03.08.2011

Was verdient ein Bartender Teil 3 … ? Oder besser: Was verdient ein Barkeeper, Bar Owner? Meine Gehaltsabrechnung…

Naja, wo ich hier schon die Trinkgelder etc. von Kappes & Co. offenlege, sollte ich eventuelle eimal von mir selber sprechen. Was glauben Sie? Was verdient jemand, dem eine Bar gehört?

Meine Gehaltsabrechnung :

Gehalt Joerg Meyer

Seit dem das Le Lion operative Umsätze macht, zahle ich mir ein Gehalt von 2500,00 € Brutto. Es gab Monate, wo ich mir das deutlich verspätet auszahlen konnte, der Sommer lässt  grüßen. Aber im Prinzip habe ich mir dieses Gehalt immer gezahlt. Seit ca. einem Jahr habe ich eine Direktversicherung als Altersvorsorge. Seitdem haben sich meine Lohnsteuer (aber selbstverständlich auch mein Netto) verringert. In den ersten Jahren hatte ich bei 2500,00 Brutto knapp 2000,00 € netto. Geht doch, oder?

Wie gesagt, ich zahle mir kein Trinkgeld. Als Selbstständiger habe ich die Wahlfreiheit der Rente fern zu bleiben, was ich mit Freunden schon vor langer Zeit entschieden habe (ich bekomme immer so tolle Briefe von der Rentenkasse, das ich mit ca. 100 € Rente im Monat rechnen darf, wenn alles perfekt weiter läuft).

Neben ein paar anderen (geringen) Abzügen (Kirchensteuer, Soli etc.) fehlt mir als Selbstständiger allerdings etwas sehr wichtiges auf der Abrechnung. Die Krankenversicherung. Ich bin seit einigen Jahren privat Krankenversichert und zahl etwa  640,00 € im Monat an die private Krankenversicherungen. (Und NEIN  - ich möchte KEINE Angebote von Euch schmierigen Versicherungsfutzis). Das ist bei geringem Einkommen zwar recht teuer, ich habe aber noch großes vor...

Von meinem derzeitigen Auszahlbetrag (nach Abzug der Direktversicherung als quasi Renten Ersatz) bleiben somit ca. 1200,00 € netto.

Mehr entnehme ich der Firma nicht. Seit dem letzten Jahr habe ich eine Einzelunternehmung angemeldet und schreibe gelegentlich Rechnungen für Vorträge etc. Dazu später mehr. Außerdem habe ich noch ein (kleines) Unternehmen (Elterlicher Betrieb, Catering und Gasthof) in Niedersachen. Dort habe ich ca. 1000,00 € im Monat "Einkünfte aus Vermietung" (dürfen aber noch versteuert werden)  und ich leiste mir über diese Firma  einen geleasten Firmenwagen. ("Vor" der Bar habe ich mal Audi TT gefahren, heute Caddy VW  :) )

Zum Gründen der Bar brauchte ich 12500,- € um das Stammkapital der GMBH einzuzahlen. Neben meinen Partner Rainer, der ebenfalls weitere Einlagen geleistet hat, habe ich ca. weitere 100000 € in die Bar investiert. Diese waren größtenteils Anfangs als Darlehn in die Bar gegeben worden. Die GmbH hätte diese verzinsen und tilgen sollen. Leider hat die Wirtschaftlichkeit das Anfangs immer weniger zugelassen und um einigen malen einer buchhalterischen Insolvenz aus dem Wege zu gehen (was für mich als Geschäftsführer bei nicht oder zu spät Meldung mit rechtlichen Konsequenzen verbunden wäre) wurden sämtliche meiner "Darlehen" mit der Zeit in Eigenkapital der GMBH gewandelt. Sie sind damit für mich nicht mehr aus der Firma zu ziehen. Da ich ein Großteil dieser Gelder auch geliehen habe, muss ich diese nunmehr von meinem versteuertem privat Einkommen tilgen und verzinsen.

Glücklicherweise habe ich das meiste dieser Gelder privat geliehen - der "Druck" ist damit etwas entspannter.

Aber unabhängig von diesen Finanzierung Sonderkosten läßt sich sagen, das bislang jeder Angestellt im Le Lion mehr verdient hat als ich. Aber keine Angst, ich bin dabei das zu ändern. Und zwar nicht, indem die Mitarbeiter des Le Lion weniger verdienen...