnlich kurzfristig gedacht wie Schleichwerbung. Und auch hier verspielen Brand und Bar oft Ihr einen guten Teil Ihres Vertrauens. Aber das ist hier heute ein anderes, sicherlich ähnliches, Thema.

Ich weiss, wie man einen Drink zu angemessenem Preis verkauft und am Ende des Tages damit seinen Lebensunterhalt bestreitet. Der Weg ist und war nicht immer leicht. Er ging oft kurzfristig auf Kosten des Profits. Aber er ging nie auf Kosten der Glaubwürdigkeit. Das ist unternehmerischer Suizid.

Respektlose, uns für Dumm verkaufende, Schleichwerbung ist in meinen Augen eine recht kurze Sackgasse für ein Fachmedium. Nicht ohne Grund habe ich nahezu alle Abonnements etc. gekündigt.

Ich mag Fachmagazine. Ich liebe Sie. Ich will schleichwerbefreie bzw. aufrechte Fachmagazine. Sie sollen werben. Aber anständig. Und ich bezahl dafür gerne gut. Und zwar nicht nur: My two Cents.

12.11.2013

Ich habe Appetit - Vom Fehlen eines Wortes - über den Beruf des Bartenders.

Ich habe Appetit. Appetit ist etwas Feines. Appetit ist ein elegantes, charmantes, lustvolles Verlangen. Appetit ist etwas Gesundes und Gutes. Wem er fehlt, gilt als krank. Wem er vergeht, hat schlechte Laune. Appetit ist fein, zart, dezent.

Appetit hat einen großen Bruder. Es ist der Hunger. Er ist gröber. Reine Natur. Hunger ist ein notwendiges Gefühl. Ihm fehlt jeder Glanz. Er ist reiner Zweck.  Er gehört zum Leben. Ein Automatismus, eine Notwendigkeit. Kein großes Thema. Hunger fehlt die Eleganz. Ebenso wie Durst.

Durst ist ebenso eine Notwendigkeit der menschlichen Existenz. Wer durstig ist, sollt einen großen Schluck Wasser trinken. Das lindert das elementare Verlangen.

Doch warum nur lässt sich in der deutschen Sprache ein lustvoller „Appetit“ nicht „flüssig“ ausdrücken?  Der Wunsch nach einem gutem Getränk. Flüssiger Appetit fehlt in unserem Wortschatz. Das elegante, lustvolle, charmante, feine Gefühl nach einem guten Getränk. Warum nur?

Der Mensch hat Hunger und Durst. Im Extrem frisst und säuft er. Der Appetit ist eine Kunstform. Eine kulturelle Errungenschaft. Diese Kulturform hat das Fressen domestiziert. Es elegant gemacht. Gesellschaftsfähig. In seine Schranken gewiesen. Um dann zu wachsen. Fein und filigran. 

Das Wort für den „flüssigen Appetit“ fehlt. Das ist bedauerlich. Denn es würde den Beruf des Bartenders perfekt umschreiben.

 

 

 

23.10.2013

RIP - Peter Heup

Peter Heup


Lieber Peter,

Heute habe ich erfahren, das Du von uns gegangen bist. Das ist ein trauriger Tag. Ich habe mich immer sehr gefreut, wenn Ihr es in den Löwen geschafft habt. Du warst so ein verdammt feiner Kerl. Davon gibt es am Ende des Abends nicht viele.

Ich hätte mir gewünscht, Dir auch noch in zehn, besser zwanzig Jahren, einen kleinen Drink zu mixen und Deinen Geschichten zuzuhören. Das konntest Du! Geschichten erzählen. Atmosphäre verbreiten. Magie versprühen. Wie kein Zweiter. Es sollte nicht sein.

An ein, zwei Stellen wurde ich mal gefragt, ob ich Vorbilder hatte, die mich inspiriert haben. Natürlich! Archim F. Eberhardt, Charles Schumann und Peter Kallweit habe ich dann genannt. Großartige Charaktere. Und ich glaube auch alle nach Deinem Geschmack.

Aber wie konnte ich Dich da vergessen? Ich werde nie den Abend vergessen, wie ich als Kellner Lehrling im ELYSEE Bankett Saal diesem "Fremd Caterer" zugeteilt wurde. Einem Bar-Mixer, nein Bar-Meister mit Mahagoni Bar war bestellt, so stand es im Function Sheet. Und ich durfte Dein Commi sein. Was für ein Abend!

Ich habe jeden Abend mit Dir genossen. Den einen als Commi, weitere als Kollege im Berufsverband, später dann als mein Gast.

Ich habe heute vom Termin Deiner Beisetzung erfahren. Ich hätte Dir so gerne ein letztes Geleit gegeben, den Respekt gezollt den Du verdient hast. Leider habe ich an dem Tag eine Veranstaltung "auswärts", die Arbeit ruft. Aber ich weiss, Du bist derjenige, der das versteht.

Auf der Beerdigung der Cocktailkirsche hast Du mir Deine unglaublich skurrile Cocktail-Krawatten-Nadel geschenkt. Ich werde sie an Deinem Tag tragen - in stillen Gedenken an Dich. Ich komme die Tage rum, mit einem kleinen Schluck für uns Beide.

Ruhe in Frieden werter Peter.






05.10.2013

Countdown zum BCB 2013 #2: Die Charity Auktion des Hans-August Schröder Vereins zur Pflege der Barkultur

Gregor Scholl, in rarer SALZ Barjacke, Auktioniert konzentriert das auf Leinen gedruckte Menü des LE LION LONDON. Im Hintergrund: Hilfsauktionator Meyer Hoffmann in zu kleiner SALZ Jacke - glänzt später mit notwendigem Fischmarkt Jargon. 


TL;DR : Der Shot / In aller Kürze: Morgen, Sonntag, am 6.Oktober 2013, versteigere ich mit Herrn Scholl im Namen des Hans-August Schröder Vereins zur Pflege der Barkultur sehr illustre Preise. Das sollten Sie nicht verpassen!

 Eine Seereise mit Herrn Scholl,  ein Trink Abend mit Herr Adam, große Flaschen, rare Bar Tools und  wer schon immer einmal Herrn Meyer kaufen wollte, hat Sonntag die Chance dazu!  Das ganze findet statt im Le Croco Bleu, Einlass ab 19.00 Uhr. Beginn ca. 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei; die Plätze sind limitiert. First come, first serve. 


