26.05.2011

Ein Brooklyn Lamp in der Pinken Bar, Frankfurt am Main


Als Barkeeper und auch als Barfly, gibt es eine ungeschriebene Liste von Bars auf der Welt, die man besuchen MUSS. Ein Singapur Sling in der Long Bar gehört für einige dazu, ein Daiquiri in der La Floridita steht bei fast jedem auf der Liste. Einige solcher berühmten Klassiker werden Sie enttäuschen. Sie sind zu Touristen Attraktionen verkommen. Dann gibt es die modernen Klassiker. Trink Tempel die wir auf der ganzen Welt finden, wenn wir uns Mühe geben und suchen. Große Namen: Milk & Honey, Savoy, ECC, Merchant, Pegu, PDT, Bar High Five. Diese Liste kann bei guter Recherche dreistellig werden. Und Sie enttäuscht selten.

Und dann gibt es diese un-greifbaren Plätze. Bars - sehr klein, sehr versteckt. Gelegentlich hört man die Namen aufkommen. Hört Anekdoten, Gerüchte, Geschichten - viel Waages, nichts greifbares.. Das Internet ist wie Leer gefegt. Die wenigen Eingeweihten sind eine fast eingeschworene Gemeinde. Sie geben nichts von Ihrem sehr gut gehüteten Geheimnis Preis. Das ist Ihr Platz, den wollen Sie nicht teilen. Dafür belohnen Sie den Inhaber mit regelmässigen Besuchen. Warum sollte er um Gäste buhlen, diese Wenigen sorgen doch für Umsatz. Und in der Regel geht es den Inhabern solcher Plätze nicht um Umsatz. Klar, der Schnaps muss bezahlt werden - aber der Rest?

Die Betreiber solcher kleinen Geheimstätten unserer Mixkunst sind oft Individualisten, Eigenbrödler, verrückte Kautze.

Herr Perner, Betreiber der Pinken Bar in Frankfurt, ist so jemand. Herr Kappes und meine Personen fuhren am vergangenen Montag mit gemischten Gefühlen nach Frankfurt. Was würde uns erwarten? Herr Perner, feine Statur, Charakter Brille, ein Bartwuchs wie die Gründervater Amerikas, ist im echten Leben Geologe. Seine Pinke Bar öffnet er nur unregelmässig, und wenn dann nur einem sehr ausgesuchtem Publikum. Ein Geologen Hammer, wie er für Ausgrabungen benutzt wird, fiel mir später als Dekorationselement der Pinken Bar auf. Vielleicht hatte Herr Perner einfach Glück bei Ausgrabungen gehabt, etwas bei Seite geschafft, für Bares in dunkle Kanäle verkauft. Vielleicht war er deshalb frei von finanziellen Interessen, was seine Bar angeht. Mutmassungen, die ich nicht klären konnte und auch nichts zur Sache tun.

Nun, denn. Kappes und Ich hatten Herrn Perner kontaktiert. Wir wollten gerne bei unserem nächsten Frankfurt Aufenthalt die Pinke Bar besuchen - „ob den an unserem Besuchstag zufällig geöffnet wäre?“ (Wir wurden an dem Tag zur Interview Aufnahme ins Cocktailpodcast.de Studio Frankfurt geladen).

Herr Perner, den wir persönlich schon kannten, freute sich über unseren Anruf und fragte uns gleich zurück, ob wir beiden nicht an dem Tag in der Pinken Bar mixen möchten. Seine beiden Tender wären an dem Tag verhindert und dies sei die einzige Chance, das wir die Bar öffnen konnten.

Wir willigten ein, obwohl wir schon etwa unsicher waren, ob wir der Pinken Bar würdig seinen. Nun saßen wir im Auto und fuhren nach Frankfurt, zu einer unscheinbaren Adresse, und stiegen in den vierte Stock. Wir klingelten. Die Tür öffnete sich und wir wurden empfangen von pinkem Licht, nicht grell oder unangenehm, einfach pink, und Herrn Perner. Er bat uns in seine kleine Bar. Ein kleines Zimmer, gemütlich, ähnlich einen Wohnzimmer, ganz in Pink, umgeben von Flaschen. Neben dem Bar Room gab es noch eine Art Küche bzw Office, in die eine kleine, stets geöffnete Tür führte.

Herr Perner gestattet uns einen kleinen Rundgang und wir „inspizierten“ die Bar. Ich öffnete einen großen Schrank und entdeckte hunderte seltene Flaschen feinen Alkohols. Auf dem Boden stand einen schwere alte Truhe, ich öffnete sie und fand: Flaschen. Flaschen, Flaschen, Flaschen. Wohin man schaute. Vom Barrom gab es einen winzigen Korridor zum Treppenhaus. Die Eingangstür war massive und mehrfach gesichert. Ein Türspion sorgte für die nötige Transparenz zur Außenwelt. Vom Korridor gab es eine Tür zu den Uni Sex Waschräumen. Auf dem Korridor fand man fein säuberlich drapiert nahezu alle guten Magazine zum Thema Trinken und Bars. Dazu gab es einige Visitenkarten von den Besten Bars der Stadt und dem Barnetzwerk Frankfurt - einer Vereinigung der besten Mixer des Landes. Alles war Pink. Bis auf die Waschräume. Die waren blau.

