05.12.2012

Size matters - Überraschung an der Perlwein Front - Kauf Empfehlung für den Festtags Champagner - Mr. T's Champagne Madness

Foto

Vergangene Woche wurde ich angenehm überrascht. Der Löwe feierte am 30.11.2012 seinen 5. Geburtstag. Wir hatten überlegt, wie wir das feiern sollten? Und letzt endlich bin ich zu dem Entschluss gekommen, es nicht zu feiern. Man soll sich auch nicht zu wichtig nehmen. Zehn Jahre, da lässt man es knallen. Aber Fünf? Ist ja gerade erst sozusagen kurz nach der Eröffnung. 

Also einigte ich mit Herrn Kappes darauf, das wir einfach mal schauen, wer da kommt. Wenn es ein bekanntes Gesicht ist, geben wir mal ein Glas Champagner aus. Ich bewaffnete mich mit einigen Magnum Flaschen Bollinger und Punkt acht schickte mir Herr Kappes die ersten Stammgäste. In der Regel trinke ich nicht während der Arbeit, aber Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden.

*Prost* 

Vielleicht ist es der snobistische Mythos, die Legende der selbsternannten Wein und Champagner Kenner, das alles aus Magnum Flaschen besser schmeckt. Ich verfiel diesem Mythos prompt. Ich hatte in den letzen Wochen diverse Bollinger getrunken (natürlich NIE ! während der Arbeit *räusper*) und dieses erste Glas aus der Magnum fiel mir angenehm anders auf. Kein großer Unterschied. Aber ein feiner. Runde Perlage, etwas mehr Körper. Vielleicht war ich auch nur in Champagner Laune? Was auch immer. Ich brauchte noch ein Glas. "Cross Check" sozusagen.

Der Abend nahm einen ungeahnten Verlauf. Die Bar  füllte sich stark mit bekannten Gesichtern, eine Bollinger Magnum nach der anderen gingen über den Tresen. Es kam Schwung in den Abend. Warum auch nicht. Es war ja Geburtstag. Spontane Feier. Eh die Besten! 

Die Kellermeister signalisierten "Bollinger Magnum AUS!". Verdammt - Ich war voll auf "Großflasche". Diverse Lasalle Magnum wurden hochgetragen. Dieses großartige Cuvée - Löwen Hausmarke -  hat noch nie wirklich enttäuscht. In der Großflasche erst Recht nicht. Korken knallten um mich rum. Geht doch!

Beim erneuten Griff in den Champagner Kühlschrank fielen mir zwei Flaschen Doppel Magnum Pol Roger Extra Cuvée de Réserve "White Foil" auf. Das Standardard Cuvée aus diesem Geschichtsträchtigen Champagner Haus. "Warum eigentlich nicht?" dachte ich mir und öffnete eine dieser Doppel Magnum Flaschen.

Da war Sie - die Anfangs erwähnte "angenehme Überraschung". Das Standard Cuvée von Pol Roger hat sich in diesem Jahr eh schon angenehm hervorgetan.

Auch wenn es sich die größeren Häuser ungern eingestehen möchten, schwanken Ihre Cuvées von Jahr zu Jahr ein wenig, gerade wenn Sie einen Anspruch von Qualität verfolgen. Vor gut zwei Jahren hat mir Pol Roger eine Zeit lang nicht gefallen, aber die aktuellen Abfüllungen, seit gut einem Jahr, glänzen mit einer tollen Frische. Guter Champagner zu gutem Preis Leistungs Verhältnis.

Der Schluck aus der Doppelmagnum war eine Offenbarung. Ein riesen Unterschied zum Standard Cuvée. Sicherlich spiegelte sich das Grund-Cuvée im Schluck wieder. Doch viel mehr Körper, Reife, feine Perlage. Ein großer, großer Trinkgenuss, zu einem unglaublich guten Preis (Wenn man sich mit der Tatsache angefreundet hat, das eine 3 ltr. Flasche Grundsätzlich etwas "teuer" ist).

In kürze stürzen wir uns alle in Champagner lastige Feiertage. Wer also mit dem Gedanken spielt vier oder mehr Flaschen Perlwein für einen Abend zu kaufen, sollte sich auf die Suche nach einer Doppelmagnum Pol Roger Extra Cuvée Réserve "White Foil" begeben

Belohnen Sie sich zu den Feiertagen mit einer Doppelmagnum Pol Roger. (Und kaufen Sie zum Vergleich eine 0,75 ltr Flasche dazu - ein beeindruckendes Lehrstück "Reifeprozeß") - Es lohnt sich. Und außerdem ist es verdammt sexy - so eine 3 Liter Flasche auf der Festtafel. Das hat Klasse - so wie Sie! 

Der Form halber sei erwähnt das Sie diese Prachtflasche nicht in jedem  herkömmlichen Haushaltskühlschrank kalt stellen können - aber das machen sie schon.

Ich habe gerade einige Doppelmagnums für den Löwen nachbestellt. Und sollten wir diese nicht bis zum 20.Dezember 2012 verkaufen, haben Sie die einmalige Change diesen Champagner aus der Doppelmagnum Glasweise zu trinken.

Am Donnerstag, dem 20.12.2012, findet im Le Lion "Mr. T.'s Champagne Madness" statt. Ein schwungvoller Ausklang der Adventszeit. Viele große Champagner zu kleinen Preisen. Sozusagen "Vorweihnachtliches Perlwein-Inferno". Herr T. und meine Wenigkeit werden im Smoking den Abverkauf des Champagnerkühlschranks steuern, belebende Musik ist organisiert,  späterer Tanz nicht ausgeschlossen.  Danach kann Weihnachten kommen. Müssen wir an dieser Stelle erwähnen das wir in den Weltuntergang hinein-feiern? Es wäre doch schrecklich, wenn die Welt mit einem gefülltem Champagner Kühlschrank unter geht - oder etwa nicht? 

An dem Abend nimmt das Le Lion keine Tischreservierungen an, Sie können sich aber für die Gästeleiste unter bar @ lelion.net anmelden.

Und vergessen Sie nicht Ihre Doppelmagnum  "POL" für die Feiertage zu bestellen. Freue mich auf Feedback und Verkostungsnotizen. Und auf ein Tänzchen zum Weltuntergang im Löwen.

03.12.2012

The perfect (Repeal Day) drink: The 18th Century Style RYE N' DRY Highball

Rye and Dry with Old Potrero 18th Century Style Rye at our BOILERMAN BAR • Hamburg

Two month ago, our company "Lion Barbetriebe GmbH" opened a second bar in Hamburg: THE BOILERMAN BAR - Highballs & Music.

Writing this, I realized that I never even drop one single word about this new bar on my blog till today. Wow. Opening Le Lion I "spammed" all Social Media channels with my new bar - I even started my own "how I build the bar" Blog in cooperation with Mixology Magazin at www.barbaublog.de.

So, things have changed. I have learned a few social media lessons and I think, it is not any longer about me, spreading the word. It is about our guest and customers. Finally - compared to six - seven years ago, social media has reached most of the people which brings us back to an outstanding situation: The only thing we have to do is DELIVER GREAT WORK. People will talk about it - if they like it. It's not my Job any more...

So, we finally can concentrate on what we can do best again: Serving Drinks and make people happy.

I LOVE the BOILERMAN BAR from the first day we open it. The new Team around Andrej Busch: Friedrich, Adrian, Kai Philipp, are doing an amazing job - and looks like people in Eppendorf really enjoy our neighborhood dive bar.

And I promise, some day, if I find the time, I will talk a little bit about the concept and all this. It is not a classic bar. We mainly serve Highballs. It is all about Highballs. We even have NO Shakers in the Bar. So no classic shaken drinks are served. Next to Highballs our focus is American Whiskey. So you can enjoy lots of Bourbon and Rye at the BOILERMAN Bar. As a shot. Which we highly recommend in company with one of our bottled beers. An Indian Pale Ale from Munich for example. Amazing.

Or you choose your "serve", how you like to enjoy your American Whiskey. As a Manhattan, a Julep, an Old Fashioned, a Sour or as a Highball. In THE BOILERMAN BAR we see this Drinks more than a category of service style and I have the feeling that we are damn right with it.

In the last two month I received a few calls and emails from other bartenders in Hamburg. They ask me "What the hell is a RYE N' DRY?" People asking for it, had this at THE BOILERMAN BAR and it is one of our best selling Highballs. And it is super simple. It is Rye Whiskey and Ginger Ale. In a Highball Glass (no, it is NOT a long drink glass) served as a Highball (which is NOT a long drink).

It is simply called Rye 'n Dry after the Ginger Ale product and company which became very famous during prohibition. "CANADA DRY PALE GINGER ALE - The Champagne of Ginger Ales!"

Quoting the companies history it shows, that this company has become very successful during prohibition :"Canada Dry's popularity as a mixer began during Prohibition, when its flavor helped mask the taste of homemade liquor."

So, if you are planing to "celebrate" Repeal Day - a Rye and Dry should not be missed for an authentic menu!

Enough history - going back to DRINKING 2012:

I love simple drinks. Two Ingredients is my personal KING's category. For sure, it is all about the "hidden" Ingredients. Like ice and the knowledge of the bartender. That is, what it is all about. As a good bartender you should impress people with a two ingredients drink - not with five or more.

Sometimes, very rare, you find a drink reaching this level. Checking out the Old Potrero 100% Straight Rye 18th Century Style as a Rye and Dry Highball Service, I discovered one of this KILLER DRINKS.

AMAZING!

The story of the 18th Century Style Edition of Potrero Rye Whiskey is already a good reason to buy yourself a bottle of one of the best Rye Whiskeys I have tasted so far. 100% Rye. Old Style Barrel manufacturing, powerful ABV.

Having this wonderful Rye as a Highball, with a splash of Ginger Beer, you all of a sudden have one of the best drinks ever in your hand.

But, I have to warn you:

A bottle is min. 70,00 € and up. And after one 18th Century Potrero Rye n' Dry you will be addicted!

Think, before you try this, if you really can afford such a your new favorite drink. Because I promise you, you will love it!

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Addition: Some people asked me for the Ginger Ale I have used. At THE BOILERMAN BAR and LE LION • Bar de Paris we currently use THOMAS HENRY GINGER ALE.


28.11.2012

Musik für die Bar: Señor Coconut

Ich liebe Cover-Versionen. Wer zu Gast im Le Lion ist, wird ein Lied davon singen können. Ich weiss nicht genau warum. Aber ich liebe die Idee, Bestehendes zu verändern. Trifft, soweit ich das beurteilen kann, auch auf die Drinks aus meiner Feder zu: Gin Basil Smash, Albermarle Collins und Padovani  - um nur einige zu nennen. Coverversionnen von Whiskey Smash, Albermarle Fizz und Rusty Nail.

Vor einigen Wochen bin ich auf die Musik von Señor Coconut gestoßen. Der Name allein schreit danach, in der Bar abgespielt zu werden.




27.11.2012

Von der Komik...

Vor ein paar Tagen lief es über die Ticker. Die Financial Times Deutschland wird in Kürze eingestellt. Das ist bedauerlich.

Ich kann nicht sagen das ich Sie auch nur annähernd  regelmässig gelesen habe. Aber beim gelegentlichen Griff in die Zeitungsauswahl beim morgendlichen Café Paris Heißgetränk hat Sie, etwas Zeit vorausgesetzt, mich nie enttäuscht.Sie hatte es so etwas Großes. Financial Times. Klang irgendwie nach London, New York oder Tokyo.

Außerdem, das darf nicht unbedacht bleiben: Der Gruner und Jahr Verlag ist ein Hamburger Unternehmen. Mehr als 300 Personen werden entlassen. Sicherlich auch der eine oder der andere, der einmal den Löwen besucht hat. 

Wie gesagt. Sehr bedauerlich.