Die Zigarre und ein Glas Rum Version:

Wer es am Sonntag vor dem BCB 2012 ins Rocco & Sanny geschafft hat, konnte Herrn Gregor Scholl, Rum Trader Berlin, und meine Wenigkeit eine recht spontane Auktion abwickeln sehen. Das Mixology Magazin, Freunde der Spirituosen Industrie und wir hatten ein paar Preise zusammengestellt, und versteigerten diese für einen guten Zweck.

Ganz Bartender, wie Herr Scholl und ich es nun einmal gelegentlich sind, waren wir unserer Zeit voraus.  Den guten Zweck hatten wir im Kopf, nicht aber bereits in Form gegossen. Die Idee dazu entstand vor ein paar Jahren in Rahmen unserer Mixology Bar Awards Jury Tätigkeit. Beate Hindermanns Seelenwunsch war und ist es, einen Austausch zwischen jungen Barterndern (m/w) aus  Deutschland und fremden Nationen voranzutreiben.

Die Gründungsmitglieder des Hans August Schröder Vereins zur Pflege der Barkultur nach schweißtreibender Gründungssitzung beim wohl verdienten 17.00 Uhr Gin & Tonic


Beates Idee in Worte und Materie zu fassen wurde unser gemeinsames Ziel. Vor ein paar Wochen war es denn nun endlich soweit: Wir gründeten den Hans-August Schröder Verein zur Pflege der Barkultur.
In Ehren an den legendären ersten Barbetreiber des Rum Traders Berlin, Herr Schröder, widmet sich dieser Verein der Förderung unseres Berufsstandes.

Aus unserer Satzung:


Das Vereinsmotto lautet: „Conviva regimen requirit“ (Der Gast braucht Führung)



§ 2

Zweck des Vereins
1. Zweck des Vereins ist die Förderung der beruflichen Aus- und Fortbildung des Berufsstandes des Barkeeping/Bartendering in allen Facetten, namentlich durch Verbesserung und Vertiefung der fachlichen und charakterlichen Ausbildung von Barkeepern/Bartendern.

2. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.
3. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch folgende Maßnahmen:
Jährliche Gewährung des Hans-August-Schröder-Stipendiums an junge Bar tender zur Ermöglichung einer zeitlich befristeten Fortbildung in renommierten Bars im In- und Ausland; Jährliche Sammlungen und Versteigerungen sowie weitere Veranstaltung zur Einwerbung der Mittel für das Hans-August-Schröder-Stipendium.

4. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
5. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Gewinnanteile und in ihrer Eigenschaft als Mitglieder auch keine sonstigen Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
6. Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an eine ehrenamtliche, steuerbegünstigte Körperschaft mit der Bestimmung, es unmittelbar und ausschließlich für die satzungsmäßigen Zwecke zu verwenden.
7. Alle Inhaber von Vereinsämtern sind ehrenamtlich tätig. Jeder Beschluß über die Ände rung der Satzung ist vor dessen Anmeldung beim Registergericht dem zuständi gen Finanzamt vorzulegen.

Ich also jetzt Vereinsmeyer !

"Ich möcht nie im Lebens Mitglied in einem Verein werden, der Leute wie mich als Mitglied aufnimmt! " Alvy Singer, Der Stadtneurotiker

Wer Herr Singer oder ursprünglich Groucho Marx habe ich es bislang auch immer gehalten. Diesmal haben es Herr Scholl aber geschafft mich für diesen Zusammenschluss zu begeistern! Er hat mich sogar in den Vorstand dieses verwegenen, wenn auch gemeinnützigen Vereines, zu holen.

Mein Vorstandsposten ist der des Mundschenks, und das Vorhandensein solcher Posten hat mir, und sollte auch Ihnen, Vertrauen gegeben, was die Ernsthaftigkeit unseres Vorhabens angeht.

Eigentlich wollten wir zum BCB 2013 mit Logo, Webseite und dem ganzen neuzeitlichen Notwendigem glänzen. Leider kam für uns alle zu viele Nachtschichten, Feierabend Gin & Tonics und
spontan geöffnet Bollinger Flaschen dazwischen. Aber: der Verein ist gegründet, die Anerkennung der Gemeinnützigkeit liegt bei den Ämtern. Auf das wesentliche Konzentrieen! Das bringt den Tender durch die Nacht.

In Kürze kann man Mitglied des Vereins werden und wir geben alles weitere dazu dann bekannt.

Die Mittel aus der Auktion 2012 werden diesem Verein selbstverständlich  zu 100 % zur Verfügung gestellt.

Und morgen, am Sonntag, geht die Charity Auktion des Vereins in die zweite Runde:

 Im Blauen Krokodile,LE CROCO BLEU. Einlass ab 19.00 Uhr, Beginn ca. 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei, der Platz ist begrenzt, frühes kommen sichert beste, bzw. Plätze. First come, first serve.

Die Preise können sich sehen lassen! Neben Sachpreisen werfen eine Vielzahl des Vorstandes und  Freunde aus Industrie und Peripherie fantastische Preise in die Waagschale unseres kulturellen Vereins.

Ein Auszug:


  • Sie können eine Seereise mit Herr Scholl ersteigern, bei der Sie mit Ihm zusammen mixen müssen
  • Herr Adam versteigert: "Erobere die Deutsche Cocktail Hauptstadt Berlin mit Mixology Herausgeber Helmut Adam. Zwei Hotelnächte und eine intensive Bar Tour durch Berlin inklusive
  • Herr Meyer schult Ihr Barteam. Anreise / Übernachtung / Tagesseminar zu Ihrem Wunschthema sowie die Arbeitsleistung "Abend Schicht in Ihrer Bar" gehen auf Kosten Herrn Meyer, innerhalb Deutschlands, Ausland auf Nachfrage am Abend. 
Um nur ein paar zu nennen. Eine Lot Liste mit den erzielten Preisen und den Sponsoren werden wir im Nachhinein veröffentlichen. 

Der Hans-August Schröder Verein zur Pflege der Barkultur freut sich, wenn Sie es Sonntag auf die Bötzow nach Berlin ins Krokodil schaffen. Ich verspreche einen kurzweiligen, lohnenswerten Abend. Das Team des Blauen Krokodils hat mir als Mundschenk versichert, das ich mir keine Sorgen machen muss....

Ich finde: Das hört sich gut an! Bis Morgen...






01.10.2013

Countdown zum BCB 2013 #1: Lang leben die Ritter der Nacht !

