30.12.2009

THE BITTER TRUTH ENTERS U.S. MARKET

Today I received a press release from The Bitter Truth - Well Done Stephan and Alexander!

"Germany’s Spirit of the Year Producer Brings Bitters Portfolio to the USA

New York, NY (December 30, 2009) – The Bitter Truth, a brand of cocktail bitters and flavorings, has partnered with Domaine Select Wine Estates’ (www.domaineselect.com) Classic and Vintage Artisanal Spirits Portfolio to bring their award-winning products to the United States. The first shipment will arrive stateside in mid-January 2010.

Founded in 2006, by mixologists Stephan Berg and Alexander Hauck, The Bitter Truth offers bartenders a broad range of cocktail seasonings and flavors. The products that will be available in the U.S. include the award winning Celery Bitters, Old Time Aromatic Bitters, Orange Bitters, Lemon Bitters, as well as the Bittermens Xocolatl Mole and Grapefruit Bitters. All bitters are priced at $15.95 for a 200 ml bottle. A coveted item by bartenders around the world, The Bitter Truth Bitters can now be purchased nationwide.

“It will be nice to have easy access to these products after searching far and wide with limited availability in the US” commented mixologist H. Joseph Ehrmann, Proprietor of San Francisco’s Elixir. “The quality of their bitters is superior to many products on the market today and more consistent than homemade.”

“Improving the world one cocktail at a time has a new ally in the arrival of the Bitter Truth Bitters in the US. This expansion of commercial, artisanal bitters is long overdue. Thank you!” Brian Miller, Death & Company, New York City

Originally used as a pharmaceutical elixir, bitters were one of the main ingredients in the earliest cocktail recipes. With the resurgence of classic cocktail culture and growth of contemporary mixology, The Bitter Truth’s products have found great favor amongst the best bartenders in the world. The Bitter Truth line of products helps bring complexity to cocktails and are intended to be another tool for bartenders and mixologists to create unique, creative and innovative cocktails.

“Bringing the bitters to America has been our dream,” says Stephan Berg, co-founder of The Bitter Truth, “but finding the right importing and distribution partner has been our greatest challenge. The Classic and Vintage Artisanal Spirits Portfolio has the background in specialty spirits and nation-wide reach that we need in order to make this a success.”

About The Bitter Truth Bitters:

Celery Bitters: The first celery bitters to be commercially produced in decades. This 19th century cocktail ingredient enriches cocktails with unusual flavors.

Lemon Bitters: Gives the liveliness of fresh lemons to every cocktail. Bitter to the taste, this formulation also has notes of coriander seeds and cardamom in the background.

Aromatic Bitters: Classically bitter and tangy. Combining the aromatics of cinnamon, cardamom, anise and cloves, it reminds one of gingerbread.

Orange Bitters: The aroma of bitter orange peel is in the foreground, complimented by the spicy flavors of cardamom, caraway and nutmeg.

Bittermens Grapefruit Bitters: Grapefruit meets with hops to create a fresh, bright citrus note. Best friends with gin and tequila, this bitter plays nicely with fizzy and fruity drinks as well.

Bittermens Xocolatl Mole Bitters: Deep chocolate notes are supported by classic bitter flavors and accented with a hint of spice. Plays perfectly with most dark spirits, rums and tequilas.

The initial U.S. launch will be in 16 states including: California, Massachusetts, New York, New Jersey, Florida, Nevada, Illinois, North Carolina, Texas, Tennessee, Washington, Oregon, Maryland, Washington DC, Louisiana and Colorado.

Media Contact: Debbie Rizzo, DRink PR, debbie@drinkpr.com +1 (617)-233-8024

For additional information please visit
www.the-bitter-truth.com and www.domaineselect.com"

Pioneers of Mixing at Elite Bars: 1903-1933




Vor ca. vier oder fünf Jahren habe ich Jared Brown kennengelernt. Er hat mir einige Scans von einem Buch "zukommen" lassen, das er in einer Bilbiothek auf Mikrofilm gefunden hat. Das Original Buch gab es nicht mehr, nur noch diese Mikrofilme. Es war ein Buch "rein über Gin". Und wir fanden in Ihm die erste Version des Cosmopolitain Cocktails, eine Daisy Variante.
Mit der Zeit fand Jared heraus, das die Herausgeber des Gin Buchs, die American Traveling Mixologists, noch mehr Bücher zu weiteren Spirituosen veröffentlich haben. Jared und Anistacia machten sich daran, und sammelten jahrelang die fehlenden Teile dieses Puzzles zusammen.

Das Ergebniss haben Sie mir einige Tage vor dem BCB präsentiert: Pioneers of Mixing at Elite Bars - by Mixellany.

Ich finde es  ist ein fantastisches Buch! Gut, man könnte den Eindruck gewinnen, ich sollte dieses Buch ein wenig pushen: Zum einem hat es mich, ungelogen, zum Namen "Traveling Mixologists" (Übrigens im amerikanischen mit EINEM L geschrieben) gebracht, zum anderen habe ich noch einige Exemplare im "Keller" liegen, die ich hier gleich unverhohlen an den Mann bringen werde.

Aber, unabhängig von diesen niederen Beweggründen, ein ganz klare Kaufempfehlung von mir. Das Buch bereitet mir großes Lesevergnügen. Sicherlich kein Buch für den Anfänger. Etwas Erfahrung sei Empfohlen, um die Vielzahl von Rezpten, von denen auch nicht alle gelungen sind, "richtig" lesen zu können.

Aber die Vielfahlt der verwendeten Spirituosen und die Art und Weise wie diese gemixt werden, finde ich beeindruckend. Im Kapitel über Scotch werden bei vielen Rezepten alle weiteren Zutaten lediglich als Dashes hinzugefügt. Großartig! Soviel Mixverständniss in diesen dunklen Zeiten.

Man mag sich fragen, welches Potential diese kleine Gruppe von Bartendern mit der heutigen Vielfalt entfaltet hätte. Ich finde, das Buch ist eine echte Bereicherung für eine gut sortierte Bartender/Fly Bibliothek. Daher mein niederes Anliegen: Ich will es Ihnen verkaufen. Ich hab nämlich noch fast drei Dutzend Expemplare vom der Traveling Mixologists Veranstaltung in der Admirals Bar in Berlin, am Vorabend des BCB 2009.

Diese möchte ich dem geneigten Leser anbieten. 22,00 € zuzüglich eventueller Versandkosten oder bei Vorbestellung abzuholen im Löwen. Sie haben die Wahl. Einige Exemplare haben den Unikaten Stempel der TM's at Adimrals Bar  in sich. Andere hingegen sind ungestempelt.

Also, bei Interesse bitte Email an mich.

15.12.2009

Warum ich auch 2010 die BARZONE nicht besuchen werden


In der aktuellen Fizzz wird ein wenig Werbung für die kommende Barzone in Berlin 2010 gemacht. Das ist völlig in Ordnung. Schließlich ist barzone powered bei Fizzz. Kommt beides aus dem gleichen Haus, dem Meininger Verlag. In der aktuellen barzone Vorberichterstattung  gibt es unter anderem ein Interview mit Zlata Seidel „Barzone Management“. 



Beim lesen des Textes musste ich ein wenig schmunzeln. Unter anderem ist dort zu lesen:

 „Wie unterscheidet sich die barzone von anderen Branchenveranstaltungen? Zlata Seidel: Auch wenn andere gerne den Vergleich mit uns suchen: die barzone hat sich als Vorreiter positioniert, der die übrigen Veranstaltungen der Branche entscheiden prägt. Das gastronomische Know-how, das im Rahmen der barzone vermittelt wird, ist einzigartig und nirgendwo sonst kann sich der Besucher so geballt und umfassend über die aktuellen Trends und Management Tools informieren. ...Natürlich gibt es Nachahmer ...“ bla bla bla

„Hossa die Waldfee“ schießt es da einem durch den Kopf - hat da jemand zuviel Energy Drinks getrunken? Man versucht sich ja irgendwie diesen Realitätsverlust zu erklären. Ich meine ich und die barzone waren schon zu Beginn keine Freunde. Vor der ersten barzone stand ein ähnliches Problem im Raum. Man positionierte sich als Bartender nahe Messe, als Innovation, mit den besten Kontakten zur Barszene. Und schon damals dachte (und schrieb ich glaube ich auch) : Wer hat es erfunden? Barzone auf jeden Fall nicht. Das Format gab es schon, wurde in Deutschland gut sieben Monate vorher zum ersten mal vom Mixology Magazin als barconvent in Berlin durchgeführt. Die Glanzleistung der barzone bestand seiner Zeit darin Konzept und sogar Location (!) zu kopieren und als neu auszugeben. Nicht weiter verwerflich - aber schlechter Stil. Und von Bartender Nahen Kontakten, gar zur Bartender Szene konnte da keine Rede sein. Hoch in Ihrem Szene gastronomischen Elfenbeinturm sass das Fizzz Magazin und kannte so ziemlich keinen aktuellen Namen in der Barbranche. Auch das nicht weiter schlimm. Man versucht sich ja auch zu bessern. Nur sich dann hinzustellen und als Bartenders Best Buddy auszugeben, schrie nach Kritik.

Nun, zwei Jahre zogen ins Land. Es gab bereits den dritten Barconvent und auch die zweite barzone und irgendwie hatte sich eine vermeintlich harmonische Koexistenz ergeben. Nicht das ich deswegen zur barzone gefahren wäre. Ich finde es nach wie vor eine Zweitveranstaltung zum Barconvent. Aber o.k. Soll jeder machen was er will. Und außerdem, sind mittlerweile von mir geschätzte Kollegen als Referent auf der barzone und haben dort „Ihre Bühne“ gefunden. Also Kritik zurück fahren. Man will ja keinen geschätzten Kollegen indirekt kritisieren. Macht man nicht, wäre ja schlechter Stil. Das überlassen wir ja denen, die das besonders gut können.

Aber dann dieser Text in der aktuellen Fizzz . Wow. Frau Seidel, entschuldigen Sie, ich finde schlechter Stil. Vielleicht regt sich da so ein bisschen hanseatisches „Understatement“ in mir - aber so etwas macht man doch nicht. Man nutzt nicht die eigene Plattform um sie selbst als so innovative in den Himmel zu heben. Können andere machen. Wird wahrscheinlich keiner, aber das ist ein anderes Problem.

Wer sucht den Bitte den Vergleich mit der barzone? Hand aufs Herz. Es gibt neuerdings genau zwei Messen, die so ein wenig mit Ihrer in einer Ecke stehen. Der barconvent und die erstmals im Frühjahr stattfindende Barkultour in Stuttgart. Die Barkultour ist ein sehr gewagter Versuche einer regionalen Barmesse im Süddeutschen Raum. Und hat überhaupt nicht im Geringsten die Idee  sich mit dieser barzone zu vergleichen. Und der barconvent? Warum sollte er. Ist ja Qualitätsgarant. Braucht den internationalen Vergleich nicht scheuen. Und vergleicht sich sicherlich nicht mit der barzone. Hat übrigens auch die Klasse einzugestehen, das Sie dieses Konzept nicht erfunden haben (Auch wenn Sie das Konzept nach Deutschland gebracht haben - und nicht die barzone!). Sonder das es aus London, Amsterdam und Co. kommt. Also Internationales High End Level beim barconvent. War doch auch Ihr Eindruck beim Besuch im Oktober, oder?