Die Experten, ich zähle nicht dazu, sind sich in Ihren Statements einig. "Die FTD hat den Journalismus verändert" - "Auch wenn Sie wirtschaftlich kein Erfolg geworden ist, hat Sie Ihr journalistisches Ziel dennoch erreicht" um nur einige zu Nennen. 

Und dennoch, für einen Außenstehenden wie mich, hat das ganze ein "komisches" Moment. Das führende Wirtschaftsblatt des Landes, tägliche Pflichtlektüre für zehntausende Wirtschaftslenker und Denker, voll guter Informationen und Meinungen zum Thema, hat seit seiner Existenz einen dreistelligen Millionenbetrag versenkt. Wow. 

Und während ich darüber nachdenke, ob eine Wirtschaftszeitung auch wirtschaftlich sein muss, so der Glaubwürdigkeit halber, schweifen meine Gedanken ab.

An all die Gastro Consulter, Berater, Mysterie Checker die Bar Ownern Ihre Hilfe anbieten, aber noch nie eine Bar selber eröffnet und erfolgreich über Jahre geführt haben.

An all die Brand Ambassadore, Brands, Brand Events, Referenten, Schreibern/ Fach-Journalisten, Agentur Damen und Herren, den selbsternannten Gastrosophen und den sendungsbewussten "Connaisseuren", die uns Bartender jede Menge Tips, Tricks und Meinungen aufdrücken wollen, nur eines nie waren, bzw. nicht mehr sind: Bartender. 

Glaubwürdig war da der eine oder andere noch nie bzw. ist es schon lange nicht mehr… dafür aber komisch! 

Einige von Ihnen wollen uns Ihre Version von BAR aufdrücken, die praxisferner nicht sein könnte. Wir sollten diese falschen Propheten ablegen. Unter Kategorie "Unterhaltsam" - und weitermachen wie bisher. Nacht um Nacht, Gin Tonic um Gin Tonic.

19.11.2012

Neulich, an der Bar...

Ich zum Bartender:"Ich hätte gern einen Cynar Tonic..."

Bartender:"Entschuldigung, wir haben nur Fentimans Tonic..."

...

Keine weiteren Fragen.




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18.11.2012

Martini Time: Spicy bitte!


*Leseanleitung*

(Der Autor empfiehlt das Abspielen des eingebetteten Audio/Video Materials. Er ist der Meinung es katapultiert den Leser in eine brauchbare Stimmung. Abgerundet wäre das Lesevergnügen mit einen eiskalten Martini in Hand. Dem geneigten Leser steht es also frei, sich vor der eigentlichen Lektüre des Haupttextes einen Martini zu mixen. 

Ein Vodka Martini, das sei an dieser Stelle erwähnt, ist dabei indiskutabel. Man würde hier nicht von einem Martini sprechen, sondern eben von einem Vodka Martini. Dies sein der Form halber erwähnt. Beim Stimmungs-fördernden Audio/Video Material handelt es sich um ein Stück des Australischen Jazz Ikone Vince Jones. Vince Jones hat, ohne es wahrscheinlich zu wissen, den Autor dieser Zeilen seit vielen vielen Jahren, bei vielen vielen Martinis, begleitet. Der Autor möchten jedem Martini Liebhaber die Musik von Vince Jones empfehlen. Ausnahmslos. Sein Song "Martini Time", leider nicht frei zugänglich gefunden, sollte in keiner bauchbaren Trinker Sammlung fehlen. Doch nun zum Haupttext )



Martini Time: Spicy bitte!



Ich mag Gin. Ich liebe Gin. Schon immer. Na gut, "The Lower Saxony KORN Years" lassen wir mal außen vor. Ich war jung und brauchte das Geld. Aber danach: Gin.

Und ich mag Martinis. Ich meine echte Martinis. Keinen kalt gerührten Vodka.

Seit Jahren werden die von mir bestellten Martinis in sämtlichen Bars besser. Gott sei Dank. Eiskalte Gläser, guter Gin, mehr Mut zum Vermouth, mal ein passender Cocktail Bitter, hier und da eine Zeste. Gut so.

Doch, wir müssen Vorsicht walten lasen. Gin ist der neue Vodka. Und so treffen wir auf immer verspieltere Kandidaten, mit immer mehr Botanicals, zu immer höheren Preisen.  Bei einigen wenigen Modernen Gins ist all das gerechtfertigt. Bei vielen aber auch nicht.

Ganz zu schweigen von immer verspielteren Bartendern. Nicht jeder Martini braucht einen oder zwei Cocktail Bitters, nicht jeder eine Variation an Zesten. Ein Martini muss zunächst einmal eiskalt sein. Und cool!

Weniger ist mehr. Die beste Zutat für einen guten Martini, die in den meisten Bars leider vergessen wird, ist guter Jazz. Und ein sparsamer Bartender. Nicht beim Gin. Aber sparsam an Worten und Gesten.

Vor einigen Wochen trank ich ein Glas Darnley's View Spiced London Dry Gin und war angenehm überrascht. Kraftvoll, würzig. Und er schrie mich an: "It's Martini Time".

60 ml kalter Darnley's View Spiced London Dry Gin und 10 ml Noilly Prat liessen das Eis im Rührglass knacken. Und das musste reichen. Kein Bitters. Keine Zesten. Martini halt.

Gin & Vermouth. Punkt.

Und diese Mischung, ich nenne Sie zur internen Kategorisierung den "Spiced Martini", gefällt mir. Gerade jetzt, wo die Temperaturen draußen auf unter null Grad fallen.

Darnley's View, seine Sicht der Dinge, was Gin betrifft, scheint sich mit meiner in weiten Teilen zu überschneiden. Neben seinem handwerklichem Geschick scheinen er und ich der Meinung zu sein, das guter Gin nicht teuer sein muss. Das macht Ihn mir sehr sympathisch. So sympathisch wie seinen Gin. Den kann ich jedem Martini Liebhaber empfehlen. So wie Musik von Vince Jones.


14.11.2012

Hamburger Bar Geschichte(n): 17 Jahre später

Es muss 1995 gewesen sein. Ich war 20 Jahre jung, Auszubildender im Elysee Hotel und regelmässiger Stammgast in Harry's  New York Bar Hamburg. "Learning by drinking". Nach wie vor eine gute From der Horizonterweiterung, wurde später in der Old Fashion Bar weiter ausgebaut.

Es war ein sonniger früher Abend. Ich ging gerne am frühen Abend in die Bar. Da war Zeit für ein Gespräch. Zu späterer Stunde erlegte ich mir selbst immer ein "Schnauze halten, zugucken" auf - ein wenig Grund Gastro Erfahrung brachte ich seinerzeit mit.

Aber am frühen Abend war Zeit für ein Gespräch. Und ich war dankbar, das die Halbgötter in Weiß, das legendäre Barteam der HNYB Hamburg, mich wahrnahm und gewillt war, mich in den Kreis der Gesprächswürdigen aufzunehmen.  Ich muss gestehen, ich habe diese Musse nicht bei jedem Zwanzigjährigen, der heute vor meinen Bars sitzt. 

Ich betrat also die Bar und traute meinen Augen nicht. Peter Kallweit begrüßte mich mit einem breiten Lächeln. "Sieht gut aus, oder?"

Peter war kahlgeschoren. Mit Ihm das gesamte Barteam. Fünf Bartender lachten mich an. Mit frisch rasierten Glatzen. 

Wow. Ich erfuhr, man hatte eine Wette verloren. Gegen einen betuchten Stammgast.  Eine echte Barfly. Einer Trinker und Könner sondergleichen. Man beschrieb mir diesen Gast. Wahnsinn. So muss es zugehen an der Bar. Wetten waren in der guten alten Zeit existentielle- man wollte sich ja schließlich nicht über Drinks unterhalten. Einige Jahre später fand ich eine Erstausgabe von Frank Meiers "Artistry of Mixing Drinks" von der Ritz Bar Paris. Ein "Kapitel" wurde diesem Thema gewidmet. Erstklassig. Ich musste an die Profis in Harry New York Bar denken.

Der betuchte Stammgast, gefühlt sah ich ihm im englischen Zweisitzer vorfahren, hatte bei einer Champagner launigen Nacht mit den Jungs gewettet. Es ging um das Wetter. Eines der großen Thema an jeder guten Bar. Man einigte sich auf ein Datum. Die Wette lautete: Wird es an diesem Tag in Hamburg regnen? Ja: Team Harrys New York Bar rasiert sich Glatzen. Nein: Der Stammgast kauft den Jungs zum Feierabend fünf Flaschen DOM und legt nen Tausender in die Trinkgeldkasse. (Ich muss dem heute Zwanzigjährigen Leser jetzt nicht erklären das es sich zu dieser Zeit um DM handelte - oder?)

Was für eine Weltklasse Wette. Erstklassig. Darum geht es in einer guten Bar. Besondere Momente erzeugen. Mit vollem Körpereinsatz. Ich war begeistert. Peter Kallweit, Enrico Wilhelm und der Rest der Bande liessen die Haare wieder wachsen. Joseph behielt die Frisur bis heute bei. Es gab an dem Abend noch viele Drinks. Und viele Geschichten. Wie jeden Abend. Vom Barteam oder von den Gästen. Ich war selig. Wie so oft in dieser Bar. Ich liebte diese Bar. Wobei es am Ende des Tages nur eine Ansammlung von Flaschen und Möbeln war. Aber ich liebte dieses Team und die verrückten Gästen umgeben von diesen Flaschen und Möbeln. Und dem Pianisten. 

Verdammt, ich könnte jetzt einen Martini vertragen!

Vor ein paar Tagen traf ich das gesamte Barteam wieder. Was für ein Abendessen! Es flogen uns die alten Geschichten um die Ohren. 17 Jahre später. Ich war wieder selig. Ich hätte dort ein paar Stunden länger sitzen bleiben können. 

Wir warfen uns die Kamellen um die Ohren. Ich sagte: "Und wist Ihr noch, die Wette mit dem Stammgast soundso? Haare ab?". Die Fünf guckten mich an und lachten.  Peter sagte : "Aeh, den gab es nie. Wir waren am Vorabend nach der Abend noch einen trinken. Großer Abend und am Ende waren wir alle  blitze blanke blau. Da haben wir beschlossen uns die Haare abzuschneiden. Die Jungs haben mich um 10.00 Uhr morgens aus dem Bett geholt und zum Frisör geschleift - einer der Manager ist ausgerastet, da haben wir ne Geschichte draus gemacht."

Da war es wieder. Das Grinsen der Fünf wie vor 17 Jahren. Den Schalk im Nacken. Ich musste lachen - 1:0 für Team Harry's New York Bar. Dieses Team bleibt magisch. Selbst nach 17 Jahren, selbst ohne Bar.

Und wenn ich jemanden in Zukunft von der erstklassigen Harry's New York Bar Hamburg erzählen werden, werde ich bei der Wetten Version bleiben. Es geht um Geschichten. Denn Sie werden Geschichte schreiben.

 

 

 

 

07.09.2012

Die letzte Flasche KRUG im Löwen...


Heute haben wir die Schicht mit einer Flasche KRUG begonnen. Es galt einen Toast auszubringen. In stillem Gedenken an einen geschätzten Gast. Und an die letzte exzentrischen Barfly dieser Stadt. KRUG war seine Wahl, in den glücklichen Stunden. Und je nach Jahr, gab es davon mal mehr, mal weniger. Dieser geschätzte Freund des Löwen hat seine Exzentrik, sein Glück, sein Leid und seinen KRUG gerne mit uns geteilt. So gut wie mit Ihm, wird mir all das nie mehr schmecken...



