23.01.2012

World Class 2012 mit Biss - Erik Lorincz im Löwen

DIAGEO‘s World Class geht in die 2012'er  Runde. Und ich freue mich besonders, das Erik Lorincz hierzu von „Heiko Tagawa and the Gang“ nach Hamburg eingeladen wurde. Ich kenne Erik schon seit einigen Jahren und hatte im vergangen  Jahr das Vergnügen, eine Woche mit Ihm in Indien zu verbringen. Und hiermit möchte ich den geschätzten Kollegen und Lesern empfehlen, sich für das WORLD CLASS Seminar im Le Lion anzumelden, um Erik einmal persönlich kennen zu lernen. Erik, Barchef der weltberühmten American Bar, Savoy Hotel, London, spielt die Klaviatur des Internationalen Hotel-Bar-Chefs mit atemberaubender Perfektion. Er und seine Art und Weise diese legendäre Bar zu tenden, sind für mich, und hoffentlich alle Teilnehmer, eine Inspiration.

 

Die World Class hat Erik's Bartender Leben durch seinen internationalen Sieg 2010 gewaltig verändert. Und diese Möglichkeit bietet DIAGEO auch jedem Teilnehmer in der Runde 2012. Erik hatte bei seinem WC Sieg 2010 schon einige Erfahrung international gesammelt. Aber die World Class 2011, mit dem Sieger Manabu Ohtake, hat beispielsweise einen bis dahin international unbekannten Bartender in den Focus der Internationalen Bartender Gemeinde gebracht.

Die World Class findet Global statt. 2011 waren es glaube ich 40 Länder und mehr als 6000 teilnehmende Bartender global. Für Teilnehmer aus den Ländern Deutschland und Österreich ist der Weg ins Finale folgender:

  • "Regionale" World Class Seminar
  • GSA Finale (Austragungsort noch nicht veröffentlich. Stadt in Deutschland, Österreich)
  • Europa Finale
  • World Class Finale  ( und man möge mir glauben, ich darf noch nichts verraten, aber das Land ist JEDE Reise wert)

Die Besonderheit an den jetzt in mehren Orten in Deutschland/GSA statt findenden World Class Seminaren: Neben dem Seminar, sozusagen der Schulung, kann man an einer anschließenden Qualifikation fürs GSA Finale teilnehmen. Betonung liegt auf KANN.  Man kann auch nur zum Seminar kommen und Inspiration und Reserve Brand Drinks genießen.

Wer Lust hat, ist ad hock aufgerufen, einen Drink aus dem Reserve Brand Portfolio zu kreieren und vor Publikum zuzubereiten. Erik Lorincz und ich werden als Jury fungieren und unserer Augenmerk liegt darauf, Talent zu erkennen. Teilnahme am Seminar ist nicht Regional beschränkt - aus ganz Deutschland/GSA möglich.

Wer sie bei den Regionalen Seminaren nicht qualifiziert, hat die Möglichkeit sich direkt per email für Finale zu bewerben. Hier alle Details:

World Class mit Erik Lorincz im Le Lion:

Datum: 6. Februar 2012

Beginn: 14 Uhr

Thema: Gentlemen´s Drinks / Inspired by Great Ladies

Anmeldung über die Facebook Seite „World Class GSA“: http://on.fb.me/x7UkXq oder per Mail: weareworldclass@haebmau.de

 

World Class Finale (Austragungsort folgt)

Datum: 2. April 2012

Bartender die nicht zu den Vorausscheidungen kommen können, haben die Möglichkeit sich klassisch – mit der Einsendung eines Cocktails + Lebenslauf – zu bewerben. Dies kann über die Facebook Seite „World Class GSA“: http://on.fb.me/x7UkXq erfolgen, oder die Unterlagen können per Mail:weareworldclass@haebmau.de angefordert werden.

 

Ich freue mich auf Anmeldungen zum Seminar im Le Lion. Ich empfehle einen Blick auf meinen Blog "Ein Löwe in Indien", wo ich von der World Class 2012 berichte. Ein Blick auf den Beginn des Wettkampfes zeigt ganz klar - wir kochen alle mit Wasser… Also, kein Angst und anmelden.

P.S.: Schweiz: Es finden in diesem Jahr keine Seminare in der Schweiz statt, Teilnehmer aus der Schweiz können sich aber per Bewerbung fürs GSA Finale bewerben.

Links:

 

 

17.01.2012

Willkommen in Hamburg: DIAGEO verlegt Firmensitz Deutschland von Wiesbaden nach Hamburg

Frühjahrsempfang DIAGEO Deutschland, 17.1.2011 . 20th up - Hamburg

Die Welt Online berichtet schon vergangen Dienstag :"Größter Schnapskonzern der Welt zieht an die Elbe". Und somit war es klar, was DIAGEO heute offizielle zu verkünden hatte:

DIAGEO Deutschland wird seinen Firmensitz nach Hamburg verlegen. Das freut mich, Herzlich Willkommen!