Oder reden Sie von der Internorga. Sind gar Sie der Meinung die barzone würde die Internorga entscheidend prägen? Ich weiss nämlich nicht, wen Ihr Messlein in Berlin da sonst prägen sollte? Sie ziehen da mittlerweile ein Ding durch, was sein Publikum gefunden hat. Perfekt! Aber prägend Innovative? So mit Ansage?  Würde ich nicht unterschreiben. Und eines noch: beim Barconvent, beim der Cocktail & Spirits in Paris, der Venuez in Amsterdam, der BAR  in London etc kann sich der geneigte Besucher durchaus umfassend über die aktuellen Trends und Management Tools informieren.Vielleicht sogar besser als auf der barzone. Aber man will ja nicht den guten Ton verlieren. Belassen wir es dabei. Mindestens ebenbürtig.

Die barzone hat Ihr Publikum gefunden. Ist wie gesagt: toll. Ein bisschen Brauerei, ein bisschen Energy Drink und noch ein paar TK Barsnacks aus der Fritteuse. Ist doch o.k. Muss ja nicht immer Barkultur in Reinstform sein. Völlig in Ordnung. Was allerdings dieses anmassende „Wir sind die wichtigste Messe der Branche soll“ hab ich nicht verstanden.

13.12.2009

Tastings - Die Cocktail Conaisseure starten durch...

Das Cocktail und Dreams Forum ist ein Offenes Netzwerk von Cocktail Conaisseuren.  Gehostet wird das ganze auf einer mittlerweile ziemlich veralteten Plattform, die von dem Onlineshop Barfish kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Früher, manchmal vielleicht auch etwas von oben herab, wurde die Mitglieder dieses Forums von Bartender oft "Hobby Mixer" genannt. Die Zugriffszahlen und die der registrierten Mitglieder beläuft sich, wenn ich richtig gelesen haben, im fünfstelligen Bereich. Die Zahl der Nur Leser ist unglaublich hoch. Im Verhältnis dazu sind nur einige wenige User dort aktive. Die Meinungsbildung, die von dieser Plattform ausgeht  ist meiner Einschätzung nach enorm. Erste Firmen haben dies erkannt und stellen, wie z.B. die Firma Mozart, über Kontakte zum Forum gezielt Mitgliedern Flaschen Ihrer Produkte zum Testen zur Verfügung. Sehr clever - wie ich finde!  Seit langem wird eine Neuerung der Plattform von aktiven Mitgliedern und den Inhabern der Firma Barfish in Erwägung gezogen und auch angekündigt. Man darf gespannt sein, ob dies problemlos gelingen wird. Die Versuchung diese enormen Zugriffszahlen nicht verständlicher Weise direkter zu monetisieren, muss groß sein.

Ein großes Thema in Kreise der privaten Getränke Liebhaber sind Tastings. In der Vergangenheit haben sich einzelne im C&D Forum, sozusagen aus dem Kreise der Aktiven, zu Themen hervorgetan und beispiels weise Tequila oder Rye Whisky Tastings organisiert. Auch Cachaca wurde dort vor kurzem verkostet. Zwei Dinge daran machen den besonderen Reiz aus. Man bekommt in der Regel 4 cl Samples und muss keine ganzen Flasche kaufen. Spart sich also häufige Fehlkäufe. Zum anderen liegt der Reiz darin das "Blind" Verkostet wird, also kein Marketing Budget der Welt Einfluss auf die Ergebnisse hat. Ich persönliches finde die Idee schön, das in der Regel ein "faules" Ei unters Tasting geschoben wird. Z.B. bei Cachca ein Rum etc. Das holt den einen oder anderen selbsternannten Profi vielleicht doch schon mal vom Hohen Pferd herunter. Die Ergebnisse werden anschließen Öffentlich gemacht. Die meisten Teilnehmer geben Ihre Teilnehmer Nummer bekannt und das ganze wird besprochen. Da fallen immer wieder hoch gelobte Qualitäten unten durch, echte Underdogs kommen ans Licht.

Die Idee ist ausbaufähig und es gibt zu Mindest einen Onlineshop, der einen Teil der angebotenen Spirituosen als 4 cl Samples zum Testen anbietet. Ein guter Service, der Schule machen sollte, finde ich.

Vor einiger Zeit hat sich ein mir bis dato eher unbekanntes Mitglied des Forum hervorgetan, ein Likör Tasting anzubieten. Er hat mich persönlich angeschrieben, und ich fand die Idee gut und sein Engagement ebenso und habe gerne zugesagt.

Was daraus geworden ist, lässt mich etwas verwundert kopfschütteln aber findet, wenn es denn klappt, meine äußerste Beachtung. Der Mann verkostet nicht ein paar Liköre, sonder ein paar hundert. Thematisch eingeteilt konnte man sich aussuchen, was immer man schon einmal probieren wollte. Ob Kirsch, Ingwer, Falernum etc. Die Auswahl ist riesig. Der Mann füllt nun 4500 ( ! ) 4 cl Flaschen ab, etikettiert diese, Versendet diese an dutzende Personen. Ein unglaubliches Engagement. Hinzu kommt, das er auch finanzielle einige tausend Euro in Vorleistung gegangen ist. Ich hoffe, er bleibt da auf nichts sitzen.


Riesiges Likör Tasting - Link --- zur Organisation

Warum ich Ihnen das hier alles schreibe? Ganz einfach. Ich hatte heute in Incoming Link von http://tastings-blog.de . Derzeit wohl noch in der Testphase - lässt es aber eines erkennen: Tim Reuber geht das ganze recht professionell an. Die Conaisseure starten durch. 


Und wenn man über die Tasting Idee nachdenkt, ist damit glaube ich sogar ein Business zu bestreiten.
Sowohl in dem Verkauf des Tastings als auch in direkter und indirekter Werbung durch Industriepartner, bzw. kostenloser Sponsorware, liegt bei entsprechender Beachtung denke ich durchaus Potentialle. Hinzu kommt, die Dienstleistung als solches darüber hinaus für neue Produkte angenehm teuer zu verkaufen. Man wird sehen, ob sich in naher Zukunft jemand auf diesem Feld in Deutschland gewerblich positionieren wird. Das Problem wird sicherlich die "Gemeinde" sein. Beim C&D Forum ist sie langsam gewachsen. Seit ca. 4 Jahren lese ich dort mit und mittlerweile ist das ganze  recht "hochwertig" geworden. Solch eine gewachsene Gemeinschaft läßt sich nicht einfach auf die Beine stellen. Aber in der Regel bei Kommerzialisierung recht schnell zerstören.



Ich bin gespannt, wie sich die private Cocktail Conaisseure Gemeinde weiter entwickelt. Sie ist auf jeden Fall der interessanteste und größte "Werbe" Markt für Premium Spirituosen. Wer mal in den "zuletzt" gekaufte Flaschen Thread einen Blick wirft, stellt fest das dort nicht wenige Mitglieder regelmässig dreistellige Beträge für hochwertige Spirituosen ausgeben. Und jetzt, wo private Cocktail Conaisseure in Teilen schon publiziert und öffentlich werden ( z.b. Blogs)  werden Sie als "Werbepartner" , so denke ich, über kurz oder lang für die Industrie eventuelle interessanter als Bartender sein. 


Man darf gespannt sein, wie sich diese "private" Szene weiter entwickelt. Für "Premium Bars" sind Sie meiner Meinung nach auf jeden Fall von Interesse. Sicherlich nicht uneingeschränkt, dennoch ist es denke ich ein Fehler als gute Bar diesen "Kreis" nicht zu beachten.

10.12.2009

Schulungen über Cognac

Heute erreichte mich eine email vom Cognac Büro. Die Idee finde ich gut. Es werden verschiedene Schulungs Formate angeboten (VS, VSOP und XO ). Hotels und anderen Großbetrieben, aber auch vielen kleinen Bars wird somit ein, so finde ich, schnelles und kompaktes Handwerkszeug zur Hand gegen. Ich hatte noch keine Zeit mir die Lehrgänge genauer anszuschauen, finde die Idee aber großartig. Würde mich über Meinungen freuen. Gibt es eigentlich ein GIn Büro? Ernsthaft, ich finde die Idee einer Markenübergreifenden Kategorieschulung gut. Mögen Gin,Rum, Whisky und co. nachziehen...

 
Meldung vom 10.12.2009

 
www.conference.cognac.fr : Das BNIC Cognac bringt nun seine interaktive Enzyklopädie online heraus.

 Ausbilden, Informieren, Schulen. Die konzipierte Website www.conference.cognac.fr wendet sich sowohl an Fachleute als auch an Liebhaber.

Die dreisprachige Internetseite (deutsch, englisch, französisch) dient als Enzyklopädie und Unterstützung bei Konferenzen.

Sie bietet drei handfertige modulierbare Präsentationseinheiten an. (Anfänger, Fortgeschrittene, Experten).

 Diese Art der interaktiven Präsentation ermöglicht Vorträge über Cognac und unterstützt die Beiträge durch Texte, die jedem Niveau angepasst sind.

Eine zusätzliche Mediathek (Fotos, Videos, Animationen) ermöglicht die persönliche Gestaltung.

Erste echte interaktive Enzyklopädie auf pädagogische Art, eine unverzichtbare Hilfe für die Entdeckung des Cognac, der französische Lebensart symbolisiert und zu mehr als 95 % weltweit exportiert wird.

 Mit freundlichen Grüßen

 
Cognac-Büro 

Posted via email from Joerg Meyer

08.12.2009

Die Tanqueray Gilde | Der TEN Table. Heute: Mein Austritt.


Man könnte den Eindruck gewinnen, ich bin gerade in Austritt-Laune. Keine Angst, bin ich nicht. Auch ist dieser Austritt nicht "politisch" gefärbt oder eine große Tat aus Überzeugung für die Sache. Da möchte ich alle Spekulationen vorab unterbinden. Der Grund dafür ist ein ganz anderer: fehlende Zeit!



Vielleicht, kurz zur Erklärung, falls es noch nicht alle Leser wissen. Die Tanqueray Gilde ist eine "Organisation" ins Leben gerufen von Tanqueray Marken Eigner DIAGEO. International nennt Sie sich Tanqueray Guild. In Deutschland fing Sie unter dem Namen "TEN Table" an.