29.08.2012

Mixology Bar Awards 2013: Nominierte der Long List in der Kategorie „Barkarte des Jahres“


Seit nun mehr drei Jahren, habe ich das Vergnügen, Mitglied der Mixology Bar Awards Jury zu sein. Die Aufgabe, das haben mir die letzten zwei Jahre gezeigt, ist keine leichte. Das zeigt die Kritik aus den Reihen derer, die man als Kollegen kennen und schätzen gelernt hat. Unsere Absicht ist klar: Jedes Jahr die Arbeit unserer Kollegen auszuzeichnen, hervorzuheben, sie als Anregung und Inspiration vorzustellen. Über unseren Tellerrand, über unsere Szene hinaus bekannt zumachen. Das gelingt uns von Jahr zu Jahr besser. Die Awards und das Mixology Magazin höhlen den Stein durch steeten Tropfen. Die Awards gewinnen an Gewicht, der Barguide tut sein übriges. Schon heute tragen viele Kollegen die neuen Auszeichnungen voller Stolz, nutzen Sie für Pressearbeit und um Interessierten zu Recht den Erfolg oder die Einzigartigkeit Ihres Projekts zugänglicher zu machen. Kein "Preis" für die Bar Branche hat für mein Gefühl einen höheren Stellenwert aus die Mixology Bar Awards in Deutschland. Zeit für Champagner!

Und dennoch haben Awards auch immer eine Dunkle Seite:

Die Wellen schlagen jedes Jahr wieder hoch. Da werden die Goldwaagen rausgeholt, coole Bartender werden zu zickigen Verlierern und selbst unbedarfte Versprecher auf der Bühne werden mir noch nach Jahren nachgetragen und bedeutungsschwanger gedeutet. Awards sind ein Tanz auf einer extrem scharfen Rassier Klinge. Den guten Willen, den alle Beteiligten dabei haben, kaufen einem neidische und missgünstige Kritiker einfach nicht ab - egal wie transparent man das ganze macht. Und wir sind sicherlich noch nicht am Ende der Gestaltungsreise angekommen.

Die Nominierungen sind für mich der eigentliche Preis. Ich wiederhole es noch mal, um sicher zu gehen, das es verstanden wurde: Die Nominierung ist der Preis. Glückwunsch von mir an alle Nominierten in allen Kategorien! Ihr habt es verdient!

 Sicherlich, bei zehn zu nennenden Namen, gab es mindestens fünf, die da auch noch reingehört hätten. Aber irgendwo ist Schluß. Diese Zehn können mit Fug und Recht von sich behaupten, in Ihrer Kategorie zu den Besten des Landes zu zählen. Ihre Arbeit ist Vorbild, Anregung und Inspiration. Sie sind Richtungsweisend, dabei kann die Richtung bei jedem dieser Zehn eine ganz andere sein.

Die Barkarten, die ich studieren durfte, waren alle pures Lese und / oder Design Vergnügen. Jede auf seine Art. Standing Ovations an die Zehn. Ich erhebe mein Glass auf soviel Kreativität, Design, Kunst und Fleißarbeit.

Doch jetzt genug der Vorworte: "Ladies and Gentleman....

Gemeinsam mit Mixology, Magazin für Barkultur und verschiedenen Bar- und Cocktailblogs präsentiert jrgmyr.com die Nominierte der Long List in der Kategorie „Barkarte des Jahres 2013“.

Long List Mixology Bar Award 2013 – Kategorie „Barkarte des Jahres“



Kriterien Barkarte des Jahres

Eine Barkarte ist ein hochkomplexes Gebilde und soll daher in seiner Gesamtheit subjektiv bewertetwerden. Zu berücksichtigen sind folgende Eigenschaften:

- Konzept und Stimmigkeit (Besitzt die Karte ein Konzept? Passt es zu Location, Team undRegion?)

- Inhaltlicher Aufmachung und Aufbau (sinnhaft, nachvollziehbar, vollständig)

- Bezeichnung und Texte (Lesbarkeit, Rechtschreibung, Verständlichkeit, Sprache, Versatilität

- Aufmachung und Optik (Design, Haptik, Materialien, Bewerbung Specials, Kreativität etc.)

- Produkt- und Getränkesortiment (Einflüsse und Inspiration, Zusammenstellung vs. Umfang)




Die Nominierten

Amano, Berlin


Becketts Kopf, Berlin


Capri Lounge, Köln


Hefner Bar, Berlin


Hoppers, Frankfurt


L. Bar im Gastwerk Hotel, Hamburg


Lebensstern, Berlin


Ona Mor, Köln


Schoellmanns, Offenburg


Shepheard, Köln



Das Mixology Magazin veröffentlich alle Ihm möglichen Barkarten hier auf dem SCRIBD Account - ein Blick lohnt sich - Inspiration ist garantiert


Die Nominierten aller Kategorien finden Sie zusammengefasst auf Mixology Online:

http://mixology.eu/aktuelles/veranstaltungen/mixology-bar-awards-2013-nominierte-long-list/


16.08.2012

Früher war alles Besser. RIP Barkultur. Von der Liebe.

Heute dachte ich: Würde sich doch besser niemand für Barkultur interessieren, so wie früher. Was waren das für lustige Zeiten.

John, wenn ich es richtig verstanden habe,  Geschäftsführer IMG - Warsteiner Gruppe, hat hier auf meine LE ROC Kritik geantwortet. Ich werde ihm, wenn ich die Zeit finde, ein paar Gegenargumente liefern. Es lebe der Disput! Und er soll hier gar nicht als Schuldiger durch Dorf getrieben werden. Sein gutes Recht zu Antworten, lobenswert, mit guten Argumenten. Nur, als ich las, dacht ich: Was waren das doch früher für schöne Zeiten, als sich keine Mensch für "Barkultur" interessiert hat. Heute darf ich  dann mit der Marketing Abteilung von Warsteiner über die Barkultur debattieren, bis vor kurzem hat es in diesen Dimensionen noch niemanden interessiert.

Früher wars toll. Man hat sich für irgendwelche nicht zu bekommenden Produkte interessiert, Sie mit unglaublichem Aufwand und Kosten (und oft nicht ganz legal) bezogen, hat Sie interessierten Gästen und Kollegen gemixt, man hatte ein außergewöhnliches Trinkerlebnis, wurde hoffentlich auf ein wenig berauscht und das war ein runder Abend. Es gab Gespräch, Rausch, Geschmackserlebnisse, Passion, Leidenschaft und Liebe. Toll.

Dann haben wir Bartender versucht, diese Faszination zu verbreiten. "Barkultur", "Mixologe" und andere Kunstworte wurden geschaffen bzw. wiederbelebt um die Liebe zu verbreiten. Wir haben versucht Händler und Hersteller zu überzeugen: "Dieses Produkt ist wichtig, Ihr solltet es so machen etc."  Und es hat keinen interessiert. Wir haben weiter gemixt, getrunken, Spaß gehabt. Wir haben wilde Parties veranstaltet, die ersten BCB's liefen durch Land, man traf sich zur BAR in London die Traveling Mixologists hatten unvergesslicher Abende in München, Köln, Berlin und Hamburg.

Doch mit der Zeit verstanden die Großen besser. Agenturen und PR Agenturen wurden eingeschaltet, anfangs noch ziemlich weit weg von der "Szene", mittlerweile ganz dicht dran. Ein paar clevere Player fingen an, Bartender für sich zu engagieren, was ich bis heute als sehr angenehm empfinde. Schließlich kommuniziert man hier auf Augenhöhe und man ist vor Missverständnissen sicher. Viele kleine Nischenprodukte kamen auf den Markt, vieles wurde verfügbar, alles plötzlich nahezu überall erhältlich. Bartender organisierten sich neu in  Clubs und Zirkeln und arbeiten eng mit einem Großteil der Industrie zusammen. Man veranstaltete Events und Tasting besser als so manche PR Agentur. Oder es wurden, Stufe 2.0 gleich als Zirkel oder Rat von der Industrie gegründet. Man nimmt die Szene im Handstreich und die lässt sich gerne nehmen. Alle wollen ja nur das Beste für die Barkultur ... Altruismus, wohin man schaut.

Heute bekommt man als Bartender in einer der bedeutenden Bar Städte Deutschland dutzende Einladungen pro Monat zu solchen Veranstaltungen. Die Industrie ist so was was dicht dran an der Szene, das Sie sie bald erdrücken wird, oder schon hat. Die Barkultur ist in diesem Zirkus schon vor einiger Zeit zu Grabe getragen worden. Keine Angst, ich zeige nicht mit dem Finger auf andere, ich war und bin Geburtshelfer und Sargträger der ersten Stunde. Aber manchmal, so wie heute, denke ich gerne ein paar Jahre zurück. Als die Leidenschaft brannte. Und sich keine Sau für Barkultur interessiert hat.

Barkultur ist in aller Munde. Sie ist über den Tellerrand der Fachblätter geschwappt. Wir sind umgeben von ehemaligen Bartender, die vor 5 Jahren auch mal nächtelang Drinks verkauft haben und uns heute als Redner, Trainer, Blogger oder Artikelschreiber immer wieder ermahnen, das der arrogante Mixologe, der Mad Professor hinterm Tresen nicht zu suchen hat. Und dann muss ich lachen, denn ein Teil der Herren kenne ich persönlich seit  Jahren und durfte Sie früher arbeiten sehen. Als Sie Feuer in den Augen hatten, Leidenschaft und Liebe! Und zum Glück so wahren, wie Sie es heute predigen nicht zu tun. Arrogant, Hochnäsig, Leidenschaftlich, Stolz, Bartender.

Und mir treiben ein paar "Junge" die Tränen in die Augen. Mit Ihren Meinungen und Kritiken an und über Bartender. Halten vielleicht seit fünf Jahren ein Shaker endlich richtig rum im Aushilfsjob ode glauben sich ihr Halbwissen durch Old Fashion ersoffen zu haben und urteilen über erfahrene Kollegen. Über jahrelange Profis ohne einen blassen Schimmer, was dieser Beruf, die Nächte hinter einer Bar, seit 10 oder 20 Jahren, 5 bis 6 mal die Woche, überhaupt bedeuten.

Und dann sind da noch die umtriebigen, vernetzen Kollegen aus Bar und Agentur.  Die mir ob meines Facebook Austrittes alle unterbreiten wie sehr Sie das ganze doch auch nerve, Facebook sei ja nur noch Underground Business, aber Sie könnten es sich nicht erlauben: Sie müssten die Szene Monitoren, das seien Sie ihren Auftraggebern schuldig.

(Regieanweisung: Der Autor übergibt sich im Geiste)

Ich frag mich, was man da groß monitoren will? Die paar Foto uploads vom letzten Brand Event? Gucken was der Mitbewerber macht?  Das was wir früher einmal Szene nannten und zu dem mir vor 5 Jahren 40, 50 Gesichter aus dem Lande sofort eingefallen sind,  ist zum großen Theaterstück geworden. Große Besetzung, die meisten hinter Masken mit anderem im Sinn, einige wenige leidenschaftliche Akteure

Und alle reden von Barkultur. Und fast alle wollen einem irgendwas verkaufen. Der Zirkus hat schon lange abgehoben, er beschäftigt sich nur noch mit sich selbst. Ob es jemand merken wird, wenn man sich heimlich raus schleicht und einen Drink nimmt? Auf die gute alte Zeit? In einer ruhigen Bar? Bei einem freundlichen Bartender, der seinen Manhattan akkurat mixt. Natürlich mit Bourbon, Rye ist halt schwer zu bekommen. Und wir würden wieder Trinken und reden. Uns berauschen, die Atmosphäre genießen, interessante Frauen und Männer studieren und kennenlernen, uns der Musik hingeben. Ein bisschen von der legendären Barkultur schnuppern. Den eins ist gewiss: Wenn es jemanden gibt, der am wenigsten von der Barkultur versteht, scheinen das heute gelegentlich Ihre Protagonisten zu sein.

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Ich habe mir gerade dieses unglaublich Video der Traveling Mixologists in der Trinkhalle 2007 angeschaut. Helmut Adam hart am Interview :-) Seit ca. 4 Jahren nicht mehr gesehen... ich werde melancholisch.