Das Interessante war, das das Pink nicht abschreckend wirkte. Nach einer ersten Kitsch Schreck Sekunde begann man sich auf den Raum einzulassen. Man fühlte ich wohl. Dezentes Licht, von pinken Lampen, dezente Musik, aus pinken Lautsprechern. Das einzige was einem sofort ins Auge fiel war das Grüne alte Post Wählscheibentelefon der 80er Jahre am Reservierungspult. Herrn Perner bot uns ein Erfrischungsgetränk an, besprach die Karte mit uns und wir machen uns ans Mise en place. Das Wählscheiben Telefon klingelte alt, laut und kräftig einige male am Nachmittag. Nach und Nach füllte sich die Reservierungsliste. Einige Namen kamen mir bekannt vor. Es waren die Namen von sehr guten Bartendern aus der Stadt. Es scheint, als wenn die Pinke Bar ein geschätzter und entspannter Feierabend Hang Out der Bar Profis ist.

Nach dem Mise en place erfuhr ich weiteres Geheimnis. Herr Perner hatte ob der Nachfrage bei Öffnung und des Andranges ganz einfach die Etage unter seiner Bar, eine Wohnung, mit gemietet und diese zur Logistik Zentrale und Küche umfunktioniert. Einer seiner Küchehilfen, Joey, packte uns eine schlichte aber edle Pizza. Auf der Margarita vergass er den frischen Basilikum und ich dachte erleichtert: „ Wird dies endlich mal ein Bar Abend ganz ohne Basilikum?“. Kurz vor 20 Uhr gingen wir wieder hoch in die Pinke Bar. Ich bekam meine Arbeitskleidung: eine Pinke Schürze, was sonst?

An der Tür lernte ich Bob kennen. Ein strenges Gesicht, was an dieser Tür absolut notwendig scheint. Den Abend über beobachtete ich Bob wie er geschickt, mit strenger Miene und ernstem Blick, die Gäste auf Abstand hielt und Benehmen einforderte. Ich lernte Ihn als herzensguten Menschen kennen, selbst verständlich nur Backstage. Ein Vollblutprofi - Barkellner und Türsteher in einem. Perfekter Schauspieler. Großartig.

Martin war ein weiterer Barkellner unseres Vertrauens. Seine flinken Hände sorgten den ganzen Abend für eine ruhige Bar. Er wirkt unscheinbar, ist aber ein Sinnbild für Effizienz im Bar Room. Perner hat gutes Personal, soviel war schnell klar. Und viel davon. Und einer fehlte noch: Stefan hieß unser Commi de Pinke Bar und hatte sich um alles gekümmert.

Perner hatte ein Auge fürs Wesentliche. Mit dem Raum wollte er keinen Effekt haschen, alles war gemütlich und ansprechend, mehr nicht. Bei den Drinks machte er keine Kompromisse: Bestes Eis, Beste Tools, hochwertige Gläser, gute Spirituosen. Zu einem mehr als fairen Preis. Deshalb hielten ihm seine Stammgäste die Stange, und deshalb fanden sich über die Abend die Creme de la Creme der Hessichen Barszene in seiner Bar ein - zu einem entspannten Drink, oder mehreren.

Neben seinen Angestellten kümmerte sich die bildhübsche Schwester von Herrn Perner um das Wohl der Gäste. Ein Hallo an der Tür, ein Small Talk im Bar Room. Jeder der Gäste genoss die unglaubliche Stimmung die dieses eingespielte Team ausstrahlte.
Punkt 20.00 Uhr öffneten wir das Lokal und nach wenigen Minuten füllte es sich. Es musste kommen, wie es immer kam. Gleich die ersten Gäste versperrten eine den einzigen Zugang zum Office, bzw der Küche. Sie standen im Türrahmen und fühlten sich wohl. Da ich weder Herrn Perners Stammgäste kannte, noch hier unangenehm auffallen wollte, entschied ich mich statt für Konfrontation für Plan B: „Kill them with Kindness“. 

Karsten hieß der große Hüne der in der Tür stand und jedes weiterarbeiten erschwerte. Ich drückte Ihm einfach Drinks in die Hand. Sofort, viele, stetig. Mein Plan ging auf. Nach einer guten Stunde konnten Herr Kappes und ich wieder arbeiten. Aber was uns an dem Abend auffiel: Alle Gäste waren bezaubernd. Entspannt, großzügig, interessiert, offen. Irgendwie kamen alle Gäste mit jedem in Gespräch. Die Atmosphäre, Perners höchstes Gut in meinen Augen, war einmalig und habe ich so in Deutschland nur sehr selten gefunden.

Perner hatte für den Abend kräftig Likör eingekauft, schließlich veranstalte ich nächste Woche eine Liquetition, und er wollte, denke ich, testen, was wir so drauf haben.

Ich mixte fast nur Liköre. Ein Mandarin Napoleon Collins beeindruckte mich durch seine feinen, leicht herben Note. Vorher nie getrunken aber erstklassig., wie ich fand. Ich experimentierte weiter und fand einen Welt Sommer Drink. Simple - wie er sein sollte.

Ich taufte Ihn L‘Orange Gürk . Es war ein Picon L‘Orange Sour mit zwei Gurken Stangen und einem Orange Twist auf crushed ice im Tumbler serviert. Der Drink schlug ein wie eine Bombe. Und wurde fleissig bestellt. Er war erfrischend und hatte wenig Prozente. Bei dem Trinktempo der erfahrenen Gäste erschien mir das notwendig für „zwischendurch“.

Plötzlich bestellten Gäste einen „Vivien“ - Irgendwie wurde zu Ehren einer dieser gut aussehenden Damen im Lokal der Name meines frisch kreierten L‘Orange Gürk geändert. Gäste bestellten Vivien oder Vivien Gürk. Die Flaschen Picon leerten sich. So wie andere Liköre. Maraschino war gleich sofort geleert, nachdem Herr Kappes den eintreffenden Mengen mit Last Word Pitchern entgegentrat. Zingiba wurde pur verkostet. Jemand riss einen rauchigen Malt aus einer der Truhen und der Raum füllte sich mit dem Geruch eines „Improved Blood and Sands“ mit feinstem Boudiers. Chambord und St. Germain wurden Ketchup gleich verbraucht. Cointreau wurde in dutzenden Periodista verbraucht und endlich, endlich hatte ich einen Drink für Stephans TBT Apricot Brandy gefunden. Der Periodista funktioniert unglaublich mit diesem Stoff aus der Münchener Bitter Schmiede.