Von derzeit 60 Mitarbeitern in Wiesbaden soll der Stamm in Hamburg bis Ende das Jahres auf nahezu 90 aufgestockt werden. Außerdem wird DIAGEO, wie schon im vergangenen Jahr, seinen Außendienst weiter aufstocken.

Geplant ist der Umzug derzeit August 2012. Laut Geschäftsführer Markus Kramer hat man derzeit drei Objekte in Hafen Nähe in der End-Auswahl. Eine angedachte Location sind z.B.  die "Tanzenden Türme" an der Reeperbahn 1 - wobei noch keine Verträge unterschrieben seien.

Hamburg sei der ideale Standort - so Kramer. Mit seiner Logistik und dem Hafen ein wichtiges Drehkreuz in Europa. Fantastische Anbindungen an Agenturen und Dienstleister. Sehr attraktiv, um die besten Mitarbeiter zu gewinnen, und mit seinem Nachleben am Puls der Trends (Anmerkung des Autors - Dank der Linie I.CE gewinnt der Neue Nightlife Distrikte von Hamburg, "BERLIN", selbstverständlich gewaltig...) 

Viel wichtiger aber noch: "Man ist ganz dicht dran an den Kunden". Einer der größten Duty Free Kunden der Welt und die Großen off Trade Häuser wie EDEKA sind da, das muss man anmerken,  gemeint, nicht die charmante kleine Bar, die es sicherlich überall in Deutschland zu unterstützen gilt.

Für Hamburg, der Stadt als solches, sicherlich ein großer Gewinn. Aber auch, und das ist selbstverständlich nicht ganz uneigennützig, für die Bars und Bartender der Stadt. 

Hamburg entwickelt sich zur alkoholischen Hochburg Deutschlands - mit großen Spielern wie BACARDI, BORCO und jetzt Diageo, aber auch dem Milliarden schweren Gebrüdern Heinemann und anderen großen und mittelgroßen Playern der Branche. Was nun haben wir davon? 

Ein weiterer global Player unserer Branche in der Hansestadt wird auch in unseren Bars für guten Umsatz sorgen. Den schließlich geht man Abends, mit Kunden und Gästen, vor die Tür und möchte die Marken erleb-bar machen. Events etc. brauchen Bartender und solche Jobs werden in der Regel auf der Vertrauensbasis des persönlichen Kontakts vergeben. Das kennen Hamburger Bartender schon seit Jahren aus der guten Zusammenarbeit mit Häusern wir Bacardi oder Borco. 

Spätestens mit dem Zuzug vom größten Global Player DIAGEO ist Hamburg die alkoholische Hauptstadt unseres Landes geworden und wird darüber hinaus auch International an Bedeutung gewinnen.

Das sind alles gute Zeichen für die Bartender und Bar Owner der Hansestadt. Freuen wir auf viele nationale und internationale Freunde des Hauses DIAGEO die in Zukunft die Bars und Tender der Stadt fordern und fördern werden.

10.01.2012

von Sand Artisten...



Vor einigen Tagen verbreitete sich dieses Video durch meine sozialen Netzwerke. Bis dahin hatte ich noch nie etwas von der Sand Artistin gehört. Ich finde dieses Video unglaublich faszinierend. Wow.

Was mir, neben diesem atemberaubendem Talent, gefällt:  Die Werke sind vergänglich - und zwar innerhalb von Sekunden. Das erinnert mich ein wenig an meine Nachtaktivitäten.

Es soll Bartender geben, die posaunen es lauthals heraus : "Bartender sind Künstler!" und ich denke mir "...und du ein Wichtigtuer!"

Aber, was wir schaffen, ist ebenso einzigartig, für Sekunden. Vergänglich, Individuell, je nach Stimmung und Laune. Wir schaffen kleine Glücksmomente, zumindest im Idealfall Zufriedenheit, für Sekunden. Das, was wir erschaffen, erschaffen wir nur einmal - und ist im Grunde genommen, nie reproduzierbar. Denn Stimmung, Moment und alles was dazu gehört, wird niemals wieder so sein wie zu diesem Augenblick.

Bartender sind keine Künstler - tragische Sand Artisten vielleicht - großartig!

02.01.2012

Worauf es ankommt...

Über die Feiertage, am Ende eines Abendessen mit toller Gesellschaft, gelungenem Gänsebraten und gutem Wein legte mich ein Toffifee lahm. Es zog mir ein provisorisches Inlay. Der Termin zum Einsetzen des Originals lag im neuen Jahr, der nunmehr "blanke" Zahn entpuppte sich als recht schmerzempfindlich. So entschied ich mich, in den Tiefen Niedersachsen, an den Feiertagen, früh morgens, einen Notdienst aufzusuchen.

Nach einer kleinen Reise fuhr ich auf den Parkplatz des Zahnarztes. Wow. Ich hatte hier eine verschlafene, ländliche Zahnarztpraxis erwartet. Vor mir aber lag eher ein strahlendes Zahn Zentrum. Ein großer, architektonisch gestalteter Bau. Glas, Beton, Stahl.