Die Idee ist fantastisch. Zehn, später sogar mehr, Bartender aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden ca. alle zwei Monate von DIAGEO in eine Stadt eines der Mitglieder eingeladen. Dieses Mitglied stellt an diesem Abend seine Bar, seine Stadt und seine Bar Szene vor. Eine großartige und großzügige Art und Weise Land und Leute der GSA Bar Szene besser kennen zu lernen. Großzügig, das möchte ich hier zum Dank unterstreichen, denn DIAGEO hat sich bei diesen Zusammenkünften als perfekter Gastgeber gezeigt.

Und dennoch habe ich heute Entschieden, diesem in Bartender Kreisen mittlerweile beachtetem Zirkel auszutreten. Warum? Weil ich wieder mal ein geplantes Treffen in Berlin zeitlich nicht schaffen werde. Damit wär ich dann glaube ich bei drei nicht wahrgenommenen Treffen auf sechs Veranstaltungen. Und Hand aufs Herz, das macht wenig Sinn. Das nächste Jahr, das ist bereits abzusehen, wird von einem, oder zwei neuen Projekten in Anspruch genommen und die Zeit wird damit ganz sicher noch geringer.

Da finde ich es sinnvoller und ehrlicher, statt als Karteileiche in den Büchern des Ten Tables geführt zu werden, mit einen großen, aufrichtigem "Danke Schön" an die sehr geschätzten Ten Table Kollegen und das Haus DIAGEO, den Platz zu räumen, für jemanden neuen.

Also, spätestens bei jedem TEN Martini bin ich in Gedanken bei Euch. Ich freue mich, von Euren nächsten Abenteuern zu lesen. Wir werden uns schon noch einige male über den Weg laufen. Die Welt ist klein geworden.

Link: TEN TABLE BLOG
http://www.mixology.eu/de/ten-table-blog

Warum ich keinen Absinth trinke, man Ihn mir trotzdem verkaufen kann. Und was zur Hölle ist GOMME Syrup?


Absinth ist nicht meine Welt. Wird es auch nicht werden. Pur ist er für mich nicht zu trinken. Außerdem haben die letzten 10 Jahre Absinth in Deutschland nicht gerade für ein Genießer Image gesorgt.
Großraum Discotheken Absinth Trinker:  "Knallt voll - da ist sonne extra Droge drin ..." . Dies und ähnliches "Proleten Trink Konsum Verhalten" waren seinerzeit die Begleiterscheinung für Absinth Trinker (Heute dann "Energie Vodka,  Alter!")
Absinth Szene am anderen Ende des Spektrums  dazu zum vollen Kontrast: Ultra Nische aus Geeks und Freaks. Ich befürchte, und das ist als Kompliment zu verstehen, Markus Lion kommt aus jener Seite des Spektrums.
Eigentlich hätten Markus Lion und ich uns nichts unbedingt kennenlernen müssen. Gewisses Durchhaltevermögen zahlt sich aus . Herr Lion schickte mir eine Email, sehr freundlich aber im Moment bekomme ich eine Menge davon.  "Ich bin am ... in Hamburg und würde mich freuen Ihnen einmal ein paar Produkte vorstellen zu dürfen.". Da ich wie gesagt mich eigentlich nicht für Absinth interessiere, habe ich dankend abgelehnt:
"Sehr geehrter Herr Lion,
vielen Dank für Ihre Email. Ich selber bin am *****. leider in *** und komme erst gegen Abend wieder nach Hamburg. Eine Produktvorstellung während unserer Öffnungszeiten ist in der Bar leider nicht möglich. Derzeit beabsichtigen wir Aufgrund zu geringer Nachfrage keine Erweiterung unseres Absinth Angebotes. Wenn Sie für eine Besuch unserer Bar am ***** hingegen eine Reservierung als Gast vornehmen möchten, nennen Sie uns doch bitte noch die Uhrzeit und die Anzahl der Personen"
In der Regel ist dann Ruhe. Herr Lion allerdings fand es auch o.k. und hat für sich und seine Begleitung einen Platz einfach nur zum Trinken reserviert. Und irgendwie kam es dann doch so, das er einige Tage länger in der Stadt war und wir uns dann doch am Nachmittag auf einen Kaffee trafen. Gut so! Wie könnte ich einem Mann mit so einem Nachnamen auch absagen? Natürlich hat er  eine Flasche Absinth mitgebracht, natürlich haben wir diesen probiert und natürlich war er besser, als die Absinths vieler "Großer" Häuser.
Duplais Verte war das Mittel der Wahl. Empfehlung meiner Seits ,auf ganzer Seite. Und um eine klar zu stellen: Nur weil ich keinen Absinth mag, heißt es noch lange nicht, das wir keinen im Sortiment führen. Ich finde Absinth als "Gewürz"  im Cocktail sehr gelungen, nur nicht überdosieren bitte. Ein Sazerac ohne Absinth wäre  für mich auch  ein  eingeschränktes Trinkvergnügen.  Umso wichtiger, das diese Zutat, ob der kleinen Menge, von bester Qualität sein sollte. Ein Glas Duplais mit einem kleinen Anteil Wasser neben einem industriellen Mitbewerber lässt selbst eine ungeübte Nase relative schnell erkennen:  In dem einen Glas "natürliche" frische Aromen, im anderen eher plump und künstlich.
Und wenn man dann mehr als eine Stunde Kaffee mit Herr Lion trinkt, wird einem eines klar. Der Mann macht das aus Leidenschaft. Hat ein extrem hohes Qualitätsverständnis und ist einer der treibenden Motoren für Qualitäts Absinth in GSA. (Kann der keinen Gin oder Rum verkaufen?).
Und ganz nebenbei bringt er dieser gelebte Leidenschaft auch noch sehr sympathisch rüber. Zusammen mit Oliver Matter hat er Duplais kreiert - und lässt diesen in der Brennerei Matter-Luginbühl aus Kallnach produzieren. Sie haben damit ziemlich viele Preise gewonnen. Zu recht, scheint mir. Und irgendwann kam ein "Stammkunde" aus dem Online Shop auf Ihn zu. Kein geringer als Marilyn Manson. Freund Manson war auch der Grund warum es den Absinth Löwen überhaupt erst in die Hansestadt verschlagen hat. Konzert Besuch. Für Marilyn Manon produziert das Duo einen eigenen Absinth: Mansinthe. Goldmedaille San Francisco.
Alles im allem: Absinth, als Gewürz der Bar, ist ein Augenmerk wert. Weg von Industriellem Massengut, hin zu kleinen Qualitätsherstellern. Markus Lion scheint mir derweil einer der kompetentesten Personen für hochwertigen Absinth in deutsch sprachigen Raum zu sein. Sein Online Shop ebenfalls eine Garant für guten Absinth. Und Vorsicht. Mit hochwertigem Absinth ändern sich einige Rezepturen. Man braucht ob der intensiven, natürlichen Aromen oft noch weniger Absinth als vorher.
Für Gastronomen gibt es, soweit ich es gesehen habe, eine gesonderte Preisliste. Und als ich diese durchblätterte, fiel mir "GOMME SIRUP" auf. Dort Stand "Orangenblüten Sirup". Herr Lion schickte mir eine Flasche und das Produkt kann durchaus überzeugen. Fantastische Nase, natürliches Aroma -- Romas Gin Fizz mit diesem Gomme statt Zucker und Blüten Wasser schießt es mir durch den Kopf. Dennoch bin ich verwirrt. Vor einigen Tagen nun, lass ich von Jörg auf Drinkmix.de ähnliches . Giffard jetzt mit GOMME SIRUP - Orangenblüttensirup im Programm
Hä? Aber ich habe immer noch Flaschen im Keller die zeigen Gomme Sirup von Giffard als "Gummi Arabica" Style Zucker? Hab ich da nun was falsch? Oder was verpasst? Bei Giffard ist es soweit ich lesen konnte auch Orangenblütensirup mit Gummi Arabica ? Kann es mir jemand erklären...?
Zu guter letzt: Wo wir schon beim Thema Absinth sind. Taifun und Goncalo haben Ihre Admiralsbar im Admiralspalast Berlin eröffnet. Schwerpunkt Absinth. Ich befürchte, ich muss noch mehr davon trinken.

Barmeister noch Zeitgemäß?

Eigentlich wollte ich bei Helmut Diskussion mal die Füße still halten. Nun denn, hat nicht geklappt.
Anonymer Barmeister vs Joerg Meyer: "Ring frei für die erste Runde"

Why I do not like BEEFEATER 24 Gin


Let's face it: I do not like Beefeater 24. Don't get me wrong. I like Beefeater. Best high class 47% London Dry Gin - "Value for money" - possible in Germany at the moment.  Currently one of the pouring Gins in Le Lion. But 24? O.k. from the technical Side of view, it's not a bad gin. Citrus, Tea, "new botanicals" - Super Premium Gin by Beefeater. When you see the victorian design of the bottle, you might smell some cucumbers ... but no, thats a different story.

So, at the end, it's not about the taste of the gin. I do not like 24 because we should blame this new design gin for killing an old bartenders friend. Yes, believe me or not, this guy is a killer (not taste wise). He is guilty - from my point of view! Yes, I'am kiddinga little bit - But someone has to be guilty

One  of the best gins in the world, one of my favorite "Wich 10 Gins should be behind your Bar?“ List, is not any longer produced. I heard about it, already a few month ago. But now I tried a few place to buy a few new bottles... everywhere : SOLD OUT! Or already big price rising.

I didn't expect to say farewell so quick.

Bartenders and Connaisseurs from all over the World. Say Good Bye, to our Friend: Crown Juwel.

And try to find the last bottles. Thanks to the Marketing. One Last Word: "I don't prefere tea in my Gin ...I want CROWN JEWEL!"

Last Word Cocktail
2 cl Beefeater Crown Jewel
2 cl Chartreuse Green
2 cl Luxardo Maraschino
2 cl fresh lime juice

shake, strain, enjoy!

07.12.2009

Update: DBU Austritt

Zwei Dinge möchte ich noch kurz zu meiner Kündigung bei der DBU sagen

    • Drinks Abonnement: Wenn ich das richtig verstanden habe, so zu sagen "Ohne Gewähr", entstehen der DBU keine Kosten durch das Drinks Abo. Die Medienbotschaft liefert Frei Exemplare an den Verein. Weiteres Einzelheiten sind mir nicht bekannt, wer mehr dazu weiss, möge es uns hier wissen lassen. 
     
    • Ich habe eine Bestätigung meiner Kündigung erhalten. Freundlicher Weise wurde mir mitgeteilt, das meine Kündigung trotz anders lauternder Satzung bereits zum Ende diesen Jahres anerkannt wird, nicht erst Dezember 2010. Unabhängig von dem gesparten Betrag, finde ich dies eine noble Geste. Also, dank an die DBU Geschäftsleitung.

    05.12.2009

    Update: Redbreast 15 Years - Eile tut Not!