In einer Woche geht es los. Deutschlands Bartender feiern Ihre Weihnacht. In Berlin. Zum BCB.  Ich freue mich. Noch nie habe ich einen BCB ausgelassen. Meine Kredikarte kann ein Lied davon singen. Was habe ich dort schon für gute Tage und unglaubliche Nächte verbracht.

Früher gehörte die Nacht zum BCB "uns". Gut, der BCB auch. Es war ein charmanter Haufen Bartender, die sich dort feierten. Man gab Ihnen ein paar Flaschen, Shaker, eine Bühne und ein piependes Mikrophone und es war großartig. Klassentreffen der besonderen Art. Die Tage waren eine Herausforderung für jeden Hangover Profi. Die Nächte waren rauschend.






Die Zeiten ändern sich. Ich mich ja auch.  Der BCB ist groß geworden. Ich "älter". Grundsätzlich nicht falsches daran.

Früher gab es vorab einen  "Opener". Traveling Mixologists.  "Be there or be square". Aufwärmen, Gesichter wiedersehen, Hände schütteln. Und Drinks. Viele!
Große Karten. Chaos, Liebe, Weihnachten. Alles Wahnsinnig. Hat irgendwie geklappt.

Helmut Adam hat vor ein paar Tagen einen tollen Appell an die Bars geschrieben. Großartig.

Nun - wir alle sitzen im Glashaus. Verdienen am und mit dem BCB  Geld und / oder Unterhaltung. Und dennoch ist es gut sein Wirken einmal in Frage zu stellen.  Nichts spricht gegen Effizienz  - aber wenn Adam schreibt "Denkt ihr wirklich, dass eure Kollegen aus Rumänien, Portugal, Dänemark und Russland anreisen, um einen Gin & Tonic oder einen Dark & Stormy zu ordern?" stehen wir auf und schreien im Geiste NEIN!

Andererseits, ist der BCB groß geworden. Größe bedingt Umdenken. Die Bar Abende der Vergangenheit sind zu großen Brand Parties am Abend verkommen. Wer 200 oder 500 Gäste zu bewirten hat, möchte dies bewerkstelligen. Nichts falsch daran.

 Die Frage ist nur: Warum tuen wir uns das an?

Seit Tagen trudeln Einladungen in reale und virtuelle Postfächer. Zu Brandveranstaltungen während des BCB's. Früher hatten sich die Brands zum BCB noch nicht viel getraut. Als die Budgets noch klein waren und ein kleiner Gruppe innerhalb Großer Konzerne eine Lanze und ein wenig Budget für den BCB und die Bartender brach. Gute alte Zeit. Da gehörte der BCB den Bartendern und Ihren Freunden - mit freundlicher Unterstüzung von .....

Und die Nacht und die Bars gehörten uns!

Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Die größten On Trade Budgets fließen in den BCB oder besser gesagt auch ins drum herum. BCB ist Chefsache! Damit fangen die Probleme an. Schwör ich Euch!

Gary Vaynerschuck hat Recht:

"If one thing is for sure  is that marketing will fuck up everthing over time!"

Die Marketingabteilungen der Industrie machen den BCB langsam aber sicher zu einem großen "Getränke Industrie Zirkus" - da kommt bei mir so keine Weihnachtsstimmung mehr auf. Wettrüsten auf der Messe. Und, viel schlimmer, drumherum. Der BCB ist aber kein Industrie Zirkus - sondern Bartenders X-Mas! Also immer schön hinten anstellen.

Ich weiss gar nicht bei wie viel Einladungen die Rede von Guestlist und exklusiven, ausgewähltem, limitierten Teilnehmer Kreis war. Was für ein Schwachsinn! Marketing Idioten am Werk. Größer, Schneller, Weiter, Wichtiger.

Wir sollten aufpassen, das wir den Falschen hier nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken. Auf der Messe reden wir über Brands, Produkte und unseren Job. Das ist gut so. Aber die Nacht gehört uns, den Rittern der Nacht. Uns spielt kein blöd-studierter Marketing MBA gegeneinander aus. Bartender gehören Nachts in Bars nicht auf Un-VIP-Parties.

Bars in denen ihnen andere Bartender Ihre liebsten Drinks mischen. Berlin hat eine unvorstellbar große Anzahl an guten Bars. Da brauchen wir während des BCB keine noch so wichtige Brand Party.  Wir brauchen gute Bars. Ohne Party. Ohne Event. Zum Brechen voll mit Kollegen aus ganz Europa.

Zum Glück gibt es davon genug in Berlin.

Ich werde dieses Jahr zum BCB keine Brand Parties besuchen. Am Tag wird "gearbeitet", nicht aber in der Nacht! Ich werde in ein oder zwei Bars gehen, die sich dem ganzen Event Trubbel nicht hingeben. Mögen Sie noch so voll sein. Ich werde mich mit ein paar lange nicht mehr gesehenen Kollegen und Freunden verabreden - trinken und reden.

Den Zirkus werde ich Zirkus sein lassen. Mögen sich Marketing Abteilungen, Industrie Periphery, Consulter, Fach und Pseudo Journalisten, Blogger und sonstiger BCB Apendix auf den Brand Parties selber feiern - aber Bartender gehören in eine Bar!

Und es spricht nichts gegen den Bartender nahen Brand Ambassador bzw. Brand Mitarbeiter. Denn wir haben seit Anfang an zusammen den BCB gefeiert.  In Bars. Ohne den ganzen Zirkus.

Ich will Weihnachten feiern. Im Kreis meiner lieb gewonnenen Familie.

Die Nacht zum BCB gehört den Bartendern - die lass ich mir nicht nehmen!

Ich freue mich auf die Bars von Berlin.

Der Löwe verschenkt 930 Drinks in der "Our Hour" an die besten Gäste die eine Bar haben kann!

Von Zeit zu Zeit verschicke ich Briefe, bzw. elektronische Post,  an die "Freunde des Löwen".

Ab heute, dem 1. Oktober 2013 hat das Le Lion an sieben Tagen in der Woche ab 18.00 Uhr geöffnet. Und Sie sollten uns zur "Our Hour" besuchen. Jeden Abend im Oktober, von 18.00 Uhr bis 18.30 Uhr.

Diesen Post werden ich nach um nach um die 31 Drink Rezepte der "Our Hour" des Löwen ergänzen.

Doch lesen Sie selbst:




Werte Freunde des Löwen,

ab heute, dem 1. Oktober, ändern wir unsere Öffnungszeiten - das Le Lion hat ab sofort an sieben Tagen in der Woche bereits eine Stunde früher, also ab 18 Uhr geöffnet. Wir schenken Ihnen und uns eine Stunde. Und geben dem Kind einen Namen: "Our Hour".