Im großzügigen Empfangsbereich empfingen mich charmante junge Damen. Ich wurde in eine hochmoderne, nennen wir es "Warte-Lounge" geführt. Ob des, von Patienten Seite sichtlich ungewollten, Feiertag Andranges, durfte ich hier ein gutes Stündchen verbringen. Hier wurde richtig aufgefahren. Musik, Softdrinks und Kaffee-Bar, großes Angebot an Zeitschriften und Lifestyle Blättern. Und "free Wifi Zone".

Schließlich wurde ich zum Arzt gebeten. Ich ging an ca 10-12 gläsernen Behandlung-Zimmern entlang, die eher an eine Apple Design Studie zum Thema Zahnarzt der Zukunft 2020 erinnerten, anstatt an real existierende Behandlungszimmer. Aber schließlich nahm ich selber in solch einer "Studie" platz und wartet auf einen der vier oder fünf Ärzte, die sich hier wahrscheinlich einen (zahnmedizinischen Geek-) Lebenstraum erfüllt hatten.

Zahnarzt ist Vertrauenssache. Ich bin seit mehr als zehn Jahren in Hamburg bei einem fantastischem Zahnarzt, einem Meister seines Fachs. Bislang war mir noch nie die Innenausstattung "meiner" Praxis bewusst aufgefallen. Sie war einfach da. Gut, unauffällig, angenehm.

Jetzt saß ich hier, in wahrscheinlich modernsten Zahn-Irgendwas-Komplex Nordeuropas - überraschender Weise in den Tiefen Niedersachsens und der Herr Doktor erschien.

Ich will Sie hier nicht mit den Feinheiten der Wiederherstellung eines provisorischen Zahninlays konfrontieren. Aber zwei Dinge fielen mir bei diesem Zahnarzt auf.

Zum ersten: Er hatte eine ungeschickte Art, erschien mir unsympathisch. Er war weder in Eile, noch gehetzt und signalisierte mir von seiner Seite den Willen zum Gespräch. Dabei erschlug er mich dann  aber mit seinen Meinungen und Weisheiten. Das erschien mir ungeschickt. Wie gesagt, der Vertrauensfaktor beim Zahnarzt ist extrem hoch. Und den sollte man durch anfängliches Small Talk Geplänkel aufbauen, nicht danieder mähen. Wer da zu selbstverliebt auftritt, verliert schnell an Boden.

Zum zweiten: Dem Mann fehlte es am eigentlichen ärztlichem Geschickt. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Nicht an seinem fachlichem Können. Wahrscheinlich tip top. Ich rede hier von dem, was ich als Kunde, äh Patient, wahrnehme. Feingefühl.  Im Vergleich zu mein Arzt in Hamburg war dieser High-Tech-Man Lichtjahre entfernt vom "Mr. Soft-Hand" Status.

Das fängt an, bei der Art wie man jemand eine Spritze gibt (Hamburg: "Aeh, sind Sie schon fertig? - Niedersachsen: "Aua …!") und dem gesamten "Mundgefühl" - sprich Grobschlächter oder fein geistiger Violinenspieler, der einem da im Mund rumhantiert?

Ebenso die Stimmung im Raum, der Umgang mit den charmanten Helferinnen. Man merkt, ob es hier ein eingespieltes, harmonisches Team ist, oder ein ungeschicktes, unbeholfenes Zusammenspiel.

Nach einer knappen halben Stunde war ich fertig. Und das Ergebnis war aus medizinischer Sicht absolut in Ordnung. Nur nicht aus meiner Patienten Sicht. Dieser High Tech Tempel wird mich im Leben nicht wieder sehen.

Hier wurde zwar alles erdenklich aufgefahren. Nur die Basics fehlten. Ein Zahnarzt mit feinmotorischem Geschick. Mit einer angehemen Zurückhaltung und mit vertrauenserweckender Ausstrahlung. Obwohl der mich behandelte Arzt hier nicht sehr alt erschien, hatte er glaube ich aufgehört, oder nie angefangen, seine eigentliche Arbeit in Frage zu stellen. Sich und seine Patienten zu fragen, ob die eigentliche Arbeit bzw. wie seine Arbeit am Gast, äh Patienten, ankommt.

Was nützt uns eine Vielzahl von Tools und Drum Herum, wenn wir die eigentlichen Basics nicht beherrschen? Dient uns dieser ganze Spielkram sogar eher dazu, uns hinter Ihm zu verstecken? Soll er unsere Unsicherheit kaschieren?

Aufgabe 2012: Meine Arbeit mit dem Auge des Gastes in Frage stellen. Auf das Wesentliche konzentrieren, Spielkram und Blendwerk beseitigen. Ich freue mich drauf...

 

Und falls jemand einen Meister sucht: Herr  Dr. Tögemann.