    Sie erinnern Sich: Redbreast 15 Years.  Verschwindet vom Markt . IDL - Irish Destillers Limited by Pernod Ricard entscheidet sich den 2005 auf den Markt gebrachten 15 Years Redbreast nach wenigen Jahren wieder vom Markt zu nehmen. Im Jahre 2005 kostet eine Flasche Redbreast 15 Years ca. 49,50 €.  IDL destilliert folgende Irish Whisky in der gleichen Destille: Jameson, Paddy, Powers, Middleton very Rare, Redbreast. Unbestätigten Gerüchten zufolge entscheidet man sich im Hause IDL zu Gunsten des "Neuen" Jameson 18 Years die 15 Years Redbreast Fäßer zu "opfern". Man platziert den 18 Jahre alten Jameson für 70,00 bis 80,00 € im Markt und erhofft sich einen besseren, weil bekanntere Marke als Redbreast Absatz nunmehr im Premium Segment. Es kommt wie es kommen musste. Die Whisky Freaks entdecken den 15 Years Redbreast für sich. Einige sehr bekannte Stimmen nennen Ihn sogar einen der besten Whiskys der Welt. Jameson 18 Years wird bei weitem nicht so gelobt wie der Redbreast 15 Years  - Gruß ans Marketing!. Die Nachricht  "15 Years Redbreast wird nicht mehr hergestellt" erreicht die Kenner. Langsam aber stetig steigen die Preise für den jetzt raren 15 Jährigen. Warum? Weil er es wert ist. Ende 2008 liegen die Preise je nach Händler bei bis zu 120,00 €. Ich kaufte noch gut 20 Flaschen für die Bar. Einige für 60,00 Euro, viele für gut 70,00 € wenige für knapp 100,00 €.

    Nach der Frankfurter Whiskymesse erreichte mich eine weitere Nachricht. Redbreast 15 Years ist wieder in Deutschland erhältlich. Nur in Deutschland? Wenn man sich in internationalen Foren umschaut, scheint dies so zu sein (Und der eine oder andere Ire scheint IDL seit dem nicht mehr zu mögen...)  Händler, die etwas auf sich halten, listen diesen Redbreast 15 Years jetzt als "bottled 2005" ein. Warum ? Weil es die letzte Charge vom legendären "weltbesten Whisky" ist. Woher diese letzten wenigen Flaschen kommen, wird spekuliert. Bei thewishkytrader.de fand man vor kurzem noch folgende Passage:

    "Besonderheit: non chill-filtered This is a fifteen year old expression of Redbreast, un-chillfiltered and bottled at 46%. Eine reichhaltigere, größere Version des 12 jährigen, aber mit mehr Finesse und Verfeinerung.

    Warum gibt es ihn wieder? Ganz einfach. Es standen bei Irish Distillers noch einige Paletten für die USA. Diese wurden nie abgerufen. Als unsere amerikanischen Freunde mitbekommen haben, wie gut und begehrt der 15 jährige Redbreast ist, wollten sie die Ware dann doch haben.
    Und siehe da, es stellte sich heraus, daß es sich um 0,7 ltr. Flaschen handelt, welche in den USA nicht verkauft werden dürfen. Gut für uns.
    Der Kompromiß: Eine Abfüllung für die USA in 0,75 ltr. Flaschen. Der deutsche Importeur Irisch Lifestyle konnte erreichen, daß auch für Deutschland Flaschen dieser zweiten Charge abgefüllt wurden. Diese bilden die second edition"

    http://whisky.de/Forum/forums/permalink/133703/133706/ShowThread.aspx

    An anderes "Gerücht" sagt: 

    "The thing is ... this originally was a once off specially bottled for WHisky Du Maison, I don't even think IDL ever even considered it being released as a "limited edition" just a batch for WDM. There probably has never even been an official IDL press release about this. The batch was probably run off as a minimum batch but this was still a batch of many thousands. This was released in 2005 and did not shift to quickly and WdM could not handle a batch so large on their own so it was then offered to various Geman and a few Dutch retailers. I did not discover this until 2006 and it was not until 2007 2 years after release that the penny finally dropped on how great this whiskey was amongst the whiskey public. Whence it became known as the classic in it's own life time that we know it to be now."

    Eigentlich egal wo sie herkommen:Es gibt wieder 2005 15Years Redbreast und erst ist fast schon wieder weg: Zu einen großartigen Preis! 

    Richtig ist: IDL hat jetzt, wenn auch spät, auf die Vorlieben des Marktes reagiert und füllt eine dritte Edition 2009 ab. Die soll Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen. Ich und viele andere sind gespannt, ob dieser "Remake" den die Qualität des Vorgängers erreichen wird. Und viel wichtiger noch, kann man die Flaschen unterscheiden?

    Noch einmal Irish Whisky Society:

    "Look for the L number.
    L1 = 2001 l4=2004 L9=2009 etc
    In IDL's case they have it ingraved on the glass. It is hard to see but should be near the base and is more often than not under the label.
    If it says L9****** then that is 2009. I would imagine that the majority of RB12 out there is L9 as it is a good seller.
    Actually I just checked one I have not opened yet and sure enough it has L9 on it but under that again there was an actual date 25/03/09 so I think that confirms that"

    Ich selber konnte diese L Nummer an meiner Flasche im Backbord nicht finden, lediglich die auf Etikett gedruckte Nummer 2005914. Ob es bei den anderen Flaschen im Lager anders ist, werde ich die Tage nachschauen. Ebenso bei der Second Edition, von denen mit Herr Luehmann freundlicher Weise 6 Stück zurückgestellt hat. Falls ich was "entdecke", werde ich es Sie hier wissen lassen.

    Wer rat weis, möge helfen. Wird man die neue Abfüllung 2009 von der Abfüllung 2005 unterscheiden können?

    Ansonsten - Kaufen!

    Posted via email from Joerg Meyer

    03.12.2009

    Cognac jenseits der ausgetrampelten Pfade

    Peter Stang - Geniesser, Gourmand und in Bartender Kreisen kein Unbekannter, gab den entscheidenden Tip - viel besser noch, er brachte die entscheidende Flasche mit:

    PARK COGNAC X.O.

    Auf der London Bar Show, gernervt von schon mittags aufkommenden Lärm der Energie Drink Stände, verschanzten wir uns im Cafè und später dann, die Messe machte eh keinen Sinn mehr, in fantastischen Hotelbars.

    Wir unterhielten uns über Cognac. Eigentlich ein fantastische Spirituose - gerade für eine Bar de Paris. Andererseits - Preis versaut wie beim Champagner und bei den großen Marken zahlt man zuviel für Image und bietet interessierten Gästen zuwenig Qualität - Standardauswahl ...

    Und jetzt PARK - was für ein Cognac! Kraftvoll, Komplex, anspruchsvoll - zu Recht ein XO der Sonderklasse. Er schlägt viele der Üblichen Verdächtigen - spätestens beim Preise. Schwer zu bekommen, aber wenn für gut 60,00 €.

    Jetzt bin ich auf den VSOP gespannt - ich befürchte ich werde unser Cognac Brett mal von den Allerweltscognacs befreihen und mit PARK und weiteren Kleinen Entdeckungen meine persönliche Wiederbelebung dieser edlen Spiritouse feiern.

    Wer noch einen Tip für guten Cognac hat, möge Ihn hier als Kommentar der Nachwelt überlassen.

    http://www.cognacpark.com

    Posted via email from Joerg Meyer

    02.12.2009

    Mixing Malt Whisky: John Glasers Spice Tree - Absolute Kaufempfehlung



    Malt Whisky zieht mich mehr und mehr in seinen Bann. Allerdings, das vorweg: Zum Mixen. Nicht das man mich missversteht. Ich trinke seit dem auch wieder mehr Malt  Whisky pur. John Glaser ist ein ganz besonderer Name im Whisky Business. Und seine Produkte haben mich schon vor der Eröffnung der Bar fasziniert. Seine Art Whisky zu verkaufen ist großartig, findet meine volle Unterstützung. Artisan Scotch Whisykmaker - so sein Untertitel. Michael Jackson nannte Ihn "John Glaser, das Enfant Terrible der Whisky Industry. Recht so!
    Seit kurzem gibt es in Deutschland "wieder" Compass Box  Spice Tree. Wieder, weil es Ihn schon einmal gab. Super Rare Sammler Flasche. Wieso?  Die SWA Scotch Whisky Association zwang CB nahezu die Produktion einzustellen. John Glaser hatte, Pionier wie er ist, im Fass mit hochwertigen französischen Dauben gearbeitet. Dies beeinträchtige den Reifeprozess nicht unerheblich. Allerdings hat die SWA das nicht zugelassen. Also wurde die Produktion eingestellt. Und nunmehr, nach gut 3 Jahren "Entwicklungsarbeit" und SWA geprüft jetzt: Erste Reifung: In First Fill und Refill Fässern aus amerikanischer Eiche. Zweite Reifung: Nach speziellen Vorgabe gefertigt aus intensive getoasteten Fassenden aus Französischer Vogesen Eiche.
    Das Ergebnis finde ich mehr als Beeindrucken: Süßliche Aromen, Gewürze, Muskat, Vanille, Zimt, Ingwer, Nelke. Weihnachten, ick hör Dir trapsen!
    Was mich noch mehr beeindruckt. der Preis. z.B. bei www.weinquelle.com  - 35,50 €.
    Ich hätte gedacht, das er irgendwo bei 50,- / 60,- € liegt. Schlägt viele der bekannten großen Highland (überwiegend Brora) um Klassen. Um für den Preis bei uns absolut vermixbar. Ganz nebenbei finde ich das Design fantastisch. Ist eigentlich Nebensache, findet aber doch Zuspruch bei unseren Gästen. Pur kann der Gewürz Baum auf ganzer Linie glänzen. Wie gesagt, ich finde Ihn für Cocktails großartig
    Spice Tree gibt einen der besten Padovanis die ich bislang getrunken haben. Im Grunde genommen kann die gesamte bekannte Blended Scotch Whisky Drinks Liste gegen diesen gehaltvollen Klassiker ausgetauscht werden. Rusty Nail ... ja bitte (Natürlich nicht halb halb ... eher 6 zu 2 würde ich sagen), Rob Roy, Bobby Burns. Ich habe bislang diese Vier mit dem Spice Tree probiert. Die Üblichen Verdächtigen, verwendeten Scotch, werden in Aromatik und Komplexität durchweg um Längen "geschlagen"
    Meine Empfehlung für die Bar oder als Geschenk für den Whiskyliebhaber zum Fest.
    THE SPICE TREE - Komplexer Highland, verdammt gutes Preis/Leistungs Verhältnis, und sieht auch noch gut aus!
    www.prineus.com - Deutscher Importeur Compass Box

    Disclaimer: Gerd Schmerschneider von Prineus hat mir die Probeflasche kostenlos zur Verfügung gestellt.

