18.05.2011

Das aktuelle Drink Magazin für Barkeeper und Gäste - Über den Umgang mit Medien / Teil 3


Vor einigen Woche erreichte mich eine Anfrage aus dem Haus des Drinks Magazins - Für Barkeeper und Gäste. Ich selber habe das Magazin mit dem Austritt aus der DBU gekündigt und, regelmässige Leser dieser Seite wissen es, bedauere es auch nicht sehr. Bei der freundlichen Anfrage ging es aber nicht um mich, sondern um eine Mitarbeiterin des Le Lion. Man fragte an, ob es ok wäre, Frau Caroline Thompson für eine Serie über Barmaids zu interviewen. Ich leitete die Anfrage weiter, schließlich möchte man niemanden im Wege stehen, und wünschte Caroline viel Erfolg damit.

Das Interview fand während der Internorga statt. Ich war dort recht stark eingebunden, und verfolgte es nicht weiter.

Wochen später klingelte mein Telefon. "Hey Jörg, ist das Le Lion jetzt Marken Botschafter für Dooleys ?"

Wie Bitte? Was? Man erzählte mir von einem DOOLEY'S gebrandetem Artikel über Caroline Thompson. Ich war etwas irritiert. Und wie ich mir es dachte, war es Caroline auch. Davon war weder Ihr, noch mir gegenüber niemals die Rede. Da alle Anfragen via eMail statt fanden, schaute ich noch einmal nach. Nirgends ein Wort davon, das es sich um eine Brand unterstütze Serie handelt. Soweit ich es verstanden habe, eine Serie zum DOOLEYS Barmaid Cup.

Das Magazin befindet sich hier auf recht dünnem Eis - meiner Einschätzung nach ist so ein Vorgehen unlauter. Der Weg vor Gericht ist die Sache nicht wert - denn letztes Endes hat dieses Heft eh keine nennenswerte Reichweite oder irgend eine Wichtigkeit. Doch DOOLEYS in Verbindung mit dem Le Lion ist ein absolutes "No Go".

DOOLEYS ist ein Produkt für Supermärkte und gehört in keine anständige Bar. Da helfen auch Aktionen um Barmaids meiner Meinung nach nicht, das Image der Marke bartauglich zu machen. Die Kombination Le Lion und DOOLEYS ist in meinen Augen Image schädigend. Und viel unangenehmer noch finde ich diese unlauteren Praxen für Frau Thompson. Das Sie jetzt mit einem Produkt was Sie nicht schätzt in Verbindung gebracht wird, hat Ihr gar nicht gefallen.

Es sei hier richtig gestellt: Die Verbindung zu DOOLEY'S war Frau Thompson weder bekannt, noch in Ihrem Sinne.

Ich frage mich, wie das Magazin diese Serie seinem Kunden verkauft. Wir als "benutztes" Haus haben davon zumindest keine Ahnung gehabt.

Man darf mich nicht missverstehen - ich habe nichts gegen Supermarkt Produkte. Ein Teil des Spektrum. Nur würde ich ein Produkt wie DOOLEYS niemals in einer Bar benutzen, geschweige den trinken. Not my cup of Tea. Aber erwähnte ich glaube ich bereits.

Nachdem ich einen Blick auf diesen Artikel geworfen hatte (das Haus hatte mir nach Anfrage doch zwei Belegexemplare zugestellt) war die Verwunderung noch größer. Ich meine nicht die Berichterstattung über Frau Thompson. Sie ist eine tolle Mitarbeiterin hier im Le Lion. Ich meine, wenn man sich den Auftritt und die Mediadaten dieses Heftes anschaut, könnte man durchaus den Anschein gewinnen, dieses Haus möchte einen professionellen Anschien erwecken. Aber ein Blick auf die miesen Bilder im Artikel sprechen eine andere Sprache. Kann man sich bei den Anzeigen Preisen wirklich keinen professionellen Fotografen leisten? Oder ist das Qualitätsverständnis desjenigen, der solche Artikel frei gibt, einfach ein anderes?

Möge jeder seine eigenen Erfahrungen daraus ziehen. Über den Umgang mit Medien, und solchen die gerne welche sein möchten.