Ich roch Mozart Negronis. Kappes hatte die erstklassige Idee einen PDT Bacon infused Bourbon mit Senf zu verfeinern und wir suchten nach Galanders Fine Mustard Liqueur - vergeblich. BSB sollte hier eine Probe schicken. Likör Likör Likör...

Und plötzlich trat er hinter die Bar. Herr Perner selbst. Im Raum wurde es ruhiger. Alle bemerkten was vorging: Perner griff einen pinken Boston Shaker und füllte Ihn mit Rosensirup und Williams Schnaps und Bittern und Mehr. Er begann zu mixen und dieser Moment bekam etwas erhabenes. Herr Giesbert wandte sich ohne Ansprache von einem zuzubereitendem Käseteller aus dem Office zu Herr Perner und stellte diesem, wie gesagt ohne Worte, vier eiskalte Cocktail Schalen hin. Die beiden mußten diese Spiel seit Jahren Spielen. Giesbert hielt den Strainer hin, Perner reichte das benutze Boston Glas und strainte vier rosa Getränke ins Glas. Stille. Von hinten hörte ich einen Stammgast flüstern: „Brooklyn Lamp.“

Mir lief ein Schauer über den Rücken. Da stand er nun und Perner drückte mir und Herrn Kappes die ersten Brooklyn Lamps des Abends in die Hand. „Probieren Sie mal“ sagte er mit einem Lächeln - dabei wussten wir doch um was es sich handelte. Den legendären Signature Drinks von Perners Pinker Bar. Niemand hat Ihn je so hinbekommen wie Perner - wissen die Stammgäste. Und keiner kannte sein Geheimnis.

Da waren all die Mühen, die Reise, die Arbeit ein leichter Einsatz für solch einen Lohn. Ich trank diese feine Mixtur und kostete einen der besten Drinks meines Lebens. Nichts könnte einem im leichtem Schimmer von gedämpften pinken Lampen besser schmecken als dieser Drink. WOW.
Perner übernahm das Ruder. Die Bar füllte sich mit Bar Profis und Perner beherrschte das Spiel. Ich lehnte mich zurück und genoss meinen Drink. Herr Kappes und ich saßen so einige gute halbe Stunde nebeneinander, ohne ein Wort, glücklich und zufrieden. Wir Deide wussten, das wir hier und heute Abend einen dieser ganz seltenen Abende erleben. Wir beobachten Perner, sein Team und seine Gäste. Schwiegen, und tranken Brooklyn Lamps.

Falls Sie einmal in Frankfurt sind, hoffe ich für Sie das sie am richtigen Tag dort sind und die Pinke Bar finden. Aber fragen Sie mich nicht wo, ich werde das Geheimnis dieses besonderen Ortes nicht preis geben.

Aber eines von Perners Geheimnissen gebe ich preis:

Brooklyn Lamp, Signature Drink Pinke Bar, C. Perner.

40 ml Williams Exklusive von Mitterhof
20 ml Rosen Sirup Giffard
20 ml frischester Zitronensaft
2   Dash Grapefruit Bitters

Shake, Strain in Schale. Eine in Rosensirup eingelegte Cranberry als Dekoration ins Glas geben.

Sei Liquetiton Gast: Die Location - Der Event - 30.5.2011 Café Schöne Aussichten


Ihr, als Likörliebhaber ersten Grades, seit herzlich eingeladen unser Gast zu sein: Kommt zur Liquetition und trefft bei einem Glas Likör eine unglaubliche Auswahl an Likör verliebten Bartendern und Connaisseuren, unsere großartigen Sponsoren und das Liquetition Team.

Mehr als zwanzig Team kämpfen um den besten Likör Drink des Jahres. Wenn Ihr unsere Gäste sein möchtet, schickt uns eine email an guestlist@jrgmyr.net und wohnt dem Spektakel bei!

Hier könnt Ihr Euch auf der Facebook Event Seite anmelden.

Die Location

Cafe Schöne Aussichten
Gorch-Fock-Wall 4
D- 20355 Hamburg

www.schoeneaussichten.com
www.facebook.com/schoeneaussichten

Das Cafe Schöne Aussichten wurde vor gut einem Jahr von den Betreibern des Mondoo Nachtclubs übernommen. Derzeit wird noch umgebaut und ab dem ersten Juni wird sich das CSA (so das Hamburger Kürzel) in neuem Kleid zeigen. Ich bin mir sehr sicher, das die Damen und Herren diesen Klassiker wieder zu einer Ikone des Hamburger Nacht und Event Lebens werden lassen!

Wir dürfe sozusagen SNEAK Likörchen lupfen.

Einlass zum harten Likör Wettkampf ab 15.00 Uhr. Entspanntes Grillen, Chillen und Come Together, bei gutem Wetter auch auf der fantastischen Terrasse, ab ca. 18.00/19.00 Uhr. Wer es also nicht zum Wettkampf schafft, ist hiermit auf einen After Work Likör eingeladen.