    29.11.2009

    Warum ich aus der Deutschen Barkeeper Union DBU e.V. ausgetreten bin

    Vor einigen Tagen bin ich aus der DBU ausgetreten. Ich erhielt einige Emails zu diesem Schritt, und erlaube mir nun hier öffentlich zu antworten. Menschen die sich eigentlich mehr für gute Drinks, als für Vereinsgeschichten interessieren, sei folgendes Empfohlen: NICHT weiterlesen, in eine gute Bar gehen und einen Drink genießen!

    Also, Austritt aus der DBU.  Ein Schritt, der schon lange überfällig war,  den ich aber immer vor mich hingeschoben habe. Vor mich hingeschoben, nicht, weil dies nun ein so großer Schritt gewesen wäre, nein, sondern einfach nur so, wie es mit einigen Dingen manchmal so ist.

    Überfällig zum einem, da mich einige grundsätzliche Überlegungen zu diesem selbsternannten „Berufsverband“ schon seit langem zu einem Austritt tendieren lassen, Überfällig zum anderen, da mich die Antworten auf meinen Offenen Brief nahezu durchgehend davon überzeugt haben, das der „Verein“ DBU weder in der Vergangenheit, noch so glaube ich in naher Zukunft, das Berufsbild „Bartender/Barkeeper“ angemessen in der Öffentlichkeit repräsentieren kann.

    Es wird Ihnen aufgefallen sein: Es geht, das sollte man schön säuberlich auseinander halten, um zwei Dinge. Um das „Repräsentieren“, die DBU nennt sich hier Berufsverband und um einen Verein inklusive Vereinleben selbst.

    Persönliches Grundproblem Nummer Eins: Vereine sind nicht mein Ding. Nein, Vereine sind mir in der Regel sogar zuwider. Ich habe einige Bekanntenschaften mit Vereinen in jüngeren Jahren gemacht, die meine Abneigung felsenfest haben werden lassen. Und ich wäre Ihnen jetzt dankbar wenn mir nicht das Wort im Mund umgedreht wird. Weder die DBU, noch die damit verbunden Personen, sind mir zu wider. Hier geht es um ein juristisches Grundkonstrukt, eine Juristische Person, die ich Grundsätzlich nicht mag: Den eingetragen Verein.

    Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber grundsätzlich assoziiere ich mit Vereinen und Vereinsleben dunkle Dinge. Jovialität und Fratalisierungen sind da sicherlich das kleinste Übel. Vereine sollten in der Regel ein „Höheres“ Ziel verfolgen. Das kann noch so abstrakt sein, nur berechtigt dieses Höhere Ziel in Kombination mit einer Zusage, dies nicht mit dem Bestreben des Gelderwerbs zu kombinieren, einen Verein erst dazu, vom Staat den steuerlichen und rechtlichen  Sonderstatus eines eingetragenen Vereins zu bekommen.

    Und in der Regel wird diese Sonderstatus ausgenutzt. Entweder agiert der Verein selbst unter der Hand wirtschaftlich. Und manchmal entwickelt der „kleine Mann“, der da draussen oft nichts wird (nein, nicht einmal Wirt!) hier eine besondere Dynamik. Statt sich um seinen Beruf oder seine Firma zu kümmern, wird dann „Sein“ Verein wirtschaftlich  perfektioniert.

    Oder aber ein Teil der Vereinsmitglieder nutz den Verein dazu aus, ihre persönliches Wirtschaftliches Unternehmungen zu unterstützen. Von illegalen Machenschaften, persönlicher Bereicherung u.s.w will ich jetzt gar nicht erst anfangen.
    Sicherlich, nicht bei allen Vereinen, aber bei fast allen, zumindest den größeren trifft dies zu, zumindest meine Erfahrung. Sehr schade finde ich auch, das statt einer gemeinnützigen „Höheren“ Sache zu dienen (In unserem Falle wäre es vielleicht das Wertschätzung des Berufs Bartender) das Vereinsleben oft irgendwann dazu übergeht von „UNS“, den Mitgliedern, und den anderen zu reden. Es werden gräben gezogen, wo keine sein sollten. Statt „offen“ ein gemeinsames Höheres zu verfolgen, wird oft der kleinste gemeinsame Nenner, die MITGLIEDSCHAFT, glorifiziert und als wichtig erachtet.

    Hinzu kommt, das man über die Jahre mit Vereinen Monster erschafft. Generationen von Mitgliedern schrauben an Satzungen etc, bis zur Unkenntlich / Unverständlichkeit. Ganz zu schweigen von der Tatsache, das bei großen Vereinen immer ein Kompromiss gefunden werden muss. Die Ergebnisse sind dann manchmal Mittelmass, statt der gewünschten Klasse. Das ist dann zwar augenscheinlich „Demokratisch“ - aber trotzdem zum heulen. Hilft einen ja auch nicht. Ich such mir lieber die Leute aus, mit denen ich etwas zusammen mache. Egoistisch, ich weiss. Aber gut so, finde ich. Mit einer unüberschaubaren Menge an mir Unbekannten in „einem Boot“ zu sitzen, ist mir grundsätzlich suspekt.

    Also im Grunde genommen kosten Vereine Kraft & Zeit. Wenn Du ein Ziel möglichst umständlich, aufwendig zu 65% erreichen willst = Gründe einen Verein. Ich persönlich stehe auf 99%. Vereine verumständlichen Sachverhalte bzw. Lösungsfindungen und sorgen für ein gehöriges Mass an  Mittelmäßigkeit. Sie bremsen um Ihrer selbst willen.

    Andererseits bieten Vereine je nach dem natürlich auch vermeintliche Vorteile. Nur sehe ich diese im allgemeinen exponentiell schnell schwinden. Galt ein Verein vor Jahren noch als Treffpunkt von Gleichgesinnten, mag das Anliegen / Hobby noch so speziell sein, hat das Netz diese Funktion nahezu unwichtig gemacht.

    Das zählt selbstverständlich auch für die DBU. Der mir wichtigste, vielmehr oft einzig sinnvolle Tagesordnungspunkt bei vielen DBU Sitzungen war die Kaffeepause (und der Gin & Tonic nach der Sitzung).  Mag sich vermessen anhören, aber Produktpräsentationen von „Vertretern der Industrie“ haben mich noch nie interessiert. Mich interessieren Menschen. Und davon hat die DBU selbstverständlich auch viele großartige zu bieten. Und ich freue mich diesem Menschen dann einmal im Monat wieder zu sehen. Eine perfekte DBU Sitzung für mich wäre gewesen: 2 Stunden Small Talk und 20 Minuten Vereinsarbeit + Null Produktpräsentationen und andrer blinder Aktionismuss.

    Aber zurück zum Thema: Den Kontakt zu „Gleichgesinnten“ muss heute keiner mehr über einen Verein herstellen. Das Netz bietet viele Möglichkeiten, Gleichgesinnte zu finden. In der Regel vielfach mehr, als es ein Verein jemals kann. Denn das schlimmste was den meisten Vereinen verloren geht, ist der Open Mind. Vereinsmitglieder denken oft  in WIR und die anderen. Was für ein Schwachsinn.

    Also, Vereine sind nicht mein Thema. Ein Interessenverband für Bartender hingegen könnte ich eventuelle  etwas abgewinnen. Das dieses meist auch organisiert sein muss, könnte man natürlich notgedrungen, das Konstrukt eines Vereins hierzu missbrauchen, leider wie im Fall der DBU - fehlgeschlagen!

    Früher, als ich in die DBU eingetreten bin, fand ich es großartig dem „Berufsverband“ anzugehören. Irgendwann habe ich dann erkannt, das die DBU niemals Berufsverband war und heute denke ich, es bitte auch nie sein sollte.

    Die Zeiten haben sich geändert. Netzwerke und Kontakte aus unsere Branche sind heute kein Problem mehr. Daher ist selbst ein Berufsverband in meinen Augen nicht mehr so wichtig. Sollte mann dennoch so einen Art Plattform formieren wollen, gibt einem die fehlende Notwendigkeit eine gewisse Entspanntheit. Da es nicht mehr eilt, hätten wir Zeit, das ganze einmal neu aufzuzäumen. 

    Es sollte darum gehen, einige, sehr wenige Ziele zu definieren. Eine Interessenvereinigung sollte sich ganz einfach um zwei Dinge kümmern. Sie sollte die fantastische Vielfalt des Bartender in der Öffentlichkeit fördern. Und Sie sollte Fort- und Weiterbildung für Anfänger und Fortgeschrittene anbieten. Und zwar unter dem 1000% Mantel der Neutralität. Einzig und allein der Qualität verschrieben. Am wichtigsten scheint mir dabei ebenfalls eine Liste zu sein, was man alles NICHT machen sollte. SOnst läuft das aus dem Ruder. Wie in der Vergangenheit.

    Hinzu kommt in meinen Augen ein weiterer wichtiger Punkt: Transparenz und Offenheit.  Eine Sache hat mich unglaublich bei allen Antworten der Entscheidungseben DBU auf meinen offenen Brief gestört. Niemand war der Meinung, das die gesamte Buchhaltung der DBU bis aufs letzte sofort online für jedermann zugänglich gemacht werden muss.

    Diese Antwort hat mich eindeutig dazu bewegt, aus der DBU auszutreten. Oder besser formuliert, er war der Ausschlaggebende Grund. Wenn die Offenlegung der Finanzen bei einem Verein ein solches Problem zu sein schein, möchte ich Ihm nicht angehören. Punkt!

    Gründe auszutreten gibt es viele und ich kann mir auch nicht vorstellen, der DBU wieder beizutreten. Allerdings: Ein gemeinnütziger Verein, der die Gelder vieler Mitglieder verwaltet und nicht von sich aus bereit ist,alles daran zu setzen, sämtliche Geschehnisse so Transparent wie möglich zu gestalten, sollte man in keiner Weise unterstützen. Jede noch so kleine GmbH muss Ihre Ergebnisse im Netz veröffentlichen (mal Lust die Verluste des Le Lion zu recherchieren...?) Bei einem gemeinnützigen Verein sollte das selbstverständlich sein. Auch ohne gesetzliche Auflage ist dies der Ursprung für notwendiges Vertrauen. Da dies anscheinend nicht durchsetzbar ist, meine dringende Empfehlung an alle Mitglieder: Austreten!

    Ein Zusammenschluss  vieler zu einem Gemeinnützigen Ziel ist eigentlich eine unmögliche Sache. Dieser Drahtseilakt kann nur halbwegs gelingen, wenn man einander Vertraut. Dieses Vertrauten kann nur ernsthaft gefestigt werden, wenn es als Selbstverständlich gilt, sämtliche Entscheidungen, ob finanzielle oder Administrativer Natur, zu 100% transparent zu gestalten.

    Das dieser Wille zur 100% Transparenz nicht zu 110% als Selbstverständlich bei vielen, gerade auch den „jungen“  Entscheidern, nicht kompromisslos vorangetrieben wird, sozusagen selbstverständlich „höchste“  Priorität hat, lässt für mich nur erkennen: Hoffnungsloser Kampf gegen Windmühlen. Zeitverschwendung. Sorry to say.