Seit fast sechs Jahren servieren wir Ihnen eine kleine Auswahl an klassischen Cocktails und Champagner und es bereitet uns grosse Freude. Die Jahre haben dem Le Lion eine erfreuliche Geschäftigkeit gebracht. Der Löwe brüllt und brummt. Und es freut uns, das die Hamburger und ihre Gäste unsere Arbeit schätzen.

Aber mit der Zeit verliert man manchmal lieb gewonnenes aus den Augen, unbemerkt. Man gibt sich dem Trubel hin. Und wenn man nicht aufpasst, nimmt sich der Trubel, was wir gar nicht wollen. Ich erinnere mich noch gerne an die ersten Jahre. Da sind wir, die Bartender des Löwen, an einem Abend in der Woche einen Aperitif trinken gegangen. Vor der Schicht, vor der Arbeit. Wir hatten uns umgezogen, ins Löwenfell geworfen, die Mähne gekämmt und gegelt, haben uns ein ein Taxi gesetzt und sind in eine andere Bar auf einen Aperitif gebraust. Eine verlängerte halbe Stunde. Wir Kamen fünf Minuten vor der Offnungszeit wieder ins Le Lion und haben die Bar beschwingt geöffnet. Mit der Euphorie eines guten, frühen Abend-Drinks, eines guten Gesprächs und guter Gesellschaft läßt sich so eine 12 Stunden Schicht einfach besser gestalten.

Und heute? Haben wir es aus irgend einem Grund vergessen, diesen frühen ersten Drink gemeinsam zu trinken. Dieses Ritual, welches den profanen Tag mit all seiner Geschäftigkeit hinter uns lässt und uns auf den Abend einstimmt - auf die wirklich wichtige Zeit des Tages. Diese "unsere" Stunde ist uns abhanden gekommen. Aber jetzt holen wir uns Sie uns zurück! Nur diesmal trinken wir mit Ihnen.

In "unserer Stunde" servieren wir uns und Ihnen unsere liebsten klassischen Aperitif Cocktails, jeden Abend ab 18.00 Uhr. Die ersten 30 Gäste laden wir jeden Abend zur "Our Hour" auf diesen Drink ein. Einen ganzen Monat lang. 31 Tage - 31 verschiedene Aperitif Drinks. 30 Aperitif Drinks am Abend. 930 Drinks, besser gesagt 930 Entspannungsmomente. Als Geschenk an Sie: Die besten Gäste, die eine Bar haben kann.

Zwei Dinge müssen Sie allerdings beachten, um in den Genuss des "Our Hour" Aperitifs zu kommen:

  • Sie müssen zwischen 18.00 Uhr und 18.30 Uhr im Le Lion eintreffen.
  • Wir nehmen keine Reservierungen zum "Our Hour" Drink an. Im Oktober können Sie somit erst ab 18.30 Uhr reservieren.
  • Ach ja, und denken Sie dran: Der frühe Löwe trinkt den Drink! (Den "Our Hour" Aperitif servieren wir für die ersten 30 Gäste jeden Abend)
Heute Abend beginnen wir mit einen großartigen jungen "Klassiker", den unserer erster Barchef Gonçalo (heute BUCK & BRECK, Berlin) für den Löwen gemixt hat, den: 
Coquetiez du Lion



Trinken Sie einen "Eierbecher des Löwen" heute Abend mit Thomas und Joerg. Oder besuchen Sie uns an einem anderen Tag im Oktober zur "Our Hour" - täglich ab 18.00 Uhr. Sie haben sich einen Drink verdient. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.


Mit freundlichen Grüßen


Jörg Meyer


P.S:

Wir werden versuchen, unsere 31 klassischen Cocktails hier zu "dokumentieren". Mit Rezept. Falls Sie sich mal einen Drink für IHRE STUNDE mixen möchten.

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Wir tragen Anzüge vom Schneider des Löwen in der Rathausstrasse.

Zaurins - The Tailor - Oliver Zaurins 



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"Our Hour" Drink  Nr. 1:

Le Coquetiez du Lion
  • 30 ml Dry Gin (47 %)
  • 50 ml Lillet blanc
  • 5 Dashes of Peychauds Bitter
  • Stirr, strain
  • Lime peel




16.09.2013

Von Brettern die unsere Welt bedeuten: Küchenbretter / Barbretter

Auf der Suche nach einem guten Drink-Photographen (der Laie bezeichnet diese Spezies gerne als Food-Photographen) stolperte ich einer Empfehlung folgend über Bernd Euler, bzw. seine Präsenz im Netz.

Ich durchforstete Herrn Eulters "Treiben" und landete auf der Seite seiner Agentur ApM. Und dort entdeckte ich einen Film über einen Küchenbrett-Philosophen, produziert für die Kulinarischen-Kosmonauten.

Was Holger Maciolek von ELBHOLZ wahrscheinlich noch nicht weiss, ist, dass Ihn in Zukunft ein paar Bartender kontaktieren werden. Oder gar die Spirituosen Industrie, immer auf der Suche nach Prämium Bar Tools,  die vermeintlichen Top Bartender des Landes zu umschmeicheln.

Holger Maciolek produziert Küchenbretter. Mit Geschichte. Und seine Internet Seite zeigt auch eine Edition Wein. Damit wären wir wieder bei eineme anderen Thema: Das stets vergessene "Schmuddelkind" Bar. Küche, Wein Hurra - aber Bar ? Nun denn...

Dabei ist ein Bar Brett, vor den Augen der Kunden, doch viel Repräsentativer als ein Küchenbrett in der geschlossenen Küche. Sicherlich, der überwiegende Teil der Produktion verschwindet in der Küche des Hobbykochs. Schön aber auch ein wenig Schade. Denn die Idee, das Bar Brett so schön zu verarbeiten, wird sicherlich auch in der Bar und bei seinen Tendern Anklang finden.

Zitat Herr Maciolek: "Das Brett ist ein Ausdruck von Stil. Es ist ein Bild. Es ist einzigartig und man kann darauf arbeiten"

Mir gefällt die Arbeit von Holger Maciolek sehr gut. Ob er es nun Küchenbretter nennt, ist am Ende des Tages auch egal. Ein Bar-Brett ist das Brett, was meine Welt bedeutet.Und ich mag schöne Bretter. Zeit für eine Ausfahrt nach Finkenwerden...