Der Große Dank des Liquetition Team geht an die sechs Sponsoren, mir deren Produkten wir Deutschlands Likör Liebhaber verwöhnen dürfen. Dank an die folgenden Häuser und Personen:

Sven Köcher von Schwarze und Schlichte (Mozart Likör, Boudier, Bärenjäger, Luxardo, Kosaken Kaffee und Angle D'Or), Tim Nentwig und André Lembcke von Team Spirit / Diversa (Cointreau, Escorial, Tuñel), Ina Groß-Selbeck und Sven Sudeck von BORCO (St. Germain, Napoleon Mandarin, Chartreuse), Nick Theurer von Brown-Forman (Chambord), Dominik Galander von der Galander Bar / BSB ( Fine Mustard Liqueur) und Stephan Susen von Kreuzritter (Zin Giba und Gold Engel).

Ohne Euch wäre dieses Likör Fest, dieses inoffizielle Branchen Treffen, nicht möglich. Danke!

Falls Ihr es nicht zum Event schafft, folgt dem Liquetition Twitter Account, er wird permanet berichten und verlinken. Und habt einen Blick auf Liquetition TV auf youtube. Herr "Spanier" hat hier schon ganz entspannt als Moderator zugesagt ...



Junge, Junge, das wird ein Fest.


Werde ein Facebook Fan der Liquetition

22.05.2011

Barzone 2011 - Heiteres Beruferaten: " Wer bin ich?"

Von der aktuellen Webseite der Buck and Breck Bar Berlin.


Kennen Sie GFGH ? Nein, das ist kein TV Talentwettbewerb  a la  DSDS. Das ist die Abkürzung für Getränke Fach Gross Handel. Hätten sie eigentlich wissen sollen, haben Sie eventuelle auch.

Nächste Frage: Was ist ein Gastronom? Ha, die ist schwieriger, weil auch nicht eindeutig.
Ich versuche es mal: Jemand der ein gastronomisches Gewerbe betreibt. Dünn? Und richtig? Ist ein angestellter Bartender ein Gastronom?

Doch jetzt kommt die schwierigste aller Fragen: Was ist die "Industrie"? Das ist nicht definierbar für mich. Zumindest, auf unsere Branche angewendet.  Gastronomen und GFGH sind Teil der Industrie.  Oder doch nicht?  Ich frage aus folgendem Grund:

Am kommenden Dienstag und Mittwoch findet wieder ein großes Zusammenkommen der sogenannten "Bar Branche" in Berlin statt: Die Barzone geht ins vierte Jahr.

Seit nun fünf Jahren haben die Bar Branchen Treffen erstmals mit dem Bar Convent Berlin Einzug nach Deutschland gehalten und mittlerweile gibt es drei pro Jahr allein in Deutschland. Dutzende über Europa verteilt. Das Thema wächst.  Bar Messen und Branchentreffen sind auf den to do's vieler Bartender oben angesiedelt.

Und die Barmessen selbst wachsen. Programm, Umfang, Sponsoring etc. Das führt teilweise zu auch lustigen Randnotizen.

Die Webseite der Barzone informiert über die dieses Jahr eingeführten Eintrittspreise für Fachbesucher. Wer sich bis zum 29.3.2011 als Fachbesucher online anmeldete, konnte sich kostenlos registrieren. Seit dem 30.2.2011 kostet die Voranmeldung als Dauerkarte für Gastronomen und GFGH 10,00 € für Besucher aus der Industrie 30,00 €. Ohne Anmeldung sind die Preise an der Tageskasse: Gastronomen und GFGH 20,00 € Dauerkarte 30,00 €. Und für Besucher aus der Industrie 40,00 € und Dauerkarte 50,00 €.

? ? ? ? ?

Ich will ehrlich sein. Mir ist das gar nicht aufgefallen. Gesagt hat es mir gerade ein, nennen wir Ihn vorsichtig "Brand Ambassador". Er überlegt (sicherlich nicht ganz ernsthaft) die Visitenkarte einer Bar zu nutzen um die 20,00 € zu sparen (und verspricht dafür den Bartendern der Bar für mind. das doppelte Drinks auszugeben -> Guter Mann!)

Naja, da konnte ich einem Blick auf die Webseite natürlich nicht widerstehen - und siehe da: Der Mann hat recht! Das wirft Fragen auf. Viele! Zumal eine Definition auf der Webseite fehlt.

Was ist die Industrie? Was ist ein Gastronom? Dürfen nur Selbstständige kommen und sind auch Angestellte der Gastronomischen Betriebe Gastronomen? Darf ich als Bartender kommen. Schlimmer noch, als Teilzeitkraft?  Ist ein GFGH nicht Teil dieser Industrie? Was zahlen Gastronomen, die auch andere Tätigkeiten ausüben (z.B. solche, die Liköre herstellen und verkaufen)? Sind Sie dann Industrie? Bringt man da seine Steuererklärung mit und teilt die Einkünfte als Gastronom und Spirituosen Verkauf auf und zahlt dann einen prozentualen Schlüsseln nach Höhe der Einkunft zwischen 30,00 und 50,00 € bei Mischtätigkeit. Ich stelle mir sehr lustige Diskussionen am Eingang vor, was das angeht. Möge das Einlasspersonal geschult werden...

Was machen die anderen "Gruppen"? Dürften Journalisten kommen? Die oft umworbenen Connaisseure? Was macht so jemand wie Christian Niefanger. Der Mann arbeitet in einer Industrie, nur nicht der Bar Industrie - darüber blogt er nur (gekonnt) - Zahlt der jetzt 50,00 Tacken, als "Industrie"?

Mike Meinke  - Gastronom oder Industrie? (vielleicht zu Beginn des Fentiman Hypes auch GFGH?). Nenn sich zwar selber DAS GASTRONOM, aber reicht das? Allerdings ist DIAGEO Sponsor  und er als Blogger ja auch eine Art Presse - und somit sollte Herr Meinke am Eingang einfach durch marschieren... der hat es gut.