    Aber das einzige was mich wirklich interessiert ist etwas Höheres. Ein Zusammenschluss von Interessierten die sich für unseren Beruf und die Fortbildung / Ausbildung hier kümmern.

    Ich persönlich brauche keine Vereinsmeyerei. Ich brauche auch keine „Aktivitäten“ und „Aktionen“ in meinen Verein. Meine wirtschaftlichen Interessen lebe ich da aus, wo Sie hingehören - in meiner Arbeit und meiner Selbstständigkeit. Andererseits, nicht das mich jemand missversteht: Es spricht auch nichts dagegen. Soll jeder machen was er will.

    Das einzige, um was ich meinen Ex Verein bitten würde. Rethorik überdenken. Die DBU ist NICHT Berufsverband, und hat in meinen Augen auch kein Recht sich so zu nennen. Das ist dann nunmehr ein Schnittpunkt, wo mich eventuelle Interessen der DBU interessieren. Die DBU behauptet zu unrecht von sich sie sein „Berufs Fachverband und Interessengemeinschaft der Barkeeper in Deutschland“ - Richtig hingegen wäre: „Einiger weniger Barkeeper in Deutschland“. Ich persönlich möchte nicht durch die DBU repräsentiert werden. Und solange die DBU nach aussen hin sich als Repräsentant der Barkeeper Deutschlands gibt, solange finde ich es völlig in Ordnung wenn eben Barkeeper sich öffentlich hinstellen und darauf hinweisen, das die DBU NICHT repräsentative die Bartender in Deutschland vertritt.

    Ich erlaube mir hier kurz eine Antwort auch einen Kommentar von der von mir geschätzten Christian Schneider zu meinen DBU Austritt vor einigen Tagen:


    Liebe Christina,

    ich habe mir erlaubt, meinen Austritt aus der DBU öffentlich zu machen, da die DBU Ihrerseits sich öffentlich als Vertreter unsere Berufsstandes gibt. Obwohl es fantastische Mitglieder in der DBU gibt, und auch teilweise schöne Projekte realisiert werden,  ist die DBU in meinen Augen jedoch eines gerade nicht: Ein Berufsverband. Ich bin ganz sicher nicht auf dem Kriegspfad mit dem Mitgliedern der DBU. Ich suche das Gespräch mit jedem Interessiertem und freue mich über Austausch. Meine kleine Barspezifische Welt unterscheidet sich in Menschen, die Leidenschaft für unseren Beruf haben und sich darüber engagieren wollen und solche die dies nicht tun (was auch nicht weiter dramatisch ist) - Meine Welt unterscheidet sich nicht in DBU Mitglieder und Nicht DBU Mitglieder. Es gibt unter den DBU Mitgliedern fanatische Bartender. Die jeden Tag einen großartigen Job machen. Und viele von Ihnen engagieren sich ehrenamtlich, was jedes Lob verdient.
    Nur, trotz all des positiven in diesen Verein, möchte ich eines mit aller Gewissheit feststellen: Die DBU ist weder Berufsverband, noch finde ich sollte Sie sich so in der Öffentlichkeit positionieren. Sie vertritt weder mehrheitliche Interessen von Bartendern, noch kann Sie in Namen derer sprechen. Sehr wohl vertritt Sie die Interessen Ihrer Mitglieder, nur ist das in meinen Augen kein repräsentativer Durchschnitt.

    Und Christina, ein Ratschlag meiner Seits: Wenn Du schon mit dem Gedanken spielst auszutreten, tu es doch einfach !

    Ich persönlich empfehle es jedem der mich fragt. Andererseits finde ich es überhaupt nicht verwerflich Mitglied der Deutschen Barkeeper Union zu sein. Der Verein gibt es tolle Initiativen von tollen Mitgliedern. Vielleicht mag sich für jemanden da die Mitgliedschaft lohnen. Wunderbar, kein Einspruch. Ich persönliche bin der Meinung das für vieles mittlerweile kein Verein mehr nötig ist. Das geht viel besser ohne. Und man gibt dann seine „Stimme“ nicht mehr an ein administratives Monster, wo jeder Änderungsvorschlag anscheinen von undefinierbaren Mühlen zermahlen wird. Ich verspreche Dir, Du kannst persönlich viel mehr ohne die Hilfe des Vereins auf die Beine stellen, als mit. Das glaube ich, weil ich der Meinung bin, das Du großes Talent hast und sehr gut vernetzt bist. Das Engagement in der DBU ist ein kräfteraubender, unnützer Kamps gegen das große Unbekannte. Warum 2, 3, 5, 10 Jahre warten, wenn wir alles in wenigen Monaten ohne DBU organisieren können? Einige Antworten auf meinen offenen Brief haben mir die Augen geöffnet. Einige der neuen selbsternannten „Jungen Wilden“ Hoffnungsträger sind weder Jung, noch Wild - sondern schon verdammt in der Vereinsmühle gefangen.

    Ich glaube das wird nichts mehr. Machen wir an anderer Stelle weiter. Falls ich Dir mit irgend einer Idee, die Dir im Kopf umher schwirrt behilflich sein kann, helfe ich gern.

    Die DBU hat tolle Mitglieder. Wirklich. Und zwar nicht zu wenig. Schade das das Talent und das Können dieser vielen in einem völlig überholten Vereinskonstrukt immer wieder versandet. Das muss unglaublich frustrierend sein. Nur, so etwas ist nicht für mich.

    Ich würde mich freuen, wenn Du und andere Ihr Talent nicht länger bei diesem Kampf gegen Windmühlen verschwenden.

    Gruß

    Jörg



    Ein paar Nachträge:

    1. Ich freue mich auf den Tag, wo ich per Mouseclick als Aussenstehender den Kontostand der DBU abfragen kann - möge er sechsstellig sein. Man wird ja noch träumen dürfen - so oder so ...Und ob man es glaubt oder nicht. Während ich hier diese Zeilen tippe, wird der Server des Bundesanzeiger gewartet. Ab Montag soll es wieder losgehen. Da könnte mann sich z.B: die Ergebniss der DBU GmbH anschauen, unter: Deutsche Barkeeper Service GmbH. Oder auch die bisherigen Verluste der Lion Barbetriebe GmbH ;-)
    2. Helmut Adam hat auf dem Mixology Blog eine gute Debatte um eine eventuelle Plattform losgetreten. Ich finde die Idee gut, und das Brainstorming dort ebenfalls. Freue mich auf regen Austausch...
    3.  Eine Empfehlung für meine Ex Vereins Mitglieder. Ich habe nicht viele der bisherigen „Verantwortlichen“ gut kennen lernen können. Von einem halte ich aber sehr viel und bin der Überzeugung, das er die Geschicke der DBU auf Bundesebene am besten leiten wir. Für die nächste Wahl, mein persönlicher Tip: Wählt Kent Steinbach !

    25.11.2009

    Von Luftschlössern und Windmühlen

    Ruben Neideck  baut seit kurzem an seinem Luftschloss in Koblenz. Luftschlösser mit Ortsangaben?  Gut, wenn man ehrlich sein will, ist es nicht sein Luftschloss. Vielmehr ist er seit einiger Zeit Bartender in der Bar Luftschloss in Koblenz. Ich war einmal vor sehr langer Zeit einen Nachmittag in Koblenz und hab es als schöne Stadt in Erinnerung. Nicht mehr, nicht weniger. Hilft einem allerdings in Sachen Barszene in Koblenz nicht weiter. Ich selber kenne auch nicht das Luftschloss, daher muss ich mir eine Meinung vom Gelesenen machen.

    Heute sah ich im C&D Forum dieses Bild von seinem Gin Basil Smash. Den "Gin Pesto" findet man mittlerweile auf vielen Barkarten, auch außerhalb der Republik. Ein großes Kompliment, was mich sehr freut. Andererseits sehe ich öfter Varianten online oder real, die schon von der Optik bzw. Farbe her, wenig mit dem zu tun haben können, was ich unter diesem Drink verstehe.

    Also Herr Neideck... schaut gut aus. Würde ich bestellen! Anbei auch ein Blick auf seine neue Cocktailkarte. Von gut 80 Positionen hat er auf ca. 35 gekürzt. Und auch sonst finde ich hört sich das alles sehr ambitioniert an. Freut mich, das der GIN BASIL SMASH der "Renner" ist.

    karteluftschloss                                                                                                                                               


    Der gemeine Koblenzer möge mir nun verzeihen, wenn ich Koblenz beispielhaft als "kleinere" Stadt bezeichne. Allerdings, und das meine ich ernst und völlig unabhängig von Koblenz, ist das, was Bartender zur Zeit in vielen Deutschen, ebend auch kleineren, Städten machen, eine wahnsinnig anstrengende Arbeit.

    Hat der Bartender in den Metropolen es doch um einiges einfacher, Gäste für seine Vision von guten Drinks zu gewinnen, ist der Kampf um die Barkultur in kleineren Städten um ein vielfaches Schwerer. Statt Urban Arogant sein Ding  "durchzuziehen" (was fälschlicherweise oft als gutes Bartending verstanden wird) ist der Kampf um Barkultur jenseits der Millionen Metropolen ein zähes, kompromisreiches Geschäft.

    Das diese Bars am Ende des Tages eine mindestens genauso tolle Arbeit für einen guten Drink leisten, eventuelle ohne selbstgefällige Überheblichkeit einer urbanen Vorzeigebars, wird leider oft vergessen.

    Also Ruben und andere Bartender fern der Metropolen: mixt uch heute zum Feierabend einen anständigen Drink und trinkt auf euch. Ihr habt es Euch verdient. Weil Ihr großartig seit, und durchhaltet und weitermacht, wo andere schon längst das Handtuch hingeschmissen hätten!


    P.S. : Freue ich über Empfehlungen/Namen von Bartender hier in den Kommentaren, die ähnlich wie Ruben, fernab der Metropolen, einen guten Drink mixen. Ganz ohne Allüren und Arroganz, die Ihr Publikum langsam mitnehmen und dieses für einen guten Drink begeistern.

    Chapeau!

    Links:

    Gin Basil Smash BLIND TASTING by Ruben

    C&D Forum: Barkarte Luftschloss Thread

    Rubens Punk Rock Blog

    24.11.2009

    Jeden Tag eine gute Tat...


    Download now or preview on posterous
    Kuendigung_DBU.pdf (27 KB)

    LE BON LION will close forever soon...


    already a few weeks ago, I got notice, that I will have to close down my very little private Bar, LE BON LION. Please don't mix it up (like a few regulars still do) ... LE BON LION is NOT Le Lion - Bar de Paris. They are both located next to each other. LE BON LION is my very small, private Bar. Just twelve seats.

    LE BON LION is the place were it all began. I started the „Good Lion“ in 2006 and me and my guest had great sessions in this fantastic bar. The TRAVELING MIXOLOGISTS where founded here. And also, this bar gave birth to the idea of building LE LION. Regulars of LE BON LION, Like Torben and Marcel became bartenders and now work for me. I believe, this little place gave a little impact to all the changes, the german bar scene has gone through the last three years. I still believe, that we mixed germans first well done Ramos Gin Fizz in this bar in 2006, and many great other drinks were born or reanimated in this nearly 18 square-meter.