" Jigger in your Ass! "



Link: Traveling Mixologists Backstage in Munich

10.08.2012

DER FEINSCHMECKER: Das große Gin & Tonic Tasting.

Verschwiegenheit ist Pflicht wenn der Feinschmecker testet. Aber eine klitze-kleine Empfehlung möchte ich hier an Bartender, Gin & Tonic Liebhaber und Profi Trinker aussprechen.

Am Anfang der Woche wurden im TASTING ROOM 11 Tonic Water "blind", und mehr als 30 Gin Sorten pur, getestet. Wir haben uns dann auf die Suche gemacht, nach der perfekten Gin Tonic Kombinationen.

Meine Empfehlung für Euch Liebhaber des geliebten sophisticated Highballs: Den FEINSCHMECKER im Auge behalten und bei der kommenden Gin & Tonic Ausgabe zuschlagen. Es lohnt sich.

Mein persönlicher Überraschungskandidat bei den Tonic's sei Preis gegeben - Britvic Tonic - im geliebten und einzig sinnvollem 125ml Tonic Gebinde. Die Wahl des Englischen Königshauses - was will man mehr !

Es gab noch viel mehr Überraschungen und Erfahrungen. Ich könnte hier zwei Seiten schreiben. Aber das sei dem FEINSCHMECKER überlassen - ich freue mich auf die Ausgabe. Danke noch mal ans FEINSCHMECKER TEAM für die inspirierenden Nachmittag.


P.S. Der Feinschmecker überarbeitet gerade auch sein Online Angebot. Verantwortlich für die Umsetzung zeichnet sich hier unter anderem Julian Finn. Er schnuppert gerade beim Redaktionsalltag des Feinschmeckers und ihm auf twitter zu folgen, bringt ein paar interessante Einblicke: @hdsjulian

Links: 

Fachblatt für Gin & Tonic Kultur: www.der-feinschmecker.de

Bezugsquelle Britvic (Und Fever Tree, und Fentimans Tonic) : http://www.greatbritishfood.de

08.08.2012

Ein Manifest für Bars und Bartender - 1984 - Vom SPIEGEL und ACHIM F. EBERHARDT

Eigentlich wollte ich hier über Musik schreiben. Darüber das ich ein paar neue Entdeckungen für den Löwen aufgetan habe.  Zum Beispiel zwei Alben von Jamie Cullum.



Ich wollte "eröffnen" mit einen Lobgesang auf den Jazz. Dann fiel mir Luis Buñuel ein. Sein letzter Seufzer. Seine Vision von einer Bar. Die Schule der Einsamkeit. Keine Musik, eiskalte Martinis. Wie recht der Mann hat. Also, vielleicht doch keine Musik?

Das war mein Plan. Aber manchmal kommt es anders als man denkt. Aber, das bringt uns Bartender nicht aus der Ruhe. Das ist unser Leben.

Ich begab mich ins Netz, auf die Suche nach diesem fantastischen Buñuel Textes. Diesem Manifestes für eine heute fast utopische und doch so sehr gebrauchte Version einer Bar. Und fand etwas ganz anderes.

Ein Manifest. Für die Bar. Von 1984. Aktueller denn je. Von Achim F. Eberhardt. Meinem stillen Mentor. An dessen Bar ich einige Jahr lang sitzen durfte. Und was ich dort sah, weckte das Feuer für die Profession in mir.

Wer Herrn Eberhardt kannte, wird seine Stimme, seinen Sprachwitz und seine Eloquenz zwischen den Zeilen finden und sich ein Lächeln nicht verkneifen können. Er wird für einige Minuten zurückversetzt, in die einzigartige Atmosphäre, die dieser legendäre Bartender in seinem Räumen verbreitete.

Es ist die Rede von "neuen" Trend - Zitat "Gruppenweise fällt die aufgekratzte Jeunesse in die Getränke-Center ein, lauter "gepflegte und freundliche Jungs und Mädels" , von der Rückbesinnung auf alte Klassiker und Qualität im Glas. Von der Liebe zum Beruf, den Schwierigkeiten und den Regeln einer guten Bar. Fast 30 Jahre alt der Text und er könnte aktueller nicht sein.

Meine Leseempfehlung, ein Manifest für unseren Berufsstand: "Mit Zombies ins Bermuda Dreieck" SPIEGEL MAGAZIN 1984

Link clicken, Musik anstellen und eine Zeitreise zum einzigartigen Achim F. Eberhardt geniessen. Ach ja. Ein Gläschen Rum in der Hand könnte nicht schaden...

DIAGEO's World Class is raising the bar: 100.000$ for the best Bartender. Are we going "Dog and Pony"?



This picture is traveling the social media bartender community this days. Tim Philips, a great bartender from Australia, won the 2012 World Class competition.  Congratulation to Tim, well done sir, well deserved.

And on this picture DIAGEO AUSTRALIA is announcing a PRICE for 2013 - 100.000$ for a new bar/project. This is an amazing RAISE for us bartender. Never ever some brand has supported a bartender with this among of money in a competition.

DIAGEO's World Class is becoming one of the, maybe THE, leading global bartender event in our world. Pulling out a 100.000 $ price money from DIAGEO DOWN UNDER is amazing - but also makes me feel uncomfortable.

I have never attended a serious Bartender Competition as a competitor. And I never will. And I like, that our trade become a little bit more attention. Chef's are the Media Gurus and they catch in lots of attention and money. Wine guys and sommelier do well, but the dirty old bartender is always last in line (O wait, I spotted the waiter behind him). But as we all know, Bartenders a the cool guys. So time for them to catch up. And thanks to the Industry to give us a platform.

But on the other side, I am afraid that this one day maybe becomes a "xxx got Talent" Show. The big Bartender Circus, spread on Media. And I am not sure if this is the way, I would like to see my trade promoted. I like our trade, I love my job. I hate Talent Shows and Media Bullshit when it comes the mass entertainment.  Raising the Bar with 100.000 $ and more price money is amazing. Let's just make sure, nobody is creating the big bartenders dog and pony show.

What do you think?

07.08.2012

Trinken - In Hamburg - Zufällig...



Hamburg ist eine Hotelbar-Stadt. So habe ich diese Hansestadt vor 15 Jahren kennen gelernt. In den Hotelbars servierten alt gediente Herren in weissen Jacken Drinks, die mir seiner Zeit nicht zeitgemäß erschienen. Mit Klasse und Eleganz.

Leider haben einige Hotel Bars in den letzten Jahren das Personal getauscht. Das Durchschnittsalter ist 20+, was grundsätzlich nicht schlimm ist, nur nicht dieses gewünschte "Gestandene-Person-Image" als Sparringspartner hinter der Bar aufkommen läßt.

Nun denn. Heute war ein anstrengender Tag, mit Höhen und Tiefen. Charmant war der Besuch von David Wiedemann, der eine Thomas Henry Schulung im Tasting Room gab. Anstrengend waren andere Sachen. Aber davon nicht zu wenig. Hat ja keiner gesagt, das es leicht wäre, eine Bar zu betreiben.

Kurz vor 18.00 Uhr entschied ich mich für den Besuch der Hyatt Hotel Bar. Und wurde angenehm überrascht! Es wurde umgebaut, im März diesen Jahres. Gefällt mir gut. Die Apples Bar ist somit wieder vollends auf meiner Gute-Hotel-Bar-Drink-List aufgenommen.

Der eigentliche Grund meines Besuches: Alberto Costa, seit 6 Jahren Barchef in der Apples Bar. Er ist ein Garant, ein Kontrapunkt zur 20+ Generation. Alte Schweitzer Schule.

Ich wollte Ihn einladen. Zum Club de Cantineros Abend in Hamburg. Ich setzte mich an die Bar und bestellte einen anständigen 47% Vol Gin mit Fentimans. Aperitivo sozusagen. Alberto bewirtete die Bar, dazwischen führten wir ein nettes Gespräch unter Kollegen. Ich lud ihn ein und trank in Ruhe meinen Gin & Tonic, und genoss es, Alberto bei der Arbeit zuzusehen.

Hinter mir saß eine Gruppe Amerikaner, es wurden Martinis bestellt. "Auch nicht schlecht" dachte ich und sah Alberto dabei zu, wie er ein ungewöhnlich hohes, schmales Rührglas kalt rührte und die Zeremonie der kultivierten Martini Zubereitung einläutete.

Verdammt. Ich hörte diese leise Stimme in mir. "Warum nicht noch einen Martini trinken?" sagte Sie. "Einen kleinen, ach komm, das geht schon..." Puh. Eigentlich wollte ich ins Bureau, es lag Arbeit für Zwei auf dem Tisch. Andererseits hatte der Tag wirklich Nerven gekostet. Einer kleiner Martini, zur vollendeten Entspannung?

Der Schwerpunkt der "neuen" Apples Bar ist neben einer Seite interessanten Signature Drinks, Vodka und Champagner. Aber selbstverständlich gibt es auch eine kleine, aber feine, Gin Auswahl. Mein Blick fiel auf Monkey 47, den ich als eigenwilligen Martini sehr schätze.

Ich bestellte einen Monkey 47 Martini ohne weitere "Anweisungen". Sicherlich: ein Spiel auf Leben und Tod!  Allerdings kann man nur so die Stilistik der Bar kennen und eventuelle lieben lernen, und außerdem wog ich mich bei Alberto in sicheren Händen.

Kein Vermouth, nicht einmal der Schatten einer Flasche, traf diesen Martini. Eine ordentliche Menge Monkey 47, einige Dash Orange Bitter wurden lange im Rührglas kalt geschlagen, fernab jeglichen Pseudo Japanese Bartending Gehabes. Kurze Zeit später stand ein eiskaltes Glas vor mir, getopt mit einer winzigen Zitronen Zeste, die erahnen ließ, das der Mixer verstanden hatte:  zuviel ist zuviel und zuwenig einfach nicht genug.

Die Kräuter Aromatik des hier veredelten Schwarzwald Destillates traf mich angenehm hart. Zwei große Schlücke später, "Quick, while it's still laughing at you", das Glas somit fast geleert, schaltete ich in den Entspannungsmodus um. Ich legte das iPhone beiseite, strich langsam mein ernst gemeintes Vorhaben, den Montag Abend im Bureau zu verbringen und genoss die Musik.

Ich beendete den Martini mit den Worten "ich nehme gerne noch einen" und dachte an Dorothy Parker: "...two at the very most" - Recht hatte die Dame!  Unter den Host würde ich es heute nicht mehr schaffen, aber ein einzelner  Martini erschien mir ein unlogische Abendgestaltung. Jetzt konnte ich mir zumindest sicher sein, das ich einen leichten Rauschzustand genießen dürfte. Das erschien mir Sinnvoll und das Beste, was man an diesem  frühen Abend um kurz nach sieben machen konnte.

Der Genuss des zweite Martinis brauchte etwas mehr Zeit. Die Temperatur im Glas stieg an, der Drink wurde anspruchsvoller. Die Kombination von einsetzendem Rausch und wahrnehmbaren Geschmacksveränderungen am Gaumen genoss meine volle Aufmerksamkeit, und alles weltliche um mich herum trat in den Hintergrund. Ich dachte gerade, das so ein unerwarteter aber erweiterter Aperitif durchaus als nächstes eine sorgfältige Planung eines Abendessens forderte.  Da klingelte plötzlich das Telefon. Thorsten Husmann am Apparat.

"Jörg, ich bin auf dem Weg zum DEHOGA Sommer Empfang im Garten des Anglo German Clubs - hast Du Lust mitzukommen?"

"Gibt es da nen anständiges Büffet?"