Schüler und Studentenrabatte auf Gastronomieveranstaltungen werde ich ja nie verstehen - schließlich verdienen diese geschätzten Gruppen große Summen im Gastgewerbe - aber diese Aufteilung hier ist für mich nicht verständlich, geschweige denn Sinnvoll.

Aber:  Spaß bei Seite. Ist das nicht Mumpitz? Ich meine, ein Branchentreffen soll die Spieler einer Branche zusammenbringen. Auf Augenhöhe. Eine Branche IST eine INDUSTRIE. Von rechtlichen Einwänden mal abgesehen, sollte man da nicht nach  unverständlichen Kategorien trennen und werten. Werden hier nicht "Nichtaussteller" der "Industrie" abgestraft?

Also, falls mir das jemand erklären kann: Bitte schön!

Ich wünsche allen Besuchern der Barzone, welche die Eingangshürde gemeistert haben, viel Vergnügen.

Das die Berliner nunmehr von zwei Bartender Messen pro Jahr heimgesucht werden, und eine verständliche Müdigkeit zum Thema einsetzt, ist nicht überraschend. Ich habe heute mit Holger Groll vom Buck & Breck telefoniert.

"Wir machen drei Tage zu, das ist nichts für unsere Bar und Stammgäste"*

Groß Herr Groll. Ich wünsche schönen Urlaub!

www.barzone.de
www.buckandbreck.com
www.heiteresberuferaten.lol

* Ich wurde von Holger Groll angerufen. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich hatte falsch zitiert. Es entstand durch mein falsches Zitat der Eindruck, das man als anständige Bar an solchen lebhaften Tagen nicht aufmachen sollte. Das ist falsch und war auch nicht die Aussage von Holger. Ihre 14 Plätze Bar ist zwar geschlossen, aber das ist in keiner Form wertend in Bezug auf andere grossartige Konzepte gemeint. Selbstverständlich kann man an dem Tag aufhaben und einem großartigen Bar Abend servieren. Falls hier ein falscher Eindruck entstanden ist, bitte ich, Joerg Meyer, dies zu entschuldigen.

20.05.2011

Update: Die Liquetiton - Die Likör Competition




Am 30. Mai ist es soweit. Die Liquetition findet in Hamburg statt. Derzeit werden 15 Teams gegeneinander antreten. Auf der Suche nach dem besten Likör Drink des Landes. Und unser übler Plan, das sich geneigte Sponsoren finden werden, die unsere Teilnehmer nach allen Regeln der Gunst bestechen wollen, scheint aufzugehen. Derzeit sind sechs  Sponsoren mit folgenden Brands im Bestechungsmodul antreten:

(Stand: 20.5.2011)

  1. Kreuzritter 
    • Gold Engel - Hollunderblüten-Salbei Likör
    • Zin Giba - Inger-Zitronengras Likör
    • Erhöhung des Preisgeldes um 300,00 €
    • Bestechungsmodul: 500,00 €
    • Ansprechpartner: Stephan Susen
  2. Brown-Forman
    • Chambord
    • Erhöhung des Preisgeldes um 300,00 €
    • Bestechungsmodul 1000,00 € (Rockstars!)
    • Ansprechpartner: Nick Theuer
  3. Schlichte und Schwarze
    • Mozart White
    • Mozart Black
    • Boudiers Créme de Cassis
    • Boudiers Creme de Lyon - Walderdbeeren
    • Luxardo Maraschino
    • Bärenjäger Honig Likör
    • Kosaken Kaffee
    • Angle D'Or
    • Erhöhung des Preisgeldes um 300,00 €
    • Bestechungsmodul 500,00 € - Zusätzlich via Florian Iro bei 1. Platz Mozart eine gläserne Destille im Koffer ... sieht verdammt edel aus.
    • Ansprechpartner: Sven Köcher
  4. BSB /Galander
    • Fine Mustard Liqueur
    • Erhöhung des Preisgeldes um 300,00 €
    • Bestechungsmodul 300,00 € + Ausgabe Gary Reagan + Whiskyseminar bei Verwendung der einer chemischen Cocktail-Kirsch. (Gute Idee, muss man Ihm lassen!)
    • Ansprechpartner: Dominik Galander
  5. Team Spirit
    • Cointreau
    • Escorial Grün
    • Tuñel
    • Erhöhung des Preisgeldes um 300,00 €
    • Bestechungsmodul 333,00 €
    • Ansprechpartner: André Lembcke und Tim Nentwig
  6. BORCO  mit "Legends of French Liqueurs"
    • St. Germain
    • Mandarine Napoleon
    • Chartreuse grün
    • Chartreuse gelb
    • Erhöhung des Preisgeldes um 300,00 €
    • Bestechungsmodul 300,00 € oder wahlweise Sonderpreis: Reise für zwei nach Paris, eine Nacht im Hotel, incl. Besuch der Messe Cocktail und Spirits Anfang Juni!
    • Ansprechpartner: Sven Sudeck, und Ina Groß-Selbeck

Heute Nacht ist DEADLINE für die Anmeldefrist der Teams. Ich bin noch nicht dazu gekommen alle Teams vorzustellen, aber es wird "voll" und es sind großartige Teams. 
Die 15 werden es denke ich werden - wahrscheinlich dann eher heute über den Tag noch mehr als 15 Anmeldungen.  

