31.07.2011

"Google sperrt Bars die kubanischen Rum ausschenken."

Zum Glück die Headline reine Fiktion. Noch. Aber so ähnlich hat es seit gut drei Wochen Paypal in Deutschland gemacht. PayPal sperrt die Konten von Deutschen Online Händlern die kubanischen Rum und Zigarren verkaufen und friert sogar das Guthaben ein.

http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13516280/Die-Bank-gewinnt.html

Ich bin kein großer Freund von den politischen Verhältnissen auf Kuba, aber das ist ein anderes Thema. Nur, das was sich PayPal hier erlaubt, scheint mir nicht akzeptable. Zumal, was mir am unverständlichsten erscheint, haben diese Händler die Ware in der Regel innerhalb Europas gekauft.

Was ist der nächste Schritt? Paypal sperrt alle Händler die Produkte von Pernod Ricard (importiert Havana Club) oder Borco (Ron Varadero) listen? Ist der Handel mit kubanischen Produkten jeder Art auf eBay bereits gesperrt (Paypal gehört eBay)? Was ist mit Pre Castro Ware? Dürfte ein Bacardi von 1940 noch verkauft werden?

Wann setzen andere US IT Unternehmen das 50 Jahre alte Embargo "durch"? Wird Google alle Unternehmen die mit Kuba zu tun haben sperren? Suchbegriffe wie Havana Club oder Cohiba filtern? (Es sei betont das Google dies NICHT getan hat, es hier lediglich als weiterer großer US IT Anbieter als Beispiel herhalten muss!).

Die Frage ist, wie lange Bartender deren Bars kubanischen Rum ausschenken, noch Problemlos in die USA einreisen können...

Zeit seinen PayPal Account zu löschen. Nur wie der Artikel über Händler Wolf zeigt, gibt es eine enorme Abhängigkeit. Und jeder Bartender der alte Barbücher etc. auf eBay sammelt hat ein ähnliches Problem. Ohne PayPal wird es schwer. Zeit für Alternativen.

Zum Glück haben sich solche Zahlungssysteme noch nicht als Zahlungsmittel im Alltäglichen bewährt. Aber es wird kommen. BAR-geld wird rar in der Bar. Es gab Zeiten da war die Sache klar. Poltik gehörte in keine gute Bar, und in keine gute Bank. Das scheint sich zu ändern. Müssen wir Bartender mal wieder als letzte die Fahne oben halten. Einen Cuba libré bitte!