"Ja, klar"

"Ich bin in 15 Minuten da"

06.08.2012

Der Club de Cantineros: Berufung Bartender und die Wiederentdeckung eines wahren Daiquiri Klassikers: Santa Marta



Vor mehr als zwei Jahren habe ich im "Tower" gesessen. Hamburger Bartender wissen was damit gemeint ist:  Das turmförmige Hochhaus an der Hindenburgstrasse mit dem Fledermaus-Logo auf dem Dach - der Sitz von Bacardi Deutschland. Und ich stieß auf offene Ohren!

Seit mehr als einem Jahrzehnten schlummern Schätze aus Kuba und anderen Ländern aus den 20er bis 60er Jahren in meinem Bücherregal und alle "sprechen" seiner Zeit von einer legendären Bartender Vereinigung, dem "Club de Cantineros". Selbst Trader Vic nennt den Club de Cantineros eine Wiege seiner Tiki - Rum - Drink Kultur. Die kubanischen Bartender von 1924 bis 1959 gehörten zu den besten der Welt. Und es gab eine natürliche Verbindung zum Hause Bacardi - den bevor das Haus Bacardi zwangsweise nach der Machtübernahme durch Fidel Castro Kuba verlasen musste, war es einer der größten Förderer dieser professionellen Bartender.

So konnte ich vor zwei Jahren Bacardi Deutschland für das Projekt Club de Cantineros begeistern und seitdem haben Yvonne Naber, Steffen Lohr, Thorsten Husmann und meine Wenigkeit ein kleines Projekt daraus entwickelt. Und in diesen Wochen starten wir in die zweite Runde, was mich sehr freut.

Im letzten Jahr habe ich die Geschichte des Club de Cantineros (CdC) Revue passieren lassen und zusammen mit der CdC Task Force im  Bacardi Speakeasy  und auf den Bühnen zum Bar Convent 2011 interessierten Bartendern vorgetragen.

Und je tiefer man sich in die Geschichte des Clubs "gräbt" um so mehr wird klar: Ziel der damaligen Organisation war es, den Beruf des Bartenders zu einer angesehnen, ernsthaften Profession auszubauen. Was dem CdC auch bis zur Revolution in unglaublichem Umfang gelungen war.

Diesen Gedanken im Kopf, die Förderung der Berufung Bartender, haben Thorsten Husmann, Steffen Lohr und Herr Meyer ein neues Konzept für das zweite Jahr geschmiedet. Wir wollen in mehreren Treffen im gesamten Land professionelle Bartender zusammenbringen und uns über unsere Berufung austauschen. Yared Hagos und Philip Bischoff konnten als Gastredner gewonnen werden. Sie werden den Kollegen von Ihrer Arbeit erzählen. Von Ihren Alltag, Ihrer Selbstständigkeit, Ihrem Job, Ihren Aufgaben, den ups and downs unserer, ihrer Berufung. Dabei bilden Ihre Vorträge nur die Inspiration für ein späteres Q&A.

Wir wollen durch das Land ziehen und über die "Berufung Bartender" berichten, Kollegen zusammenbringen und Sie erzählen lassen. Zuhören, Anregungen sammeln und dann, wo möglich, Hilfestellungen und Anregungen zu geben.

In Kürze geht es los, die ersten Einladungen gehen die Tage raus. Unser Blog bekommt ein kurzes Facelifing und wird das alte, neue "Zuhause" des Club de Cantineros. Wer, wie wir, in der Berufung Bartending mehr sieht als einen unbedarften Aushilfsjob, eine echte Profession, ist eingeladen, uns im Blog oder auf unserer Facebook Page zu folgen, oder sich hier für unseren Club de Cantineros eMail Verteiler einzutragen.

Ich freue mich auf kommende Jahr CLUB DE CANTINEROS. Und es gibt etwas aus unserem ersten Jahr, was mich besonders stolz macht: die Wiederentdeckung der Daiquiri Variante SANTA MARTA.

Im Club de Cantineros Blog hatte ich hier erstmals zum SANTA MARTA geschrieben: SANTA MARTA - ein echter Cantinero!

Ich habe diesen Drink aus der Bibel der Cantineros von 1948 ausgegraben und er ist simple und elegant. Und was mich wirklich freut, man findet Ihn auf immer mehr Barkarten. Es scheint, das die Perfektion der alten Kubanischen Bartender nicht nur mich beeindruckt hat.

Ich hoffe in Kürze, beim Club de Cantineros - Steffen Lohr und ich freuen sich!

Jorge, Cantinero




Email Verteiler Club de Cantineros

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03.08.2012

Word of mouth ... Wenn Star Wars Geek Shops mit Fahrradkurieren kommunizieren würden.


Glücklicherweise besteht mein Tag nicht nur aus der Arbeit hinter der Bar. Es gibt wichtigeres: zum Beispiel das Organisieren einer Kinder Party! Motto "Star Wars".

Meine Frau fand gestern diese Weltklasse Star Wars Laserschwert Lollies. Da sie knapp an Zeit war, bestellt Sie einen Fahrradkurrier um die Lollys abzuholen. Beim Bestellen fragte Sie die Vermittlung, ob der Kurier das Geld auslegen könnte. Als meine Frau sagte, es sei für Lollys, war der Kurier-Vermittler ob des Betrages verwirrt und fragte: "Wie viel Lollys sind das denn?" Als Sie ihm erkläre, was das für Lollies sind (Laserschwerter halt - sie leuchten in der Farbe des Laserschwertes, wenn man einen Knopf drückt) hörte Sie am Ende des Telefons nur "Wie Geil ist das denn ...? ".

Als der Kurier ca. zwei Stunden später lieferte, sagte er lachend:"Wow, Sie hätten sich das Kollegen Treffen im Laden mal ansehen müssen. Laserschwert Lollos sind jetzt ausverkauft. Der Auftrag inklusive Erklärung lief über den Funk und viele Radkuriere, Star Wars Geeks sondergleichen, haben sofort einen Umweg über den Grindel gemacht... "

Also, wenn ihr "Paket" in Hamburg gestern länger gelaufen ist, wissen Sie jetzt warum!

Die einzig sinnvolle "Werbung" für eine gute Bar ist Word of Mouth. Gut natürlich, wenn man den richtigen Gast auch erreicht. Der Star Wars Shop am Grindel sollte vielleicht mal über Kurier Kommunikation nachdenken.


Lollys gab es bei: http://www.anderewelten.de

02.08.2012

KRAFT WERT DREI GIN - 60% Vol. aus Hamburg in Hamburg

Gerade Kraft Wert Drei Gin aus Hamburg probiert. Die wohl angenehmste Botanical Beschreibung, die ich seit langem bei Gin gelesen habe: Wacholderbeeren, Koriandersamen, Zitronenschalen und Alkohol - davon nicht zuwenig: 60% Vol.

Erhältlich bei Hamburgs Under Dog Gin Dealer:

Casa del Habano
Burchardstr. 15
Chilehaus
Hamburg

www.thecigarsmoker.com

01.08.2012

Aus der Reihe Marketingblüten - Heute: LE ROC - die neuen Bitterlimonaden von IBG / Warsteiner - Ob es Bartender mögen werden?

Ich habe bislang noch keine offizielle Pressemitteilungen zum Thema LE ROC gesehen, aber diesen ersten Shot auf einem Bildschirm erhaschen können. So sehen Sie den eventuelle aus, die neuen Bitterlimonaden ( Tonic Water , Bitter Lemon , Ginger Ale)  aus dem Haus IGB / Warsteiner:



Zwei Gedanken kamen mir beim Betrachen der Flaschen:

1.) Ich hoffe Sie schmecken besser als Sie aussehen. Vielleicht habe ich auch einfach nur den Trend  verpasst, das Bitterlimonaden jetzt in der grell bunten Flasche mit Pfiff serviert werden ...  Naja.

2.) Viel interessanter fand ich die Formulierung "Bartender's Club Selection". Da muss unser ehrwürdiger Berufsstand mal wieder für die Marketingstrategen der "Großen" herhalten. Und das hätte Sie besser sein lassen sollen. Sicherlich, Detlev Doof und seine Mannen, lassen sich eventuelle im LEH davon beeindrucken lassen, das hier der "Bartenders Club" ausgewählt hat. Mir als Bartender stößt so etwas schon im Vorfelde übel auf. Sich selber Vorschusslorbeeren verpassen, ist leider uncool. Könnte mal jemand auf den Buzzer schlagen ....?

Ich wurde vor einigen Monaten von einer Agentur angefragt, ob ich für Le Roc Filme zur Barkultur machen wollte etc. Ich hatte dankend abgelehnt. Zum Glück.

Anerkennung bei Bartendern muss man sich verdienen. Der Ausgangspunkt ist ein gutes Produkt. Das kann ich noch nicht bewerten. Unsympathisch finde ich es, mit einem selbsterschaffenen Label a la "Bartenders Choice" sein bis dato unbekanntes Produkt zu versehen.

Die Bartender Deutschlands werden entscheiden. Ich würde sagen: Für den Anfang, werte IGB / Warsteiner, schon mal einen Fehler gemacht. Ich finde es schon anmassend, wenn ein Verein wie die DEUTSCHE BARKEEPER UNION, bei dem lediglich ein paar tausend Bartender organisiert sind, sich berufen fühlt die DEUTSCHE COCKTAILMEISTERSCHAFT statt den Jahresmixwettbewerb der DBU.e.V auszurufen.

Wenn sich nun aber eine Bitterlimonadenhersteller herausnimmt, seinem Kunden suggerieren zu wollen, sein Produkt sein die erste Wahl der Bartender, dann hat er eventuelle die Rechnung ohne uns Bartender gemacht.

31.07.2012

Trinken - in Hamburg - Teil 2


Es ist 18.00 Uhr, ich bin auf dem Weg zurück in mein bureau und ich lenke meine güldene Vespa 500 Meter vor meinen eigentlichen Ziel auf die Auffahrt des George Hotels. Der Tag war anstrengend und ich habe mir einen Aperitivo verdient. Diese in Deutschland oft vergessene Kulturform des 18.00 Uhr Americanos wird hier gepflegt - nein gelebt.

Bei Sonnenschein auch an der Rooftop Bar mit wunderschönen Außenalster-Blick.

Zusammen mit Campari serviert das Team um Maestro Massimo jedem Gast, der zwischen 18.00 und 20.00 Aperitivo trinkt, eine köstliche Antipasti Auswahl.

Tolle Bar, Rooftop, charmantes Team, guter Drink und Antipasti - was braucht man mehr? Um 18.00 Uhr? In dieser wunderschönen Stadt?

Haben Sie es erraten?

GIN !

Und damit sind wir bei zweiten Grund, der jeden George Bar Besuch rechtfertigt. Ohne Vespa würde er gute Americanos in perfekte Negronis verwandeln. Die Auswahl stimmt jeden Profi Trinker seelig.

Zusammen mit ein wenig (!) Tonic sowieso der perfekte 18.00 Uhr Drink.

Vor kurzem im George eingetroffen, zwei fantastische "artisan, handcrafted" Vertreter:

ST. GEORGE - Botanivore Gin
45 % Vol. - Kalifornien

Brooklyn Gin - Small Batch
40% Vol. - Warwick NY


Die Probe schreit nach Martinis. Ich muss die Vespa schieben...

28.07.2012

Trinken - In Hamburg - Teil 1

Vor einigen Wochen, Ende Juni, hatte ich einen Samstag Abend in Hamburg sozusagen "frei". Das ist selten und rar bei meinem Beruf.

Wir nutzten den freien Abend um einem Bekannten, der in Kürze nach Hamburg zieht, ein wenig von Hamburg zu zeigen. Es waren die ersten schönen Sommer Abende im Jahr und wir entschlossen uns, am  späten Nachmittag, mit einem Fahrrad bewaffnet, ein wenig das Hamburger Nachtleben zu erkunden. Aperitife und Dinner gab es in der Altstadt. Langsam aber sicher zog es die kleine Rad-Reise-Gruppe Richtung Schanze. Das Wetter war erstklassig und die Stimmung schrie geradezu nach einem Bier, im Freien, unter Menschen! Sprich: dem Schulterblatt.

