1 Aug 2012

Aus der Reihe Marketingblüten - Heute: LE ROC - die neuen Bitterlimonaden von IBG / Warsteiner - Ob es Bartender mögen werden?

Ich habe bislang noch keine offizielle Pressemitteilungen zum Thema LE ROC gesehen, aber diesen ersten Shot auf einem Bildschirm erhaschen können. So sehen Sie den eventuelle aus, die neuen Bitterlimonaden ( Tonic Water , Bitter Lemon , Ginger Ale)  aus dem Haus IGB / Warsteiner:



Zwei Gedanken kamen mir beim Betrachen der Flaschen:

1.) Ich hoffe Sie schmecken besser als Sie aussehen. Vielleicht habe ich auch einfach nur den Trend  verpasst, das Bitterlimonaden jetzt in der grell bunten Flasche mit Pfiff serviert werden ...  Naja.

2.) Viel interessanter fand ich die Formulierung "Bartender's Club Selection". Da muss unser ehrwürdiger Berufsstand mal wieder für die Marketingstrategen der "Großen" herhalten. Und das hätte Sie besser sein lassen sollen. Sicherlich, Detlev Doof und seine Mannen, lassen sich eventuelle im LEH davon beeindrucken lassen, das hier der "Bartenders Club" ausgewählt hat. Mir als Bartender stößt so etwas schon im Vorfelde übel auf. Sich selber Vorschusslorbeeren verpassen, ist leider uncool. Könnte mal jemand auf den Buzzer schlagen ....?

Ich wurde vor einigen Monaten von einer Agentur angefragt, ob ich für Le Roc Filme zur Barkultur machen wollte etc. Ich hatte dankend abgelehnt. Zum Glück.

Anerkennung bei Bartendern muss man sich verdienen. Der Ausgangspunkt ist ein gutes Produkt. Das kann ich noch nicht bewerten. Unsympathisch finde ich es, mit einem selbsterschaffenen Label a la "Bartenders Choice" sein bis dato unbekanntes Produkt zu versehen.

Die Bartender Deutschlands werden entscheiden. Ich würde sagen: Für den Anfang, werte IGB / Warsteiner, schon mal einen Fehler gemacht. Ich finde es schon anmassend, wenn ein Verein wie die DEUTSCHE BARKEEPER UNION, bei dem lediglich ein paar tausend Bartender organisiert sind, sich berufen fühlt die DEUTSCHE COCKTAILMEISTERSCHAFT statt den Jahresmixwettbewerb der DBU.e.V auszurufen.

Wenn sich nun aber eine Bitterlimonadenhersteller herausnimmt, seinem Kunden suggerieren zu wollen, sein Produkt sein die erste Wahl der Bartender, dann hat er eventuelle die Rechnung ohne uns Bartender gemacht.

2 comments:

  1. Hallo Jörg,

    ich schätze Deinen Blog sehr, gerade deshalb möchte ich Deinen Post nicht unkommentiert lassen.
    Als Produktentwickler hängt man an jeder Marke, als ob es das eigene Kind wäre, das geht Dir mit dem Le Lion bestimmt genauso. Schade, dass Du LE ROC nicht probiert hast. Denn in der Entwicklung steckt viel Erfahrung, gute und auch wirtschaftlich sinnvolle Produkte für die Gastronomie zu produzieren. Gleichzeitig hat die Zusammenarbeit bei dieser 2-Jährigen Entwicklungszeit mit 150 erfahrenen Bartendern in drei Ländern (F, GB, D), dazu beigetragen, den Claim „Bartender`s Club Selection“ mit geschmacklichen Inhalten zu füllen. Demzufolge kann das Labeling „Bartender`s Club Section“ weder als selbst erschaffen, noch als unbewertete Marketingblüte beurteilt werden. Wie Du schon richtig sagtest, Ausgangspunkt ist ein gutes Produkt. Der Claim steht für sich, ist selbstinspiriert und geht auf die Expertise dieser Fachleute aus den unzähligen Tastings und Blindverkostungen zurück.

    Das Etikett ist klassisch gestaltet - und klassisch liegt Dir ja, vielleicht täuscht Dein erster Eindruck auf der "erhaschten" Abbildung, am besten Du probierst LE ROC einfach einmal selber, ich bring Dir eine Kiste vorbei.

    Gruß,

    John

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  2. Lieber Herr Meyer,
    ich frage mich gerade nach betrachtung des Le Roc Werbefilmchens auf der Produktseite. Welcher Bartender den bei dessen Produktion anwesend war und ob jehnen welcher Hohleiswürfel (genau die wenn sie etwas in der Eiswanne liegen neben ihrem Gewicht in Eis noch 25% schmelzwasser mitbringen)genauso ungern benutz wie ich. Diese werden in dem Filmchen nähmlich mehr in den Blickpunkt gerückt als das eigentliche Produkt.
    Naja immerhin ist es kein Crushed Ice und den Begriff Premium suche ich im Werbeauftritt vergebens.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andre P.

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