27.02.2012

Charles Schulzkoski in Moscow ... oder so ähnlich





Die dritte Nacht in Moskau hinter mich gebracht. Zurück im Hotel und  auf Facebook dieses unglaubliche Video entdeckt. Ich zahle GEZ - und seit heute wieder gerne.

Charles Schulzkowski, (m)ein neuer Held.

Und ein bisschen, so ganz weit weg, fühle ich mich gerade wie Chales Schulzkowski Jr. in Moskau.

Die Stadt ist atemberaubend, in vielerlei Hinsicht. Meine nächtliche Flasche Perrier 0,75 für's Zimmer entspannte 17,- €. Und auch sonst schlägt die Stadt mit Superlativen und Luxus um sich. Jeden Abend haben wir auch diese "poshen" Bar besucht. Die vermeintlichen  Internationalen Aushängeschilder unserer Zunft.  Und selten habe ich mich mehr gelangweilt.

Seit Monaten sieht man in den Sozialen Netzen dutzende von Video aufpopen. Von talentierten Bartendern die einen nach dem anderen "Move" inszenieren. Toll geschnitten. Mich erinnern sie mittlerweile mehr an eine MATRIX Fortsetzung als an Menschen, hinter der Bar. Russlands neue Bartender "Elite" stellt sich vor.

Einige von Ihnen, die ich treffen durfte, sind grandiose Kollegen. Weltoffen, voller Leidenschaft und talentiert.

Das Level hier ist allgemein extrem hoch. Aber irgendwie auch ohne jede Vielfalt. Japanische Jigger wohin das Auge reicht, Cuts und Moves das ich, noch bevor der Drink hingestellt wird, gehen möchte.

Da sitze ich also in Ihren Hippen Luxus Bars, an Ihren Tresen und langweile mich zu tote. Vielleicht ist es diese Überdosis vermeintlicher Exklusivität hier in Moskau die das ganze auf die Spitze treibt. So extrem wie hier, ist es mir in noch keinem Land aufgefallen.

Seelenlose Luxustempel, langweilige, oberflächliche Gäste, und am schlimmsten: theatralische Bartender die Ihre Inszenierung aufführen.  Und je mehr ich sie gelangweilt beobachte, desto mehr denke ich mir: was für ein Quatsch. Der Internationale Bartender Circus trifft auf seine Grenzen. Die Welt der Barshows, Masterclasses und weiter Belustigungen unserer Branche haben den Zenit überschritten und immer weniger mit unserem Beruf zu tun. Und einige hier nehmen diesen Humbug für bare Münze und setzt Ihn eins zu eins um.

Nicht das wir uns Missverstehen: Masterclasses sprich "Fortbildungen", könne eine tolle Sache sein. Und internationale Treffen ebenso. Nur die Richtung, in der das ganze marschiert und welche Auswüchse leider derzeit manchmal zu ertragen sind, macht den Circus anstrengend.

Meine Gastgeber, höflicher ist kaum möglich, möchten mir jeden Abend alle Facetten von Moskau zeigen. Doch ich lehne danken ab. Und wir fahren in die kleinen Bars. Ins "echte" Moskau. Wo ich Russen treffe, die sich nicht für den großen Show-off heute Abend in Schale geworfen haben.

In Bars, die schon vor Jahren Geschichte geschrieben haben. Und in neue, persönliche Projekte. Die HELP BAR, das Delikatessen oder das Chainaya.

Und hier gibt es tolle Gespräche. Mit interessanten Kollegen. Gute Drinks, Gutes Essen. Und Sie erzählen mir von langen Schichten, unglaublichen Mieten, 24 Stunden Öffnungszeiten und anderen Dingen. Moskauw ist ein hartes Pflaster. Soviel ist gewiss.

Und ein ganz kleines bisschen fühle ich mich wie Charles, also der vom Video oben. Sitzend an den "abgewetzten" Tresen der Stadt. Angewidert  von den Auswüchsen des Luxus.

Wobei, dessen bin ich mir sicher, Luxus insgesamt, ein ganz großes Thema in der Bar ist. Auch bei uns. Bartending an sich ist in der Regel ein Luxusprodukt. Und grundsätzlich habe ich damit auch kein Problem.  Nur, hier wird es mir zuviel.

Da sitze ich lieber, Charles-like, beim "Volk". Am angeschlagenen Tresen. Mit einem Manhattan. Gucke mir die Glimmer Türme an und denke mir: Was für ein Circus. Gerne ohne mich.

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P.S. - Eine Art elektronisches Tagebuch von meiner Moskau Reise - ganz ohne Moves und Cuts.

http://diageo-bar-academy-russia.tumblr.com/

24.02.2012

Ein ganz besonderer Roadtrip - 2 Wochen durch Russland mit der DIAGEO BAR ACADEMY RUSSIA

Logo b

 

Heute geht's los. Flug LH 2996 nach Moskau. Eingeladen wurde ich von DIAGEO.  Zusammen mit zwei guten russischen Freunden, Dima Sokolov und Roman Milostivy, werden wir die  DIAGEO Bar Academy Russia gestalten. 10 russische Städte in 10 Tagen. 10 Masterclasses, jeweils mit mehr als bis zu 100 Teilnehmern, 7-8  Stunden Training am Tag. Über 1000 Bartender trainieren. Wow.