Auf dem Weg dahin störten nur diese zu tausenden angereisten Herren. 50+ und Mitten in der midlife crisis. Auf  ihren amerikanischen Mofa's waren Sie zum Zahnarzt oder sonst einen Freiberufler - Kongress angereist und verpesteten seit zwei Tagen die Akustik meiner Stadt mit Ihren peinlichen Gefährten - nun denn.

Die Schanze bot das erwartete Bild. Und erstaunte unseren Gast erwartungsgemäß. Tausende von Menschen flanierten und sassen auf der geschaffenen Piazza und genossen das gute Wetter und die Gastronomie. Hinzu kam: Es war Samstag Abend und auf allen voll besetzten Terrassen schauten die Gäste einem der letzten EM Spiele zu. Glücklicherweise fielen ein oder zwei Tore. Diese entspannte und dennoch Fußball begeisterte Geräuschkulisse war nicht von dieser Welt.

Wir ließen Anfangs die voll besetzten Restaurantterrassen aus und tranken in den Bars ein Bier. Ich genoss diese einmalige Atmosphäre, das unbeschreibliche Gewimmel aus wirklich bunt gemischten Menschen. Ich erkannte ein paar Gäste des Löwen. Hier und da ein anderes Gesicht. Alle waren entspannt. Es wurde dunkel, der Fußball war vorbei, tausende Menschen blieben auf der Strasse. Die Stimmung einzigartig. Summer in the City!

Ich dachte mir: Mensch Meyer, du warst lange nicht mehr hier. Gut, sicherlich, mehrmals Mittags, zumindest in den Seitenstrassen. Aber Abends ? Am Wochenende? Im Sommer? Lang, lang ist es her.

Ich genoss diverse unterschiedliche Biere, immer Flasche, und ließ meine Gedanken schweifen. Glücklicherweise hatte der Rest der Gruppe sich viel zu erzählen und so fiel es gar nicht auf, das ich mein Bier genoss, die Szenerie beobachtete und mir so meine Gedanken machte.

Die Schanze, insbesondere das Schulterblatt, zählt denke ich zu den "großen" Ausgeh-Bezirken unserer Stadt. Das Menschenaufkommen, dessen Mix und die Stimmung sind beeindruckend, Das Publikum:  legere, locker, cool, hipster, alternative, bunt gemischt  alles und nichts. Anzugträger eher eine absolute Seltenheit. Auch ich war an diesem Abend "undercover" - also ohne einen meiner geliebten Anzüge. Und das war auch gut so.

Die Gastronomien am Schulterblatt gelten für den Laien als Goldgrube. Der Betrieb, bzw. die "Fülle" pro Abend wird glaube ich nur von einigen Ecken im Rotlichtbezirks übertroffen. Und ich habe für mich überlegt: Würde ich gerne einen Laden hier betreiben?

Nach zwei bis drei Analyse Bieren stand meine Entscheidung fest: Nein. So charmant so ein Besuch auf der Schanze auch ist, er sei ausdrücklich jedem empfohlen, so wenig ist das dauerhaft etwas für mich. 

Ich habe versucht einen Unterschied zwischen den Läden festzustellen. Sicherlich, wer genau hinschaut findet einiges. Nur so für mich, an diesem einem Abend, wirke alles sehr ähnlich. Was mir fehlte, ist Gastronomische Vielfalt. Man möge mich nicht falsch verstehen: Es gibt Cafés, Kneipen, Bars, Italiener, Spanier, Currywurst etc. Aber doch, gerade was das trinken angeht, alles sehr dicht beieinander. Für so einen alten dicken Kellner wie mich.  Wahrscheinlich auch oder insbesondere der Fülle wegen.  Flaschenbier - immer unter 3,00 €. So in meiner Sommerlaune wirkten, vereinfacht gesagt, alle Läden gleich. Soundtapete, Bier, ab und zu ein brauchbarer Longdrink. Das war's. Wo war der USP? Wo der Unterschied, der Grund, außer der Lage, das sich der Gast genau entscheidet einzig und allein in diesen einen Laden zu gehen. 

Wir zogen weiter zu einem alten Klassiker: der Bar Rossi, am Ende des Schulterblattes. Der Laden war gut gefüllt, hob sich angenehm vom der Biermeile am Schulterblatt ab und servierte ein paar ordentliche Longdrinks.

Als wir hier aufbrachen wurde ich unerwartet  daran erinnert, was für ein hartes Geschäft unser Gewerbe ist. Es war Samstag Abend, mittlerweile kurz nach Mitternacht, die Schanze immer noch mit tausenden Menschen auf der Strasse gefüllt, die Bar Rossi sehr gut besucht. Ein ganz paar Schritte weiter traf mich dann der Schreck. Wir gingen an einer Bar vorbei, von der ich immer schon gehört hatte. Nur Gutes. Von den Kollegen. Und ich hatte es bislang noch nicht geschafft. Anfang des Jahres neu eröffnet. Gute Drinks, gut eingerichtet etc. Aber:

Kein Gast. Nicht einer. Um halb eins. Am Wochenende. Das tut weh. Und 30 Meter weiter tummeln sich die Menschen. 

Nun den. Wir fuhren Richtung Ottensen und hielten noch ein paar mal auf ein kleines Bier an. Und irgendwie zogen sich diese Art "Flaschenbier-in-der-Hand-und-alle-stehen-rum-aber-warum-nochmal-genau-hier?"Läden bis tief nach Ottensen hinein. Vielleicht lag es am Wetter.  Aber es geht ja nicht immer um den Laden, die Bar. So genoss ich die Stimmung, die kühlen Biere und die erstklassige Gesellschaft.

Und so kurz nach zwei fiel es mir ein! Wer Ottensen kennen gelernt haben will, kann das nur von sich behaupten, wenn er das BLAUE BARHAUS besucht hat. Auf ging es...

Schon wenige Sekunden nachdem ich mein Fahrrad angeschlossen hatte und die Tür des skurrilen blauen Hauses öffnete, überkam mich ein gutes Gefühl. Ich betrat den ersten "echten" Laden an diesem Abend. Eine Bar. Gut gefüllt. Mit komplett unterschiedlichen Gästen und eigenwilligerer Musik.

Es gab eine anständige Getränkekarte und mir wahr plötzlich danach, was ich eher selten mache, Cocktails zu trinken. Irgendwie wirkte hier alles vertrauenserweckend. Wir bestellten Drinks, drei Runden, und alle waren erstklassig.

Die Suche nach einer anständigen Bar war an diesem Abend langwierig, aber ja auch nicht gefordertes Ziel. Dennoch somit für mich ein guter Abschluss.

Das Blaue Barhaus ist ein der Klassiker in Hamburg Ottensen. Eine Stadteilbar, wie Sie perfekter in Ottensen meiner Meinung nicht sein könnte. Wer im Kopf nicht über seine Stadtteilgrenzen hinweg kommt, sollte besser nicht hierhin kommen. Als ich vor nicht ganz 20 Jahren nach Hamburg kam, servierte das Blaue Barhaus  die ganze Nacht Happy Hour Capirinhas in 0,6 ltr Gläsern - und ich trank nicht wenige davon !

Und ich hatte großartige Zeiten schon in meiner Ausbildung. Heute betreibt ein ehemaliger Stammgast meiner alten ATLAS Bar das Blaue Barhaus. Markus Kohn. Es hat sich viel geändert. Gut so. Was sich nicht geändert hat, ist der persönliche Charme des Hauses. Das Blaue Barhaus ist eine von mir leider zu oft vergessene Bar. Zu unrecht. Sie hat Herz und Seele, sehr gutes Personal, Geschichte und gute Drinks. Was will man mehr? Ich zumindest nichts...

 

IMG 1609

 --

Links:

BLAUES BARHAUS

Große Brunnenstrasse 55

Hamburg / Ottensen

www.blaues-barhouse.de

 

Cocktailors - Markus Kohne

Corporate and Private Bartending

www.cocktailors.de

27.07.2012

Dale's Pimento Aromatic Bitter jetzt in Deutschland erhältlich

Bitters sind ja irgendwie ein wenig 2010. Nicht das man mich nicht
missversteht: Sie sind das Salz in der
Suppe, besser gesagt das Gewürz im feinen Drink. Andererseits wurden und werden wir seit einigen Jahren mit Bitters überschwemmt. Und, wenn ich mir so die eine oder andere Kreation auf Wettbewerben oder Barkarten anschaue, denke ich mir manchmal - weniger Bitter ist mehr.

Der Einsatz von Bittern will gekonnt dosiert sein, dann sind Sie das Gramm was nötig ist, für den perfekten Drink.

Ich halte die Bitters Auswahl im Löwen eher klein. Allerdings: als ich lass das der King of Cocktails Bitters produziert,
juckte es in den Fingern.

Markus Lion von Lion Spirits schickte mir heute eine Mail. Dale' s Bitters ab sofort lieferbar.

Ich habe 6 Fl. bestellt und bin gespannt. Der geneigte Bar Owner sollte mal einen Blick auf Markus Shop werfen. Ein, zwei angenehme
Überraschungen sind
zu verbuchen. Dazu später mehr. Mal sehen, wie sich Dale's Würztropfen einsetzen lassen...

Links:

http://www.lion-spirits.de/detail/index/sArticle/517

26.07.2012

Deutsche Ausgabe des PDT Cocktailbook




Heute erhielt ich Post vom Gestalten Verlag Berlin. Das PDT Cocktailbook ist in der Deutschen Version erschienen.

"Das geheime Cocktail Buch - Das Barbuch der New Yorker PDT BAR"

gestalten Verlag • Berlin • New York • London

Jim hatte mich um ein Zitat für das PDT Cocktail Book gebeten:

"Vom PDT Bar-Buch müssen sich Bartender und Liebhaber gleich zwei kaufen. Eins für die Sammlung und eins für die Bar. Sie werden damit arbeiten, es gehört hinter jede Bar - die Rezepte sind perfekt. Ein "Must habe" für Bartender!"
Glückwunsch an Jim Meehan und die Crew vom PDT NYC.

Es bleibt die Frage: Wann erscheint das erste PDTHH Bar Buch ;)

www.pdthh.com


"PLAYBOY" Magazin zur Deutschen Cocktail Meisterschaft 2012

Aus dem aktuellen Playboy Magazin:


Zitat Playboy Magazin:

"Die DEUTSCHE COCKTAIL MEISTERSCHAFT 2012? Darauf wartet die Welt genauso dringend wie auf die nächste Talkshow zum Thema Euro-Bonds. Wobei: Wenn sich alle Tresenclowns mit Vorliebe für bunt beschirmte Mixgetränke am 23. Juli in Leipzig treffen, hat der Rest von Deutschland einen Tag Pause von ihnen. Auch nicht schlecht."

Ich würde mal grob einschätzten, das die Damen und Herren des Lifestyle Magazin keine Vorliebe für komisch dekorierte Drinks haben. Wenn man den Ausführungen von Herrn Hubert bezüglich des "Floristen Cups"folgt, scheinen die Playboys da auch für die aktuelle Meisterschaft einen Nagel auf den Kopf getroffen zu haben.

Schade nur, das die Deutsche Barkeeper Union den PR-lastigen Begriff "28. DEUTSCHE Cocktail Meisterschaft 2012" so unreflektiert benutzt. Deutsche Meisterschaft der DBU wäre die richtige Kommunikation. Denn schließlich vertritt der Verein nur ein paar tausend Mitglieder im Land. Und, so gelungen so ein Vereinstreffen und Wettmixen intern auch sein mag, so wenig spiegelt es  repräsentative unseren Berufstand im Land wieder.