Damit ergibt sich derzeit ein "Pott" von 6 Sponsoren a 300,00 € Preisgeld zuzüglich  15  Teams a 50 € Startgeld. Summe 2550,00 €. 2/3 für den  1. Platz - 1/3 für den  2. Platz. Dann wären das: 

  • 1. Platz 1700,00 €
  • 2. Platz   850,00 €
Und, falls ein Brand der Sponsoren den ersten Platz belegt extra Bestechungsgelder von bis zu 1000,00 € (Chambord) bzw. charmante Sachpreise. Dabei sind die Regeln für  das Bestechungsmodul zu beachten.

Mein großer Dank an die teilnehmenden Firmen, das Sie diesen großen Spass mitmachen. Dabei sein ist alles - Ihr seid groß!

Die Location hätte ich heute gerne bekannt gegeben. Es wird nicht mehr das Le Lion sein. Liquetition wird zu groß.  Ich habe mir gestern eine tolle Location angeschaut und warte auf die Verträge und Preise. Ich denke die wird es werden und Sie wird Ihnen gefallen - Hamburger Innenstadt - soviel ist klar.

Auf der Liquetition sind Gäste mehr als willkommen. Ich bitte Sie, falls Sie als Gäste kommen wollen,  sich kurz zu akreditieren: Email an guestlist@jrgmyr.net mit dem Hinweis Liquetition. Es wird eine offene Likör Bar geben, danke auch hier an die Sponsoren, und wird werden Ihnen einen bunten Abend bereiten.

Wer as ganze Spektakel "LIVE" und in Farbe am Rechner verfolgen will, sollte der Liquetition auf  Twitter "folgen": http://twitter.com/liquetition. Am Veranstaltungstag wird dieser sozusagen zum Live Stream über den wird aktuelles "tweeten", Fotos und Filme verlinken.

Beginn der Veranstaltung ist Montag, 30.5.2011 um 15.00 Uhr. Übers Wochenende werde ich alle Teams vorstellen und weitere Updates posten ... folgen Sie auf Twitter oder laden www.liquetition.net in Ihren RSS. Alle Teams erhalten über das Wochenende Nachricht was noch zu tun ist. Die Drinks müssen bis zum 25.5.2011 per email eingegangen sein und ich freue mich, wenn es vor 23:59 Uhr ist.

Was noch?

  • Wir lassen Laura Schacht aus Zürich einfliegen, Sie wird den Event moderieren und die Bühne und Teams betreuen.
  • Ich stelle gerade Liquetition TV zusammen. Live Stream via UStream wird eventuelle zu aufwendig - aber auf jeden Fall wird es über den Tag einne Menge Berichterstattung geben - follow @liquetition
  • Nach dem Wettbewerb, die Location lädt dazu ein, wird es sehr entspannt weitergehen. Ich befürchte, Tribute to Likör, wir werden en Menge 80er hören
  • Bei der Jury fehlen mir noch Zusagen. Sicher dabei sind  schon einmal Stevan Paul, Kersten Wedenkamp vom Feinschmecker und Helmut Adam. Die Jury besteht aus Genuss erfahrenen Teilnehmern. Auf Bartendern habe ich bewusst verzichtet. (Abgehalfterte sind ok, Herr Adam!) Wir suchen den besten Likör Drink für diesen Sommer!
  • Die Bestechung scheint voll und ganz durchzugreifen. Team Spirit z.B hat es geschafft und es meldete sich  ein Team unter Ihren BARZIRKEL Namen. Ich bin gespannt ob das heute noch mehrere Brands schaffen.
Also, Heute Nacht um 23:59 ist die Anmeldefrist vorbei. Seid dabei. Als Gäste oder Teams (oder Sponsoren !). Likör ist sexy!




19.05.2011

Sternebewertung von Bars


Jörg Kalinke hat es gestern hier im Mixlogy Forum gefragt. Soll es ein Sterne System für Bars geben? Helmut Adam hat es gleich mit seinem allerliebsten neuen FB Tool auf Facebook zur Umfrage gestellt. Und fragt:

Wäre eine Sterne-Bewertung von Cocktailbars á la Michelin sinnvoll?
  • Ja. Eine Zertifizierung und Bewertung von Cocktailbars ist sinnvoll und fehlt.
  • Nein. Eine Bewertung von Bars ist willkürlich und seit Social Media überholt.
Derzeit:
  • 18 Ja
  • 37 Nein
Ein Nein von meiner Seite, ganz klar. Wobei anschließende Online Diskussionen auch zeigten das es viele Varianten solch einer Bewertung geben kann. 

Heute  morgen, kurz vor sechs, trat Herr Stefan Gabányi der FB Frage mit einem Nein entgegen. Ich schätze mal direkt von der Arbeit aus dem Schumann's kommend, den Geschmack eines edlen Feierabend Chartreuse auf der Zuge, fasst er es in kurzen knappen Worten zusammen, wie es nur ein Grand Seigneur der Branche kann. Nach vielen tausend Nächten hinter der den Tresen dieses Landes gekonnt zusammengefast: 



Weltklasse! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. 

Interessant ist das bei derzeitigen Stand der Stimmen, bei einer Auswertung des Who is Who der abgegebenen Stimmen die Vertreter von Agenturen, Brands, Presse, Medien etc, sozusagen "des um die Bar herum", als auch Caterer und Event Veranstalter mit dem Schwerpunkt auf Ja liegen. Das Nein Votum kommt eher aus den Reihen von Bartendern und Bar Ownern.  

Stefan, you made my day. Zwei Chartreuse bitte!