    So, a part of my private and others younger bartending history will close soon in the beginning of 2010. And, to tell you the through: yes, I just getting a little bit sentimental, but only for a few seconds.

    Nothing last forever ! And on the other side, I love to end something. Even if its closing down my little Baby LE BON LION.

    My business-partner Rainer, also owner of Cafe Paris, is doing some very big changes to Cafe Paris. And because of this reconstructions, the place, where LE BON LION is now located, will not longer exists.

    But, me and Rainer already had a hugh among of Gin & Tonic together and we promised each other, that there will be some new "space" for rendering homage to the art of preparing a good drink.

    Something "New", but very different to LE BON LION, will be announced soon. But first of all, it is time to CELEBRATE the funeral of LE BON LION.

    I am still not sure, when there will be the "Last" GOOD LIONS days ... End of january or beginning of  february? But, until we let the BON LION rest in peace, we will arrange some great last evenings and and big funeral.

    If you like to get notice about this last days of BON LION and the funeral, please join our mailing list "FRIENDS OF LE LION". (its German Content, but you will get it, I guess)

    Time to bring the black suit to the dry-cleaner and chill some champagne.





    17.11.2009

    A message from Salvatore...


    Dear Friends

    I am sorry to say that Fifty closed its doors yesterday, and with it one of the best bars in the world was forced to close down, despite being both successful and profitable and home to some of the best bartenders it was forced to close through no fault of its own. It was a sad day for me, my team and for the bar world and for all those who loved to enjoy a great cocktail and great service at 'Salvatore at Fifty'.

    Ciao Salvatore

    Posted via email from Joerg Meyer

    12.11.2009

    Die Bar im Jahre 2020 ...

    wie sieht Sie aus, die Bar? Und der Beruf des Bartenders? Die Gesamte Branche, die Spirituosen Industrie. Wo kaufen wir ein, was kaufen wir ein, was für Drinks verkaufen wir, verkaufen wir noch Drinks? Was wird am Beruf des Bartenders anders sein in 10 Jahren. Und wie werden sich unsere Gäste verändert haben? Wie sieht Sie aus, die Bar 2020. Das frage ich Sie, werter Leser. Ich freue mich auf Ihre ernst gemeinte "Vision" - Ijre Vorstellung von der Zukunft des genußvollen Trinkens. Das Rätsel zu dieser Frage werde ich nächste Woche lösen. Bis dahin, bitte ich um Rege mitarbeit: Erzählen Sie mir von Ihrer BAR 2020...

    Unverschämte Selbstbeweihräucherung, Teil I: Ein Buch schreiben...?

    Mario, nein, nicht Kappes, auch wenn dieser Mario hier ebenfalls einen gut gemixten Langnickel zu schätzen weiss, hat über seinen LE LION Besuch geschrieben. Er ist ein Medienmensch, und lebt den digitalen Lebensstil. Er regt an, ich sollte ein Buch schreiben, über Marketing statt Whisky. Na ich weiss nicht... ich denk mal drüber nach!

    Unabhängig vom Buchprojekt, freuen wir uns, das es im Löwen gefallen an. Und ich freue mich über den Bricktop link! Ein Brüller.

    11.11.2009

    CLASS BAR AWARDS 2009

    All Information via SMS by Xavier Padovani

    CLASS BAR AWARDS
    Attendance: 400+ UK on trade movers & Shakers

    CLASS BAR AWARDS Best new bar:
    Quo Vadis

    CLASS BAR AWARDS best new British product: Sip Smith Gin

    CLASS BAR AWARDS best hotel bar: Connaught Hotel

    CLASS BAR AWARDS best bar back:
    Jo Joy Jones, Milk & Honey

    CLASS BAR AWARDS best British brand ambassador:
    Louis Lewis Smith Hendrick's Gin

    CLASS BAR AWARDS Best cocktail menu: *EDIT* got Message from @thebartrainer Ian McLaren via Twitter - WINNER is THE MERCHANT NOT Lounge Bohemia. Mr Padovani? To much Hendricks?

    CLASS BAR AWARDS best classic bar: Raoul's Oxford

    CLASS BAR AWARDS best drinks writer: Victoria Moore

    CLASS BAR AWARDS best bar manager: Joe Stokoe, All Stars Lanes

    CLASS BAR AWARDS Gregor De Gruyther's good time bar:
    Portobello Star, London

    CLASS BAR AWARDS best bartender:
    Tim Philips, Milk & Honey

    CLASS BAR AWARDS contribution to the Industry: John Coe

    Tribute awards, best UK bar: Portobello Star at the applaudimetre.

    EDIT 2 - 12.11.2009 -
    Mark Ludmon, Editor from Bar Magazine passes me on the official Winner List:CLASS AWARDS 2009 - the official Winners List

    09.11.2009

    Wider der Wichtigtuerei

    „Ihr Mixologen kotzt mich an ...“ So, ich befürchte, nun habe ich die Aufmerksamkeit des geneigten Bartenders und Profitrinkers um den kommenden Zeilen eine gewisse Aufmerksamkeit zu schenken. Und jetzt, wo dieses Aussage so herrlich leuchtend vor uns steht und uns irritiert, ungefähr so wie ein Martini im Margarita Glas mit kunststoffroter Cocktailkirsche, nutzte ich die Gunst der Stunde um den Informationsüberfluteten Internetnutzer, Sie also, zu vollster Konzentration zu zwingen.


    Ich erkläre das hier jetzt kurz, mit den Mixologen. Es ist nicht weiter schlimm, und soll hier auch nicht überbewertet werden. Am Ende jedoch kommen wir zu einer Frage, die indirekt mit diesem Mixologen Kram zu tun hat. Und da sind Sie dann gefragt. Stellen Sie sich vor, da möchte jemand Ihre Meinung wissen und Ihre Kreativität anzapfen. Bereit?


    Los geht! Schuld ist Hendrik. Naja, nicht ganz. Bei TVINO eröffnete er mit der Frage „Jörg, Du bist ein Mixologe, erklär doch mal...“. Da war es wieder, mein Problem. Und eigentlich kann er gar nichts dafür, vielmehr hat er alles richtig gemacht. Er hat festgestellt, das er wieder vermehrt „gute“ Bars findet, und dahinter stehen dann auch oft „gute“ Bartender.


    Menschen, die sich dem genussvollen Zubereiten von gemixten Getränken verschrieben haben und darüber hinaus auch noch gute Gastgeber sind. Sie haben in Ihren Augen wenig gemeinsam mit der dahergelaufenen Tresenkraft. (Ich gestehe, ich wollte gerade, „der studentischen Aushilfe“ schreiben, hab dann aber noch rechtzeitig festgestellt, das ich glücklicher weise selbst einen „Studenten“ beschäftige).


    Im Grunde genommen ist es somit also ein Kompliment, wenn ein Außenstehender uns nicht mehr Bartender nennen will. Zu oft wurden er von Halbwissen, Inkompetenz und Profilierungsgehabte hinterm Tresen als Gast enttäuscht. Und nun treffen Sie jemanden, der in Ihren Augen das ganze mal recht anständig macht. Und Sie wollen Ihn „upgraden“, um eine Differenzierung zu all dem bisher bekannten „halbherzigem Elend“ hinter der Bar zu schaffen. Also suchen Sie nach neuen Titeln. Also werden aus Bartendern z.B. „Mixologen“. Soweit so gut.


    Allerdings, wird dieser und ähnliche Begriffe in der letzten Zeit gelegentlich überstrapaziert. Nicht von Aussenstehenden, sondern von Bartendern selbst.
    Wenn ein Dritter uns so nennt, ist das wie gesagt, als charmantes Kompliment zu sehen. Wenn wir selbst uns allerdings so betiteln, beginnt das Ganze komisch zu werden. Ich will hier keinen Grabenkrieg starten, soll jeder seinen selbstbeschönigenden Titel auf seiner Visitenkarten stehen lassen. Wenn es seinem Ego hilft.


    Im Grunde genommen sprich rein gar nichts gegen die Bezeichnung Mixologe. Solange es Dritte benutzen. Wenn z.B. die immer noch ziemlich blinde Lifestyle Presse nach Jahren der Ignoranz erkennt, das sich eine Menge hinter dem Tresen getan hat, sollen Sie doch das Wort Mixologe benutzen. Der dem Tode geweihte Zweig des Massen Print Journalismus (oder vielmehr mittlerweile des eher bezahlten PR Schreibens) braucht einfache Worte um sie dem oberflächlichen Leser besser zu verkaufen. Zum Glück sind wir auf einem Blog. Sie als Nischen Leserling sind also in der Lage zu differenzieren - korrekt?


    Es gab ein langes Interview mit dem Abendblatt, für ein neues Buch. Le Lion ist auch in diesem Buch vertreten. Das Buch wird redaktionell begleitet und in diesem Zusammenhang gab es einen charmanten Artikel über uns im Abendblatt. Die knappe Quintessenz zum Thema Mixologen im Abendblatt Print allerdings, schrie natürlich danach, von Fachkreisen „missverstanden“ zu werden - Zitat:"Selbst wenn es sich spießig anhört: Wir haben klare Regeln und sagen auch mal Nein!" Zum Beispiel zu lautstarken Gruppen, die sich nur betrinken wollen, wilder Hintergrundmusik, Red Bull, Piña Colada oder der neumodischen Bezeichnung eines Barkeepers als "Mixologe"..


    Und ich habe sehr gelacht, als Helmut Adam, in bester Blogger Art, das natürlich aufnahm und noch mehr polarisierte ... Großartig !


    "Mixologen" in Le Lion nicht willkommen - so die Überschrift ...YES!


    So wird eine differenzierte Ansicht zum Thema „Wie wir uns selbst zu wichtig nehmen und in der Außendarstellung gerne mehr sein möchten, als wir sind“ aka „Mixologen statt Bartender“ am Ende des Tages zur Löwenhetzjagd auf Mixologen. O.k. jetzt hab ich etwas übertrieben. Muss ja auch mal sein.


    Nein, Hand auf Herz. Sollen Dritte uns nennen wie Sie wollen. Wenn der Mixologe dann als Kompliment gemeint ist, nehmen wir es gerne an. Ich selbst mag nur nicht wenn man sich selber „erhöhen“ möchte, selbst einen künstlichen Abstand zwischen sich und dem gemeinen Bartender aufbauen möchte.