Der Küchenbrett-Philosoph from Kulinarik Kosmonaut on Vimeo.

• Drink Fotograph: Bernd Euler, Hamburg
ApM Agitprop Media :  Agentur / Freiberufler Netzwerk für die Produktion audiovisueller Beiträge mit einem Schwerpuntk Food / Kulinarik

Kulinarik Kosmonauten
ELBHOLZ Hamburg - Küchenbretter von Holger Maciolek

31.08.2013

GIN XORIGUER MAHON - it's GINTASTIC - love it...

Great Gin - Great Value for Money - Love this Juniper Juice from Menorca.

15,- € per bottle, serious work, lot's of juniper - Highly recommanded! 




--

Nachtrag: Ich liebe die Webseite, insbesondere die "deutschen" Texte... http://www.xoriguer.es

16.08.2013

Sasha Petraske - about Cocktails. CLASS MAGAZINE INTERVIEW

Class Magazin did month ago an interview with Sasha Petraske. "I'm no genius" -  I really enjoy the reading.

I like this quote from Mr. Petraske.

"Cocktails are not worth intellectualising, they are just something to be experienced. The fact that people talk about cocktails like one might talk about like wine, which you have to grow, is laughable. A cocktail is a simple thing - what matters is if you make it right."

08.08.2013

Das Gin Aroma Kit - GINTASTIC !

Wer sich für Gin interessiert und dessen Aromen besser kennenlernen und erkennen lernen möchte, dem möchte ich das GIN AROMA KIT empfehlen - Danke an Bombay Sapphire für den Tip! Meins ist bestellt unter:

www.aroma-academy.co.uk


07.08.2013

Zeit für Hamsterkäufe - Elijah Craig 12 Years wird um ca. 20% teuerer

Ich weiss noch ganz genau als Sven Sudeck mir vor ziemlich genau drei Jahren eine Flasche Elijah Craig 12 Years in den Löwen stellte. Ich mixte damit Sours und Smashes und ich war begeistert.

Meine Entscheidung war klar: Elijah Craig war ab sofort der Hausbourbon des Löwen. Die 47%Vol. waren ganz nach meinem Geschmack, die Drinks bekamen die gesuchte Tiefe und Kraft.

Hinzu kam die Geschichte dieses Bourbons. Wow.

Gut, seit Jahren gehört dieser großartige Bourbon ins Portfolio der Heaven Hill Destille. Alles andere als ein kleiner Player am Markt. Aber "Groß" ist nicht "Schlecht" - Elijah Craig tritt diesen Beweis täglich an.

Elijah ist in meinen Augen der beste Value for Money Bourbon am deutschen Markt. Und Heaven Hill hat davon einige im Programm. Evan Williams Black Label zum Beispiel. (der gerade ebenfalls im Preis "steigt")

 Wer Elijah Craig 12 Years gut einkauft, findet Ihn (jetzt schon selten) um die 21,- €. Wann gab es jemals mehr Bourbon für diesen Betrag in eine Flasche gefüllt.?

Elijah verdrängte alle Mitbewerber aus meinem und vielen anderen Mixstationen.  Bei dem Preis-Leitungs Verhältnis ebenfalls der Haus-Bourbon des Boilerman.  Highballs, Sours und Smashes lösen regelmässig "Uaahh" "Aaaahhh" und "Hmmmmm" Wellen an meinen Bars aus.

Seit einigen Jahren wird guter Bourbon teurer. Der Fluch der Götter die wir riefen. Wer regelmässig größere Mengen Bourbon kauft wird dies in den letzten 12 bis 18 Monaten festgestellt haben. Bei Rye ist diese Wahrnehmung bereits unerträglich. Die Preise explodieren. Schlimemr noch: Es gibt keine Ware mehr. AUSGETRUNKEN - ups.

Elijah Craig und andere Whiskesy aus dem Hause Heaven Hill waren der Fels in der Brandung. Jetzt schwappen viele Gerüchte aus amerikanischen Online Publikationen rüber, das Heaven Hill die Preise anpasst / angepasst hat. Wer kann es Ihnen verübeln? Viele brauchbare Mitbewerber machen dies seit Jahren regelmässig. Einige deutsche Händler bestätigten mir jetzt die Preiserhöhung des Heaven Hill Portfolios.

Und mehrere bestätigten mir, das es Elijah Craig etwas härter trifft. Von bis zu 20% ist die Rede. Das erschreckende und beruhigende zugleich: selbst mit +20% Aufpreis ist Elijah Craig 12 Year mit seiner 47% Vol. Kraft in meinen Augen einer der besten Bourbons, den es für Geld zu kaufen gibt.

Nur aus einigen Mixbrettern wird er verschwinden.  Craig Sour wird in der einen oder anderen Bar vom "Haus" Sour zum "Upselling" Sour. + 20 % im Pouring sind kein Pappenstiel.

Fazit:

• Nicht ärgern!  Statt zu denken: "Wieso wird mein Lieblingsbourbon soooo unverschämt im Preis erhöht???" sollte man von der anderen Seite argumentieren: "Schön, das ich so lange zu günstig trinken durfte !" (Pech natürlich, wenn Sie diesen Bourbon erst vor kurzem für sich entdeckt haben)

• Sollte Ihr gewohnt kräftiger Whiskey Sour in Ihrer Stammbar in Zukunft "dünner" schmecken,  fragen Sie sicherheitshalber nach ob der Brand gewechselt wurde. Wir werden bei Elijah bleiben. Wer sich an den Biss um Drink gewöhnt hat, will nichts anderes mehr trinken. Bislang ist mir zumindest nichts Vergleichbares zwischen die Eiswürfel und den Zitronensaft gelaufen. Oder habe ich da was übersehen?

• Viel Spaß bei den Hamsterkäufen. Bei 20% lohnt sich das. Getrunken wird er eh. Allerdings, ich habe heute mein Glück versucht: es ist schon ziemlich viel vergriffen. Ich konnte noch ein paar Dutzend auftreiben. Falls noch eine Quelle gefunden wird, freue ich mich auf Hinweise.

• Ach ja, Zeit für einen Whiskey Smash ...





27.07.2013

Die Biere der BOILERMAN BAR. Was ist Craft Beer? Ist Ratsherrn wirklich Craft Beer?