Was auf solchen Wettbewerben, oder auf dieser selbsternannten Deutschen Cocktail Meisterschaft ins Glas gekommen ist, hat nichts mit dem zu tun, was tausende von hart arbeitenden Bartendern jeden Abend bei ihren fantastischen Gästen abliefern. Werte Playboys, tut mir leid, das da jemand meint, für alle Deutschen Bartender sprechen zu müssen. Solche Wettbewerbe sind weit von dem entfernt, was Abends in der Bar passiert. Zum Glück. Sonst könnte ich nicht mehr trinken gehen...

Links:

• Mixology Magazin über die DBU-Cocktailmeisterschaft 2012
• www.playboy.de

TIKI TIME - BALLROOM - at BEEF CLUB PARIS

BALLROOM - the hidden Bar at the Beef Club 58 rue Jean Jacques Rousseau, 1st, Tel. 09-52-52-89-34.

24.07.2012

30 Jahre Schumann's Bar in München...

Schumann's Bar

 

Gestern Abend ist München in den Hofgarten spaziert. Das Schumann's hatte zum Sommerfest geladen. Und es gab einen ganz besonderen Grund: Das Schumann's ist 30 Jahre alt geworden.

Mich erreichte Herr Harrasser eMail einige Tage zuvor. "Herr Meyer, wir würden uns freuen, wenn Sie kommen….". Ich musste nicht zweimal überlegen. Wenn Charles und seine Schumänner einladen, hat man alles stehen und liegen zu lassen!  Man füllt den Champagnerkühlschrank auf, schreibt eine Notiz und hängt sie an die Höhle, äh...  an die Tür des Löwen:

"Ich bin bei Charles. Helft Euch selber! Champagner ist im Kühlschrank...."

Seit Wochen ist das Wetter großartig, fantastischer Sommer - es regnet jeden Tag. Was wünscht man sich mehr. Wenn man eine Bar betreibt. Jeder Regentropfen verwandelte sich im Sommer Abends ins Bares - wer braucht schon Beeachclubs?

Nun, im ICE nach München, hatte ich mich doch gefreut, das das Wetter gut war. Ein Schumann's Gast, einer aus dem inneren Kreis, kam am Wochenende ins Le Lion und verriet, das die Gästezusagen mittlerweile 700 überschritten hätte. Also wäre ein wenig gutes Wetter und Hofgarten charmant. 

Ich hatte den Fehler gemacht, keinen Bekannten in den Hotels in München anzurufen, sondern über HRS zu buchen. Kleines Boutique Hotel, 700 Meter vom Schumann's - absolute Katastrophe. Aber was soll es. Letzten Endes plante ich keinen großen Aufenthalt in diesem Abzocker Witz von Zimmer. Frischmachen - darum ging es. Und bei besten Wetter flanierte ich im Sonnenschein zum Schumanns.

Als ich gegen halb acht beim Schumann's ankam, traf man auf hunderte gute gelaunter Damen und Herren. Elegant, so stand es auf der Einladung. Und das Bild, was sich einem bot, war fantastisch, irgendwie nicht von dieser Welt. Zauberhaftes Wetter, wunderschöne Menschen, hunderte.

Um und im Schumann's, mehrere Bars im Hofgarten, eine bis auf den letzten Mann aufgestockte Schumann's Brigade in blütenweißer Uniform zwischen den immer mehr werdenden Gästen. Es lag der berühmte Münchener Italo Flair über dieser Szenerie. Die Menschen waren Dankbar, das das Wetter Ihnen dieses Geschenk machte. Sie waren dankbar, das Charles befohlen hatte "Zieht auch anständig an" und sie waren dankbar, das die Weiße Brigade in gewohnter Gelassenheit und Profession sie mit Drinks und kleinen Speisen versorgte. Alle waren gekommen um Danke zu sagen. Danke an Charles und sein Team. 

Denn Sie wussten, ohne Ihn, wäre diese Stadt nicht, was sie ist. Sie wäre kleiner, provinzieller, langweiliger, ein Nest an der Isar. Soviel zum Offensichtlichen. Hinzuzufügen sind tausende von Einzelschicksalen. Die Geschichten, die jeder der Anwesenden mit Charles und oder seiner Bar verbindet. All die kleinen und großen "Danke Charles, Danke Schumann's Bar" Geschichten dieser Stadt. 

Die erste halbe Stunde vermied ich Gespräche mit all den ganzen bekannten Gesichtern. Ich hielt mich an meinen guten Glas Champagner fest, was Kostas mir am Eingang serviert hatte und mit dem Ruf "Jungs, Meyer ist da, holt Champagner nach!" an der Aperitif Bar quittierte. Mit diesem Glas stand ich nun im Hofgarten, und genoss diese einmalige Szenerie. Gänsehaut. Diese Vielzahl von unterschiedlichen Menschen und Charakteren, geballt an einen Platz, war nicht von dieser Welt. Es spielte ein Band. Jazz rundete dieser surreale Szenerie ab. 

 

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Der Hofgarten füllte sich enorm, die Gläser leerten sich regelmässig und die Weiße Brigade füllte Sie nach. Stetig, konsequent, lässig aber immer mit einem Lächeln.  Ich bin mir sicher das zu Kernzeiten an die 2000 elegante Gäste den Hofgarten und das Schumanns besuchten. Und jedem wurde irgendwann klar, das die Anzahl der Gäste über allem erwarteten liegen würde. Aber, 30 Jahre Training zahlen sich aus. Man vertraut auf Charles und das Team, behält die Ruhe, und weiss, das es was zu trinken geben wird.

Gerüchten zuflogen kämpften zwei, drei ältere Herren im Smoking mit harten Bandagen am Kücheneingang um einen der heiß begehrten Teller Fleischpflanzerl zu ergattern. Das, so kann ich beruhigen, lag nicht am mangelnden Benehmen der Herren, sondern ausschließlich an der unglaublich guten Qualität des Essens.

Herr Möhring, Bartender Kollege und an diesem Abend zuständig an der Moscow Mule Bar, verriet mir um 20.00 Uhr, das man gut 250 Liter des legendären Schumann's Ginger Beer gebraut hatte, um dann um ca. 22.00 Uhr dessen Ausverkauf zu verkünden. Ähnliche Meldungen kamen von diversen Außenposten an diesem Abend. Und man möge mir glauben, noch NIE in dieser Welt, ist eine Bar so stilvoll leer getrunken worden, wie das Schumann's gestern. 

Charles Schumann nahm sich die Zeit, mich herzlich zu begrüßen, gab der Presse Interviews und sorgte sich, eigentlich wie an jedem Abend, um das Wohl seiner Gäste. Nach Mitternacht beeindruckte er mich dann gleich zweimal: 

Zum einem verkündete er um 00.30 Uhr "So, jetzt müsst Ihr nach Hause gehen, wir sind leer getrunken". Großartig. Nicht ein Gemaule von den immer noch viele hunderte Personen starken Gästeschar. Nein, Standing Ovation für Chalets und sein Team.

Und fünf Minuten später sah ich Charles, in weißer Schürze, Jacket abgelegt, wie er mit seinem Team die Gläser im Aussenbereich einsammelte. Und ich dachte mir, "Meyer, werde ich jemals diese Größe haben?". 

Charles Schumann hat mich mit in die Bar gebracht. Indirekt. Mich inspiriert. Das Feuer geweckt. Ich kann mich noch sehr gut an die Abende erinnern, wo ich in meiner Ein-Zimmer-Lehrlingsbude in Hamburg eine Jazz Scheibe auflegte und immer und immer wieder in seinen drei Büchern gelesen habe. Meine Erste Bar LE BON LION ist ein Tribute an die Kurzgeschichten DER GUTE LÖWE aus seinem Buch. Vieles kommt von Ihm.

Und viele seiner Lehren sind mir heute noch wichtige Massstäbe bei meiner täglichen Arbeit. Irgendwann um das Jahr 2000 gab es dann ein Tagesseminar mit Charles Schumann. Das waren noch die Zeiten, bei denen man ich glaube 70 € als Teilnehmer zum Seminar dazugezahlt hat, statt dieses geschenkt zu bekommen. Und ich habe keinen Euro bereut. Ein Tag mit  Charles Schumann. Wow, großartige Geschichten. Und die Person Charles hat mich ebenso beeindruckt wie seine Bücher. Es folgte  meine  Zeit im Le Bon Lion und im Le Lion und sehr viele Besuche in Schumanns neuer Bar. Ein Besuch von Charles im Le Lion - Red Basil Smash testen. Heute kennen wir uns gut - hätte ich das an all den Abenden in meiner Lehrlingsbude je gedacht?

Wo sonst, in diesem Land oder diesem Kontinent, findet man eine so gut besuchte Bar, an der jeden Abend dutzende von Bartendern unsere Profession leben und perfekt ausüben und die aufgrund Ihres unbeschreiblichen Gäste Mix ein gesellschaftlicher Verdichtungspunkt ist?  Nirgends, glaube ich. Nicht in dem Umfang. Außer in München. Bei Charles.

Dieser Charles, der bei eigentlich jedem Besuch im Schumann's irgendwo mitarbeitet. Seit 30 Jahren. Ein kurzes Hallo, ein kurzes Gespräch, und zurück an die Arbeit. So wie gestern Abend. Vielleicht kann mich Herr Kappes am dreißigsten Geburtstag des Le Lion daran erinnern, das ich mit Ihm und dem Rest des Team zusammen aufräume, falls ich mich gerade in die Menge stürzen möchte.

Das beeindruckt mich. Es gibt dutzende von "bekannten" Bartendern. Consultern und schlimmere Auswüchse in unserer Branche. "Missionierende" die auch mal hinter einer Bar standen.  Manchmal "Journalisten" /Schreiber die sich Dank ihrer ein, zwei Jahren hinter irgendwelchen Tresen zu großen Meinungen und Urteilen über unseren Beruf hinreisen lassen.

Und es gibt Charles Schumann. Der fast jeden Abend in seiner Bar steht. Mit Siebzig. Und arbeitet. Mit seinem fantastischem Team. Ich denke nicht weil er muss. Sondern weil er will. Weil man nur so ein Bartender ist. Und weil man nur so ein wahres Vorbild ist. 

Danke Charles und danke an Euch Schumänner. Danke das es Euch gibt. Ihr seid mein Ansporn.

 

 

18.07.2012

Kaufempfehlung: Rum Opthimus 25 Jahre Malt Whisky Barrel 43%Vol

Ich gestehe, es gibt bessere Fotos. Der abgebildete Rum allerdings, ist einer der besten, die ich seit langem getrunken habe.

Nein, der Pudel im Hintergrund der Flasche gehört nicht zur Standardausstattung.

Wohl aber ein vielschichtiger Körper, der sich dank des Whisky Fass finishings angenehm von den mittlerweile gehäuften sehr süssen, dunklen, "alten" Qualitäten abhebt.

Ein Unterschied zu diesen Vertretern, das gilt es zu betonen, ist allerdings auch der Preis.

Unter 100€ brutto im Einzelhandel nicht zu bekommen. Dennoch, für den geneigten finanzstarken Connaisseur oder den Bar-Owner mit eben solchem Klientel eine, meine, Kaufempfehlung.