18.05.2011

Das aktuelle Drink Magazin für Barkeeper und Gäste - Über den Umgang mit Medien / Teil 3


Vor einigen Woche erreichte mich eine Anfrage aus dem Haus des Drinks Magazins - Für Barkeeper und Gäste. Ich selber habe das Magazin mit dem Austritt aus der DBU gekündigt und, regelmässige Leser dieser Seite wissen es, bedauere es auch nicht sehr. Bei der freundlichen Anfrage ging es aber nicht um mich, sondern um eine Mitarbeiterin des Le Lion. Man fragte an, ob es ok wäre, Frau Caroline Thompson für eine Serie über Barmaids zu interviewen. Ich leitete die Anfrage weiter, schließlich möchte man niemanden im Wege stehen, und wünschte Caroline viel Erfolg damit.

Das Interview fand während der Internorga statt. Ich war dort recht stark eingebunden, und verfolgte es nicht weiter.

Wochen später klingelte mein Telefon. "Hey Jörg, ist das Le Lion jetzt Marken Botschafter für Dooleys ?"

Wie Bitte? Was? Man erzählte mir von einem DOOLEY'S gebrandetem Artikel über Caroline Thompson. Ich war etwas irritiert. Und wie ich mir es dachte, war es Caroline auch. Davon war weder Ihr, noch mir gegenüber niemals die Rede. Da alle Anfragen via eMail statt fanden, schaute ich noch einmal nach. Nirgends ein Wort davon, das es sich um eine Brand unterstütze Serie handelt. Soweit ich es verstanden habe, eine Serie zum DOOLEYS Barmaid Cup.

Das Magazin befindet sich hier auf recht dünnem Eis - meiner Einschätzung nach ist so ein Vorgehen unlauter. Der Weg vor Gericht ist die Sache nicht wert - denn letztes Endes hat dieses Heft eh keine nennenswerte Reichweite oder irgend eine Wichtigkeit. Doch DOOLEYS in Verbindung mit dem Le Lion ist ein absolutes "No Go".

DOOLEYS ist ein Produkt für Supermärkte und gehört in keine anständige Bar. Da helfen auch Aktionen um Barmaids meiner Meinung nach nicht, das Image der Marke bartauglich zu machen. Die Kombination Le Lion und DOOLEYS ist in meinen Augen Image schädigend. Und viel unangenehmer noch finde ich diese unlauteren Praxen für Frau Thompson. Das Sie jetzt mit einem Produkt was Sie nicht schätzt in Verbindung gebracht wird, hat Ihr gar nicht gefallen.

Es sei hier richtig gestellt: Die Verbindung zu DOOLEY'S war Frau Thompson weder bekannt, noch in Ihrem Sinne.

Ich frage mich, wie das Magazin diese Serie seinem Kunden verkauft. Wir als "benutztes" Haus haben davon zumindest keine Ahnung gehabt.

Man darf mich nicht missverstehen - ich habe nichts gegen Supermarkt Produkte. Ein Teil des Spektrum. Nur würde ich ein Produkt wie DOOLEYS niemals in einer Bar benutzen, geschweige den trinken. Not my cup of Tea. Aber erwähnte ich glaube ich bereits.

Nachdem ich einen Blick auf diesen Artikel geworfen hatte (das Haus hatte mir nach Anfrage doch zwei Belegexemplare zugestellt) war die Verwunderung noch größer. Ich meine nicht die Berichterstattung über Frau Thompson. Sie ist eine tolle Mitarbeiterin hier im Le Lion. Ich meine, wenn man sich den Auftritt und die Mediadaten dieses Heftes anschaut, könnte man durchaus den Anschein gewinnen, dieses Haus möchte einen professionellen Anschien erwecken. Aber ein Blick auf die miesen Bilder im Artikel sprechen eine andere Sprache. Kann man sich bei den Anzeigen Preisen wirklich keinen professionellen Fotografen leisten? Oder ist das Qualitätsverständnis desjenigen, der solche Artikel frei gibt, einfach ein anderes?

Möge jeder seine eigenen Erfahrungen daraus ziehen. Über den Umgang mit Medien, und solchen die gerne welche sein möchten.

14.05.2011

Wahre Worte Weiser Wirte - über den Umgang mit Journalisten #2


Der Sub Title "über den Umgang mit Journalisten #2" ist hier technisch gesehen nicht ganz richtig. Über den Umgang mit Medien ist da eventuelle passender. Denn ob Ulli Müller, der Macher hinter Wahre Worte Weiser Wirte, ein Journalist ist, bin ich mir nicht sicher.

Ich glaube er ist Werber. Und zwar ein ziemlich bekannter in Hamburg. Er hat früher bei den Großen eine große Nummer gespielt. Und hatte irgendwann keinen Bock mehr auf das Spiel. Und macht jetzt sein eigenes. Und Wahre Worte Weiser Wirte ist eines seiner Projekte. Und es hat etwas gedauert. Vor gut zwei Jahren hat mich Ulli zum einem Interview besucht. Und er hat eine kleine Kamera auf ein Stative gestellt. Und ich habe Ihn gefragt was das solle, davon wäre nicht die Rede gewesen. Und Ulli sagte er bräuchte das nur, um später einen Artikel, einen Text für sein Buch,  zu schreiben. Er könne sich dann besser erinnern. "Nein, der Film wird nicht verwendet"...

Und einer seiner jungen Assistenen spielte immer mit einer kleinen Kamera rum. Wir testen die, wenn das ok ist... aja, kam mir gleich etwas Spanisch vor.

Gut ein Jahr habe ich dann nichts mehr von Ulli gehört. Und plötzlich ging es weiter. Fotos machen, Buch kommt bald raus. Und einige Zeit später erreichte mich eine CD mit kleinen WWWW Filmen.

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Hieß es nicht: "die verwenden wir nicht?"

Als ich Ulli darauf ansprach hieß es lapidar: "Naja, so sind die halt richtig authentisch!"