Das ganze ist extrem gut vorbereitet, und ich ausnahmsweise auch mal. Meine Präsentation ist seit Tagen geschrieben, Zwei Tage lang werden wir in Moskau den Workshop perfektionieren, bevor wir "live" gehen.

Die Agenda: Moscow, Saint Petersburg, Rostov, Krasnodar, Sochi, Novgorod, Kazan, Samara,Ekaterinburg, Novosibirsk.

Als russisches Kleidungs-update fpr die gepflegte Herren Garderobe habe ich den Barbour Monate gegen eine Woolrich und die schwarzen Oxford gegen RED WING Boots getauscht.

Mein Thema: "Classic Cocktails - with a DIAGEO Twist". Ich rede über unsere Art Drinks zu machen, über klassischen Bartending, warum die Basic wichtig sind, warum weniger mehr ist, und warum man Basilikum in der Bar braucht :) .

Neben der Training, beeindruckt mich die Logistische Leistung hinter diesem Projekt. Die Tage sind hart. 5-6 Uhr aufstehen, fliegen, einchecken, Set up- Ab Mittags Training bis Abends, gemeinsames Abendessen, mindestens noch 3-4 On Trade Visits pro Stadt. Planmässig nach Mitternacht ins Hotel, kurze Nacht. Weitermachen.

Ich freue mich auf diesen Trip: Mehr darüber, sozusagen tagesaktuelle, werde ich in diesem Tumblr Blog berichten:

A Lion in Russia...

(und weil es so schön war, hier der Links zum Lion in India…)

 

14.02.2012

The Strawberry Basil Smash

I visited Sweden last week and was invited by BACARDI to give Workshops on Club de Cantineros and Le Lions way of classic Bartending. Also I attend an opening of a new great Bar & Restaurant called Cantineros. This Project was consulted by an Company called:

(I will later write about them here and what they do is in a short way "mind-blowing")

I very rare meet a consultancy in our trade, who did so many high level projects they showed me in my four Stockholm Night. Nick Sitbon, one of the heads of Liquid Managment, and Richard Chille Man from BACARDI invited me to many spots in Stockholm and I was more then impressed, by what I saw.

They also showed me the new renovated NOBIS Hotel . WOW . 200 Mio € spend and out of this World. The Bar is also consulted by Liquid Managment (Robert Radovic)

He gave me a warm welcome in his bar and told me, that he owes me a drink. Inspired by Le Lion's "Gin Basil Smash" he created in the beginning of 2011 the Strawberry Basil Smash. Which, Hotel numbers don't lie, has sold more then 10.000 times in 2011 ... Wohoo.

I tried it, and it could convert me, Gin Lover No.1 (maybe No.2), into a Vodka Lover! You must try this.

Nick told me, this was the most bespoke drink on swedish Online Blogs and I think, there are some parallels. Robert Radovic created the drink - here is his recipe:


STRAWBERRY BASIL SMASH by Robert Radovic, NOBIS Hotel Stockholm
  • 5 cl kanon Vodka (Swedish Organic Vodka 
  • 1,5 cl Freshly squeezed lemon Juice 
  • 2 cl Agave syrup 
  • Pinch of Basil 
  • 2 strawberries 
  • Muddle and build with Crushed ice
As you can see, it is served in a Jar Glass !


Picture courtesy of LIQUID MANAGMENT - Sweden



Joe Gilmore und der Moon Walk Cocktail

Es gibt Momente im Leben, da beraubt einen das "Tagesgeschäft" um die wirklich wichtigen Ereignisse.

Erik Lorincz hatte mir etwas kurzfristig eine email geschickt. Es galt die Auszeichnung unser Jury Arbeit der Mixology Bar Awards an den Preisträger (Lebenswerk) Joe Gilmore zu überreichen.

Zum ersten mal hatte ich von Herr Gilmore  und seinem Moonwalk Cocktail bei der trinklaune bereits 2009 gelesen. Und Gregor Scholl brachte ihn zurück ins Gedächtnis, als  er Ihn als Nominierten für den "Lebenswerk" Preis vorschlug. Es gab von Seiten der Jury nicht wirklich viel zu bedenken. Joe Gilmore, Jahrgang 1922, heute stolze 94 Jahre alt, hat wie kein anderer Bar Geschichte geschrieben.

Nun hatte Eric es heimlich organisieren können: Joe hatte zum Aperitife morgen im Savoy zugesagt und ohne sein Wissen wurden vier Generationen Savoy Bartender und Freunde aus dem In und Ausland eingeladen. Leider habe ich es nicht organisieren können, diesen Tag für eine Stippvisite nach London frei zu machen. Wird man so einen Moment jemals wieder erleben können? Wahrscheinlich nein.

Zum Glück hat jemand diesen Moment festgehalten.

Ladies and Gentleman, nach etwas mehr als  40 Jahre, nachdem sich Neil Armstrong per Brief bei Joe für diesen Drink bedankte, wird der MOON WALK noch einmal vom ältesten lebenden Savoy Bartender gemixt. Mr. Gilmore hatte seiner Zeit den Drink "vorgemixt" mit Champagner und Gläsern nach Houston geschickt.

“The cocktail was a mix of grapefruit juice, Grand Marnier, champagne and rose water. The Savy sent it off in a flask and I received a letter back from Neil Armstrong thanking us and saying it was the first drink they had when they came out of quarantine.” – Joe Gilmore"