Opthimus Malt Whisky Barrel 25 years

• Solera Cuvee
• Tomatin Highland Barrels
• Domenikanische Republik
• Bottle 1126 de 1350 Año 2011
• 43 Vol. %

12.07.2012

"Der Papageno" , der vergessene Beruf des Barkellners und das Löwen Rezept Tool EVERNOTE

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Ich bin ausgebildeter Kellner. Zweieinhalb Jahre Ausbildung zum Kellner. Am Tisch vorlegen, Flambieren, Filetieren. der ganze Spaß. Toller Beruf. Ich glaube nach wie vor das eine Kellner Ausbildung die beste Ausbildung für einen Bartender ist. Schlägt jeden Bar-Mixer und Barmeister Kurs haushoch. Danach noch ein, zwei Jahre in einer guten Bar arbeiten, fertig ist ein gescheiter Bartender.
Thomas Domenig hat bei uns 6 Monate als Commi de Bar gearbeitet. Er hat vorher schon etliche Jahre als Kellner gearbeitet. Seit gut drei Monaten ist seine halbes Jahr Commi im Löwen um und Thomas arbeitet seit dem bei uns als Barkellern. Und es ist eine Freude ihm bei der Arbeit zu zusehen.
Er vereint die hohe Schule des Kellners mit den ergänzenden Kenntnissen der Bar  ausgesprochen gut - habe ich so selten gesehen. Die Beratungsgespräche am Gast sind elegant, anregend und nie langweilig. Vom immer gefüllten Glas Wasser zu schweigen. Man merk Thomas Arbeit unter anderem an der stetig zunehmenden Anzahl der "Diverse Getränke" Bon mit individuellen Empfehlungen an der Mix Station.
Vor einigen Tagen lag da wieder so ein "Domenischer" Divers Zettel. "1 X PAPAGENO" stand drauf. Ich stand am Service Ausgang, schaute dem begnadeten Kappes beim Mixen zu, musterte die Gästeschar und musste nachdenken. Wie war noch einmal das genau Rezept?
Mein fragender Blick schien Thomas zu verwirren. "Aeh - der Gast fragte mich nach einen Drink mit weisser Schokolade - da fiel mir gleich der Papageno ein. Ist doch eine passende Empfehlung, oder?"
Ich musste Lachen. "Sicher", sagte ich "gute Empfehlung!". Das Rezept fiel mir wieder ein. Ich selber mag Ihn mit einem Schuss mehr Strega, der Kräutrigkeit wegen. Überhaupt ist Strega ein großer, unterschätzter Likör. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich lachte eher eines anderen Umstandes wegen. Die Umstände, zu denen heute junge Kollegen an der Bar anfangen haben sich wahnsinnig geändert. Als Kappes oder Meyer hinter der Bar anfingen, fragten Profi Gäste unsicher "Haben Sie Gin?" und wir antworteten stolz "Sicher doch, nicht nur Gordons sondern auch Gilbeys, Beefeater,  Tanquerray und Bombay!". Damit waren wir wohl die best sortierte Gin Bar der Stadt.
Heute Fragen Gäste "Ich hätte gerne einen Drink mit weisser Schokolade" und die neue Generation Barkeller hat drei verschiedene Empfehlungen zur Hand. Das beeindruckt mich. Es lebe der Barkellner!
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Fußnote: Das Bild zeigt den Screenshot unsere "Rezeptdatenbank"  im Le Lion.  Ich benutze ein Tool / App namens EVERNOTE. Mit einem Premium Account kann ich die Daten allen Mitarbeitern via Smartphone zur Verfügung stellen. Jeder Mitarbeiter kann von Smartphone, Rechner Zuhause  und Unterwegs darauf zugreifen und die Daten pflegen, ohne selbst einen kostenpflichtigen Premium Account zu unterhalten. Ich selber nutze Evernote in vielen Dingen. Ich finde es ein Wahnsinns App - einen Blick wert.

www.evernote.com

Rezept Papageno

11.07.2012

Mixology Bar Awards 2012 - Die Nominierungen, Barkarte des Jahres und Tony Montana

Es ist vollbracht. Sonntag traf sich die Jury der Mixology Bar Awards 2012. Ein arbeitsreicher Tag, ein schwungvoller Abend. Es zeichnet die Jury aus, das die Mitglieder allesamt eine sehr späte Samstag Nacht hatten. Dienst am Gast! Der Espresso Verbrauch in der Arbeits-Bar des Restaurant Schneeweiss war ungewöhnlich hoch, das Arbeitstempo, dank des Jury Vorsitzenden Gregor Scholl, ungewöhnlich schnell und effektive. Vielleicht trieb uns indirekt der in Aussicht gestellte respektable Aperitife - dazu später mehr.
Die Mixology Bar Awards entwickeln sich von Jahr zu Jahr weiter. Ich habe mich sehr gefreut, das in diesem Jahr ein Vorschlag aus meiner Hand aufgegriffen und vertieft wurde. Der Rahmen wurde geändert. Die Awards 2012 finden im Rahmen eines Seated Dinners statt. Ich verspreche mir sehr viel davon und zolle den Organisatoren Respekt, diesen Schritt gegangen zu sein. Zeitgleich zum gesetzten Dinner mit begrenztem Karten Kontingent gibt es in Berlin eine Award Party mit, nennen wir es "EM like": Public Viewing.
Zum andern feilen Jury, Barworkz und Mixology jedes Jahr an dem Nominierungs Procedere und der Gewinner Ermittlung. Denn, auch wenn der eine oder andere Kritiker bzw. enttäuschte Nicht-Gewinner schnell von Klüngel, Vetternwirtschaft und anderen Vorwürfen eines unfairen Systems redet, bemühen wir uns jedes Jahr, das System zu verbessern.
In diesem Jahr wurde der Einfluss der sogenannten Beiräte verstärkt. Es gibt drei Arten von Beiräten: Industrie, Gastro und Medien. Mehr als 60 Stimmen aus diesen Kreisen, sowie die Stimmen der Jury haben Namen und Bars für die einzelnen Kategorien bewertet. Aus diesen Listen ergaben sich die Top 10 der Nominierten. Aus den finalen Top 5 konnte die Jury Ihre Favoriten einzeln und geheim wählen. D.h. Alle Nominieren und die einzelnen Gewinner der Kategorien stehen bereits jetzt fest.
Allerdings sind uns als Jury Mitgliedern die Gewinner, im Gegensatz zu den Nominierten, nicht bekannt. Sanjay von Barworkz und sein Rechner haben die Stimmen zusammengeführt und wissen um die Gewinner. Wer es also nicht mehr abwarten kann, möge Sanjay "knacken" oder seinen Rechner hacken. Viel Spaß dabei.
In diesem Jahr gibt es eine neue Kategorie. Barkarte des Jahres. Das Studium der vielen Exemplare war ein Vergnügen. Von Geschichtsbüchern über Designstudien. Die Mischung ist entscheidend, ich bin gespannt wer das Rennen gemacht hat.
Frau Hindermann, Victoria Bar Berlin,  brachte ein beachtenswertes Exemplar mit:
Barkarte des Jahres?

Wird es DIE Barkarte des Jahres?
Nach getaner Arbeit lud uns Herr Scholl in die Chapel Bar Berlin. Es wurde ein selten gewordener Booth High and Dry Gin Martini gemixt. Der Sherry Fass gelagerte Wacholder Brand spülte die Müdigkeit vom Vortag und Vormittag weg. Er küsste uns wach.
Am frühen Abend war es in der Chapel Bar noch eher ruhig. aber die Bar gefällt mir gut. Das war definitive nicht mein letzter Besuch hier.
Chapel Bar

Es ging in Ritz Carlton, Check In und zweiter Aperitif im Curtain Club. Es folgten ausgezeichnetes und langes Dinner im THE GRAND BERLIN - dazu gute Drinks von Kai, ehemals Butchers Bar. Unser Abschluss bei einem alten Bekannten:  Oliver Ebert, Becketts Kopf - Bar zur Verfeinerung der Sinne.  Frau Hindermann führte Gabányi und Co. noch auf ein bis zwei Abschlussbiere in ein paar Berliner Gaststätten, ich war raus.
Umso verwunderter war ich am nächsten Morgen zum Frühstück: Stefan, mit Sonnenbrille, und Markus Blattner waren "frisch"  im Frühstücksraum anzutreffen. Das Frühstück im Hotel ist mir immer wichtiger Bestandteil jeder Bar-Show. Dort habe ich in den vergangen Jahren immer wieder stundenlange Gespräche mit fantastischen Personen unserer Branche geführt und diese kennen und lieben gelernt.
Nun sass ich also neben Stefan und Markus und ich verschob im Kopf meine Zug-Abfahrt um ein bis zwei Stunden. Gut so. Großartige Geschichten aus der Bartender Welt. Ich bin süchtig nach solchen Geschichten. Und Gabányi servierte meine Droge perfekt.
Kostprobe gefällig?
Im alten Schumanns gab es an vielen Tischen eine feste Sitzordnung. Einige der Stammgäste hatten Metallschilder an Ihren Plätzen. "Ihr" Tisch!
"Die Arbeit war ein Spaziergang" so Gabányi, " das einzig Anstrengende war das Platzieren der Gäste und das Tisch Managment". Ein Ecktisch gehörte sozusagen dem Barteam. Den hielten Sie immer frei für Ihre Lieblinge. Der Tisch war grundsätzlich reserviert und auf dem Reserviert Schild stand "Reserviert für Tony Montana". Öfter fragten unbekannte Gäste ob Sie dort Platz einnehmen könnten. Selbstverständlich nicht. "Wir haben es völlig übertrieben. Das war eigentlich "unmenschlich"", so Gabányi. " Andererseits, geben solche Geschichten einer Bar erst Ihren Ruf".
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"Entschuldigen Sie, kommt dieser Tony heute Abend noch?"
"Tony, nein, der kommt nicht mehr, der kommt nie!"
"Könnten wir dann dort Platz nehmen?"
"Nein, das ist Tony's Tisch!"
"Wir würden aber so gerne ein, zwei Flaschen guten Champagner trinken…."
"Dann trinken Sie den wohl heute im Stehen…"
Gast, diskret: "Hören Sie, hier sind fünfhundert Mark fürs Team. Das sind wichtige Gäste für mich, für würden einfach gerne Platz nehmen"
Der Gast wurde gebeten zu gehen…
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Diese Geschichten sind das Salz in meiner Suppe. Der Grund warum es immer wieder Sinn macht, Kollegen aus Deutschland und der ganzen Welt zu treffen. Bei all den langen Stunden, der schlechten Bezahlung und den anstrengenden Abenden, haben wir einen wundervollen Beruf.  Wir stehen am Ende der nächtlichen Begehrlichkeitskette. Wir bedienen Tony Montana.

10.07.2012

Happy Birthday Gin Basil Smash... !


Gin Basil Smash - GIN PESTO


Heute, vor genau 4 Jahren, habe ich zum ersten mal über unseren neuen Sommer Drink (2008) geschrieben. Der Gin Basil Smash. Heute wird unser "Gin Pesto" 4 Jahre alt. Happy Birthday.

Ein bisschen stolz bin ich schon auf meinen kleinen, grünen Sprössling. Wow. Wer hätte gedacht, das eine Sommerlaune um die Welt geht. Manchmal möchte ich gerne wissen, wievielt Basilikum allein durch diesen Drink in Deutschland täglich mehr verbraucht wird? Und Global? Ob es jemand in Italien gemerkt hat? Wer weiss, vielleicht gibt es irgendwann die Grüne Ehrennadel vom Italienischen Basilikum Verband...


Ich bin heute außerhalb Hamburgs und werde ein wenig wehmütig Richtung Löwe anstoßen. Herr Kappes und Team Le Lion laden allerdings ein: 

Eingefleischte Gin Basil Smash Fans sind heute im Le Lion • Bar de Paris eingeladen. Von 19.00 bis 21.00 Uhr geht der erste Gin Basil Smash auf uns. Oder solange der Vorrat reicht. 


Der Gedanke, das eine Kreation tausend, zehntausendfach an warmen Sommertagen täglich gemixt und getrunken wird, gefällt mir. "Meyer's Fluch", so wurde mir verraten ist der "interne Name" für einen Gin Basil Smash in München. Großartig!

Gibt es noch mehr? Ich freue mich über Gin Basil Smash Geschichten, Karten, Interpretationen oder Fotos an joerg @ jrgmyr.net


Wenn Sie also heute Abend einen Gin Basil Smash mixen und/oder trinken, wünschen Sie ihm, auch in meinem Namen, eine schwungvollen Geburtstag!