Ulli hatte großes Glück - denn er ist ein sympathischer Kerl. Sein Buch ist toll und auch wenn seine Methoden nicht wirklich korrekt waren, ist es mir nun doch egal. Glück gehabt Ulli! Manchmal hilft es einfach ein Sympath zu sein!

Also, viel  Spaß mit einem angeblich authentischem Wirt namens: Jörg Meyer



12.05.2011

New Yorks „Dümmste“ Cocktails – Über den Umgang mit Journalisten #1


Die New York Post sorgt diesen Morgen für einen „gefällt mir“ Sturm auf meinem FACEBOOK Neuigkeiten Stream. Verständlicher Weise. Denn der Artikel:

 „New York's silliest cocktails"    spricht uns aus der Seele.

Salvatore Tafuri findet den Artikle sicherlich nicht ganz so charmant. Und wahrscheinlich denkt er, das Brian Niemietz ein „Dummer“ Kerl sei. Hinterhältig vielleicht. Und das ist aller Wahrscheinlichkeit noch die milde Variante seiner Verfluchungen.

Doch der Reihe nach. Brian Niemietz schreibt einigen, vielen (?), zumindest wie mir scheint einer „wachsenden“ Masse, von uns Bartendern aus der Seele.

Und einige bekommen Ihr „Fett“ weg. Dale de Groff wird zitiert mit der Aussage: Fat Washing für Cocktail Ingredients sei „Downright Silly“. Albert Trummer wird ein wenig vorgeführt in seiner neuen Theater Bar und seinen Tintenfisch Tinten Houdini Drinks. 20 minütige Eis Diamanten im Little Branch werden erwähnt.

Und Doug Quinn vom P.J Clarke's wird zu meinem heutigen Zitatkönig gekrönt. Kostprobe gefällig?

11.05.2011

Trollforschung


Sehenswerter Vortrag von Herrn Lobo zur re:publica. Die Ausarbeitungen zur Trollforschung sind mehr als unterhaltsam. Gerade die ersten Minuten zur Unfähigkeit von  Nischen & Szenen Ihr Anliegen in die breite Masse zu tragen.


07.05.2011

Global Legacy Cocktail Competition

Das Haus Bacardi hat dieses Jahr zum ersten mal einen weltweiten Bartender Wettbewerb durchgeführt - die Global Legacy Cocktail Competition. Austragungsort für 2001 war Barcelona. Da ich seit einiger Zeit mit Bacardi Deutschland für unser Projekt "Club de Cantineros" zusammenarbeite, war das Deutsche Office so frei, mich sozusagen als Cheerleader für den Deutschen WIMMER BLOCK einzufliegen. Neben einigen Deutschen Pressevertretern traf man u.a. Helmut Adam und Jörg Kalinke (Drinksblog - FIZZZ Magazin).

Die zehn Legacy Kanditaten in der Endausscheidung hatten bereits vier Tage mit Trainern und der Jury in London verbracht und sich verschiedenen Aufgaben gestellt. Zwei Tage Barcelona standen als Finale an, und endeten in einer Abendveranstaltung, bei der die zehn Teilnehmer Ihre letzten Drinks vor gut 300 geladenen Gästen aus der ganzen Welt vortrugen. Atemberaubende Location sei kurz hinzugefügt.

"Bacardi hat mein FACEBOOK nach Barcelona gebracht" war meine kurze Antwort an Helmut, als ich die Gästeliste sah. Ein unglaubliches Who is Who der Barbranche lies diesen Wettkampf zu einem unerwarteten Branchentreffen werden. Was mir und anderen dabei auffiel: Bacardi lud ebenso Bartender und auch Kooperationspartner ein, die auf anderen Wettbewerben der großen "Mitbewerber" in diesem Jahr extrem gut vertreten waren. Das gab einen eindeutigen "Cool" Bonus für die Veranstaltung, denn leider gleicht die Internationale Brand Arbeit solcher Veranstaltungen bei einigen Häusern mittlerweile eher einem Trettmienenfeld der Befindlichkeiten ("Der hat bei denen was gemacht, den laden wir nicht ein" etc.) als einer gut gemachten Guestlist. Bacardi hat hier Größe bewiesen und das ist angenehm aufgefallen.

Das gesamte Set up des Events war erstklassig.  Fantastische Locations, erstklassige Betreuung und dennoch genug "freie" Zeit für Gespräche und Drinks statt hektisches aneinanderreihen von Terminen.

Meiner Einschätzung nach hat Bacardi, wenn Sie auch nicht die ersten mit einen Internationalen Bartender Wettbewerb sind, gleich im ersten Jahr die Messlatte, auch für Mitbewerber, wieder ein Stück höher gelegt. Die Legacy war aus meiner Sicht ein voller Erfolg.  Für die teilnehmenden Bartender kann dies nur von Vorteil sein.  Gerüchten zufolge wird die nächste Legacy zeitgleich mit dem 150 jährigen Jubiläums der Gründung von Bacardi zusammen in Puerto Rico ausgetragen. Man kann sich sicher sein, das in diesem Zusammenhang, die Legacy 2012 versuchen wird, die Messlatte erneut ein gutes Stück höher zu legen.

Anbei ein Scribd Dokument über die zehn Finalteilnehmer und Ihre Drinks. Alex Wimmer war für mich, Steffen Lohr und andere Zuschauer extrem souverän in seinem final Vortrag. Da die Jury die gesamte Woche bewertete, hat, wenn auch sehr knapp so war zu hören, Marc Bonneton aus Lyon das Rennen gemacht - ebenfalls extrem stark im Finale. Glückwunsch von dieser Seite.

BACARDI Superior Rum Legacy Cocktail Competition - Recipes