THE BOILERMAN BAR ist bald ein Jahr geöffnet. Und Sie bereitet mir und uns viel Spaß. Es „flutscht“. Sie ist eigentlich immer gut besucht. Und mit der relative positiven finanziellen Entwicklung hätte ich persönlich so schnell gar nicht gerechnet. Andrej Busch und sein Team machen einen guten Job. Und selbst jetzt im Sommer, wenn in anderen Bars die Gäste fern bleiben, ist die Bar dank unseres Außen-Tresens gut besucht. Bald haben wir ein Jahr geöffnet. Und wenn ich auf das Jahr zurück schaue, macht mich die Entwicklung sehr zufrieden.

Das Konzept soll sich ganz bewusst vom Le Lion in vielen Punkten unterscheiden. Die Heizer im Boilerman arbeiten ohne Shaker, dafür mit elektrischen Stabmixern. Sie servieren Highballs statt Smashes und anderer Klassiker. Und Sie servieren Bier. Eine kleine und gute Auswahl an Flaschenbier. Und gerade jetzt im Sommer: Sehr viel Bier.

Im Le Lion haben wir Bier nie „unterstützend“ angeboten. Wir haben eines da. Kronenbourg 1664. Haben es „hochpreisig“ kalkuliert. Der Löwe ist keine Bier Bar. Nichts ist falsch an Bier in einer Bar. Wichtig ist meiner Meinung nach nur, das man ein Konzept hat, und das durchzieht. Eine Classic Bar hat einen Fokus auf Drinks. Man kann wahlweise Bier dazu featuren oder eben nicht. Im Löwen haben wir uns für einen extremen Fokus auf Drinks entschieden.

Als ich mich für vor gut sechs Jahren im Le Lion für Kronenbourg 1664 entschieden hab, gab es neben geschmacklichen Gründen den Hauch des Exklusiven, da 1664 seiner Zeit schwer in Hamburg zu beziehen war. Französisches Bier, passend zu einer Bar de Paris. Warum nicht?

Mittlerweile bin ich nicht mehr ganz glücklich mit der Wahl. Da es kein großes Thema bei uns ist, habe ich dem Wechsel des Bieres nie große Priorität gegeben. Aber unterschwellig hat sich das Bier mittlerweile anders platziert. Kronenbourg 1664 wurde vor einigen Jahren von dem Global Player Carlsberg Group übernommen. Das macht das Bier nicht schlechter. Nur weniger exklusive. Mittlerweile ist es in Hamburg überall gut zu erhalten. Global Player und eine kleine Löwen Bar passen nicht gut zusammen. Daher ist es Zeit für einen Wechsel.

Im Boilerman sieht das ganze anders aus. Dort haben wir einen Fokus auf Bier. Daher brauchte ich eine gewisse Auswahl. Hier ein Blick auf unsere  Boilerman Karte / Bier Auswahl:

DIE BIERE DES BOILERMAN

Auszug aus der aktuellen BOILERMAN Karte


Zu Anfang hatten wir noch Pilsner Urquell und Ratsherrn Rotbier. Die Beiden habe ich ausgelistet. Pilsner Urquell, weil mir hier, ähnlich wie bei Kronenbourg 1664, ein wenig die Exklusivität verloren gegangen ist. Gutes Bier, nach wie vor. Allerdings in der Gastronomie recht verbreitet. Ich muss gestehen, dies ist immer ein zweischneidiger Schritt. Es ist schon merkbar, das unseren Gästen etwas „vertrautes“ für eine schnelle Pilsener Bestellung fehlt. Ich muss da noch mal in mich gehen, was ich statt dessen aufnehme. Ratsherrn Pilsner ist, so zumindest das Feedback von Andrej und Team, nicht jedermanns Sache. Uns gefällt es. Aber es geht ja um den Gast.

Ich finde allerdings auch die geschmacklichen Varianzen beim Pilsener Stil oft und leider minimal. Da scheint wirklich viel über Image und Marketing zu gehen, wenig über den eigentlichen Geschmack.

Das Ratherrn Rotbier lief Null. Zero. Hat niemanden interessiert. Drohte abzulaufen. Daher ausgelistet.

Die aktuelle Bier Auswahl der Boilerman Bar ist somit die oben stehende.
  • Ratsherren Pilsener und Pale Ale,
  • IPA von  der CREW AleWerkstatt, 
  • Tegernseer Hell 
  • und die von Andrej entdeckte und von mir geliebt Großflaschen Serie von Maisel & Friends mit Stefan‘s Indian Ale, Jeff‘s Bavarian Ale und Marc‘ Chocolate Bock.

Pilsener läuft gut. Insbesondere am Wochenende. Das schnelle, unbedachte Bier. Nach wie vor wohl das Synonym für BIER in Deutschland. Wochenende. Man kommt in eine volle Bar. Erstmal ein schnelles Bier im stehen, Pils bitte.

Und dennoch war Pils nie die meistverkaufte Sorte Bier im Boilerman. Die beiden Top Biere im Boilerman: Tegernseer Helles Vollbier und Pale Ale von Ratsherren.

Tegernseer Helles Vollbier läuft unglaublich. „Geschnitten Brot“. Jetzt im Sommer angsteinflößend viel. Wahnsinn.

Pale Ale wird ein wenig von uns gefeatured. Je später der Abend, desto mehr verkaufen wir:

BOILERMAKER


Boilermaker im Boilerman - Share your beer!

Der BOILERMAKER ist leider in der einem oder anderen Bar zu einem dümmlichen Saufspiel verkommen. Der Whiskey wird im Bier versenkt etc. Erschreckende Rituale infantiler Idioten.

Ein ordentlicher BOILERMAKER ist ein Bitteres Bier (Pale Ale für den Einstieg, später den IPA) und die passende Unze American Whiskey  dazu. Man genießt Beide ohne zu „Saufen“. Den Whiskey in zwei, drei genussvolle Schlücken, dazu jeweils ein guter Schluck herbes Bier. Eine tolle Kombination. Wir empfehlen daher zur Unze Whiskey ein Bier zu teilen.

Hier kommen die geliebten Spezialitäten Biere ins Spiel. Das IPA von CREW AleWerkstaat ist fantastisch - Maisels Großbiere ebenso. Es ergeben sich tolle Bier und Bourbon Kombinationen. BOILERMAKER ist ein sehr elegante Art, Bier und Whiskey zu genießen - das hat nichts mit „saufen“ zu tun.

CRAFT BEER für den Boilerman?

Was ich also suche, sind „handgemachte“ Biere. Von kleinen Brauereien. Handwerksqualität. Mit Geschichte, mit Persönlichkeit. Gerne mit Ecken und Kanten. Weniger Pils - mehr Biervielfalt. Kleine Biere für eine kleine Bar. Am Besten nicht überall erhältlich - wir möchten unseren Gästen ja etwas besonderes bieten.