    Dafür habe ich zuviel Respekt, vor den hunderten oder tausenden von großartigen Bartendern, Tresenkräften, Wirten etc. die vielleicht keine Old Fashioneds rühren, aber mit ehrlicher, gut gemachter Arbeit, und sei es ein gezapftes Bier, meinetwegen in einer Kneipe, ein guten Job machen. Die Arbeit hinter einem „einfachem“ Kneipentresen oder ähnlichen sei übrigens jedem Bartender empfohlen. Viele der Heute und Gestern „Großen“, die ich kennen gelernt habe, haben so angefangen. Und da Dinge gelernt, die Ihnen keine „gute“ Bar vermitteln konnte, Sie aber dringend benötigen würden.


    Schon während meiner Ausbildung zum Kellner im Hotel in Hamburg war mir dieses Titelaufwerten zu wider. Die Handelskammer hatte zu dieser Zeit den Beruf des Kellner in den des Restaurantfachmann umbenannt. Was für ein Schwachsinn. Ein Kellner ist ein Kellner. Basta. Natürlich gibt es eine Menge Menschen, die hochgradig inkompetent andere Menschen in Restaurants bedienen und eben auch Kellner genannt werden. Es gibt aber auch echte Kellner. Profis, wahre Größen. Kellner halt. Tip Top Gastgeber. So wie es gute und schlechte Bartender gibt.


    Während damals meine Abiturskollegen auf den anfänglich jährlichen Abitreffen beim „Wer ist Max Wichtig“ Wettbewerb immer vorne mitspielen wollten, und sich mit den wichtigsten Studiengängen überwarfen, sorgte meine Antwort „Ich „lerne“ Kellner“ auf Ihre „Und was studierst Du so?“ Fragen immer für herrliche Falten auf Ihrer Stirn.


    Wem solche Unwichtigkeiten wichtig erscheinen, sollte vielleicht auch nicht in der Bar oder dem Restaurant arbeiten. Denn, eines darf man nicht vergessen. Am Ende des Tages, also, vielmehr mit Beginn der Schicht, sind wir Dienstleister. Wir bedienen Menschen, treten hinter Sie zurück. Sollten es ermöglichen, dass Sie einen schönen Abend haben. Sollten Ihre Bühne perfekt gestallten, Ihnen eventuelle als Statisten behilflich sein. Nur eines sollten wir nicht. Ihnen die Show stellen. Das ist schlechter Stil.


    Wer aber auch am Abend der viel beachtete „Mixologe“ (oder sonst was Wichtiges) hinter der Bar sein will, sollte besser aufhören aktive in der Bar zu arbeiten. Neben ein paar „Jüngern“ wird er die wirklich tollen Gäste vergraulen und in der Regel auch ein Graul für seine Kollegen sein.


    Am Tage, soll jeder machen was er will (Solange er mir nicht auf die Nerven geht... hehehe) . Ich freue mich über jede „Mixologen“ in der Presse - schließlich hilft es uns allen, wenn Menschen begreifen, das gute Bartender viel beherrschen.


    Wie ich schon im Mixology Blog Kommentar sagte: „Grundsätzlich spricht nichts Gegen Mixologen, solange, Dritte, z.B. Journalisten oder auch Sommeliers (die sich ja auch zu Recht gerne Begrifflich vom "Kellner" differenzieren), jemanden so bezeichnen.Ich persönlich halte es lieber mit Patrick Duffy, 1934"„Bartending is an old and honorable trade. It is not a profession and I have no sympathy with those who try to make it anything but what it was. The idea of calling a bartender a professor or mixologist is nonsense“


    Um auf meinen Opener zurückzukommen: „Ihr Mixologen kotzt mich an ...“ würde ich niemals sagen. (Schenkt einem aber Aufmerksamkeit)„Bartender“ - und am Ende des Tages „Gastgeber“. Aber ich kann jedem erzählen, das ich den schönsten Beruf der Welt habe, auch wenn ich mir nicht sicher bin, wie ich Ihn bezeichnen soll.


    Was fehlt noch? Ihre Mithilfe, zum Abschluss. Wie gesagt, am sollte sich nicht zu ernst nehmen. Und bei Tageslicht, vor der Bar und meinetwegen vor der Kamera sollen uns Dritte nennen wie Sie wollen. Und noch ein wichtiger Hinweis für Goldwaagen Leger: Ich selber sitzt im Glashaus, schließlich gründete ich die Traveling Mixolgists ...


    Dennoch, Ich suche Ihre persönlichen Highlights der „Wichtigtuer Titel für Bartender“, die man sich (nach Nov. 2009 niemals) auf die Visitenkarte drucken lassen sollte.


    Neben Mixologe fällt mir z.B. noch „Drink Smith“ oder „Master Mixologists“ ein.


    Ich bitte um Kommentare.


    Und ausserdem suche ich einen ernst gemeinten Titel. Eine Kategorie Bezeichnung für Blogger. Menschen, die übers Essen bloggen werden häufig FOOD BLOGGER genannten. Die Weinschreiberlinge heißen Weinblogger ... Nur wie nennen man die Blogger, die rund um das Trinken schreiben. Cocktailblogger? sind ja nicht nur Cocktails.... Drinks Blogger? ... Gibts es da Meinungen und Vorschläge? Und kommen Sie mir nicht mir Mixologisten oder so ....


    Also, den letzen egomahnischen Visitenkartenentwurf nun aber schnell in die Mülltonne und hier kommentieren. Mit selbsternannten Mixologen ist es 2009 wahrscheinlich wie mit diesen „Consultern“ - mehr Schein als Sein!

    Posted via email from Joerg Meyer

    26.10.2009

    Winke für den jungen Bartender: Teil 1 - Keine Gespräche über Politik und Religion in der Bar

    Ich weis nicht genau, wann mir mein alter Barchef, Herr Ulrich, seiner Zeit diese "Barkeeper Weisheit" vermittelte, aber ich habe Sie in meinen jüngeren Bartender Jahren noch häufiger zu hören bekommen. Gut so. Denn tatsächlich: nur Hitzköpfe und profilierungssüchtige Jung-Bartender stehen hinter der Bar und sprechen mit Ihren Gästen über Politik und Religion. Statt, wie es sich gehört, übers Wetter!

    Man will Realist bleiben: über Religion wird in der Regel relative wenig gesprochen. Zumindest über klassische Religion. Was nicht unbedingt heißt, das Gespräche über Klangschalen, Esoterisches, meine innere Ruhe, Jing Jang Jung usw. jetzt unbedingt besser wären - aber das ist ein andere Geschichte.

    Was bleibt, aber besser ausbleiben sollte, sind Gespräche über Politik. Und die, das meine ich ernst, haben zwischen Bartender und Gast in keiner Bar etwas zu suchen.

    Umso mehr musste ich heute schmunzeln, als ich eine Pressemitteilung einer Kommunikationsagentur lass. Ich habe die Produktnamen "ersetzt" um nicht ungewollt die Clippingwerte durcheinander zu bringen:

    "Berlin, 26.10. 2009 - Rechtzeitig zur Unterschrift des Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und FDP hat Barchef Dominik Galander aus Berlin einen offiziellen Cocktail für Schwarz-Gelb kreiert – den Coalition 2009. Mit diesem Drink können Gäste exklusiv in dieser Woche in seiner Kreuzberger Bar Galander auf die neue Regierung anstoßen – oder damit ihren Frust ertränken. Um einen perfekten schwarz-gelben Cocktail zu kreieren, der nicht nur farblich, sondern auch geschmacklich begeistert, musste der Bartender allerdings tagelang experimentieren, bis er zu einem Ergebnis kam, das ihn zufrieden stellte: „Gut, dass die Verhandlungen ein wenig gedauert haben. Aus Bartender-Sicht wäre Rot-Rot einfacher gewesen“, so Galander bei der Präsentation seines Werks Coalition 2009, mit dem er auch Anhänger anderer Parteien und Koalitionen überzeugen möchte. Wer sich die neue Regierung selber zusammen mixen möchte, kann sich an folgendes Rezept wagen:
    Coalition 2009
    1cl ******* Heidelbeerlikör eines verdammt guten französsischen Sirups
    2cl eines ebenfalls guten Kaffeeliköres,
    2cl eines ausgezeichneten griechischen Weinbrands
    das Ganze shaken und in eine Martinischale abseihen.

    3cl Mangopüree (frische Mango mit Mangosirup)
    2cl Orangensaft
    2cl Maracujanektar
    1cl klassischer französsicher Triple Sec der Extra Qualität
    in den Mixer geben. Die Mixtur wird dann über einen Löffelrücken auf die schwarze Oberfläche gegeben. Es entstehen zwei Schichten - die untere schwarz und die obere gelb. Prosit!

    Alle Gäste haben in dieser Woche (26.10. -1.11) die Chance, den Drink vom Erfinder persönlich gemixt zu bekommen:
    Galander, Großbeerenstraße 54, 10965 Berlin
    www.galander-berlin.de

    Dominik Galander steht für Interviews zur Verfügung - Kontakt bitte über mich aufnehmen."

    Nun möchte ich nicht missverstanden werden. Ich möchte hier in keinster Weise Kritik an dem von mir mehr als geschätzten Kollegen Galander oder seinem Team üben. Ein Besuch dieses erstklassigen Hauses sei jedem Berlin Besucher mehr als ans Herz gelegt. Herr Galander und seine Bar sind Garanten für erstklassige Drinks und Atmosphäre.

    Dennoch, unabhängig vom Keeper, sei Kritik an dieser Form der "Öffentlichkeits Arbeit" angebracht. Was für Bartender gilt, sollten für Spirituosen PR schon lange gelten - Keine Politik.

    Meine Herren (Verzeihung, Damen und Herren!): Presse um jeden Preis? Aber nicht doch! Wir Bartender haben uns bei Catering Aufträgen ja schon daran gewöhnt eben jene mit maximal 50% Hirnleistung aus Selbstschutzgründen über die Bühne zu bringen. Wie sonst sollte man "nichtzuverbessernde" Eventagenturmitarbeiter/innen überleben, die uns wirklich, 2009, immer noch davon überzeugen wollen, das ein Cocktail in den Farben des Veranstalters die "Größte Mögliche Innovation" auf Erden ist.

    WOW!

    Aber jetzt noch gekoppelt an Politik ...hei jei jei. Na ich weiss nicht? Westerwave und Co um erfolgreich Spirituosen zu vermarkten? Da schiessen einem Szenarien durch den Kopf. Die treue Kundschaft des Griechischen Weinbrands, zwei mal die Woche bei Rhodos in Eimsbüttel um die Ecke, er die 24, sie die 35 ohne Knoblauch, plötzlich auf Gedeih und Verderb Unterstützer der neuen Koalition? Nur weil Sie diesen blöden Ouzo nicht mögen und sich zum Abschluss gerne den siebten Stern gönnen?

    Gefährlich! Ich könnte das hier weiterspinnen, mir Oppositions Cocktails von Campari und Pisang Ambon überlegen und so weiter und so fort. Die Erkenntnis bleibt seit den Anfängen meiner Ausbildung gleich. Herr Ulrich hatte recht: Politik und Religion gehören in keine gute Bar. Nachtrag 2009: Und in keine Öffentlichkeitsarbeit.