Suche ich CRAFT BEER?  Was ist Craft Beer?

Definition Craft Beer: Die Brewers Association America schreibt :“An American craft brewer is small, independent and traditional.“ (genaue Definition hier: http://www.brewersassociation.org/pages/business-tools/craft-brewing-statistics/craft-brewer-defined )

Und auch auf der Webseite von Ratsherrn heißt es : „Klein, unabhängig und traditionell“ - so definiert die Brewers Association, der Berufsverband der Craft Breweries in den USA, eine Craft Brewery (Handwerksbrauerei) – ... weiter „Craft Beer bildet den Kontrast zur industriellen Massenware.“...
Das ist doch genau das was ich suche: Kontrast zur industrielllen Massenware ...

Verkauft der Boilerman also Craft Beer?

Wenn man in den letzten Jahren und spezielle Monaten nicht ganz mit verschlossen Augen Fachmagazinen und Life Style / Genuss Publikationen gegenübergetreten ist, beschleicht einen das Gefühl, Craft Beer is it! Craft Beer über alles. Wer was auf sich zählt, verkauft Craft Beer...

Bei solchen Wort Spielen ist in der Regel Vorsicht zu genießen. Die Ansätze sind immer gut, später verkommt so etwas  in der Regel zu reinem Marketing Quatsch. „ARTISANAL“ wurde mal vor ich glaube zwei Jahren von einer englischen Publikation zum Unwort des Jahres gewählt - zu Recht. Den irgendwie ist jetzt ja alles ARTISANAL.

Der Handwerker mit Format ist jetzt eine Manufaktur -  Braufactum dann die abadsurdum Führung dessen. Seht her! Wir sind handwerkliches Bier! Quatsch -  der Absender hat für mich nichts mit Handwerk zu tun. Aber gutes Marketing wird es schon richten. Beispiele gibt es viele - sobald solche Wortspiele gehäuft auftauchen, ist Vorsicht geboten. Dem zukünftigen Unwort CRAFT BEER (wie gesagt, Ansatz völlig ok) scheint mir ein ähnlicher Weg beschrieben. Die Großen haben übernommen.

 Dabei zählt für uns doch einzig und allein der Inhalt. Bier bleibt Bier. Wer Floskeln braucht, hat was zu verbergen - so meine Interpretation. Daher ist mittlerweile Vorsicht bei der Verwendung des Wortes Craft Beer angebracht. Das mein grundsätzlicher Vorbehalt.

Aber schauen wir uns doch einmal die Produzenten von Boilerman Bier an. Ich habe ein paar Euros riskiert um mich bei Auskunft und Register Diensten über unser Lieferanten schlau zu machen. Ein interessanter Einblick in die Welt der Brauereien


Die Bier - Lieferanten des Boilerman 


Tegernseer

Allein rauszufinden wer hinter Tegernsser steckt, ist im Netz gar nicht so einfach. Google ist da nicht sofort hilfreich. Final bin ich bei der Herzoglich Bayerische Brauhaus
Tegernsee Kommandit Gesellschaft gelandet. Ein Blick auf die Webseite www.brauhaus-tegernsee.com leitet einen immer wieder um zum herzoglichen Braustübl. Final landet man aber bei  der bei Amtsgreicht München unter HRA 78617 registierten

Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee KG


Gesellschafter und Eigentümer sind

1.) Herzog Max in Bayern (Komplementär)
2.) Herzogliches Brauhaus Tegernsee GmbH (Komplementär)
3.) Herzogin Maria Anna H.G.J. in Bayer ( Kommanditist)

die unter 2.) genannte Gesellschaft ist registriert unter HRB 41385 ebenfalls in München. Alleiniger Inhaber ist Herzog Max in Bayern.

Man sieht: die Tegernseer Brauerei ist fest in Bayrischer Hand. Regional. Gut so. Ehrlich und gut - wie Ihr Vollbier.


MAISEL

Hinter Maisel steht formell die Brauerei Gebrüder Maisels KG (HRA 3017 Registergericht Bayreuth). Gesellschaft / Eigentümer:
1.) Maisel Oscar
2.) Braurei Maisel Geschäftsführungsgesellschaft mbH
3.) Familie Maisel GmbH & Co KG

Die Gesellschaft unter 2.) ist registriert unter HRB 737 ebenfalls in Bayreuth und gehört zu 100% der Familie Maisel GmbH & Co. KG

Die Gesellschaft unter 3.) ist registriert unter HRA 210 in Bayreuth und gehört 4 Familienmitgliedern von Maisel, sich selbst (es lebe das Gesellschaftsrecht) und einer weiteren Verwaltungs-GmbH der Familie Maisel.

Wie und Warum verschiedene Gesellschaften hier auftauchen ist letzen Endes egal, wichtig ist, das Sie alle in Besitz der Familie Maisel sind. Damit ist die Brauerei Masiel ein „wahrer“ Familien Betrieb. Macht Sie, neben dem guten Bier, noch sympathischer.   Außerdem Mitglied in der Initiative DIE FREIEN BRAUER - interessant für jeden, der sich für Biere jenseits der Global Player interessiert.


CREW AleWerkstatt.

Die junge und sympathische Bier Werkstatt aus München firmiert formell unter der Gesellschaft Crew AleWerkstatt GmbH registriert unter HRB 192985 bei Amtsgericht München. Die Gesellschafter sind:
1.) Mario Hanel  (35%)
2.) Timm Schnigula (35%)
3.) Noris Hopfenverwaltungs Gesellschaft mit beschränkter Haftung (30%)

Wenn ich das richtig recherchiert habe, gehört die Noris wiederum zu größeren Internationalen Konzernen mit Fokus auf Hopfen. Ich habe hier einmal die Aufteilung des Stammkapitals hinzugeschrieben. Mit 70% Stimmrecht sind die beiden persönlichen Inhaber und Geschäftsführer in nahezu allen Fällen  des Gesellschaftsrecht handlungsfähig. Für mich macht eine Beteiligung/Förderung an solch einer Bier-Spezialitäten Schmiede durch einen Hopfen fokussierten Investor sehr viel Sinn. Auch diesem Investor sollte an einer Bier (und Hopfen) Vielfalt in Deutschland gelegen sein. Trotz des externen Investors scheint die Crew AleWerkstatt fest in Inhaber Hand. Prädikat:  Craft Beer tauglich. Kleines Start up mit passendem Investor. Sympathisch (vom IPA ganz zu schweigen)


Ratsherrn


Seit mehr als zwei Jahr gibt es die neuen Ratsherrn Biere aus Hamburg. Die Übernahme der alten Traditionsbrauerei Ratsherrn in ich glaube 2010 war schon ein lokales Ereignis. Umzug in die Schanzen Höfe, in die historischen Viehhallen des alten Schlachthofes. Alles super schick. Hamburg hatte endlich seine „coole“ Brauerei. (gut, Astra war ja auch mal cool). Und alles soooo Craft Beer. Die Webseite strotzt vor Craft Beer. Die Flaschen, das Design. Es ist nicht zu überhören: Ratsherrn ist CRAFT BEER ! Wirklich? 

Ich habe mir das ganze mal angeschaut. Das Ergebnis ist für mich ernüchternd.

Inhaber der Ratsherrn Brauerei ist die Ratsherrn Brauerei GmbH. HRB 80191 beim Amtsgericht Hamburg. Gesellschafter:

1.) Nordmann strategische Beteiligungsgesellschaft mbH & Co KG (74,99 %)
2.) Ratsherrn Brauerei GmbH (siehe oben  - Eigenbeteiligung - 25,01 %)

Darüber hinaus gibt es noch eine Ratsherrn Vertriebs GmbH & Co. KG. Deren Gesellschafter und Eigentümer sind

1.) Verwaltungsgesellschaft Ratsherrn Vertriebs GmbH
2.) Ratsherrn Vertriebs GmbH & Co KG
3.) Nordmann strategische Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG
4.) Christoph Markus Miller (Geschäftsführender Gesellschafter von drinks & more (rock Star Energy, Kalte Muschi Weinbrause, Roberto Cavalli Vodka etc)

Die Nordmann strategische Beteiligungsgesellschaft (Inhaber der Brauerei) ist ein Teil der Nordmann Unternehmens Gruppe. Ein Blick in deren Geschäftsfelder verrät - dies ist ein großer Player im Deutschen Getränke Markt. Daran ist nichts verwerfliches -nur wie heißt es so schön auf der Webseite von Ratsherrn Pils „Klein, unabhängig und traditionell“ ... Craft Beer bildet den Kontrast zur industriellen Massenware.“

Hinter Ratsherrn steht kein Gesicht. Keine Person. Damit meine ich nicht die Brauer. Derer gibt es derzeit gleich drei.  Ich rede von der Firma, der Gesellschaft. Es gab mal ein Gesicht. Wolfgang Speth. Er war der Geschäftsführer von Ratsherren, brachte Erfahrung mit von Jever und Radeberger. Das riecht alles ein wenig mehr nach „Großer Player“ als nach Craft Beer, wenn man mich fragt. Vielleicht nicht das Gesicht was man sich zu Craft Beer vorstellt. Jetzt ist er weg.

Wer in die Gesellschaften der Nordmann Unternehmensgruppe eintaucht um Klarheit zu gewinnen, hat viel vor sich, endet  natürlich auch  final oft bei „Familie“ Nordmann. So gesehen ist das ganze dann doch ein Familienunternehmen ?

Das ist am Ende des Tages eine persönliche Geschmacks Frage. Für mich fühlt sich das anders an. Maisel ist seit jeher Qualitäts Bier. Nordmann hat  meiner Meinung nach diverse Geschäftsfelder, Getränke Märkte und Brauereien die Craft Beer eher kontraproduktive gegenüber stehen und wo nicht immer die Qualität im Vordergrund stand, sondern auch Masse und Preis (Kampf). Ähnlich wie Dr. Oetker mit der Radeberger, Gruppe  und ihrem jetzigen Braufactum Engagement.




Kleiner Nachtrag - Lieferanten:

In kürze hoffe ich ein Bier von der ROLINCK Brauerei einzulisten. Das ist ein Bier aus meiner Heimat. Die kleine Privatbrauerei Rolick wurde vor einigen Jahren von Krombacher übernommen und gehört somit nun auch indirekt zu den großen Playern. Aber faire weise sei dazu gesagt, es wird auch nicht mit dem Label Craft Beer geworben. Ich bin gespannt wie ROLINCK ALEX LAGER den Gästen im Boilerman gefallen wird. 


Mein Fazit:

Die einen machen seit jeher gutes Bier - die anderen machen seit jeher gutes Business - und Craft Beer ist jetzt gutes Business. BIG BUSINESS

Für mich ist weder Braufactum  (ist ja euch teilweise nur eine Vertriebsorganisation) noch Ratsherrn CRAFT BEER im eigentlichen Sinne. Das macht Sie nicht zu schlechten Bieren. Es hat nur einen für mich unangenehmen „Marketing“ Nachgeschmack. Internationale und Nationale große Player sind für mich kein Craft Beer. Und wer es besonders laut und oft sagt, weiss das wahrscheinlich auch.

In Zukunft wird noch oft und noch lauter Craft Beer geschrieen. Und grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn wir die Vielfalt, das Kleine, das Handwerkliche unterstützen. Nur vorsicht - nicht täuschen lassen.
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Nachtrag:

Bevor sich Craft Beer in Deutschland überhaupt bekannt gemacht hat, hat die "Industrie" übernommen. Das ist schnell und wie ich finde der Bewegung nicht hilfreich. "Craft Beer "sollte Craft Bieren, den "echten" Kleinen, vorbehalten sein.

Rathsherrn ist für mich eine voll auf Craft Beer designte Marke. Die perfekt kreierte Marke. Nur halt kein echtes "Craft Beer""

Ratsherrn ist für mich ein gutes Bier. Die Brauer machen einen ordentlichen Job.  Ich trinke und verkaufe es gerne. Nur das Marketing Atribute Craft Beer und die gesuchte, unterstütze und gewünschte Nähe zum Craft Beer finde ich in diesem Fall nicht passend.
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Drei  abschließende Fragen an die Leserschaft und ich freue mich auf Antworten:
  • Gibt es eine Empfehlung für ein weiteres Pils im Boilerman bzw. Kronenbourg Ersatz im Le Lion? Muss nicht Deutsch sein...
  • Wie würden Sie Craft Beer definieren?
  • Ist Ratsherrn für Sie Craft Beer? Was denken Sie?

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Nachtrag:

Die Boilerman Bar bezieht selbstverständlich auch "klein und lokal". Unsere Biere kommen von  der Firma MC Getränke am Beutnerring in Hamburg Harburg.